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Psychologie der Finanzmärkte

Eine Einführung

Titel: Psychologie der Finanzmärkte

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 36 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Urs Kargl (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Spricht man jemanden auf die Rolle der Psychologie in Finanzmärkte an, so darf man sich über große Augen mit hochgezogenen Augenbrauen nicht wundern. Grundsätzlich ist dieses Verhalten gar nicht abwegig, denn eigentlich stellt die Börse nach Kirchler (2011) einen reinen Markt dar - das Idealbild effizienter Märkte: Es gibt viele Marktteilnehmer, die sofort und gleichzeitig alle kostenlosen Informationen über das Marktgeschehen zur Verfügung haben. Die Verarbeitung der Informationen läuft vollständig und schnell ab und
zeigt sich schlussendlich in rationalen und zielorientierten Verhaltensweisen; d. h. die Marktteilnehmer kaufen und verkaufen einzig auf Grund des jeweiligen Kurses ohne nennenswerte Transaktionskosten. Auf Grundlage dieser Tatsache lässt sich schlussfolgern, dass Börsenakteure in ihrem Verhalten stark dem Wirtschafts-Musterknaben Homo Oeconomicus1 ähneln müssen -
zumindest auf einer aggregierten Ebene. Doch warum haben dann Faktoren wie die eigene Gefühlswelt des Händlers, Berichte über Flugzeugabstürze oder Gewaltverbrechen und Entscheidungsheuristiken einen messbaren Einfluss auf die Finanzwirtschaft und somit
direkt auch auf die Kurse an den Märkten? Gibt es unter den Börsenakteuren also doch keinen Homo Oeconomicus?
Im ersten Teil der Arbeit wird der Fokus auf die Börse als Marktplatz gerichtet. Es werden grundlegende Definitionen zur einfacheren Abgrenzung aufgeführt, in verschiedene Ausprägungen der Börse eingeführt, ein Einblick in unterschiedliche Aktien- und
Anlageformen gegeben und relevante Begriffe aus dem Börsenhandel beleuchtet. Der zweite Teil der Arbeit widmet sich gezielt der Psychologie an Finanzmärkten. Genauer werden verschiedene Forschungsansätze und Erklärungsmodelle betrachtet, die als
Erklärungsgrundlage für das Verhalten an Börsen herangezogen werden. Weiter wird versucht, im Laufe der Arbeit mit praxisnahen Beispielen in typische Probleme der Händler einzuführen. Hierdurch soll ein Transfer zwischen psychologischer Theorie und verhaltensökonomischer Realität an Börsen hergestellt werden. An den verhaltensökonomischen Ansatz anknüpfend folgen ergänzend noch die Sieben Todsünden
des Fondsmanagements. Die kritische Würdigung und Reflexion bilden den Abschluss der Arbeit über die Psychologie der Finanzmärkte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

3. Der Finanzplatz – Die Börse

3.1. Die Entstehung der Börse

3.2. Börsen und handelbare Papiere

3.2.1. Beteiligungspapiere und Forderungspapiere

3.2.2. Spotmärkte und Terminmärkte

3.2.3. Derivate (Optionen und Futures)

3.2.4. Investmentfonds

3.2.5. Devisenmarkt

4. Psychologie und Finanzmärkte

4.1. Über- und Unterreaktionen

4.2. Dispositionseffekt

4.3. Rückschaufehler

4.4. Heuristiken

4.4.1. Repräsentativitätsheuristik

4.4.2. Ankerheuristik

4.4.3. Rekognitionsheuristik

4.5. Emotionen

4.6. Soziale Einflüsse

5. Fehler von Investoren – Sieben Todsünden des Fondsmanagement

6. Kritische Würdigung und Reflexion

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die psychologischen Einflussfaktoren auf das Verhalten von Akteuren an Finanzmärkten, um die Diskrepanz zwischen der Theorie des rationalen "Homo Oeconomicus" und der realen, oftmals irrationalen Börsenpraxis zu beleuchten.

  • Grundlagen des Börsenwesens und relevanter Handelsinstrumente
  • Psychologische Phänomene und Urteilsfehler (Biases) an den Finanzmärkten
  • Analyse von Heuristiken wie der Anker- und Repräsentativitätsheuristik
  • Einfluss von Emotionen und sozialen Prozessen auf Anlageentscheidungen
  • Die "Sieben Todsünden des Fondsmanagements" als systematisierte Fehlerquellen

Auszug aus dem Buch

4.4. Heuristiken

Nach Griffin & Kanemann (2003; nach Aronsons, Wilson & Akert, 2008, S. 71) sind Heuristiken (auch als mentale Abkürzungen bezeichnet) effizienter und führen i. d. R. in einem vernünftigen Zeitraum zu einer vertretbaren Entscheidung. Myers (2005, S. 917) definiert die Heuristik wie folgt: „Heurisitk (heuristic): einfache Denkstrategie für effizientere Urteile und Problemlösungen; schneller, aber auch fehleranfälliger als der Algorythmus.“

