Analyse des Artikels "Familie und Gender - Rollenmuster und segmentierte gesellschaftliche Chancen‟ von Hildegard Macha und Monika Witzke


Hausarbeit, 2011

16 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Kernthesen
2.1.Diskriminierungsstrukturen gegenüber Frauen in Familie und Arbeitswelt
2.2.Ursachen der Diskriminierungsstrukturen

3. Der Status Quo
3.1.Die deutsche Familie
3.2.Forschung und Wissenschaft

4. Die Studie
4.1.Randdaten
4.2.Die drei Ebenen der Untersuchung

5. Die Ergebnisse

6. Der Stil und die Intention der Autorinnen

7. Fazit / Meine Meinung zum Thema

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Artikel „ Familie und Gender - Rollenmuster und segmentierte gesellschaftliche Chancen ‟ von Hildegard Macha und Monika Witzke erschien 2008 in der „ Zeitschrift für Pädagogik ‟, 54. Jahrgang, Heft 2, auf den Seiten 261-278.

Prof. Dr. Hildegard Macha ist Direktorin des Gender-Zentrums der Universität Augsburg, wobei sie zugleich den Lehrstuhl für Pädagogik mit Berücksichtigung der Erwachsenenbildung und außerschulischen Jugendbildung ausfüllt. Des weiteren ist sie Frauenbeauftragte der Universität.

Dipl.-Päd. Monika Witzke ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der selben Universität und ist derzeit hauptsächlich mit dem Forschungsprojekt „Familienbiographien‟ betraut.

Zur Einführung in ihren Beitrag haben die beiden Autorinnen (im Folgenden „Macha / Witzke‟) eine kurze Einleitung verfasst, in der sie zunächst ihr Vorgehen und ihre Ziele, welche sie mit dem Artikel verfolgen, skizzieren.

Im weiteren Verlauf stellen sie zunächst den aktuellen Forschungsstand zum Thema Familie und Rollenmuster dar, woraufhin sie anschließend kurz auf Familienbiographien im Allgemeinen, und schließlich auf die von Ihnen durchgeführte Untersuchung eingehen. Hierbei wird zunächst der Aufbau der Untersuchung nachvollziehbar erläutert, um daraufhin auf die Ergebnisse im Detail einzugehen.

Zum Abschluss ihres Artikels haben Macha / Witzke ein Fazit verfasst, in dem sie ihre Ergebnisse noch einmal anschaulich zusammenfassen.

Im Folgenden möchte ich versuchen, die Kernpunkte des Artikels herauszustellen, in dem ich zunächst versuche den Artikel zu erörtern, wobei ich sowohl auf die Kernthesen der Autorinnen, als auch auf den von ihnen beschriebenen Status Quo in der wissenschaftlichen Diskussion um das Thema eingehen werde.

Anschließend möchte ich die Rahmenbedingungen der verwendeten Studie und die durch die Autorinnen festgestellten Ergebnisse wiedergeben.

Daraufhin nachfolgend erfolgt eine Textkritik, in der ich den Stil und die Intention der Autorinnen darstellen möchte. Beschließen möchte ich diese Hausarbeit mit meiner eigenen Meinung zum Thema Familie und Gender und zu den durch die Forschung und durch die Autorinnen festgestellten Ergebnisse.

2. Die Kernthesen

In ihrer Einleitung stellen die beiden Autorinnen dar, dass in ihrem Beitrag zwei Kernthesen ausschlaggebend seien.

2.1. Diskriminierungsstrukturen gegen ü ber Frauen in Familie und Arbeitswelt

1 Macha / Witzke unterstellen in dieser These, dass Frauen auch heute noch ihre Möglichkeiten im beruflichen und privaten Bereich nicht voll ausschöpfen könnten, wobei herausragend das Problem der so genannten „Work-Family-Balance‟ hineinspiele. Frauen sähen sich mit einer ‟Entweder-Oder-Entscheidung‟ zwischen Kindern und einem erfolgsorientierten Berufsleben konfrontiert, woraufhin sie grundsätzlich nur aus einer kleinen Spanne verschiedener Berufe wählten, welche sich mit einem Kinderwunsch vereinbar zeigten.

