Einleitung
1. Hume und die „Weiterentwicklung“ der Empirie
2. Warum Vernunft allein nicht handlungsmotivierend sein kann
3. Was mit Vernunft verwechselt wurde
4. Zusammenfassung
Literaturverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1. Hume und die „Weiterentwicklung“ der Empirie
2. Warum Vernunft allein nicht handlungsmotivierend sein kann
3. Was mit Vernunft verwechselt wurde
4. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Position von David Hume bezüglich der Rolle von Vernunft und Empfindungen bei der menschlichen Handlungssteuerung. Zentral ist dabei die Frage, ob Handlungen, die auf Empfindungen basieren, als irrational klassifiziert werden können oder ob der Vernunft hier eine andere, untergeordnete Rolle zukommt.
- Die kritische Auseinandersetzung mit dem Empirismus durch David Hume
- Das Verhältnis von Vernunft und Leidenschaft (Passions) bei der Motivation von Handlungen
- Die Abgrenzung von Vernunft und moralisch relevanten Empfindungen
- Die Untersuchung der Frage, warum Empfindungen für Hume nicht vernunftwidrig sein können
Auszug aus dem Buch
Warum Vernunft allein nicht handlungsmotivierend sein kann
Hume geht in seiner Argumentation von der (bisherigen) These aus, Empfindungen und Vernunft stehen in einem Konkurrenzkampf um die Vorherrschaft über das menschliche Handeln: „Nothing is more usual in philosophy, (...), than to talk of the combat of passion and reason (...).“ Es wird behauptet, schreibt er, dass jedes vernunftbestimmte Lebewesen seine Handlungen nach der Vernunft richten soll. Vernünftig Handeln entspricht nach dieser Auffassung tugendhaftem Handeln. „(...) and if any other motive or principle challenge the direction of his conduct, he ought to oppose it, till it be entirely subdu’d (...).“ Der Vernunft wird also ganz klar der Vorrang vor den Empfindungen gegeben.
Dem widerspricht Hume und gliedert dabei seine These in zwei Teile. (...) first, that reason alone can never be a motive to any action of the will; and secondly, that it can never oppose passion in the direction of the will.“ Erstens kann die Vernunft nicht das Motiv des Willens sein und zweitens, wird man die Vernunft niemals einer Empfindung einen Willen betreffend vorziehen. Wie begründet Hume dies? Seine These stützt Hume seiner Beobachtung über die Tätigkeit des Verstandes. Er geht hierbei von einer „doppelten Tätigkeit“ aus: Mit der „ersten Tätigkeit“ meint Hume die Betrachtung der abstrakten Beziehungen unserer Vorstellungen - kurz - unsere Gedanken. Die beschriebene „erste Tätigkeit“ des Verstandes findet in der Welt der Vorstellungen statt. Da aber der Wille immer real ist, können laut Hume bloße Gedanken nicht die Ursache einer Handlung sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hume und die „Weiterentwicklung“ der Empirie: Dieses Kapitel ordnet David Hume in den Kontext der Aufklärung ein und erläutert seine kritische, durch eine psychologische Komponente ergänzte Sichtweise auf den Empirismus.
2. Warum Vernunft allein nicht handlungsmotivierend sein kann: Hier wird Humes Argumentation dargelegt, dass der Vernunft keine primäre motivierende Kraft für den menschlichen Willen zukommt, da sie lediglich der Welt der abstrakten Vorstellungen angehört.
3. Was mit Vernunft verwechselt wurde: Das Kapitel analysiert, warum die Philosophie Empfindungen oft fälschlicherweise als der Vernunft entgegengesetzt betrachtete, und klärt den Begriff der gemäßigten Empfindungen.
4. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass menschliches Handeln nicht allein rational begründet sein kann und dass moralische Motivationen außerhalb einer rein kalten Vernunft liegen müssen.
Schlüsselwörter
David Hume, Empirismus, Vernunft, Leidenschaft, Handlungssteuerung, Willensfreiheit, Moralphilosophie, Aufklärung, psychologische Komponente, menschliches Handeln, Motivationslehre, rationale Handlungsbegründung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Philosophie von David Hume, insbesondere mit seiner Analyse der Triebfedern menschlichen Handelns und der Frage, ob Empfindungen als "vernunftwidrig" bezeichnet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Rolle der Vernunft bei der Handlungsentscheidung, das Verhältnis von Verstand und Leidenschaft (passions) sowie eine philosophische Kritik am klassischen Vernunftbegriff der Aufklärung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, warum Empfindungen aus Humes Sicht nicht als "unvernünftig" gelten und wie die Vernunft im Prozess der Handlungsmotivation tatsächlich agiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine hermeneutische und textanalytische Methode, indem sie primäre philosophische Schriften von David Hume (insbesondere den "Treatise of Human Nature") kritisch interpretiert und in den philosophischen Kontext einordnet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erörterung von Humes Empirismus-Verständnis, seine These zur mangelnden Motivationskraft der Vernunft für den Willen sowie die Klärung von Begriffsverwechslungen zwischen Vernunft und Empfindungsarten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Vernunft, Leidenschaft, Empirismus, Handlungssteuerung, Motivation und David Hume.
Warum sieht Hume die Vernunft als "Sklavin der Leidenschaften" an?
Nach Hume dient die Vernunft lediglich dazu, Beziehungen zwischen Objekten oder Ideen zu entdecken, während die eigentliche Motivation zur Handlung aus dem Bereich der Empfindungen oder Leidenschaften entspringt.
Wie unterscheidet Hume zwischen der "ersten" und "zweiten" Tätigkeit des Verstandes?
Die erste Tätigkeit bezieht sich auf die Betrachtung abstrakter Beziehungen zwischen Vorstellungen, während die zweite Tätigkeit auf Beobachtungen von Lust und Unlust basiert, die direkt unser Handeln beeinflussen.
- Arbeit zitieren
- Tobias Schmidt (Autor:in), 2012, Warum können Empfindungen für David Hume nicht unvernünftig sein?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201101