Früher hieß es: Wer fleißig ist, kann es ganz nach oben schaffen. Doch kann man diesem Gedanken noch Glauben schenken? Zahlreiche neue Studien weisen heute auf die soziale Ungleichheit in Deutschland, vor allem im Bildungssystem, hin. Somit hätte eines der wichtigsten politischen Ziele der Nachkriegszeit ihre Wirkung verfehlt. Die Bildungsexpansion sollte helfen, die Chancengleichheit im Bildungssystem herzustellen, um so die soziale Ungleichheit in Deutschland zu verringern.
„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Di Fabio 2007, 15). So steht es im Grundgesetz. Doch trifft diese Aussage in der heutigen Zeit auf auf das Bildungssystem und die Arbeitsmarktsituation zu?
In dieser Arbeit werde ich die Forschungsfrage behandeln, ob und inwieweit die Bildungsexpansion der 60er und 70er Jahre dazu beigetragen hat, die soziale Ungleichheit in Deutschland zu verringern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition soziale Ungleichheit
3. Die Bildungsexpansion
3.1 Begriff der Bildungsexpansion
3.2 Ursachen und Motive der Bildungsexpansion
3.3 Die Expansion im Bildungswesen
4. Folgen der Bildungsexpansion
4.1 Bildung und Geschlechter
4.2 Bildung und Migrationshintergrund
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, inwieweit die Bildungsexpansion der 1960er und 1970er Jahre tatsächlich dazu beigetragen hat, die soziale Ungleichheit in Deutschland zu verringern und die Chancengleichheit innerhalb des Bildungssystems sowie auf dem Arbeitsmarkt zu fördern.
- Definition und theoretische Grundlagen sozialer Ungleichheit
- Ursachen, Motive und Verlauf der Bildungsexpansion in Deutschland
- Analyse der geschlechtsspezifischen Bildungs- und Arbeitsmarktchancen
- Untersuchung der Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund
- Bewertung der erzielten Fortschritte hinsichtlich der Chancengleichheit
Auszug aus dem Buch
3.2 Ursachen und Motive der Bildungsexpansion
Ausgangspunkt der Bildungsexpansion war der wissenschaftliche und technische Fortschritt in der Gesellschaft seit den 1960er Jahren. Neue technische Möglichkeiten und internationale Verflechtungen führten zu einer kontinuierlich steigenden Nachfrage an besser qualifizierten Arbeitskräften. Hinzu kam eine Spezialisierung und Differenzierung der Bereiche Wirtschaft, Politik und Sozialstruktur. Es wurden neue Erwartungen an die Arbeitskräfte gestellt. Vor allem im Bereich des theoretischen Wissens wuchs die Nachfrage nach besser qualifizierten Arbeitskräften (Vgl. Floren 2007: 34).
Der Bildungsnotstand der 50er Jahre musste bekämpft werden, um den steigenden Fachkräftebedarf decken zu können. Nur so könne das Wirtschaftswachstum langfristig gefördert werden. Außerdem sollte die Chancenungleichheit zwischen den Geschlechtern, der sozialen Herkunft und des sozialen Status´ nivelliert werden (Vgl. Tippelt/ Van Cleve 1995: 13).
Die Einführung der Schulpflicht und die Etablierung der Bildungssysteme zwischen 1870 und dem 1. Weltkrieg wiesen jedoch schon einige Zeit früher auf eine Expansion des Bildungssystems hin.
Als Ursachen der Bildungsexpansion seit den 1960er Jahren lassen sich zwei Hauptfaktoren unterscheiden, auf die ich im Folgenden näher eingehen werde: Endogene Faktoren und exogene Faktoren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird das Problem der sozialen Ungleichheit in Deutschland eingeführt und die Forschungsfrage definiert, ob die Bildungsexpansion der 60er und 70er Jahre zur Verringerung dieser Ungleichheit beigetragen hat.
2. Definition soziale Ungleichheit: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der sozialen Ungleichheit als eine ungleiche Verteilung von Ressourcen wie Eigentum, Macht und Prestige in der Gesellschaft.
3. Die Bildungsexpansion: Es werden der Begriff, die Ursachen und Motive sowie die historische Entwicklung der Bildungsexpansion in der Bundesrepublik Deutschland detailliert dargestellt.
4. Folgen der Bildungsexpansion: Der Fokus liegt hier auf der Analyse der Auswirkungen der Bildungsexpansion auf die Geschlechtergerechtigkeit sowie die Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, in der die Bildungsexpansion kritisch im Hinblick auf ihre Erfolge und verbleibenden Herausforderungen bei der Chancengleichheit reflektiert wird.
Schlüsselwörter
Bildungsexpansion, soziale Ungleichheit, Bildungssystem, Chancengleichheit, Migrationshintergrund, Geschlechtergerechtigkeit, Arbeitsmarkt, Humankapitaltheorie, Bildungsabschluss, Bildungsbeteiligung, Sekundarstufe, Tertiärbereich, Schullaufbahn, Deutschland, Strukturwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit der Bildungsexpansion in den 1960er und 1970er Jahren in Deutschland hinsichtlich der Reduzierung sozialer Ungleichheit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Bildungswesens, der Definition sozialer Ungleichheit sowie den Auswirkungen auf die Chancen von Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit die Bildungsexpansion der 60er und 70er Jahre dazu beigetragen hat, die soziale Ungleichheit in Deutschland tatsächlich zu verringern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse sowie die Auswertung von Statistiken und Studien zur Bildungsbeteiligung und Arbeitsmarktsituation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Begriffe und Ursachen der Bildungsexpansion geklärt, bevor detailliert auf die Folgen für verschiedene Bevölkerungsgruppen eingegangen wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Bildungsexpansion, Chancengleichheit, soziale Ungleichheit, Migrationshintergrund und Bildungsbeteiligung.
Wie werden die Auswirkungen auf die Geschlechtergerechtigkeit bewertet?
Die Autorin stellt fest, dass Mädchen zwar innerhalb des Bildungssystems erfolgreicher geworden sind, jedoch auf dem Arbeitsmarkt und in Führungspositionen weiterhin benachteiligt bleiben.
Welche Rolle spielt die Herkunft für den Bildungserfolg laut der Arbeit?
Es wird aufgezeigt, dass Kinder mit Migrationshintergrund weiterhin signifikant seltener hohe Bildungsabschlüsse erreichen, was durch sprachliche Barrieren und das soziale Umfeld verstärkt wird.
Welches Fazit zieht die Autorin zur Bildungsexpansion?
Das Fazit lautet, dass die Bildungsexpansion nur bedingt erfolgreich war, da sie zwar Bildungswege öffnete, aber strukturelle soziale Ungleichheiten in wesentlichen Teilen bestehen blieben.
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- Leonie Hillebrand (Author), 2012, Die Bildungsexpansion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201188