Entscheiden sie sich für ein Kind, fielen sie nach Ansicht der Autorinnen in das traditionelle Bild der deutschen Mutter, welche sich um die Kindererziehung kümmere und in dem der Mann das Geld verdiene.

Eine Rückkehr in das Berufsleben nach einer langen Auszeit aus dem Job gestalte sich ihrer Meinung nach schwierig, was den Zwangscharakter der „Entweder-Oder-Entscheidung‟ nur noch einmal unterstreiche.

Die Tatsache, dass Frauen im Beruf prinzipiell schlechtere Aufstiegschancen hätten, erkläre, warum dieses traditionelle Bild der Frau auch heute noch vermehrt Anwendung finde.

2.2.Ursachen der Diskriminierungsstrukturen

In der zweiten Kernthese beschäftigen sich die Autorinnen mit der Klärung der Herkunft dieser „ strukturelle[n], berufsspezifische[n] als auch personelle[n] Gründe für die Exklusion der Frauen ‟ (S. 263) aus diesen Bereichen.

Ihrer Ansicht nach ergründe sich das Problem neben den offensichtlichen gesellschaftlichen Strukturbedingungen zusätzlich in den durch die Familie vermittelten Geschlechterrollen. Die öffentlichen Instanzen der Erziehung und Bildung hätten zwar diese eingefahrenen traditionellen Ansichten weitestgehend überwunden, doch im familiären Bereich sei dies bei Weitem noch nicht der Fall.

Im Allgemeinen gebe es „ verdeckte Mechanismen der Entmutigung ‟ (S. 263), welche die beruflichen Chancen und persönlichen Aussichten der Frauen hemmten, auf die Macha / Witzke zunächst nicht weiter eingehen.

3. Der Status Quo

Im Verlauf ihrer Einleitung und mit Hilfe des darauf folgenden Kapitels stellen Macha / Witzke den zu der Zeit aktuellen Stand in der Forschungsdiskussion im Zusammenhang von Familien und Rollenmustern und die Sicht auf die deutsche Mittelstands-Kleinfamilie dar.

3.1.Die deutsche Familie

In der deutschen Kernfamilie2 herrscht nach Ansicht der beiden Autorinnen noch heute die traditionelle Rollenverteilung unter den Partnern, nach der eine „ patriarchale Verteilung von Macht und Aufgaben ‟ (S. 262) vorherrsche, und das Leben der Frauen in einem Drei-Stufen- Modell verlaufe.

Nach diesem Modell folge auf die Ausbildung der jungen Frauen zunächst eine Berufsphase, die jedoch für einen Kinderwunsch unterbrochen würde. Nachdem die Kinder alt genug seien, stelle sich die Frau erneut der Arbeitswelt, dies jedoch zumeist in einer Teilzeitbeschäftigung.

Während dieser drei Phasen sei der Mann, ganz nach dem „ Male-Breadwinner-Prinzip ‟, der Ernährer der Familie und hielte sich weitestgehend aus den Angelegenheiten der Familiengründung heraus, konzentriere sich eben auf die Versorgung dieser (S. 262). Dieses „hartnäckige Überleben‟ des traditionellen Modells sei, nach Meinung Macha / Witzkes, aufgrund der Vielfältigkeit an theoretischen Möglichkeiten, nach denen junge Frauen und Paare ihre Lebensverläufe gestalten könnten, besonders bemerkenswert (ebd.). Die Autorinnen stellen jedoch auch heraus, dass die deutsche Familie sich durch dieses Modell von denen anderer europäischer Staaten unterscheide, in welchen die traditionelle Rollenverteilung keineswegs mehr strikter Alltag sei (S. 261 f.).

Hinzu komme eine zweifelhafte politische Sichtweise der deutschen Kernfamilie, nach der diese die Erziehung und Bildung von Kindern im privaten Bereich leiste und dabei völlig „ autark ‟ sei, was die Autorinnen jedoch für eine Ideologie halten und somit fordern, die Familie realistischer zu sehen und ihr bei politischen Entscheidungen mehr Bedeutung zukommen zu lassen. Sie räumen jedoch ein, dass diese Forderung zumindest in Ansätzen schon in Politik und Forschung erfüllt sei (S. 262).

