Humankapitaltheorie. Ein Überblick


Seminararbeit, 2012

16 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Theoretische Grundlagen der Humankapitaltheorie
1. Das Neoklassische Wachstumsmodell (Solow-Modell)
2. Die Erweiterung des Solow-Modells um den Faktor Bildung
3. Der Zusammenhang von individueller Verzinsung und volkswirtschaftlichem Wachstum

III. Die Humankapitalbildung am Beispiel Deutschlands
1. Bildung in Deutschland
2. Zusammenhang von Bildung und Einkommen

IV. Fazit

V. Literaturverzeichnis

VI. Graphik- und Tabellenverzeichnis

VII. Sonstige Anmerkungen

I. Einleitung

Die vorliegende Seminararbeit ist eine Gemeinschaftsarbeit von Maxi Belitz und Stephan Ackerschott und befasst sich mit dem Thema „Die Humankapitaltheorie“.

Diese Arbeit ist in ihrem Kern (Hauptteil) in zwei, sich ergänzende Kapitel unterteilt.

In Kapitel II. erfolgt eine Betrachtung und Erklärung der gängigsten Ansätze der Humankapitaltheorie, während Kapitel III. den empirischen Teil anhand von Praxisbeispielen dieser Arbeit beinhaltet. Den Schluss bildet das Kapitel IV., mit einem persönlichen Fazit der Autoren. Ziel dieser Seminararbeit ist es, dem interessierten Leser in kurzer und bündiger Form eine Einführung in die Humankapitaltheorie (HKT) zu ermöglichen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wird der doch recht umfassende Begriff der „Kapitaltheorie“ auf einige ausgewählte Ansätze beschränkt und später anhand einer empirischen Betrachtung über die Zusammenhänge von Bildungstand und Einkommen verdeutlicht. Dieser Arbeit liegt folgende These zu Grunde: Investitionen in Bildung oder Ausbildung führen zu einem höheren individuellen Einkommen und somit auch zu einem erhöhten Gesamtwirtschaftlichen Wachstum!

Bereits Anfang des 18. Jahrhunderts beschrieb erstmals in Großbritannien der schottische Philosoph und Ökonom Adam Smith in seinem Werk Wohlstand der Nationen (1776), den Zusammenhang von Produktivität und Bildung. In der modernen Zeit wurde diese Theorie wieder bedeutsam als, ausgelöst durch den Vorsprung der UDSSR in der Weltraumforschung der fünfziger sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts, Wissenschaftler in den westlichen Staaten nach Erklärungsmöglichkeiten suchten, diesen Schock zu erklären. Einer dieser Erklärungsansätze bestand darin, dass die UDSSR enorm in Bildung und Ausbildung ihrer Bevölkerung investiert hatte und so ihre Produktivität enorm steigern konnte. Führende Ökonomen und Wissenschaftler verwiesen spätestens seit diesem Zeitpunkt zunehmend auf die Zusammenhänge von Bildung und Produktivität/Wohlstand einer Nation. Abgeleitet von dem Begriff des Kapitals entstand der Begriff „Humankapital“, als Faktor der volkswirtschaftlichen und später auch betriebswirtschaftlichen Wachstumstheorie.

II. Theoretische Grundlagen der Humankapitaltheorie

Die Darstellung des theoretischen Ansatzes der Humankapitaltheorie, wird in dieser Arbeit durch eine Betrachtung von der Makro-Ebene des Solow-Modells, hin zur Mikro-Ebene des Einkommens eines Individuums, mit differenzierter Bildung vorgenommen. Diese Vorgehensweise soll es dem Leser ermöglichen, sich Schritt für Schritt tiefer in die HKT einzuarbeiten, um so die immer komplexer werdenden Schritte besser nachvollziehen zu können.

1. Das Neoklassische Wachstumsmodell (Solow-Modell)

Das neoklassische Wachstumsmodell wurde in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts durch Robert Merton Solow und Trevor Swan entwickelt und basiert auf der linear-homogenen Produktionsfunktion Y = F (K, AL) mit den Input´s Kapital (K) , Arbeit (L) und technischem Wissen/Fortschritt (A) . Im Folgenden soll vor allem auf den dritten Aspekt des Solow-Modells, dem Faktor „Technischer Fortschritt“, eingegangen werden. Es gelten hierzu folgende Grundsatzannahmen (Mankiw 2000, S. 110 – 140):

- Konstanter Wachstum von technischem Fortschritt mit der Rate (g) ;
- mit der Zeit zunehmende Wachstumsrate der Arbeit (n) ;
- Abhängigkeit des Kapitalstocks von Sparquote (s) und Abschreibungen (a) :
- konstante Skalenerträgen und abnehmende Grenzerträge

Formal ausgedrückt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Funktion y = f(k) zeigt, dass der Output vom effizient eingesetzten Kapital abhängt. Abgeleitet nach Kapital in Effizienzeinheiten erhalten wir die Gleichung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

dk/dt = Änderung des Kapitalstocks, sf(k) = Investitionen, (n + g + a)k = B-E-Invest.

