Ausländerbetreuung an der Universität Heidelberg von 1928 bis 1938

Das Akademische Auslandsamt und die Vergangenheit


Bachelorarbeit, 2012

44 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Entwicklung der Heidelberger Ausländerbetreuung von 1928 - 1933

3. Ausländerbetreuung von 1933 - 1938 — Gründung der Auslandsabteilung
3.1 Die Leitung Zintgraff
3.1.1 Umgang mit negativer Propaganda im Ausland
3.1.2 Schaffung studentischer Unterkünfte
3.1.3 Finanzielle Unterstützung von Gaststudenten
3.1.4 Diplomprüfungen für Ausländer - Erste Planung
3.2 Die Leitung Nieland
3.2.1 Diplomprüfungen für Ausländer - Finale Planung
3.2.2 Ausbau der Ferienkurse
3.2.3 Einblick: Das Selbstverständnis der Auslandabteilung
3.3 Die Leitung Adler S. 23
3.3.1 Auslandsarbeit zum Heidelberger Universitätsjubiläum 1936
3.3.2 Ausbau und Ausrichtung der Auslandabteilung
3.4 Die Leitung Rodenwaldt bis 1938
3.5 Ausblick bis 1945

4. Fazit

5. Anhang

6. Bibliographie

Abkürzungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Nach den radikalisierenden Materialschlachten des Ersten Weltkrieges begann die aus- wärtige Kulturpolitik in Deutschland allmählich wieder an Bedeutung zu gewinnen. Nur war die Karikatur des „träumerischen deutschen Michels“ der eines „säbelrasselnden Offiziers mit Pickelhaube“ gewichen. Der deutschen Wissenschaft fiel es nach dem En- de des Krieges schwer, in den wieder aufgebauten transnationalen Strukturen Fuß zu fassen. Aus diesem Grund wurde die Institutionalisierung des internationalen wissen- schaftlichen Austausches zum probaten Mittel deutscher Kulturpolitik. Die wissen- schaftliche Auseinandersetzung mit nationalsozialistischer Außenpolitik produzierte Kontroversen zwischen Historikern und ehemaligen Staatsdienern. Ein aktuelles Bei- spiel lieferte die „Unabhängige Historikerkommission - Auswärtiges Amt“, die vom ehemaligen Außenminister Joschka Fischer (B’90/Grüne) berufen wurde. Die Kommis- sion veröffentlichte im Oktober 2010 ihre Forschungsergebnisse: „Das Amt und die Vergangenheit“.1 Die vorliegende Arbeit wird aber weder eine Rezension dieses Werkes darstellen noch an die engeren Forschungsziele der Kommission in Bezug auf die Billi- gung und Mithilfe deutscher Diplomaten am Holocaust anknüpfen. Dennoch ist diese Arbeit vom Geiste eben jener Historikerkommission beseelt und versucht, die institutio- nellen Vorgänger des heutigen Akademischen Auslandsamtes in Heidelberg (AAA) zur Zeit und unter dem Einfluss des Nationalsozialismus zu beleuchten.2 In diesem Zusam- menhang kann von der Behandlung einer Mikroebene der auswärtigen Beziehungen Deutschlands gesprochen werden, da durch den akademischen Austausch, sowohl abst- rakt-geistlicher als auch konkret-räumlicher Art, neben wissenschaftlichen Meinungen auch kulturelle Werte transportiert wurden. Hierbei ist es notwendig, die Zusammenar- beit der verschiedenen Ausländerbetreuungsstellen mit Rektorat, Reichsführung und Deutschem Akademischen Austauschdienst (DAAD) herauszuarbeiten. Zum Begriff der „Ausländerbetreuung“ ist zu sagen, dass er in der vorliegenden Arbeit nicht nur die rea- le Betreuung in Form von Unterricht, Unterkunft und Unterhaltung umfasst. Vielmehr soll im Besonderen die Genese einer ideologisch-beeinflussten Amtsstruktur und einer daraus entstehenden Problematik dargestellt werden. Diese Arbeit basiert zum größten Teil auf Aktenbeständen des Universitätsarchivs Heidelbergs (UAH). Bestände, die im direkten Zusammenhang für diese Arbeit verwendet werden konnten, stammen aus den Jahren 1926 - 1952; sie umfassen Aktennotizen, Briefwechsel, Erlasse, Berichte, Perso- nalakten und Studentenkarteien. Aus diesen Beständen geht u.a. hervor, inwiefern Heidelberger (Nachwuchs-)Wissenschaftler ihre Arbeit in den Dienst nationalsozialisti- scher Kulturpolitik stellen sollten. Forschungsliteratur, die sich gezielt mit der Arbeit und Vergangenheit des AAA beschäftigt, ist praktisch nicht existent. Der Stand der For- schung begrenzt sich zunächst auf einen sehr kurzen Artikel des ehemaligen AAA-Lei- ters Gert SCHNEIDER, der keinerlei Quellenangabe aufweist.3 Ein Aufsatz des ehemaligen UAH-Direktors Werner MORITZ beschreibt ausführlich, jedoch nur in all- gemeiner Weise die Auslandsbeziehungen der Universität.4 In keiner der genannten Schriften wird der „Rep. 5“-Aktenbestand des Heidelberger Universitätsarchivs zitiert, welcher beim Verfassen dieser Arbeit sowohl die umfangreichste als auch die aussage- kräftigste Quelle darstellte. Für die Darstellung des entscheidenden Einflusses der Uni- versitätsleitung unter Jakob Wilhelm Groh waren die Dissertation und freundlichen Im- pulse Paul Christopher LEOS überaus hilfreich.5