3.2.Forschung und Wissenschaft

In Forschung und Wissenschaft sehe man, nach den Erkenntnissen der beiden Autorinnen, die Familie zunehmend als einen „ demographischen und demoskopischen Gesellschaftsk ö rper ‟ (S. 263), in dem Erziehungsfragen immer mehr Verhandlungssache zwischen den Eltern und ihren Kindern seien, was auch die Soziologen Bertram und Büchner in den 1990er Jahren bereits festgestellt hätten.

Als Folge dieser Erkenntnisse habe man zum einen die Lern- und Vermittlungs-gewohnheiten, sowie die „ Aufeinanderbezogenheit der Interaktionen" (S. 264) von Familien untersucht, wobei zum anderen die geschlechtstypischen Bedingungen für Männer und Frauen in der Generationenfolge in diesem Zusammenhang nicht außer Acht gelassen würden (S. 264).

Neben den Interaktionen innerhalb der Familien hätte man parallel auch die Familien-biographien im Allgemeinen untersucht, mit dem Ergebnis, dass die Kinder je nach Geschlecht ihre ganz eigenen Bedingungen und Mittel vorfänden, mit denen sie sich auf ihr Leben vorbereiten könnten. Dies beginne schon beim Spielzeug, erstrecke sich weiter über Attributierungsmuster und ende in bereits vorgefertigte Rollen, welche nur noch adaptiert würden. Der Status Quo der Frau mit der festgefahrenen Rollensituation als Familienmutter sei das Ergebnis der Familienerziehung und des Bildungssystems, welcher beziehungsweise welchem sie unterzogen würden, in denen sie also eine „Genügsamkeit‟ mit den ihnen zur Verfügung gestellten Möglichkeiten anerzogen bekämen, wie Macha / Witzke kritisieren (S. 264).

So erziehe man den Frauen eben noch immer geringe Erwartungen an ihre berufliche Zukunft an, wobei Mädchen misserfolgsorientiert erzogen würden, so dass sie sich schließlich keine großen Hoffnungen auf Erfolg in ihrem beruflichen Leben machten. Jungen dagegen genössen eine erfolgsorientierte Erziehung mit dem Ziel, jeglichen Misserfolg im beruflichen wie privaten Leben abzuwenden, wobei man sie auf ihrem Bildungsweg insgesamt stärker fördere.

Die Erkenntnisse, die sich aus diesen Forschungsergebnissen für die Frauen ableiten, seien die folgenden: erstens, dass sie eine doppelte Vergesellschaftung3 erführen; zweitens, dass sie ihren Beruf aus einer kleinen Spanne von Möglichkeiten wählten; drittens, dass sie eine wenig ausgeprägte Führungsmotivation aufweisten und keine angemessenen

[...]


1 Vrgl. S.262 f.

2 = "Als Kernfamilie wird die famili ä re Gemeinschaft von Eltern und ihren noch minderj ä hrigen sowie ö konomisch unselbst ä ndigen Kindern bezeichnet, die in der Regel zugleich auch eine Haushaltsgemeinschaft ist." (http://www.socialinfo.ch/cgi-bin/dicopossode/show.cfm?id=331)

3 Zum einen eine familiäre und zum anderen eine berufliche Sozialisation (S. 265).

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Analyse des Artikels "Familie und Gender - Rollenmuster und segmentierte gesellschaftliche Chancen‟ von Hildegard Macha und Monika Witzke
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Veranstaltung
Textanalyse
Autor
Jahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V201238
ISBN (eBook)
9783656273424
ISBN (Buch)
9783656274452
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Leistung war unbenotet.
Schlagworte
Textanalyse, Familie, Gender, Rollen, Rollenmuster
Arbeit zitieren
Vanessa W. (Autor), 2011, Analyse des Artikels "Familie und Gender - Rollenmuster und segmentierte gesellschaftliche Chancen‟ von Hildegard Macha und Monika Witzke , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201238

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