Arabische Lehnwörter im Spanischen


Hausarbeit, 2009
16 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lehnwörter

3.Die Arabismen im Spanischen
3.1. Morphologie/Syntax
3.2. Phonetik
3.3. Lexikalische Bereiche der Arabismen
3.4. Ortsnamen, Dialekte und Fachsprachen

4. Ausblick auf andere romanische Sprachen: Italienisch und Französisch

5. Schlussbetrachtung

6. Bibliographie

1. Einleitung

Die spanische Sprache zählt neben Französisch und Italienisch zu den romanischen Sprachen, da ihr Ursprung das Latein war. Dennoch erfuhr die Sprache im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Einflüsse anderer Sprachen. „Den nach der Romanisierung deutlichsten Einschnitt in der spanischen Sprachgeschichte bildet die arabische Eroberung der Halbinsel.“[1] Fast 800 Jahre beherrschten die Mauren die iberische Halbinsel und brachten so ihre Kultur nach Spanien, was bis zum heutigen Tag noch ein Teil des spanischen Kulturerbes (Häuser, Kirchen, Bibliotheken) ist.

Ein besonderes Indiz für die einstige Herrschaft der Araber in Spanien sind die Arabismen, spanische Wörter die auf einen arabischen Ursprung zurückzuführen sind. In keiner anderen romanischen Sprache sind so viele Arabismen vertreten, wie im Spanischen.

Zunächst wird auf der Begriff „Lehnwörter“ aufgegriffen, bevor ein ausführliches Kapitel zu den Arabismen im Spanischen folgt. In diesem werden die Aspekte der Morphologie/Syntax, der Phonetik, der lexikalischn Bereiche, der Ortsnamen, Dialekte und der Fachsprachen betrachtet. Im vierten Kapitel wird dann ein Ausblick auf die Arabismen im Italienischen und Französischen gegeben. In der Schlussbetrachtung wird kurz auf die Lyrik eingegangen.

2. Lehnwörter

„Als Lehnwörter werden solche Wörter bezeichnet, die aus anderen Sprachen in die jeweils betrachtete Sprache übernommen wurden (…). In historischer Sicht kann der Wortschatz einer Sprache als aus drei Komponenten zusammengesetzt betrachtet werden: aus dem ererbten historischen Fundus (im Falle des Spanischen: aus dem Vulgärlatein), aus den Entlehnungen und aus den mit den Verfahren der Wortbildung erzeugten Wörtern.“[2]

Vereinfachte Skizze der historischen Stratifikation des spanischen Wortschatzes[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie man der Tabelle entnehmen kann, bildet das Arabische einen Kulturadstrat.

„Das arabische Kulturadstrat entsteht hauptsächlich bei der Reconquista, wenn Städte den Arabern entrissen werden, deren maurische Bewohner vertrieben werden, deren mozarabische Einwohner aber verbleiben.“[4]

3. Der arabische Einfluss

Die arabische Eroberung der Iberischen Halbinsel bildet den deutlichsten Einschnitt in der spanischen Sprachgeschichte. „In den Jahren 711-716 eroberten die muslimischen Heere die Iberische Halbinsel. Nur ein schmaler, von Galicien bis in die östlichen Pyrenäen reichender Streifen blieb unbesetzt. Von dort ging die Reconquista aus, die “Wiedereroberung“, in der in jahrhundertlangem zähem Ringen dem islamischen Gegner das Land wieder abgenommen wurde. Erst als die Katholischen Könige, Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragonien, am 2. Januar 1492 in die Alhambra in Granada einzogen, war die Reconquista abgeschlossen.“[5]

„Das arabische Kulturadstrat entsteht hauptsächlich bei der Reconquista, wenn Städte den Arabern entrissen werden, deren maurische Bewohner vertrieben werden, deren mozarabische Einwohner aber verbleiben. Diese waren als Christen unter den Mauren stark arabisiert, sprachen aber Romanisch, wenn auch ein anderes Romanisch als die Rückeroberer aus dem Norden. Die sich integrierenden Mozaraber bringen eine große Menge arabischer Lehnwörter in das Kastilische hinein.“[6]

Die Arabismen finden sich in bestimmten Begriffsfeldern wieder, insbesondere in Bezeichnungen der Verwaltung, des Handels, der Agrikultur, des Militär- und Wohnungswesens sowie in Wissenschaften und in der Onomastik. „Der arabische Einfluss betrifft in ganz überwiegendem Maße den Wortschatz im Bereich von Gegenständen, Fertigkeiten und Kenntnissen, die die Romanen, zum Teil seit der Völkerwanderungszeit nicht mehr hatten, oder die Araber als Vermittler aus dem Orient (Indien, Persien, Byzanz) mitbrachten. Im geringen Maße gibt es auch Entlehnungen im Bereich der Morphologie, möglicherweise auch Syntax. Zahlreiche Zeugen der arabischen Präsenz enthält die spanische Toponymie (Gesamtheit der Ortsnamen, toponimia) und Hydronymie (Gesamtheit der Gewässernamen, hidronimia).“[7]

Die meisten Arabismen sind Substantive. Es gibt nur sehr wenig Verben oder Adjektive. So hat die arabische Sprache lediglich durch die ihre, meist fortschrittlichere Sachkultur, den spanischen Wortschatz erweitert. Die spanische Sprache kennt etwa 850 direkte Arabismen, zu denen noch ungefähr 780 spanische Ableitungen hinzukommen. Wenn die Toponyme mit über 1000 sicheren und 500 wahrscheinlichen dazu genommen werden, existieren im Spanischen dann über 4000 Arabismen.

„Ihre Popularität zeigen jedoch die Arabismen nicht nur dadurch, dass sie häufig zahlreiche Ableitungen aufweisen, sondern ferner dadurch, dass auch die Grundwörter mit einem romanischen Suffix versehen sein können.

[...]


[1] Dietrich/Geckeler: Einführung in die spanische Sprachwissenschaft. S.149.

[2] Ebenda. S.111.

[3] Ebenda. S.112.

[4] Ebenda. S.149.

[5] Reinhold Kontzi: Das Zusammentreffen der arabischen Welt mit der romanischen und seine

sprachlichen Folgen. S.406.

[6] Dietrich/Geckeler. S.149.

[7] Dietrich/Geckeler.S.150.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Arabische Lehnwörter im Spanischen
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Die iberische Halbinsel in arabischer Hand: Al-Andalus
Note
2,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V201264
ISBN (eBook)
9783656279860
ISBN (Buch)
9783656281221
Dateigröße
770 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
arabische, lehnwörter, spanischen
Arbeit zitieren
Lisa Helfer (Autor), 2009, Arabische Lehnwörter im Spanischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201264

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