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in drei Teile. Zunächst soll die Gründungsgeschich- te und Bestimmung des Aufgabenfeldes der Akademischen Auslandsstelle (Akas) von 1928 - 1933 allgemein behandelt werden. Im Hauptteil wird der Wandel des Arbeitsfel- des vor dem Hintergrund des Einflusses nationalsozialistischer Außen- und Kulturpoli- tik beschrieben. Hier wird vorwiegend der Zeitraum von 1933 - 1938 behandelt, in wel- chem die Abteilung für Auslandswissenschaft, Austauschdienst und Ausländerbetreuung (AAAA oder Auslandabteilung) einzelnen Institutionen übergeordnet wurde. Schließend wird ein bewertendes Fazit mit Blick auf die weitere Entwicklung der Ausländerbetreu- ung gegeben. Die einzelnen Kapitel orientieren sich in chronologischer Reihenfolge an den jeweiligen Leitern der wechselnden Ausländerbetreuungsstellen. Der historische Kontext zu (hochschul-)politischen Entwicklungen musste teilweise inzident hergestellt werden. Die thematische Eingrenzung auf die Dekade 1928 - 1938 war hierbei sinnvoll, da während dieses Zeitraumes die Errichtung akademischer Auslandsstellen in Heidel- berg weitgehend abgeschlossen war. Zudem fand im Sommer 1936 eine Veranstaltung statt, die im Ausland große Beachtung fand und für besonderen Arbeitsaufwand auf dem Gebiet der Ausländerbetreuung sorgte: die 550-Jahr Feier der Universität Heidelberg.

