„Duisburg, die Love Parade, um 15.45 Uhr. Schnell, schnell, der Mann braucht jetzt eigentlich zwei Hundertschaften, besser drei, besser vier, er braucht sie für den Osttunnel, für den Westtunnel, für die Rampe. Aber alles, was er im Moment bekommen kann, ist diese eine …. Eine Hundertschaft, um die Katastrophe zu verhindern. Eine Hundertschaft gegen einhunderttausend …. Als später die Menschen übereinanderkippen, als sie nach Luft schnappen, keuchen, um ihr Leben kämpfen, als auch die Polizei nicht mehr weiß, was gerade wo passiert, bitten Beamte sogar einen Hubschrauberpiloten, der über dem
Gelände kreist, Durchsagen zu machen. Ein verzweifelter Versuch, der scheitern muss. Am Ende werden 21 Menschen tot sein, untergegangen im Gedränge auf der Rampe, dem Flaschenhals für Hunderttausende, die auf
dem Gelände des alten Duisburger Güterbahnhofs feiern
wollten.“
Jeder erinnert sich wohl an die hier gezeigten und beschriebenen Eindrücke, die sich während der Loveparade 2010 in Duisburg abspielten und tagelang in allen Medien das prägende Thema waren. Die Loveparade, die größte Techno-Party der Welt mit bis zu einer Million Besuchern und eigentlich bekannt für gut gelaunte Gäste, welche friedlich miteinander feiern, wurde am 24. Juli 2010 in Duisburg für 21 Menschen zur Todesfalle. Auch knapp zwei Jahre später stellt sich immer noch die Frage, wie es überhaupt zu dieser schrecklichen Katastrophe kommen konnte und warum 21 Menschen ihr Leben lassen
mussten. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft haben ergeben, dass von mehreren Beteiligten schwerwiegende Organisationsfehler – bewusst und auch unbewusst – gemacht wurden. Die Vorfälle sind nicht nur an und für sich traurig und außerordentlich bedauerlich,
sie haben auch deutschlandweit einschneidende Veränderungen in der Organisation von Großveranstaltungen nach sich gezogen.
Ein großer Aufschrei ging so beispielsweise durch die Region Augsburg, als die City Initiative Augsburg (CIA) als Veranstalter von Schwabens größtem Stadtfest, dem beliebten Maxstraßenfest, Ende Mai 2011 verkündete, dass der Event im Jahr 2011 aufgrund verstärkter Sicherheitsauflagen nicht stattfinden kann.
Diese Arbeit soll ausgehend von der neuen Problematik "Eventorganisation von Großveranstaltungen" zeigen, wie die aktuelle Situation gehandelt und wie ein neues Maxfest in Augsburg auf die Beine gestellt werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Methodik der Arbeit
2 Theoretische Einführung in das Thema Eventorganisation
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Merkmale von Events
2.3 Veranstaltungsarten und –formen
2.4 Projektphasen und Ressourcen der Eventplanung
2.5 Eventmodule und Tools der Eventorganisation
2.6 Wichtige Rahmenbedingungen
2.6.1 Rechtsbeziehungen, Haftung und Absicherung
2.6.2 Rechtliche Vorgaben und notwendige Genehmigungen in der Eventorganisation
3 Ablauf, Planungsfehler und Auswirkungen der Loveparade 2010 in Duisburg
3.1 Ablaufbeschreibung der Tragödie
3.2 Analyse der Vorbereitung und Organisation hinsichtlich Planungsfehlern
3.3 Darstellung der aktuellen Haftungssituation
3.4 Auswirkungen
4 Praktische Eventorganisation am Beispiel der Neukonzipierung zukünftiger Maxstraßenfeste in Augsburg
4.1 Geschichte, Bedeutung und Planung bisheriger Maxstraßenfeste
4.2 Gründe für die Absage im Jahr 2011
4.3 Entwicklung und Verlauf der Sicherheitsauflagen vor und nach der Loveparade
4.4 Bedingungen für eine Neuauflage der Veranstaltung
4.5 Vorschlag zur praktischen Neukonzeption zukünftiger Maxstraßenfeste
4.5.1 Ausgangssituation und Vorüberlegungen
4.5.2 Idee, Motto und Logo
4.5.3 Veranstalter und Projektbeteiligte
4.5.4 Zielgruppe und Zielsetzung
4.5.5 Location
4.5.6 Ressourcenmanagement
4.5.6.1 Zeitmanagement
4.5.6.2 Personalplanung
4.5.6.3 Finanzierung
4.5.7 Sicherheitskonzept
4.5.8 Programm
4.5.9 Technik und sonstige Infrastruktur
4.5.10 Gastronomie
4.5.11 Genehmigungen und Versicherungen
4.5.12 Sponsoren und sonstige Partner
4.5.13 Begleitende Kommunikation
5 Resümee mit Darstellung von Vorteilen und Begründung der Neukonzeption des Augsburger Maxfests
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Auswirkungen der Loveparade-Tragödie 2010 auf die Organisation von Großveranstaltungen und entwickelt daraus ein zukunftsorientiertes Neukonzept für das Augsburger Maxstraßenfest. Ziel ist es, die verstärkten Sicherheitsanforderungen in eine praktikable Planung zu integrieren, die sowohl behördliche Vorgaben erfüllt als auch die Wirtschaftlichkeit und Attraktivität des Stadtfests für die Zukunft sichert.
