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Wie erzeugt E.T.A. Hoffmann in seinem Nachtstück "Der Sandmann" Spannung?

Title: Wie erzeugt E.T.A. Hoffmann in seinem Nachtstück "Der Sandmann" Spannung?

Essay , 2010 , 4 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: B.A. Alexandra Krüger (Author)

German Studies - Genres
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Wie erzeugt E.T.A. Hoffmann in seinem Nachtstück Der Sandmann Spannung?
E.T.A. Hoffmann veröffentlichte seine Erzählung Der Sandmann erstmals 1817 im Zyklus mit sieben weiteren Erzählungen unter dem Titel Nachtstücke. Schon dieser – aus der Malerei entlehnte – Titel verrät, dass sich die Handlung des Sandmanns um dunkle Szenen und schauerliche Ereignisse positioniert. Somit liegt es nahe, genauer zu erörtern wie E.T.A. Hoffmann in seiner Erzählung mit dem Unheimlichen umgeht und konkret Spannung erzeugt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

2. Die Funktion der Briefe zur Spannungserzeugung

3. Die Rolle des auktorialen Erzählers bei der Spannungsrelativierung

4. Die Bedeutung von Olimpia für Nathanaels psychische Entwicklung

5. Das Ende der Erzählung und die Wirkung auf den Leser

6. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die erzähltechnischen Methoden, mit denen E.T.A. Hoffmann in seinem Werk „Der Sandmann“ Spannung erzeugt und das Gefühl des Unheimlichen beim Leser induziert. Dabei wird insbesondere analysiert, wie das Wechselspiel zwischen der gezielten Erzeugung von Spannungsbögen und deren anschließender Relativierung durch den Erzähler die psychologische Wirkung der Geschichte verstärkt.

  • Die Funktion der einleitenden Briefe als Kontextualisierung der Handlung.
  • Die psychologische Prägung Nathanaels durch traumatische Kindheitserlebnisse.
  • Die ambivalente Rolle des auktorialen Erzählers als „Spielleiter“ und ironischer Kommentator.
  • Die dialektische Spannung zwischen der realen Alltags- und der irrealen Traumwelt.
  • Die Wirkung des offenen und unerwarteten Endes auf die langfristige Leserrezeption.

Auszug aus dem Buch

Die Rolle des auktorialen Erzählers bei der Spannungsrelativierung

Im Anschluss an die Briefe erfolgt ein erzähltechnischer Einschnitt. Nachdem sich der Leser bisher mit den Figuren auseinandersetzen musste, wird er jetzt direkt vom Erzähler angesprochen (vgl. SM, 18). Dieser auktoriale Erzähler nimmt von nun an eine doppelte Rolle in der Erzählung ein. Zum einem informiert er den Leser über die Figuren und zieht ihn in den „Erzählsog“ ein. Zum anderen fungiert er als „Spielleiter“, der die Lesart lenkt und die aufgebaute Spannung immer wieder relativiert. Er verzögert den Fortlauf der Handlung durch Einschübe und ironische Bemerkungen. Trotzdem behält er viele Informationen, die er als auktorialer Erzähler hätte für sich, sodass der Leser auf den Wissenshorizont Nathanaels beschränkt bleibt, wodurch sich Nathanaels Angst auch weiterhin auf den Leser überträgt.

Der Erzähler bagatellisiert die durch die Briefe aufgebaute Spannung dadurch, dass er nach der Leseransprache zunächst über eine geeignete Erzähltechnik nachdenkt (SM, 17ff.). Darüber hinaus geht er noch einmal auf die Person Claras ein, bevor er mit der Erzählung fortfährt (SM, 20ff.). Nach dieser „ironischen Distanzierung“ setzt die Handlung fort und baut von neuem Spannung auf. Nathanael entfremdet sich von Clara und verliebt sich in Olimpia, die künstlich erschaffene Tochter von Professor Spalanzani. Nathanaels Liebe zu Olimpia spiegelt bereits seine Entfremdung von der Realität wider. Obwohl ihr einziges Wort ‚Ach’ ist, erkennt er darin „echte Hieroglyphe der innern Welt voll Liebe und hoher Erkenntnis des geistigen Lebens in der Anschauung des ewigen Jenseits“ (SM, 35). Olimpias Liebe und geistige Vollkommenheit spielt sich also nur in Nathanaels Innerem ab. Als Nathanael jedoch entdeckt, dass Olimpia nur ein Automat ist steigert sich seine psychische Abhängigkeit von ihr in Wahnsinn (SM, 38).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Fragestellung ein, wie E.T.A. Hoffmann durch literarische Techniken das Unheimliche und Spannung in „Der Sandmann“ konstruiert.