2. Entwicklung der Heidelberger Ausländerbetreuung von 1928 - 1933

In den 1920er und 1930er Jahren war „nicht nur in der Wissenschaft allgemein, sondern auch für deren Auslandsbeziehungen“ ein steigendes Engagement im Rahmen der staat- lichen Außenpolitik zu verzeichnen.6 Die Universität Heidelberg nahm kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges erstmals ihre organisierte Ausländerbetreuung auf. Bereits im Wintersemester 1922/23 wurden Sprachkurse für skandinavische Studenten durchge- führt, welche sich bis ins Jahr 1926 zu den ersten regulären Feriensprachkursen für Aus- länder weiterentwickelten.7 Deutschlandweite Pionierarbeit leistete hier insbesondere Alfred Weber, der 1923 die „Staatswissenschaftliche Austauschstelle“ beim Institut für Sozial- und Staatswissenschaften der Universität Heidelberg schuf, aus welcher im Lau- fe der Jahre der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hervorgehen sollte.8 Am 8. August 1927 richtete der Engere Senat der Universität Heidelberg eine Kommis- sion ein, die sich mit der Errichtung einer „Akademischen Ausländerbetreuungsstelle“ beschäftigen sollte. Für diese Aufgabe berief der Senat prominente Professoren, wie den Theologen Martin Dibelius, den Anglisten Johannes Hoops sowie den Volkswirtschaft- ler Carl Brinkmann.9 Zwei Monate später legte diese Kommission eine Denkschrift vor, in welcher sie dem Badischen Ministerium für Kultus und Unterricht die Aufgaben und die Organisationsstruktur der zu bildenden Auslandsstelle präsentierte.10 Sie sah eine Zusammenarbeit bereits bestehender Einrichtungen vor. Hierzu zählten (1) der „Univer- sitätsausschuss zur Veranstaltung von Auslandskursen“, (2) der „Ausländerdienst“ der Studentenhilfe, (3) das „Grenz- und Auslandsamt“ der Heidelberger Studentenschaft, (4) das „Institut für Auslandsrecht“ sowie (5) der 1925 gegründete „Akademische Aus- tauschdienst“, der seinen Sitz bereits von Heidelberg nach Berlin verlegt hatte.11 Zu den erklärten Aufgaben der Auslandsstelle gehörten unter anderem die „schriftliche und mündliche Beratung der ausländischen Studierenden über alle Studienangelegenheiten“, die „Beschaffung guter billiger Wohnungen“, die „Vermittlung guten Sprachunter- richts“, wirtschaftlicher und rechtlicher Beistand sowie die „Pflege geselliger Veranstaltungen“.12 Für Letzteres war die „Deutsch-Ausländische Gesellschaft Heidelberger Studierender“ (DAG) zuständig, die sich 1926 als „freier Zusammen- schluss deutscher und ausländischer Studenten“ gegründet hatte.13 Die Mitarbeit aus- ländischer Studierender war hier möglich, auch wenn diese nur beratend an der Gestal- tung ihres Aufenthaltes teilhaben konnten.14 Wichtige Fragestellung vor der Gründung einer Akademischen Auslandsstelle (Akas) war jene nach deren Räumlichkeiten und Finanzierung. Das Büro der Akas sollte vorläufig im Marstallhof 5 neben dem Tages- heim der Studentenhilfe eingerichtet werden. Finanzielle Mittel sollten sowohl durch unmittelbare Beiträge der immatrikulierten Studenten als auch durch Reichs- und Land- esmittel beschafft werden.15 Als Leiter der Akas wurde zunächst Professor Friedrich Panzer bestimmt, der jedoch ausdrücklich den vorläufigen Charakter dieser Ernennung unterstrich.16 Nachdem das Badische Kultusministerium am 5. Dezember 1927 der Er- richtung der Akas zugestimmt und sie mit einem Startkapital von 1.000 Reichsmark (RM) ausgestattet hatte, konnte sie mit dem Beginn des Sommersemesters 1928 ihre „volle Tätigkeit“ aufnehmen.17 Ein erster Arbeitsbericht der Akas spiegelt jedoch wider, dass sich der Ausländerbetreuung noch nicht mit angemessenem Zeitaufwand gewidmet werden konnte. Auf einer maschinengeschriebenen Seite werden lediglich die bereits ein Jahr zuvor gesteckten Ziele der Auslandsstelle wiederholt. Besonders erwähnt wird hier die DAG, deren Mitarbeit dem „geselligen Beisammensein und dem kulturellen Austausch“ diene. Der Bericht erneuert hierbei die Forderung nach zweckmäßigen Räumlichkeiten, die der DAG zur Verfügung gestellt werden sollten.18 Am 16. Oktober 1929 bat Friedrich Panzer darum, die Leitung der Akas an Professor Carl Brinkmann zu übertragen.19 Unter Brinkmann stieg der Arbeitsaufwand der Akas in solchem Maße, dass ein zusätzlicher Geschäftsführer notwendig wurde. Josef Moreth, der 1927 bereits mit der Geschäftsführung der Ferienkurse für Ausländer betraut worden war, übernahm im Jahre 1930 die Geschäftsführung der Akas unter Brinkmann.20 Moreth wurde hierbei „die Betreuung sämtlicher an der Universität Heidelberg studierenden Ausländer einer- seits und die Beratung der ins Ausland gehenden deutschen Studierenden andererseits übertragen.“21 Abteilungsleiter Brinkmann erkannte bei dieser Aufgabe ein großes Prob- lem in der unzureichenden Erfassung der ausländischen Studierenden. Er wandte sich in dieser Sache handschriftlich an den Rektor und bat ihn um eine dienstliche Anweisung, welche „die zuständigen Herren Beamten“ zur Verwendung einer speziellen „Karto- thekkarte“ anhalten sollte.22 Die Einführung dieses Systems im Juli 1931 vereinfachte die Erfassung ausländischer Studierender erheblich. Die erfassten Daten der immatriku- lierten Ausländer wurden jedoch nur selten für statistische Zwecke herangezogen. Sta- tistisch schien die Akas vornehmlich Teilnehmerzahlen der Ferienkurse zu verwerten. Dies schien dem Umstand geschuldet, dass die Ferienkurse, damals wie heute, das Fun- dament für die akademische Ausländerbetreuung bildeten. Sie waren zusammengesetzt aus Vorlesungen, praktischen Sprachübungen und gesellschaftlichen Veranstaltungen.23 Über die weitere Leitung der Akas unter Brinkmann geht aus den Akten nichts hervor. Die einzige, ausgesprochen negative, Evaluation seiner Amtsführung erfolgte seitens der Heidelberger Studentenschaft. Vertreten durch den späteren Reichsstudentenführer Gustav Adolf Scheel, forderte der Studentenbund „in Anbetracht zahlreicher Misshel- ligkeiten“ die Einsetzung des Studenten Graf Wedel zum Zwecke „weitgehender Mitbestimmung“ in die Akademische Auslandsstelle.24 Brinkmann sollte sein Amt ab November 1933 nicht mehr in vollem Umfange ausüben. Ob dies aus Unzufriedenheit mit seiner Arbeit herrührte, ist unklar. Evident ist jedoch, dass im Jahr der nationalsozialistischen Machtübernahme eine grundlegende, strukturelle wie administrative, Umgestaltung der akademischen Ausländerbetreuung initiiert wurde.

3. Ausländerbetreuung von 1933 - 1938 — Gründung der Auslandabteilung

Mit dem Beginn des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland begann auch für die Ausländerbetreuung an der Universität Heidelberg ein neues Kapitel. Am 7. April 1933 erging folgender Erlass an die badischen Hochschulen:

Die in den Ländern erfolgte Gleichschaltung und die Erlaßvom 06.04.1933 geschaffene Sachlage lassen es geboten erscheinen, die in Frage kommenden akademischen Behörden, insbesondere die Senate bzw. bei der Universität Heidelberg den Engeren Senat, die Disziplinargerichte, die Immatrikulations kommission u.a. neu zu bilden.25

