Bilanzpolitik - Motive, Formen und Nachweis


Hausarbeit, 2012

15 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Gang der Untersuchung
1.2 Begriff der Bilanzpolitik

2. Motive für Bilanzpolitik
2.1 Hinführung
2.2 Finanzpolitische Motive
2.3 Publizitätspolitische Motive
2.4 Individuelle Motive des Managements

3. Formen der Bilanzpolitik
3.1 Hinführung
3.2 Sachverhaltsgestaltung
3.3 Sachverhaltsdarstellung

4 Nachweis von Bilanzpolitik
4.1 Erkennbarkeit bilanzpolitischer Maßnahmen
4.2 Empirische Schätzmodelle

5. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Gang der Untersuchung

Immer wieder wird der negative Beigeschmack des Themas Bilanzpolitik durch populäre Einzelfälle (z.B. Enron) scheinbar bestätigt. Diese Arbeit soll daher einen möglichst neutralen Überblick über den Bereich Bilanzpolitik als Teil der Unternehmenspolitik geben und diesen klar vom Begriff der Bilanzmanipulation abgrenzen. Zuerst werden hierzu Begriff und Objekte der Bilanzpolitik geklärt. In den weiteren Kapiteln wird dann auf die einzelnen Motive, Formen und Nachweismöglichkeiten eingegangen. Die Arbeit konzentriert sich hierbei nicht auf ein bestimmtes Rechnungslegungssystem, betrachtet das Thema allerdings überwiegend aus der Perspektive deutscher Unternehmen.

1.2 Begriff der Bilanzpolitik

In der Literatur finden sich zahlreiche Definitionen und Synonyme für den Begriff der Bilanzpolitik.[1] Weit formuliert kann Bilanzpolitik im Wesentlichen als eine bewusste und zielorientierte Gestaltung der publizierten Unternehmensdaten unter Zuhilfenahme rechtlich zulässiger Maßnahmen verstanden werden.[2] Voraussetzung für Bilanzpolitik ist daher das Bestehen von Entscheidungsspielräumen der Unternehmensführung in der Darstellung der Lage des Unternehmens, die sich bspw. durch Handlungsfreiheiten im jeweiligen Rechungslegungssystem ergeben können.[3] Die Anknüpfungspunkte bzw. Objekte der Bilanzpolitik sind vielfältig und umfassen heute längst nicht nur die Bilanz eines Unternehmens, wie der traditionelle Begriff vermuten lässt. Dazu zählen die nach HGB, IFRS und US-GAAP vorgeschriebenen einzelnen Bestandteile des Jahresabschlusses und andere Berichtspflichten wie z.B. ein Lagebericht (Primärobjekte) sowie weitere Nebenrechnungen und sonstige freiwillig gewährte Informationen wie etwa Aktionärsbriefe oder Pressemitteilungen (Sekundärobjekte).[4] Das Steuerrecht ergänzt die Primärobjekte um die Vermögensaufstellung und die Ertragssteuerbilanz.

Bilanzfälschung bzw. –manipulation sind vom Begriff der Bilanzpolitik abzugrenzen, da hierbei nicht mehr (nur) von der Anwendung legaler Maßnahmen auszugehen ist.[5] Sie stellen nach deutschem Recht Straftaten dar. Im Englischen entspricht die Vokabel Earnings Management am ehesten dem deutschen Ausdruck der Bilanzpolitik und legt damit im Gegensatz zum deutschen Begriff den Fokus nicht auf die Bilanz, sondern auf die GuV bzw. auf den Jahresüberschuss.[6] Allerdings gibt es auch hier verschiedene Synonyme[7] und Definitionen.