2. Die Funktion der Briefe zur Spannungserzeugung: Hier wird erläutert, wie der einleitende Briefwechsel zwischen Nathanael und Lothar den Leser in die Handlung einführt und gleichzeitig durch Nathanaels subjektive Ängste Spannung aufbaut.

3. Die Rolle des auktorialen Erzählers bei der Spannungsrelativierung: Das Kapitel analysiert, wie der Erzähler durch ironische Distanzierung und Einschübe die aufgebaute Spannung bewusst wieder mindert, um sie später effektiver steigern zu können.

4. Die Bedeutung von Olimpia für Nathanaels psychische Entwicklung: Diese Sektion untersucht Nathanaels Projektionen auf den Automaten Olimpia und wie diese Entfremdung von der Realität seine psychische Destabilisierung vorantreibt.

5. Das Ende der Erzählung und die Wirkung auf den Leser: Es wird diskutiert, wie das plötzliche, tragische Ende und die bestehen bleibenden Unklarheiten den Leser nachhaltig in einen Bann ziehen.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Hoffmann durch das rhythmische Auf und Ab der Spannung und das Spiel mit der Wahrnehmung das Unheimliche als zentrales Element der Novelle etabliert.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, Spannung, Unheimliches, Nathanael, Erzähltechnik, Auktorialer Erzähler, Olimpia, Wahnsinn, Literaturanalyse, Schauerliteratur, Psychologische Analyse, Rezeptionsästhetik, Romantik, Automatenmotiv

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, mit welchen erzählerischen Mitteln E.T.A. Hoffmann in seinem Werk „Der Sandmann“ Spannung erzeugt und das Unheimliche inszeniert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Erzählstruktur, der psychologischen Entwicklung des Protagonisten Nathanael und der Funktion des Unheimlichen innerhalb der Romantik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Mechanik des Spannungsbogens zu entschlüsseln, insbesondere das Wechselspiel zwischen Spannungsaufbau und ironischer Relativierung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text auf erzähltechnische und psychologische Motive hin untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Briefeingänge, die Rolle des auktorialen Erzählers, Nathanaels Beziehung zu Olimpia und die Interpretation des Finales.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Spannung, Unheimliches, Auktorialer Erzähler, Psychologie, Wahnsinn und die Dialektik von Realität und Traum.

Wie beeinflusst der Erzähler die Wahrnehmung des Lesers?

Der Erzähler fungiert als „Spielleiter“, der den Leser durch ironische Kommentare und Distanzierung dazu zwingt, seine Erwartungshaltung ständig zu korrigieren.

Warum spielt die Figur der Olimpia eine so entscheidende Rolle für die Spannung?

Olimpia symbolisiert Nathanaels Realitätsverlust; die Entdeckung ihrer künstlichen Natur fungiert als entscheidender Wendepunkt, der Nathanaels psychischen Zusammenbruch auslöst.

Bleiben am Ende der Untersuchung Fragen offen?

Ja, die Arbeit betont, dass Hoffmann bewusst Unklarheiten beibehält – etwa bezüglich der Natur von Coppelius –, was die unheimliche Wirkung über den Text hinaus verlängert.

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Details

Title
Wie erzeugt E.T.A. Hoffmann in seinem Nachtstück "Der Sandmann" Spannung?
College
University of Hannover  (Deutsches Seminar)
Course
Geschichte der Abenteuer- und Spannungsliteratur: Spuk, Verbrechen, Horror
Grade
1,7
Author
B.A. Alexandra Krüger (Author)
Publication Year
2010
Pages
4
Catalog Number
V201139
ISBN (eBook)
9783656271567
Language
German
Tags
hoffmann nachtstück sandmann spannung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Alexandra Krüger (Author), 2010, Wie erzeugt E.T.A. Hoffmann in seinem Nachtstück "Der Sandmann" Spannung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201139
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