Umstrukturierungen bei der Ruperto-Carola sollten nun dazu dienen, sie in eine „nationalsozialistische Vorzeigeuniversität umzuwandeln und den [...] liberalen Geist aus Heidelberg zu vertreiben.“26 Mit der Ernennung Wilhelm Grohs zum Rektor, am 1. Oktober 1933, schien ein geeigneter Charakter für dieses Vorhaben gefunden. Fortan galt auch bei der Leitung der Universität Heidelberg das „Führerprinzip“, welches Groh an der Universität Heidelberg umgesetzt wissen wollte.27 Auch, wenn Groh zunächst nicht in die NSDAP eintrat, zeigte sich, dass er deren Einflussnahme auf die Universität nicht nur billigte, sondern auch aktiv unterstützte.28 Am 7. November 1933 vollzog Groh die Gleichschaltung der für die Ausländerbetreuung zuständigen Stellen, indem er sie der neu geschaffenen „Abteilung für Auslandswissenschaft, Austauschdienst und

Ausländerbetreuung“ (AAAA) unterordnete.29 Als Leiter dieser Abteilung ernannte er Alfred Zintgraff, der sich bereits als Diplomat auf internationalem Parkett bewährt hatte.30

3.1 Die Leitung Zintgraff

Die bisherige (Zusammen-)Arbeit der verschiedenen Heidelberger Ausländerbetreu- ungsstellen schien bis zu diesem Zeitpunkt an eklatanten Mängeln gelitten zu haben. Jene traten in Form von mangelnder Werbung im Ausland, unübersichtlicher Konten- führung und unzureichender Integration bzw. wissenschaftlicher Förderung immatriku- lierter Ausländer auf. Rektor Wilhelm Groh forcierte durch die Subordination der Aus- landsstellen unter die AAAA einen Synergie-Effekt und eine möglichst rasche Verbesse- rung der Zustände. Zintgraff zeigte unmittelbar nach seiner Amtsübernahme besonderen Arbeitseifer. Bereits einen Tag nach seiner Ernennung, am 8. November 1933, wurde die Übernahme von Guthaben, Verbindlichkeiten und Inventar der Akas und der Ferien- kurse vertraglich festgehalten.31 Wenige Tage später gab Zintgraff, der sich bereits ein umfassendes Bild gemacht zu haben schien, Denkanstöße zu einer effizienteren Ar- beitsweise aller Ausländerbetreuungsstellen. In einem Schreiben an den Rektor schlug er vor, eine Zusammenarbeit mit den einzelnen Fakultäten in die Wege zu leiten. Darü- ber hinaus ließ Zintgraff durchblicken, die DAG einer „Neuregelung“ zu unterwerfen, indem er sie der Heidelberger Studentenschaft unterstellte.32 Die Übernahme wurde we- nige Tage später vollzogen, so dass die Heidelberger Studentenschaft gegenüber der DAG die Führungsrolle der Akas einnahm.33 Zintgraff kam hierbei dem Willen des Au- ßenpolitischen Amtes der NSDAP (APA) bereits zuvor, welches ihn einen Monat später aufforderte, „Klubs und Ausländerwohnheime“ im Sinne der Parteiführung auszubauen oder neu einzurichten. Im selbigen Schreiben betonte Richard Maier, Leiter der Akademischen Auslandsabteilung des APA, die wichtige Rolle des „Gaststudenten- tums“ für „die Heranbildung germanophil eingestellter Angehöriger fremder Nationen“ und idealisierte in diesem Zusammenhang die „völlig neuen Möglichkeiten“, die hierbei durch „einheitliche politische Willensbildung des deutschen Volkes“ entstünden.34 Hier bildet sich in den Heidelberger Akten der Auslandabteilung erstmals die „allgemeine Reformeuphorie nach der nationalsozialistischen Machtergreifung“ ab.35 Alfred Zint- graff plante seit Beginn seiner Amtsübernahme umfassende Neuerungen, schien sich jedoch beim Auf- und Ausbau „seiner“ Auslandabteilung nur ungern von externen Stel- len beeinflussen zu lassen. So lieferte er sich beispielsweise einen spannungsgeladenen Briefwechsel mit Karl Bömer, dem stellvertretenden Leiter des DAAD, in welchem Zintgraff die zwangsweise Umformung der Akas in einen eingetragenen Verein vehe- ment ablehnte.36 Diese Haltung wurde von Universitätsrektor Groh geteilt, der die ge- forderte Umformung für „überflüssig“ hielt und „keine Rechtsgrundlage“ für sie sah.37 Es ist offensichtlich, dass sowohl Groh als auch Zintgraff um die Selbständigkeit der Heidelberger Akas fürchteten. In einer mündlichen Aussprache mit DAAD-Leiter Adolf Morsbach wurde der Heidelberger Auslandsstelle, auch nach ihrer Umformung in einen e.V., ihr Selbstverwaltungsrecht zugesichert.38 Die neu verfasste Satzung betonte in ei- gens hierfür geänderten Paragraphen die weitgehende Eigenständigkeit und das Aufga- benfeld der Akademischen Auslandsstelle:

„[...] § 1

Die Akademische Auslandsstelle Heidelberg e.V. dient der Pflege der akademischen Beziehungen der ausländischen Studierenden und Akademiker an der Universität Heidelberg und der Betreuung der deutschen Studierenden und Akademiker, die im Auslande Studien betreiben wollen.

