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Zur Shop-Startseite › Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Bevölkerungsentwicklung und –politik in Indien

Titel: Bevölkerungsentwicklung und  –politik in Indien

Hausarbeit , 2008 , 24 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Martin Steger (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Indien ist heute mit ca.1,1 Milliarden Einwohnern nach China das bevölkerungsreichste Land der Erde. Prognosen zeigen, dass es um 2030 mit China gleichziehen wird – die Länder werden dann jeweils ca. 1,45 Milliarden Einwohner zählen – und in den folgenden Jahren Rang eins der bevölkerungsreichsten Staaten einnehmen wird. Grund hierfür ist, statistisch gesehen, ein auf hohem Niveau stagnierendes Wachstum, das durch eine hohe Geburtenrate bei stetig sinkender Sterberate entsteht. Obwohl Indien, vor allem in seinen großen Städten, immer moderner wird und sich wirtschaftlich stark an westlichen Werten orientiert, hat sich die dritte Stufe der demographischen Transition, in der durch eine rückläufige Geburtenrate auch die Zuwachsrate der Bevölkerung sinken würde, noch nicht eingestellt. Das Land ist also auf demographischer Ebene noch immer mit Entwicklungsländern in Afrika und Südost-Asien vergleichbar.
Für die Regierung des Landes stellt ein so hohes Bevölkerungswachstum enorme Probleme dar. Immer wieder scheitern Bemühungen, die hohe Arbeitslosigkeit und die daraus folgende, weit verbreitete Armut zu bekämpfen. Über weite Teile des zwanzigsten Jahrhunderts hat man zwar bevölkerungspolitische Maßnahmen ergriffen, diese zeigten jedoch bei weitem nicht solche Erfolge, wie man dies etwa aus der Bevölkerungsstatistik Chinas kennt. Die Gründe für das Scheitern von familienplanerischen Vorhaben sind in Indien in der noch immer stark rückständigen Gesellschaftsstruktur zu finden. Hierbei handelt es sich sowohl um kulturelle Eigenheiten, die aus der Religion entstehen, als auch um Probleme, die daher rühren, dass das Land seit der Unabhängigkeit von Großbritannien demokratisch geführt wird und die Werte der Demokratie nur schwer mit der jahrtausende alten Tradition Indiens vereinbar sind.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Bevölkerungsentwicklung Indiens und die bevölkerungspolitischen Maßnahmen, die ergriffen wurden, darzustellen. Hierbei beschränkt sich die Arbeit auf die Zeit seit der Unabhängigkeit 1948, wobei auch Prognosen für die Zukunft mit einbezogen werden. Verstärkt soll in diesem Zusammenhang auch auf die Probleme eingegangen werden, die zu einer weiter steigenden Bevölkerungszahl führen, bzw. die durch die Überbevölkerung des Landes entstehen. Um dem Leser jedoch ein tieferes Verständnis für die Probleme des Landes zu ermöglichen, sollen zunächst die Rahmenbedingungen erläutert werden, die für Indien typisch sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Die Politische Landschaft Indiens

1.2. Religion

1.3. Kastensystem

1.4. Stadt – Land – Diskrepanzen

2. Bevölkerungsentwicklung

2.1. Statistik

2.1.1. Bevölkerungszahlen und –verteilung

2.1.2. Bevölkerungsentwicklung

2.2. Die Stellung der Frau in Indien

2.2.1. Mitgift und Bestattungsritual

2.2.2. Bildungsstand als Faktor

3. Migration

3.1. Binnenmigration

3.1.1. Land – Land – Migration

3.1.2. Land – Stadt – Migration

3.2. Internationale Migration

3.3. Die Teilung Indiens und Pakistans

4. Bevölkerungspolitik

4.1. Family Planning

4.2. Family Welfare

4.3. Der Kairoer Aktionsplan und seine Auswirkungen auf die indische Bevölkerungspolitik

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bevölkerungsentwicklung Indiens seit der Unabhängigkeit im Jahr 1948 und analysiert die dabei ergriffenen bevölkerungspolitischen Maßnahmen vor dem Hintergrund sozioökonomischer und kultureller Rahmenbedingungen.

  • Demografische Entwicklung und Prognosen für Indien
  • Einfluss von Religion, Tradition und Kastensystem auf das Bevölkerungswachstum
  • Stellung der Frau und geschlechtsspezifische Diskrepanzen
  • Binnen- und internationale Migrationsmuster
  • Bewertung historischer und aktueller bevölkerungspolitischer Strategien

Auszug aus dem Buch

1.3. Kastensystem

Das Kastensystem ist in Indien vom Hinduismus vorgegeben und wurde jahrtausendelang praktiziert. Es teilt die Gesellschaft in ein vielfältiges hierarchisches System ein, wobei den verschiedenen Kasten jeweils bestimmte Berufe zugeordnet werden, die lediglich von Mitgliedern der jeweiligen Kaste praktiziert werden dürfen. In eine Kaste wird man hineingeboren und man kann sie Zeit seines Lebens auch nicht verlassen. Ein sozialer Aufstieg ist also traditionsgemäß von vornherein unmöglich. Desweiteren ist aus Gründen der Reinerhaltung der Kaste untersagt, Mitglieder anderer Kasten zu heiraten, geschweige denn Kinder mit diesen zu zeugen. Die durch das Kastensystem am meisten betroffenen Einwohner Indiens sind die so genannten Dalits. Bei ihnen handelt es sich um Angehörige der untersten Kasten, beziehungsweise auch um Unterkastige, denen jegliches Recht auf menschenwürdige Arbeit und geregeltes Einkommen verwährt bleibt. Im Jahre 2003 lebten in Indien ca. 240 Millionen Dalits, also etwa ein Viertel der Bevölkerung. (BÖHLER, 2003, 19)

