Kurzbeschreibung des Arabischen anhand von Beispiel des marokkanischen Dialekts


Essay, 2012

18 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Arabischen (Ar.)
2.1. Das klassische Ar
2.2. Das moderne Ar.: Schriftsprache der Gegenwart und Standardsprache
2.3. Das marokkanische Ar
2.3.1. Der Dialekt (Mundart)
2.3.2. Das marokkanische Berberisch

3. Schluss

4. Literaturverzeichnis

Kurzbeschreibung des Arabischen anhand von Beispiel des marokkanischen Dialekts

1. Einleitung

Sprachwissenschaftler sind sich im Allgemeinen einig, dass jede Sprache ihr eigenes System, ihre eigenen Regeln, Strukturen und Ausdrücke hat, und zwar so, dass gleiche Inhalte in verschiedenen Sprachen mit verschiedenen Mitteln dargestellt werden können.

So möchte ich im Folgenden eine kurze Einführung über Teile des arabischen Sprachsystems bzw. über den marokkanischen Dialekt geben.

In der vorliegenden Arbeit soll der Ausdruck „Arabisch“ (im Folgenden abgekürzt: Ar.) im Sinne der arabischen Hoch- bzw. Schriftsprache der Gegenwart (der sog. Standardsprache) verwendet werden.

Das Ar. gehört zu den semitischen Sprachen. Der Begriff "semitisch" umfasst eine Gruppe verwandter Sprachen. Das Ar. unterscheidet sich in zahlreichen Bereichen von den Sprachen der indo-europäischen Familie.

Es ist die offizielle Sprache der arabischen Länder von Irak bis Marokko, wie auch die Sprache des Islams innerhalb und außerhalb der arabischen Welt, wie z.B. in Indonesien, im Iran, in Afghanistan und auch in den muslimischen Ländern der ehemaligen Sowjetunion (Usbekistan, Kasachstan, Kirgistan, Turkmenistan, Tadschikistan und Aserbaidschan).

"La langue arabe sous l'une ou l'autre de ses formes parlées est la langue quotidienne de plus 100 millions

d'hommes. Sous sa forme écrite, elle est en outre la langue -Liturgique- de plus de 700 millions de Musulmans arabophones ou non repartis de l'Atlantique aux iles de la Sonde, et des confins de la Sibérie l'Equator".

(Lecommte 1980: 15).

Im Islam besitzt die arabische Sprache den Wert einer unersetzbaren Religionssprache. Dies ist noch ein weiterer Grund dafür, dass die Ausbreitung der ar. Sprache mit der Verbreitung des Islams in Zusammenhang steht: "Ohne den Islam wäre die ar. Sprache bestenfalls in ihrer Heimat als regionale Sprache oder in einer Reihe von Mundarten erhalten und hätte den angesehenen Stand von heute nicht erreicht".

(Maher 1983:164- 180)

2. Zum Arabischen

Mit dem Begriff „Arabisch“ fasst man heutzutage drei verschiedene Formen (klassisches Arabisch, arabische Hochsprache der Gegenwart, arabische Dialekte) zusammen, die sich vor allem durch ihre stilistischen und kommunikativen Merkmale unterscheiden, aber auch jeweils lautliche und morphologische Besonderheiten aufweisen.

2.1. Das klassische Ar.

Das klassische Ar. ist zunächst die Sprache des Korans.

Die Kodifizierung des Sprachgebrauchs begann im 8 Jahrhundert,

" ...doch weist die Überlieferung bis auf die erste Hälfte des 6 Jhs. zurück".

(Fischer/ Jastrow 1980: 15).

Der Koran, die Aussprüche des Propheten Mohamed und die vorislamische Dichtung gelten als Muster des klassischen Arabischen. Es muss zudem darauf hingewiesen werden, dass die Sprache des Korans seit dem 9. Jahrhundert nicht verändert wurde: "En effet, la stabilité de cette langue est un autre phénomène stupéfiant telle enseigne que la structure de la langue n'ayant pratiquement pas changé ".

(Lecommte 1980: 5 )

Die formalen Baumuster des klassisch Arabischen haben also seit dem 9. Jahrhundert keine Änderung erfahren und Seit mehr als 1300 Jahren hat sich seine grammtische Struktur, deren Normen auch für die Hoch- bzw. Schriftsprache der Gegenwart Gültigkeit besitzen, nicht geändert.

(vgl. Fischer/ Jastrow 1982:7)

Zusammenfassend ist hier festzustellen, dass es drei Bereiche mit dem Begriff „Arabisch“ angesprochen werden: Arabisch als Religionssprache (dessen formale Bauweise sich im Laufe der Jahrhunderte nicht geändert hat), Arabisch als Standardsprache der Gegenwart (die v.a. im 19. Jahrhundert im Bereich der Lexik Veränderungen erfahren hat) und das dialektale Arabisch der einzelnen Länder.

Einige Fanatiker der Arabistik behaupten, dass die Araber in arabische Länder allein gut diese Sprache beherrschen und sprechen könnten.

Diese Vorstellung ist nicht richtig, denn es gibt viele Leute, die das Hocharabisch sprechen, trotzdem aber keine Muslime sind. Unter ihnen findet man hauptsächlich Orientalisten, aber auch arabische Christen, d.h. jene Christen, die in den arabischen Ländern ansässig oder die ihre Wurzeln in den arabischen Ländern haben, sich aber dennoch dem Christentum zugehörig fühlen.

Als weiteres Beispiel kann man Angehörige des Judentums anführen.

In Marokko z.B, sprechen Juden neben der hebräischen Sprache das Hocharabisch bzw. den marokkanischen Dialekt.

Davon abgesehen kann man auch die Türken aufführen, manche Bewohner in Südiran, die auch die arabische Sprache sprechen.

Es sollte deutlich werden, dass das Hocharabisch zwar mit dem Koran verbunden ist, aber nicht ausschließlich als Religionssprache verstanden werden kann. Zeichnen wir in der Folge nach, welche Dimensionen das „Arabische“ als Hocharabisch enthält.

2.2. Das moderne Ar.: Schriftsprache der Gegenwart und Standardsprache:

Diese Existenzform des Ar., die die Fortsetzung des

klassisch-Ar. in der Gegenwart darstellt, wird auch als Neuhocharabisch oder modernes Hocharabisch bezeichnet. Diese Termini sind gegen Ende des 19 Jahrhunderts festgesetzt worden.

Krahl/Reuschel fügen dem noch hinzu: "Klassisches und modernes Ar. sind, bei einer überprüfbaren Sprachentwicklung von etwa 1200 Jahren, einander recht ähnlich- nicht zu vergleichen etwa mit Althochdeutsch und Neuhochdeutsch oder Altenglisch und Neuenglisch-, so dass es keine allzu große Mühe macht, ausgehend von einer fundierten Kenntnis des modernen Arabischen, sich die Regularitäten auch des klassischen Ar. anzueignen."

(Günter, Krahl/Reuschel 1976: 10 ).

[...]

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Details

Titel
Kurzbeschreibung des Arabischen anhand von Beispiel des marokkanischen Dialekts
Hochschule
Universität Hassan II. Casablanca
Veranstaltung
Soziolinguistik
Autor
Jahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V201266
ISBN (eBook)
9783656274575
ISBN (Buch)
9783656274346
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arabisch, Marokkanisch, Tamazigh, Tarifit, Tachalhit, Dialekt, Schriftssprache, Religionssprache, Berberisch
Arbeit zitieren
P. H Hamid Baalla (Autor:in), 2012, Kurzbeschreibung des Arabischen anhand von Beispiel des marokkanischen Dialekts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201266

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