Die Akademische Auslandsstelle ist zugleich mit der Durchführung der Aufgaben des Deutschen Akademischen Austauschdienstes e.V. imörtlichen Bereich ihrer Hochschule betraut. 39 [...]

§ 10

Der Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden, seinem Stellvertreter dem Schatz- meister, zwei weiteren Mitgliedern und dem Geschäftsleiter [...] . Dieübrigen Mitglieder des Vorstandes mit Ausnahme des Geschäftsleiters werden von dem

Führer der Universität ernannt. Mindestens eines der Vorstandsmitglieder muss Mitglied der Heidelberger Studentenschaft sein. 40

Dem Vorstand gehören ferner der Leiter des Deutsch-Akademischen Aus tauschdienstes e.V. und der Referent für Akademische Auslandsarbeit in der Reichsleitung der N.S.D.A.P. an. [...]

§ 13

Die Durchführung der Aufgaben des Vereins im Einzelnen liegt dem Geschäfts leiter ob. [...] Er ist Vorstand im Sinne des § 26 Abs. 2 BGB. 41 [...]“42

Abseits solcher Unstimmigkeiten herrschte zwischen der AAAA und dem DAAD je- doch ein betont freundliches Geschäftsverhältnis. Nicht zuletzt die einstige Gründung des DAAD-Vorläufers in Heidelberg schaffte ein Netzwerk, von welchem die Universität Heidelberg profitierten sollte. Alfred Zintgraff verstand es, dieses Netzwerk speziell gegenüber dem DAAD auszubauen und zu festigen.43 Mit der Lösung vieler formaler Probleme galt es jedoch, ein weit schwerwiegenderes materielles Problem nicht aus den Augen zu verlieren: Das sukzessive Ausbleiben des Zustromes ausländi- scher Akademiker. Hiervon waren in der ersten Hälfte der 1930er Jahre Hochschulen des gesamten Reichsgebietes betroffen. Der badische Kultusminister wandte sich in die- ser Angelegenheit an den Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung (REM):

Die Zahl der in Deutschland studierenden Ausländer sinkt nach meinen Feststellungen in den letzten Jahren dauernd. [...] Unter diesen befindet sich gewiss eine erhebliche Anzahl von kulturpolitisch unerwünschten Ausländern, die sich im neuen Deutschland nicht wohl fühlen und auch nicht wohl fühlen sollen. [...] Soweit diese Studierenden nicht schon aufgrund ihrer Abstammung (Juden) in eine natürliche Gegnerschaft zu dem neuen Deutschland gebracht waren, mag sie teilweise auch die ausserordentliche Gegenpropaganda im Aus- land vom Besuch deutscher Hochschulen abgehalten haben.44

Neben so genannter (1.) „Gegenpropaganda“ wurden ebenfalls (2.) unzureichende stu- dentische Unterkünfte, (3.) zu hohe Studiengebühren und (4.) das Fehlen von im Aus- land anrechenbaren Diplomprüfungen als Gründe angeführt.45 Im Folgenden soll unter- sucht werden, wie die Auslandabteilung unter Zintgraff diesen einzelnen Problemfakto- ren zu begegnen versuchte.

3.1.1 Umgang mit negativer Propaganda im Ausland

Neben der Öffentlichkeitsarbeit des Auswärtigen Amtes (AA) und des Reichsministeri- ums für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP), versuchte der NS-Staat zunehmend auch deutsche Austauschstudenten als „kulturelle Botschafter“ zu instrumentalisieren.46 Unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde dieses Ziel auch von Alfred Zintgraff verfolgt. Noch vor Beginn des Wintersemesters 1933/34 plante er die Schaffung einer von ihm geleiteten „Abteilung für Aussen- und Kolonialpolitik“ (später: „Abteilung für Auslandskunde“) mit dem Ziel der „Wehrhaftmachung der Heidelberger Studenten auf dem Gebiet der Aussenpolitik und Auslandskunde“.47 In seinem ersten Entwurf schlug Zintgraff vor, Studenten durch Vorträge speziell in sechs Themenbereichen zu schulen: 1. „Warum Auslandskunde?“, 2. „Hintergründe und Aus- wirkungen des Diktats von Versailles“, 3. „Wirtschaftsgeographische und geopolitische Zusammenhänge“, 4. „Rassen und Völker“, 5. „Sprachen und Völker“ und 6. „Die öf- fentliche Meinung des Auslandes und ihre Organe“.48 Für eine bessere Vermittlung ge- sellschaftlicher wie politischer Ziele des „neuen Deutschlands“ sah die Planung eine entsprechende Gleichschaltung der Ferienkurse vor. Ex-Diplomat Zintgraff fasste zu- dem die „Bildung eines Stoßtrupps deutscher Studenten zum Verkehr mit ausländischen Studenten“ ins Auge, um so die „Erziehung eines geeigneten Nachwuchses für den Aus- sendienst“ sicherzustellen.49 Für eine weitere Vertiefung der Unterrichtsinhalte verwies Zintgraff auf einschlägige Vorlesungen nationalsozialistisch gesinnter Professoren Heidelbergs.50 Besondere Pflichtvorlesungen für alle Heidelberger Studenten auf den Gebieten „der deutschen Kultur“, der „Wehrwissenschaft“ und der „Rassenkunde“ wa- ren zudem bereits Anfang November 1933 von Rektor Groh angekündigt worden.51 Zintgraff war jedoch sehr daran gelegen, dass diese Pflichtvorlesungen ausschließlich und ausdrücklich nur „für deutschstämmige Studierende“ bestimmt sein sollten.52 Um jede Studienreise möglichst in den Dienst einer einheitlichen Kulturpropaganda stellen zu können, wies Groh alle Heidelberger Dozenten an, die AAAA vor jeder Reise zu informieren.53 Direkte Hilfestellung in Sachen Propagandaabwehr wurde auch von pri- vaten Firmen wie der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag) angeboten. Diese wurde jedoch dankend an den DAAD und die APA weiterverwiesen.54 Bezeichnend ist an dieser Stelle, dass die AAAA ihre Arbeit im Sin- ne deutscher Propaganda der „Auslandswissenschaft“ und dem „Austauschdienst“ zuordnete.55 Zintgraff setzte sich mit der Drohung seines Rücktritts dafür ein, dass diesen Arbeitsfeldern nicht nur in der amtlichen Bezeichnung der Abteilung eine primä- re Stellung vor der „Auslandsbetreuung“ eingeräumt werden sollte.56