Die mit dem Kastensystem einhergehende Armut großer Teile der Bevölkerung zwingt die Betroffenen oft dazu, kinderreiche Familien zu gründen, da die Kinder für sie gleichsam Arbeitskraft und Altersversorgung bedeuten. Anhand dieser Gegebenheiten wird deutlich, wie eng die Bevölkerungsentwicklung Indiens mit Religion und tradierten gesellschaftlichen Strukturen zusammenhängt.

Offiziell wurde das Kastensystem zwar mit der Gründung der demokratischen Republik abgeschafft, die hierarchische Ordnung hat jedoch zum großen Teil weiterhin Bestand. Lediglich hat sich die Namensgebung seitens der Regierung geändert. Anstatt von Kasten spricht man hier öffentlich nur mehr von Ober- Mittel und Unterschicht, was freilich die Kastenhierarchie widerspiegelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die demografische Situation Indiens und die Zielsetzung der Untersuchung unter Berücksichtigung der politischen Rahmenbedingungen.

2. Bevölkerungsentwicklung: Analyse der statistischen demografischen Daten, der Geschlechterverteilung sowie der sozialen Stellung der Frau, inklusive Bildungsaspekten.

3. Migration: Untersuchung der verschiedenen Migrationsformen, von Binnenwanderung aus ökonomischen Gründen bis hin zur internationalen Migration und historischen Fluchtbewegungen.

4. Bevölkerungspolitik: Darstellung der Entwicklung von staatlichen Maßnahmen zur Familienplanung, von frühen Programmen bis hin zum Kairoer Aktionsplan.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der künftigen sozialen Herausforderungen und der bremsenden Wirkung von Tradition und Korruption auf die demografische Steuerung.

Schlüsselwörter

Indien, Bevölkerungsentwicklung, Bevölkerungspolitik, Kastensystem, Religion, Migration, Family Planning, demografischer Übergang, Stellung der Frau, Mitgift, Überbevölkerung, Armut, Geburtenrate, Familienplanung, demografischer Wandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der komplexen Bevölkerungsentwicklung Indiens seit 1948 und der Wirksamkeit der staatlichen Maßnahmen, um das Bevölkerungswachstum zu steuern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind der Einfluss von Religion und Kastensystem, die Rolle der Frau in der Gesellschaft, Migrationsbewegungen sowie die Evolution der indischen Bevölkerungspolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der indischen Bevölkerung und die bevölkerungspolitischen Maßnahmen darzustellen und dabei die kulturellen sowie sozioökonomischen Hindernisse zu identifizieren, die diese Politik beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Statistiken und Berichten politischer Institutionen zur Bevölkerungsdynamik Indiens.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der demografischen Daten, der sozialen Strukturen wie Kasten und Geschlechterrollen, der verschiedenen Migrationsarten sowie der historischen Entwicklung bevölkerungspolitischer Programme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Bevölkerungsentwicklung, Bevölkerungspolitik, Kastensystem, Migration, Familienplanung, Armut und die gesellschaftliche Rolle der Frau.

Wie beeinflusst das Kastensystem die Demografie?

Das Kastensystem zementiert soziale Ungleichheit und Armut, was dazu führt, dass Familien viele Kinder als Altersvorsorge und Arbeitskräfte benötigen, was wiederum das Bevölkerungswachstum fördert.

Warum sind frühere Versuche der Familienplanung oft gescheitert?

Viele Programme scheiterten an kulturellem Widerstand, Misstrauen gegenüber staatlichen Maßnahmen (insbesondere nach Zwangssterilisationen) sowie der tief verwurzelten Tradition, die männliche Nachkommen als Segen betrachtet.

Welche Rolle spielt die Bildung für das Bevölkerungswachstum?

Es besteht eine Korrelation zwischen höherem Bildungsstand und geringerer Kinderzahl, da gebildete Frauen mehr Mitspracherecht in der Familienplanung haben und nicht mehr nur als Kostenfaktor gesehen werden.

Was ist der Kern der "National Population Policy 2000"?

Sie basiert auf dem Prinzip der Reproduktiven Gesundheit und fordert einen Abkehr von reinen Zielvorgaben hin zur Berücksichtigung lokaler Bedürfnisse, insbesondere durch die Stärkung junger Mädchen.

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Details

Titel
Bevölkerungsentwicklung und –politik in Indien
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Geographie)
Veranstaltung
Weltbevölkerung – Entwicklungstrends regional und global
Note
2,0
Autor
Martin Steger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
24
Katalognummer
V201106
ISBN (eBook)
9783656272076
ISBN (Buch)
9783656272472
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bevölkerung Indien Demographie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Steger (Autor:in), 2008, Bevölkerungsentwicklung und –politik in Indien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201106
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Leseprobe aus  24  Seiten
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