Im Verlauf dieser Arbeit möchte ich klären, wie die Musik auf den Menschen wirkt, dass die Wirkung auch wissenschaftlich begründet werden kann und wo ihre Anwendungsmöglichkeiten liegen. Dabei werde ich auf die Arbeit mit Intensivpatienten und mit Kindern besonders eingehen, um die riesige Spanne der Verfahrensweisen aufzeigen zu können.
Desweitern werde ich eine geschichtliche Zusammenfassung geben, wann und wo Musik als Mittel zur Heilung eingesetzt wurde.
Schon seit mehreren tausend Jahren verwendet man die Musik als Heilmittel gegen Krankheiten. Was früher noch als Mittel gegen böse Geister benutzt wurde, ist in der heutigen Zeit auch in
Krankenhäusern und anderen therapeutischen Einrichtungen zu finden.
Diese Arbeit beschäftigt sich nun mit dem Thema Musiktherapie.
Dazu bewogen hat mich vor allen Dingen mein Interesse an der Musik. Des Weiteren ist es, meiner Meinung, nach sehr interessant die Vielfalt an Therapiemöglichkeiten kennenzulernen. Ich hoffe mit dieser Arbeit auch verdeutlichen zu können, dass es auch innerhalb der Musiktherapie eine große Vielfalt an Behandlungsmöglichkeiten gibt. Die Möglichkeiten sind so komplex, dass es mir nicht möglich sein wird auf alle einzugehen.
Mein Interesse an dieser Form der Behandlung besteht schon seit längerem. Aus diesem Grund konnte ich in einem zweiwöchigen Praktikum in einer heilpädagogischen Kindertagesstätte erste Eindrücke zu sammeln, als mir die Möglichkeit gegeben wurde, selbst eine Stunde zur Musiktherapie zu gestalten und mit den Kindern einer Gruppe durchzuführen. Um so viel wie möglich Wissen über diese Therapieform zu sammeln, meldete ich mich für ein zweiwöchiges Praktikum bei einem anerkannten Musiktherapeuten an. Dort bekam ich glücklicherweise nicht nur viele Informationen über die Musiktherapie, sondern auch über eine andere Form der musikalischen Behandlung: der Klangtherapie. Ich hoffe, mit dieser Arbeit klar zu machen, dass Musik- und Klangtherapie unterschiedliche Therapieformen sind.
Während meines zweiten Praktikums waren wir die meiste Zeit in Altenheimen, aber auch in Behindertenheime für Erwachsene. Leider bekam ich bei einer Teststunde in einem Hort nur einen kurzen Einblick in die Arbeit mit Kindern. Da mein Interesse aber mehr bei der Arbeit mit Kindern liegt, ging ich einen weiteren zusätzlichen Tag in einen heilpädagogischen Kindergarten, um noch einige Eindrücke sammeln zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wie Musik auf den Menschen wirkt
3 Definition des Begriffes Musiktherapie
3.1 Aktive Musiktherapie
3.2 Rezeptive Musiktherapie
4 Historische Entwicklung der Musiktherapie
5 Anwendungsbereiche
5.1 Musiktherapie bei Intensivpatienten
5.1.1 Patienten in komatösen Zustand
5.1.2 Patienten mit Schädel-Hirn-Verletzungen
5.2 Musiktherapie bei Kindern
6 Wirkung von Gesang
7 Musiktherapie – Klangtherapie
8 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Musiktherapie und deren wissenschaftliche Begründung. Das primäre Ziel ist es, die Unterschiede zwischen Musik- und Klangtherapie herauszuarbeiten und die therapeutische Wirksamkeit in speziellen Anwendungsfeldern wie der Intensivmedizin und der Arbeit mit Kindern aufzuzeigen.
- Wirkungsweise von Musik auf den menschlichen Körper und die Psyche
- Differenzierung zwischen aktiver und rezeptiver Musiktherapie
- Historische Betrachtung der Musik als Heilmittel
- Musiktherapeutische Interventionen bei Intensivpatienten und Frühgeburten
- Praxisnahe Ansätze in der Arbeit mit Kindern
- Abgrenzung der Musiktherapie von der Klangtherapie
Auszug aus dem Buch
5.1.1 Patienten in komatösen Zustand
Der Mensch ist ein Individuum. Er sucht nach der eigenen, ganz persönlichen Lebensweise. Das ändert sich auch in einem komatösen Zustand nicht, auch wenn in diesem Fall nicht wichtige Entscheidungen gemeint sind. In dieser Situationen geht es eher um eine würdevolle Behandlung und Respekt.