Graphik Nr.1 zeigt die Auswirkungen von technischem Fortschritt im Neoklassischen Wachstumsmodell. Das Produkt L x A (LA) zeigt den Arbeitseinsatz in sogenannten Effizienzeinheiten. Durch die Erhöhung des Faktors „technischer Fortschrittes“ (A), bei gleicher Menge an Arbeit, ist eine größere Menge an Output produzierbar, die Produktivität steigt. Das Produktionsniveau steigt bei gegebener Inputmenge und verschiebt die sf (k, A0)-Kurve auf sf (k, A1) nach oben, welches zu einer Erhöhung des Kapitalstocks von k*0 auf k*1 führt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Graphik Nr. 1: Wirkungsweise von technischem Fortschritt, eigene Darstellung nach Mankiw, 2000, S. 122 – 124

2. Die Erweiterung des Solow-Modells um den Faktor Bildung

In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde, unter anderem durch empirische Untersuchungen, festgestellt, dass sowohl die Qualität der Arbeit, wie auch die Menge an Sachkapital, innerhalb einer Volkswirtschaft stiegen. Man kam letztlich zu dem Schluss, dass die Produktivität der Arbeit und der wachsende Wohlstand innerhalb einer Gesellschaft, entscheidend von dem Bildungs-/Ausbildungsstand der Arbeitnehmer abhängig waren. Mit dieser Erkenntnis und dem bereits von Solow/Swan entworfenen Neoklassischen-Wachstumsmodell, war der Grundstein für die Entwicklung der Humankapitaltheorie gelegt. Die HKT zeichnet sich durch die folgenden grundlegenden Annahmen aus:

- Vollkommender Markt (keine Informations-Asymmetrien, Markttransparenz, homogene Güter, keine Zeitverzögerung. bei Anpassung an neue Verhältnisse);
- Homo Ökonomikus (streben aller Individuen nach Max. ihres Nutzens, H.Ö.);
- Arbeitskraft wird als Kapital verstanden, sogenanntes „Humankapital“;
- Basiert auf dem Neoklassischen Wachstumsmodell (s.o.)

Becker betrachtet die Investitionen in Bildung und Ausbildung als einen Teil der möglichen Zeitverwendung von Individuen, neben Erwerbs- und Konsumtätigkeit. Investitionen in Wissen erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer höheren Produktivität eines Individuums, womit Becker die Aussagen von Adams nicht nur aufnimmt, sondern auch folgendermaßen begründet ((Becker 1982, 136 ff.)):

Investitionen in Bildung führen zu einer gesteigerten Produktivität, welche sich in einem höheren Lohn/Gehalt spiegelt. Ein höherer Lohn wiederum ist nichts anderes, als eine Verzinsung des bereits investierten Kapitals in Bildung. Neben dem Grad der Ausbildung, (Qualität, Art des Bildungsabschlusses) wird weiterhin unterschieden, ob die Investitionen in Humankapital vor oder während der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit, etwa durch Ausbildung oder Weiterbildung, getätigt wurden und ob der erwartete Nutzen, größer ist als die tatsächlichen Kosten der Humankapitalbildung. Bildungsinvestitionen vor dem Erwerbseintritt bezeichnet Becker als „allgemein und für alle mehr oder weniger gleich“ und Investitionen während der Erwerbstätigkeit als „spezifisch“, da diese speziell auf ein Tätigkeitsfeld zugeschnitten sind. Somit sind die spezifischen Investitionen an Unternehmen gebunden, welche auch für die Übernahme der Kosten aufkommen sollen, da eine höhere Produktivität ihrer Angestellten in ihrem ureigenen Interesse liegt. Für die „Allgemeinbildung“ fordert Becker eine private Kostenübernahme mit der Begründung, dass eine gute Allgemeinbildung in dem Interesse eines jeden selbst liegt und die zu erwartenden höheren (Einstiegs-) Löhne, nicht von einem spezifischen Unternehmen abhängig sind. Argumente wie staatliches Interesse an einer möglichst flächendeckenden Bildung auf einem bestimmten Niveau oder die Tatsache, dass es in der Allgemeinbildung unterschiedliche Abschlüsse (z. B. Hauptschulabschluss, Abitur, etc.) mit sehr unterschiedlichen Perspektiven gibt, bzw. das nach dem Papier gleichwertige Abschlüsse noch lange nicht gleichwertig bewertet, geschweige entlohnt werden, werden kategorisch ausgeblendet. Um zu einer Entscheidung zu kommen, ob und wie weit Investitionen in Humankapital gebildet werden, gelten folgende drei Kriterien:

- Kosten der Investitionen (Bücher, Schulgeld, etc.)
- Finanzierungsfrage (Kann ich mir Bildung überhaupt leisten?)
- Lage und Entwicklung des Arbeitsmarktes

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Humankapitaltheorie. Ein Überblick
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Fakultät für Sozialwissenschaften: Sektion Sozialökonomie)
Veranstaltung
Arbeitsmarktökonomik
Note
2,3
Autoren
Jahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V201235
ISBN (eBook)
9783656272748
ISBN (Buch)
9783656648468
Dateigröße
892 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialökonomik, Arbeitsmarktökonomik, Humankapital, Humankapitaltheorie, Sozialwissenschaft, Bildung, Investitionen in Bildung
Arbeit zitieren
Stephan Ackerschott (Autor)Maxi Belitz (Autor), 2012, Humankapitaltheorie. Ein Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201235

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