3.1.2 Schaffung studentischer Unterkünfte

Im Zusammenhang mit der „ausserordentlich geschickten Kulturpropaganda“ anderer Länder nannte der Badische Kultusminister in seinem Mahnschreiben an den REM zu- dem die in Frankreich, England, Italien und Spanien geschaffenen Studentenunterkünf- te. Allein in Paris verwies der Minister auf 15 Gebäudekomplexe, die auf 40 ha Land den ausländischen Studenten zur Verfügung stünden.57

[...]


1 CONZE, Eckart, FREI, Norbert, HAYES, Peter, u.a., Das Amt und die Vergangenheit, Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik, München 32010.

2 Die offiziellen Bezeichnungen für die Institutionen, aus denen später das AAA hervorgehen sollte, wechselten mehrmals. So war 1926 von einer „Akademischen Ausländerbetreuungsstelle“ die Rede, wel- che 1928 als „Akademische Auslandsstelle“ (Akas) gegründet wurde. Ab 1933 wurde die Akas der „Ab- teilung für Auslandswissenschaft, Austauschdienst und Ausländerbetreuung“ (AAAA oder Auslandabtei- lung) untergliedert. Erst zu Beginn der 50er Jahre erhielt die Stelle den Namen „Akademisches Ausland- samt“ (AAA).

3 SCHNEIDER, Gert, Das Akademische Auslandsamt, in: 600 Jahre Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 1386 - 1986, Geschichte, Forschung und Lehre, hg. v. REKTOR D. UNIV. HEIDELBERG München 1986, S. 199 - 201.

4 MORITZ, Werner, Außenbeziehungen der Universität, in: Die Universität Heidelberg im Nationalsozia- lismus, hg. v. Wolfgang U. ECKART - Volker SELLIN - Eike WOLGAST, Heidelberg 2006, S. 147 - 172.

5 LEO, Paul C., Wilhelm Groh, Erster Rektor der Ruperto-Carola in der NS-Zeit, Hamburg 2012.

6 SCHREINER, Patrick, Außenkulturpolitik, Internationale Beziehungen und kultureller Austausch, Bielefeld 2011, S. 329.

7 SCHNEIDER, Auslandsamt, S. 199. Vgl. auch: UAH B-7046/1, Ferienkurse für Ausländer, 1922 - 1926, Handschriftlicher Entwurf des Kursprogramms der ersten „Auslandskurse der Universität“, WS 1922/23.

8 Vgl. SCHNEIDER, Auslandsamt, S. 199 f.; vgl. auch: UAH B-2740/1, Generalia, Akademische Auslandsstelle, 1926 - 1930 Denkschrift der „Kommission zur Schaffung einer Akademischen Ausländerbetreuungsstelle“ vom 14.11.1927.

9 UAH B-2740/1, Schreiben des Engeren Senats der Universität Heidelberg Nr. 14418 vom 8.8.1927.

10 UAH B-2740/1, Anschreiben und Denkschrift der „Kommission zur Schaffung einer Akademischen Ausländerbetreuungsstelle“ vom 14.11.1927.

11 UAH B-2740/1, Denkschrift.

12 Ebd.

13 Ebd.; Die DAG war jedoch wirtschaftlich vollkommen abhängig von der Akas, die laut DAG-Satzung ein „finanzielles Vetorecht“ besaß. Da beinahe jede Aktivität der DAG mit finanziellen Fragen verbunden war, mussten sich die Mitglieder der DAG mit der Aufrechterhaltung des aktiven Clubbetriebes zufrieden geben. Vgl. hierzu: UAH Rep. 5/1, Schreiben über „Bisherige Aufgaben und Tätigkeit der Akademischen Auslandsstelle“ vom 12.12.1933.