- Analyse von Organisationsfehlern bei der Loveparade 2010
- Rechtliche Grundlagen und Haftungsfragen in der Eventorganisation
- Evaluierung gestiegener Sicherheitsauflagen am Beispiel Augsburg
- Entwicklung eines praxisnahen Konzepts für zukünftige Stadtfeste
Auszug aus dem Buch
3.1 Ablaufbeschreibung der Tragödie
Obwohl sich jeder wahrscheinlich die Bilder der Loveparade 2010 in Duisburg vor Augen führen kann, wissen nur wenige, wie die Tragödie tatsächlich abgelaufen ist und wie es dazu kam. Aufgrund dessen soll zuerst der genaue Ablauf der Geschehnisse geklärt werden. Hierfür ist es notwendig, sich mit den örtlichen Gegebenheiten und den Besonderheiten der Location vertraut zu machen. Abbildung 11 zeigt das Venue sowie die nähere Umgebung.
Die Abbildung zeigt das Gelände des Alten Güterbahnhofs in Duisburg, auf dem die Loveparade stattgefunden hat. Im Zentrum des Bahnhofgeländes befinden sich mehrere Lagerhallen, um welche die sog. Floats, die großen Musik-LKW mit DJ, in einer Kreisbahn fuhren. Eingang und Ausgang der Besucher war eine große Hauptrampe, die über einen Tunnel nach außen führt. Genau auf dieser Hauptrampe bildete sich aufgrund mehrerer Umstände während der Stoßzeit nachmittags eine nicht mehr zu kontrollierende Menschenmenge, was schließlich in einer Massenpanik endete, bei der 21 Menschen zu Tode gedrückt oder getrampelt wurden. Die Bildung der Menschenmenge auf der Zugangsrampe lässt sich in vier Phasen einteilen (vgl. Abb. 12).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beleuchtet die Loveparade-Tragödie 2010 als Ausgangspunkt für veränderte Rahmenbedingungen und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie deren methodisches Vorgehen vor.
2 Theoretische Einführung in das Thema Eventorganisation: Erläutert zentrale Begriffe, Merkmale und Projektphasen des Eventmanagements, ergänzt durch wesentliche rechtliche und haftungsrelevante Rahmenbedingungen.
3 Ablauf, Planungsfehler und Auswirkungen der Loveparade 2010 in Duisburg: Analysiert kritisch die Ursachen der Katastrophe in Duisburg, untersucht die Haftungssituation der Beteiligten und beschreibt die negativen Auswirkungen auf die deutsche Veranstaltungsbranche.
4 Praktische Eventorganisation am Beispiel der Neukonzipierung zukünftiger Maxstraßenfeste in Augsburg: Entwickelt ein detailliertes Neukonzept für das Augsburger Stadtfest, das auf geänderte Sicherheitsauflagen und eine räumliche Neuausrichtung setzt, um das Event zukunftssicher zu machen.
5 Resümee mit Darstellung von Vorteilen und Begründung der Neukonzeption des Augsburger Maxfests: Fasst die Vorteile des erarbeiteten Konzepts zusammen und begründet, warum diese Neuausrichtung eine tragfähige Lösung für die Fortführung der Traditionsveranstaltung bietet.
Schlüsselwörter
Eventorganisation, Loveparade 2010, Maxstraßenfest, Veranstaltungssicherheit, Haftung, Sicherheitsauflagen, Projektmanagement, Stadtmarketing, Risikoanalyse, Veranstaltungsrecht, Crowd-Management, Augsburg, Neukonzeption, Besuchersicherheit, Stadtfest.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Katastrophe der Loveparade 2010 auf die Organisation von Großveranstaltungen ausgewirkt hat und wie ein bestehendes Stadtfest (das Maxstraßenfest in Augsburg) unter veränderten Sicherheitsvorgaben erfolgreich weiterentwickelt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf Eventmanagement-Theorie, Analyse von Planungsfehlern, rechtlichen Rahmenbedingungen für Veranstaltungen sowie der praktischen Konzeption von Sicherheits- und Finanzierungslösungen für Stadtfeste.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, basierend auf einer Analyse der Loveparade-Tragödie ein praxisorientiertes Sicherheits- und Veranstaltungskonzept für das Augsburger Maxstraßenfest zu erstellen, das rechtlich vertretbar und organisatorisch sowie finanziell realisierbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse, der Untersuchung von Fallbeispielen (Loveparade 2010) sowie der praxisnahen Konzeption eines spezifischen Event-Projekts unter Berücksichtigung empirischer Daten (Auflagenbescheide).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Neben einer theoretischen Einführung in die Eventorganisation werden die Fehler bei der Loveparade detailliert analysiert und anschließend ein konkreter Vorschlag für die Neugestaltung des Augsburger Maxstraßenfestes, inklusive Personal-, Finanz- und Sicherheitsplanung, erarbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Eventorganisation, Maxstraßenfest, Veranstaltungssicherheit, Haftungsrisiken, Sicherheitsauflagen und strategische Projektplanung.
Wie unterscheidet sich die Situation des Maxstraßenfests von der Loveparade?
Der Autor hebt hervor, dass das Augsburger Maxstraßenfest durch weitläufigere räumliche Gegebenheiten und einen Verzicht auf Absperrgitter ein deutlich geringeres Stau- und Gefahrenpotential bietet als die Loveparade-Location in Duisburg.
Warum ist eine Neukonzeption des Maxstraßenfests überhaupt notwendig?
Aufgrund der verschärften Sicherheitsauflagen der lokalen Behörden nach 2010 war das bisherige Konzept des Maxstraßenfests organisatorisch und finanziell nicht mehr umsetzbar, was 2011 zur Absage führte.
- Citar trabajo
- Bachelor of Arts Patrick Schorer (Autor), 2012, Eventorganisation unter Berücksichtigung der veränderten Rahmenbedingungen nach der Loveparade-Tragödie 2010, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201119