2. Motive für Bilanzpolitik

2.1 Hinführung

Häufig wird die o.g. Definition im Schrifttum um Ziele bilanzpolitischen Verhaltens erweitert. So erfolgt Bilanzpolitik nach eher traditioneller Sichtweise mit der Absicht Abschlussadressaten oder Rechtsfolgen zu beeinflussen.[8] Aus dieser Zielformulierung ergeben sich mit der Publizitäts- und Finanzpolitik gleichzeitig zwei Dimensionen bilanzpolitischer Aktivitäten, die synonym auch als Informations- und Ergebnispolitik bezeichnet werden.[9] Mithilfe dieser zwei Teilbereiche nimmt die Bilanzpolitik Einfluss auf die Zahlungsbemessungs- und die Informationsfunktion des Jahresabschlusses, die nach h.M. als seine zwei wesentlichen Funktionen erachtet werden.[10]

Zudem wird in der Literatur vielfach betont, dass die Ziele der Bilanzpolitik mit denen der Unternehmenspolitik bzw. den Unternehmenszielen in Einklang stehen sollten bzw. ihnen untergeordnet sind.[11] Dies trifft jedoch nicht immer zu, wenn die persönlichen Motive des Managements gem. neueren Untersuchungen als zusätzliche Determinante für Bilanzpolitik betrachtet werden.[12] Im Folgenden soll nun auf die einzelnen Finanz- und Publizitätsziele sowie die Individualziele des Managements als Treiber für Bilanzpolitik näher eingegangen werden.

2.2 Finanzpolitische Motive

Finanzpolitisch motivierte Maßnahmen zielen – wie bereits angedeutet – vor allem darauf ab bestimmte Rechtsfolgen zu beeinflussen. Gemeint ist hiermit bspw. die, in Deutschland „an den HGB-Jahresabschluss anknüpfenden, Pflichten zur Steuerzahlung und Gewinnausschüttung in ihrer Höhe und ihrem zeitlichen Anfall zu steuern“[13] . Konzern-, IFRS- oder US-GAAP-Abschlüsse deutscher Unternehmen sind somit keine Objekte finanzpolitisch motivierter Bilanzpolitik, da sie nicht mit den o.g. Rechtsfolgen verknüpft sind.[14]

[...]


[1] Vgl. z.B. Detert 2008, S. 46: Rechnungslegungspolitik, Bilanztaktik, Bilanzstrategie, Bilanzmanagement, Bilanzlifting, Jahresabschlusspolitik, Rechnungspolitik

[2] Vgl. Fink 2010, S. 4; Küting und Weber 2009, S. 33; Pfleger 1986, S. 19

[3] Vgl. Wagenhofer und Ewert 2007, S. 237; Wohlgemuth 2007; S. 50

[4] Vgl. Küting und Weber 2009, S. 33; Wohlgemuth 2007, S. 50f.

[5] Vgl. Detert 2008, S. 47

[6] Vgl. Detert 2008, S. 47; Heintges 1997, S. 5f.

[7] Vgl. Wagenhofer und Ewert 2007, S. 237: creative accounting, window-dressing, accounting choice

[8] Vgl. Küting und Weber 2009, S. 33; Wagenhofer und Ewert 2007, S. 237

[9] Vgl. Fink 2010, S. 5; Küting und Weber 2009, S. 34

[10] Vgl. Küting und Weber 2009, S. 34; Pfleger 1986, S. 19

[11] Vgl. Fink 2010, S. 4; Heintges 1997, S. 171; Küting und Weber 2009, S. 33

[12] Vgl. Detert 2008, S. 46f.; Freidank und Velte 2007, S. 659

[13] Küting und Weber 2009, S. 34

[14] Vgl. Wohlgemuth 2007, S. 49

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Bilanzpolitik - Motive, Formen und Nachweis
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
1,5
Autor
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V201043
ISBN (eBook)
9783656270232
ISBN (Buch)
9783656271215
Dateigröße
644 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bilanzpolitik, motive, formen, nachweis, Stefan Risse
Arbeit zitieren
Stefan Risse (Autor:in), 2012, Bilanzpolitik - Motive, Formen und Nachweis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201043

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