14 Vgl. UAH B-2740/1, Denkschrift.

15 Ebd.

16 Vgl. ebd., Schreiben Panzers an den Engeren Senat der Universität vom 16.10.1929.

17 UAH B-2740/1, Schreiben des Badischen Ministers des Kultus und des Unterrichts, Nr. A. 23925 vom 5.12.1927.

18 UAH B-2740/1, Bericht der Akademischen Auslandsstelle über ihre Tätigkeit im Wintersemester 1927/

28 und Sommersemester 1928, undatiert. Hieraus geht erstmals das Haus in der Haspelgasse 12 als zukünftige Adresse des DAG-Clubheims hervor, welches „deutschen wie ausländischen Studierenden und Dozenten offen“ stand.

19 Ebd., Schreiben Friedrich Panzers an den Engeren Senat der Universität Heidelberg, Nr. 17785 vom 16.10.1929. Am 11.11.1929 stimmte der Engere Senat dem zu. Vgl. ebd., Protokoll der Sitzung des Engeren Senats vom 11.11.1929.

20 UAH PA 5068, Personalakte, Moreth, Josef, 1935 - 1937, Schreiben Carl Brinkmanns an den Kultusminister vom 9.11.1935.

21 Ebd.

22 UAH B-2740/2, Generalia, Ausland II, Auslandabteilung der Universität Heidelberg und Akademischen Auslandsstelle, Allgemeines, 1931 - 1936, Schreiben Carl Brinkmanns an das Rektorat der Universität Heidelberg vom 1.5.1931. Für Karteikartenbestand 1931 - 1944 siehe: UAH Rep. 5/943.

23 Vorlesungen wurden aus den Gebieten „der deutschen Literatur und Volkskunde, Musik, Kunst, Päda- gogik, Geschichte, Philosophie, politische Oekonomie und Naturwissenschaften“ angeboten. Sprachkurse waren unterteilt in Unter-, Mittel- und Oberkurse. Vgl. hierzu: UAH B-7046/3, Generalia, Ausland, Feri- enkurse für Ausländer und fremdsprachliche Kurse für Deutsche, 1930 - 1939, Informationsheft des Akademischen Auskunftsamts, Ferienkurse an den Deutschen Universitäten, Berlin 1931.

24 UAH B-2740/2, Schreiben der Heidelberger Studentenschaft an das Rektorat der Universität Heidelberg vom 28.6.1933. Die Einsetzung wurde noch am selben Tage „nach mündl. Einholung der Zustimmung des Herrn Koll. Brinkmann vollzogen.“ Ebd., handschriftl. Notiz Rektor Andreas’.

25 Erlass des Badischen Kultusministeriums vom 7.4.1933, abgedr. in: LEO, Wilhelm Groh, S. 70.

26 LEO, Wilhelm Groh, S. 77 f.

27 Groh monierte beispielsweise die Satzungsvorschläge der Akas, da in ihr „das Führerprinzip in keiner Weise zum Ausdruck“ komme. UAH Rep. 5/1, Schreiben Rektor Grohs an die AAAA vom 28.2.1934.

28 Vgl. LEO, Wilhelm Groh, S. 99. LEO bezieht sich hier auf von Groh ausgehende Einladungen an Parteigrößen als Festredner.

29 UAH B-2740/2, Schreiben Rektor Grohs an das Badische Unterrichtsministerium und die Fakultäten der Heidelberger Universität vom 7.11.1933.

30 UAH PA 6489, Personalakte, Zintgraff, Alfred, 1933 - 1944, Personalbogen, Dienstlaufbahn. Alfred Zintgraff (3.5.1878 - 12.2.1944) war unter anderem als Geschäftsträger an der deutschen Botschaft in Addis Abeba tätig.

31 UAH Rep. 5/1, Vertrag zwischen der Akas, den Ferienkursen und der AAAA vom 8.11.1933.

32 UAH B-2740/2, Schreiben Zintgraffs an Wilhelm Groh vom 10.11.1933.

33 UAH Rep. 5/1, Abkommen zwischen der AAAA und der Heidelberger Studentenschaft vom 14.11.1933. Graf Wedel übernahm fortan die Führung der DAG.

34 UAH Rep. 5/1, Schreiben des Leiters der Abteilung für Akademische Auslandsarbeit des APA Richard M. Maier an Alfred Zintgraff vom 11.12.1933.

35 Vgl. LAITENBERGER, Volkhard, Akademischer Austausch und auswärtige Kulturpolitik, Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) 1923 - 1945, Quellensammlung zur Kulturgeschichte (Bd. 20), hg. v. Wilhelm TREUE, Göttingen - Frankfurt - Zürich 1976, S. 52.

36 Vgl. UAH Rep. 5/1, Schreiben Karl Bömers und Alfred Zintgraffs vom 2.2.1934 und 8.2.1934.

37 Ebd., Schreiben Wilhelm Grohs Nr. 2834 vom 28.2.1934.

38 Ebd., Aktennotiz vom 19.4.1934.

39 In in diesem Paragraphen versuchte man womöglich, Begriffe wie „Zweigstelle des DAAD“ zu ver- meiden und somit die faktische finanzielle Abhängigkeit der Akas vom DAAD weniger offensichtlich darzustellen.

40 Diese Bedingung dokumentiert die stetige Zunahme des Einflusses der Studentenschaft bei der Heidelberger Ausländerbetreuung. Vgl. UAH B-2740/2, Schreiben vom 28.6.1933.