Nur leider ist es so, dass auf einer Intensivstation viel Stress herrscht und das Personal gar nicht dazu kommt, auf jeden bewusstlosen Patienten einzugehen, wahrscheinlich ist es ihnen nicht einmal bewusst, dass es nötig wäre – aber es ist notwendig! Einige befragte, ehemalige Komapatienten schilderten, wie unwohl und gefangen sie sich fühlten und in was für Angstzuständen sie lebten. Natürlich konnten sie nicht alles wahrnehmen, es war wohl eher die Fantasie, der man die Wahnvorstellungen zuschreiben konnte. Im Buch „Heilen mit Musik“ von Heinrich van Deest schilderte ein ehemaliger Patient sein Erlebnis:
„Er kam sich vor, wie auf einem mittelalterlichen Schlachtfeld. Er habe sogar das Gefühl gehabt, dass er sich totstellen müsse, um nicht von herum marodierenden Rittern getötet zu werden.“ Zitat 2
Nur waren die, in der Fantasie so gefährlichen Ritter, nur die behandelten Ärzte und Pfleger. Die kurzen und knappen Kommunikationsversuche, wie „Ich werde Sie jetzt umdrehen.“ oder „Haben Sie Durst?“ vermitteln den Patienten das Gefühl, nur ein Objekt zu sein, um das es in Wirklichkeit gar nicht geht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der persönlichen Motivation des Autors durch eigene Praktikumserfahrungen im Bereich Musik- und Klangtherapie.
2 Wie Musik auf den Menschen wirkt: Erläuterung der physischen und psychischen Einflüsse von Musik auf den Körper, inklusive der Bedeutung von Rhythmus und Frequenzen.
3 Definition des Begriffes Musiktherapie: Definition des Begriffs durch die Fachgesellschaft sowie Unterteilung in aktive und rezeptive Therapieformen.
4 Historische Entwicklung der Musiktherapie: Überblick über die Verwendung von Musik als Heilmittel von der Antike bis zur modernen wissenschaftlichen Einordnung.
5 Anwendungsbereiche: Detaillierte Betrachtung der therapeutischen Arbeit in der Intensivmedizin sowie mit Kindern, inklusive verschiedener fachlicher Ansätze.
6 Wirkung von Gesang: Analyse des Gesangs als zentrales Ausdrucksmittel zur Förderung des Wohlbefindens und der Selbstheilung.
7 Musiktherapie – Klangtherapie: Abgrenzung der Klangtherapie von der Musiktherapie durch den gezielten Einsatz von speziellen Frequenzen und Instrumenten wie Monochorden.
8 Schlusswort: Zusammenfassende Reflektion über die Komplexität des Themas und das Potenzial weiterer musiktherapeutischer Forschung.
Schlüsselwörter
Musiktherapie, Klangtherapie, Intensivpatienten, Frühgeburten, Patienten in komatösen Zustand, Musikpädagogik, therapeutische Beziehung, Schmerztherapie, Rehabilitation, Musikinstrumente, psychisches Wohlbefinden, Selbstheilung, Resonanz, multisensorisches Angebot.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Überblick über das Feld der Musiktherapie, beleuchtet ihre historische Entwicklung und untersucht ihre praktische Anwendung in verschiedenen medizinischen und pädagogischen Bereichen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Wirkungsweise von Musik auf den menschlichen Organismus, die Abgrenzung zur Klangtherapie sowie die spezifische Arbeit mit Intensivpatienten und Kindern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie vielfältig Musiktherapie eingesetzt werden kann und dass sie als ernsthafte therapeutische Methode zur Unterstützung der körperlichen und geistigen Gesundheit dient.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturrecherche zu musiktherapeutischen Ansätzen sowie auf die Reflexion eigener praktischer Erfahrungen aus Praktika in verschiedenen therapeutischen Einrichtungen.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden neben der Definition von Musiktherapie vor allem konkrete Anwendungsbereiche wie die Intensivstation (Koma, Schädel-Hirn-Verletzungen) und die Arbeit mit Kindern sowie verschiedene theoretische Ansätze (humanistisch, verhaltenstherapeutisch etc.) erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Musiktherapie, Klangtherapie, therapeutische Beziehung, Rehabilitation und Patientenwohl geprägt.
Welche Rolle spielt die Klangtherapie im Gegensatz zur Musiktherapie?
Die Klangtherapie ist eine spezialisierte Form, die sich weniger auf soziale Interaktion und komplexe Musikgestaltung konzentriert, sondern durch gezielte Frequenzen und Monotonie bei sehr spezifischen Symptomen wie Stress oder Blockaden ansetzt.
Wie unterscheidet sich die Arbeit mit Intensivpatienten von anderen Bereichen?
Auf der Intensivstation steht die Kontaktaufnahme unter erschwerten Bedingungen im Vordergrund, wobei der Therapeut oft nur minimale Reaktionen wie den Atemrhythmus für den therapeutischen Dialog nutzen kann, um dem Patienten Würde und Respekt entgegenzubringen.
- Arbeit zitieren
- Jacob Sendner (Autor:in), 2009, Musiktherapie. Einsatzmöglichkeiten bei Kindern und Intensivpatienten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200981