Einfach gesagt helfen uns Heuristiken, im täglichen Leben, auf sozialer wie auch auf beruflicher Ebene, Entscheidungen in einem vertretbaren Zeitrahmen zu treffen. Sie stellen damit im Rahmen von Entscheidungen eine Vereinfachung oder eine Faustregel dar, mittels welcher wir schneller und sparsamer eine Entscheidung treffen können. Diese Vereinfachung der Entscheidungsfindung geschieht z. B. anhand von Verfügbarkeit, Repräsentativität und Empfindungen (Werth, 2004). Jedoch birgt jede Abkürzung auch die Möglichkeit, etwas zu übersehen. Stellen wir uns folgende Situation vor:

Sie gehen in die Stadt, um einen Computer zu kaufen. An einer Stelle des Weges können Sie sich entscheiden eine Abkürzung durch den Park zu nehmen. Diese Abkürzung spart Ihnen 10 Minuten. Sie folgen der Abkürzung und erreichen 10 Minuten eher das von Ihnen präferierte Computergeschäft. Hätten Sie jedoch den längeren Weg an der Straße genommen, wären Sie an einem neu eröffneten Computergeschäft vorbei gekommen. Dieses Geschäft hat zum Eröffnungs-Sonderpreis den von Ihnen gewünschten Computer zu einem 25 % niedrigeren Preis im Angebot.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Psychologie an Finanzmärkten und Darstellung der Diskrepanz zwischen rationaler Theorie und realem Marktverhalten.

2. Theoretische Grundlagen: Erläuterung des Börsenbegriffs basierend auf den Definitionen von Gerd Wiendieck und Erich Kirchler.

3. Der Finanzplatz – Die Börse: Überblick über die Entstehung, Organisation und die verschiedenen Arten von handelbaren Papieren und Marktplätzen.

4. Psychologie und Finanzmärkte: Detaillierte Analyse psychologischer Phänomene, Urteilsfehler, Heuristiken, emotionaler Einflüsse und sozialer Prozesse.

5. Fehler von Investoren – Sieben Todsünden des Fondsmanagement: Systematische Aufarbeitung von typischen Entscheidungsfehlern im Management von Kapitalanlagen.

6. Kritische Würdigung und Reflexion: Kritische Auseinandersetzung mit dem Modell des rationalen Akteurs und Plädoyer für die Berücksichtigung psychologischer Erkenntnisse.

7. Zusammenfassung: Zusammenfassende Darstellung der wesentlichen Inhalte und Ergebnisse der Arbeit.

Schlüsselwörter

Finanzmärkte, Börse, Psychologie, Homo Oeconomicus, Heuristiken, Dispositionseffekt, Rückschaufehler, Investmentfonds, Anlageentscheidungen, Verhaltensökonomie, Urteilsfehler, Soziale Einflüsse, Fondsmanagement, Rationalität, Marktverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum Menschen an Finanzmärkten trotz meist ökonomischer Ausbildung oft irrational handeln und welche psychologischen Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen des Börsenhandels, kognitive Fehlleistungen wie Heuristiken, emotionale Prozesse sowie soziale Dynamiken in der Finanzwelt.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, den Transfer zwischen psychologischer Theorie und verhaltensökonomischer Praxis an der Börse herzustellen und aufzuzeigen, wie psychologische Modelle Entscheidungen beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung bestehender verhaltenswissenschaftlicher Studien und Modelle, um das Handeln an Finanzmärkten zu erklären.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Einführung in den Finanzplatz Börse und einen umfangreichen psychologischen Teil, der Biases, Heuristiken und Fehlentscheidungen analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Finanzmarktpsychologie, Heuristiken, Dispositionseffekt, Rückschaufehler sowie das Konzept der irrationalen Akteure im Gegensatz zum Homo Oeconomicus.

Was besagt der Dispositionseffekt konkret?

Der Dispositionseffekt beschreibt die Tendenz von Anlegern, verlustbringende Aktien zu lange zu halten, während gewinnbringende Aktien zu früh verkauft werden.

Welchen Einfluss haben soziale Faktoren auf die Börse?

Soziale Einflüsse, etwa durch Herdenverhalten oder den Einfluss von Opinion Leadern, können zu Marktüberreaktionen und zur Entstehung von spekulativen Blasen führen.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Psychologie der Finanzmärkte
Untertitel
Eine Einführung
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften im Harz; Halberstadt  (Institut für Wirtschaftspsychologie)
Note
1,3
Autor
Urs Kargl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
36
Katalognummer
V201111
ISBN (eBook)
9783656272069
ISBN (Buch)
9783656272632
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finazmarkt Finanzmärkte Börse Verhaltenspsychologie handelbare Papiere Devisenmarkt Investmentfonds Derivate Spotmärkte Terminmärkte Spotmarkt Terminmarkt Überreaktion Überreaktionen Unterreaktion Unterreaktionen Dispositionseffekt Rückschaufehler Heuristiken Repräsentativitätsheuristik Ankerheuristik Rekognitionsheuristik Emotionen Soziale Einflüsse Fehler von Investoren Sieben Todsünden des fondsmanagement Behavioral Finance Verhaltensökonomie Verhaltenstheorie Finanzpsychologie Börsenpsychologie Wirtschaftspsychologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Urs Kargl (Autor:in), 2012, Psychologie der Finanzmärkte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201111
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  36  Seiten
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