41 Diese Festsetzung hatte zur Folge, dass die Akas nicht durch die Mehrheit der Vorstandsmitglieder, sondern allein durch den Geschäftsleiter (z.B. im Ausland) vertreten wurde. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), § 26 Abs. 2, [http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/bgb/gesamt.pdf], (zuletzt aufgerufen am: 13.5.2012, 11.18 Uhr).

42 UAH Rep. 5/1, „Satzung für die Akademische Auslandsstelle Heidelberg (eingetragener Verein)“, un- datiert.

43 So lassen der Schriftverkehr zwischen Zintgraff und DAAD-Leiter Adolf Morsbach eine besondere gegenseitige Wertschätzung erkennen. Morsbach gewährte zudem kurzfristig Zuschüsse, denen im Nor- malfall ein langer Verwaltungsweg vorangegangen wäre. Vgl. hierzu: UAH Rep. 5/1, Schreiben Mors- bachs vom 6.2.1934. Georg Rettig, einst Geschäftsführer der AAAA, wechselte 1935 zum DAAD. Auch mit Gustav Adolf Scheel, welcher 1942 die Präsidentschaft des DAAD übernehmen sollte, war Zintgraff durch eine „herzliche Freundschaft“ verbunden. Vgl. hierzu: UAH PA 6489, Artikel in unbekannter Zei- tung, undatiert.

44 UAH Rep. 5/1, Schreiben des badischen Kultusministers an den REM, Nr. A. 11570 vom 19.5.1934.

45 Vgl. UAH Rep. 5/1, Schreiben vom 19.5.1934.

46 MORITZ, Außenbeziehungen, S. 153.

47 UAH Rep. 5/1, Organisationsplan einer Abteilung für Aussen- und Kolonialpolitik an der Universität Heidelberg, undatiert; ebd., Organisationsplan einer Abteilung für Auslandskunde an der Universität Heidelberg, umseitig handschriftlich auf den 28.2.1933 datiert.

48 UAH Rep. 5/1, Organisationsplan.

49 Ebd. Zu diesem Zweck arbeitete die AAAA eng mit dem S.A.-Hochschulamt und der Heidelberger Studentenschaft zusammen. Vgl. ebd., Schreiben Georg Rettigs an die Pressestelle des Badischen Staatsministeriums vom 27.3.1934.

50 Hier kamen nach Zintgraff u.a. Vorlesungen von Theodor Pakheiser („Rassenkunde und Rassenpflege als Grundlage nationalsozialistischer Staatsgestaltung“), Hans Kinzl („Geographie des Auslanddeutschtums“) und Walter Jellinek („Völkerrecht“) in Frage. Vgl. UAH Rep. 5/1, Organisationsplan.

51 UAH Rep. 5/1, Erlass des Rektorats der Universität Heidelberg Nr. 16178 vom 3.11.1933.

52 Ebd., Schreiben Alfred Zintgraffs an Rektor Groh vom 30.11.1933.

53 UAH Rep. 5/1, Schreiben Rektor Wilhelm Grohs, Nr. 6088 vom 15.5.1934.

54 Während einer persönlichen Besprechung mit Alfred Zintgraff bot Hapag-Mitarbeiterin Fecht an, „ört- lich auch in der Abwehr der Greuelpropaganda mitzuarbeiten.“ Vgl. UAH Rep. 5/1, Aktennotiz über eine „Besprechung mit Frl. Fecht von der Hapag am 15. Dezember 1933“. Die Hapag arbeitete mit der AAAA zusammen, indem sie die Überfahrten amerikanischer Gaststudenten durchführte und Werbeaktionen in den USA organisierte.

55 Vgl. UAH Rep. 5/1, Pressemitteilung, Auslandskunde und Ausländerbetreuung an der Universität. Die Neuordnung und Zusammenfassung., in: Heidelberger Tageblatt vom 22.11.1933.

56 UAH B-2740/2, Persönliches Schreiben Zintgraffs an Rektor Groh vom 7.2.1934. Ferner bezeichnete Zintgraff hier die Ausländerbetreuung als „Mittel zum Zweck“ der außenpolitischen Schulung Heidelberger Studenten.

57 UAH Rep. 5/1, Schreiben Nr. A. 11570 vom 19.5.1934.

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten

Details

Titel
Ausländerbetreuung an der Universität Heidelberg von 1928 bis 1938
Untertitel
Das Akademische Auslandsamt und die Vergangenheit
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Zentrum für Europäische Geschichts- und Kulturwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
44
Katalognummer
V200921
ISBN (eBook)
9783656281917
ISBN (Buch)
9783656282358
Dateigröße
726 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ausländerbetreuung, Akademische Auslandsbeziehungen, Ferienkurs, Internationaler ferienkurs, Akademisches Auslandsamt, Auslandsstelle, Ausländerbetreuungsstelle, Auslandsabteilung, Auslandabteilung, Zintgraff, Nieland, Rodenwaldt, Hans Hermann Adler, Universität Heidelberg, DAAD
Arbeit zitieren
Alexander Tutt (Autor), 2012, Ausländerbetreuung an der Universität Heidelberg von 1928 bis 1938, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200921

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