Das vorliegende Buch thematisiert die Geschichte des Europäischen Parlaments. Zunächst steht die Einordnung des parlamentarischen Organs in die institutionelle Gesamtkonstruktion des europäischen Integrationswerkes. Doch in erster Linie soll die Entwicklung der Befugnisse der Volksvertretung des europäischen Einigungswerkes, in ihrer Dynamik und in chronologischer Hinsicht, untersucht werden. Der zeitliche Rahmen dieser Arbeit erstreckt sich auf den Zeitraum des europäischen Integrationsprozesses: Einsetzend mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), die am 25. Juli 1952 in Kraft trat und der bereits ein parlamentarisches Organ, die „Gemeinsame Versammlung” angehörte, bishin zu den tiefgreifensten Veränderungen in jüngster Vergangenheit, die im Vertrag von Amsterdam, wirksam seit dem 1. Mai 1999, Ausdruck finden. Das europäische Aufbauwerk verhinderte Kriege zwischen den einst oftmals verfeindeten europäischen Nationen und macht militärische Auseinandersetzungen zwischen den zusammengeschlossenen Völkern auch in Zukunft so gut wie undenkbar. Gleichzeitig sicherte es den Wohlstand in Europa. Bleibt zu hinterfragen, wie das europäische Einigungswerk seit seiner Entstehung und bis in die Gegenwart hinein funktionierte. Gerade weil das Europäische Parlament die Menschen dieser Gemeinschaft der Völker repräsentiert, steht es im Mittelpunkt dieser Arbeit. Seine Befugnisse sollen von Anfang an und bis in heutige Zeit untersucht werden. Aus diesem Zusammenhang ergibt sich die zentrale Fragestellung: Welche Rolle spielt das Europäische Parlament in der institutionellen Konstruktion des europäischen Einigungsprozesses und inwieweit haben sich die Kompetenzen des Europäischen Parlaments im Verlauf des europäischen Einigung verändert?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Gründungsverträge und die Rolle der parlamentarischen Versammlung
- Institutionelles Gefüge und Rolle der parlamentarischen Versammlung gemäß der Gründungsverträge
- Die Entwicklung bis zu den ersten Direktwahlen 1979
- Die Direktwahlen 1979 - ein neues Leitbild für das Europäische Parlament
- Das neue Leitbild des Europäischen Parlaments nach den ersten Direktwahlen
- Parlamentarische Funktionen nach 1979
- Politikgestaltung
- Interaktion mit dem Wähler
- Systemgestaltung
- Die Rolle des Europäischen Parlaments nach Inkrafttreten der Einheitlichen Europäischen Akte (EEA)
- Der Vertrag von Maastricht und das Europäische Parlament
- Das Europäische Parlament und seine Befugnisse in der Gegenwart nach dem Vertrag von Amsterdam
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Geschichte des Europäischen Parlaments und beleuchtet seine Rolle im institutionellen Gefüge des europäischen Einigungsprozesses. Insbesondere liegt der Fokus auf der Entwicklung der Befugnisse des Europäischen Parlaments von seiner Gründung bis zum Vertrag von Amsterdam.
- Die Einordnung des Europäischen Parlaments in das institutionelle Gefüge der Europäischen Union.
- Die Entwicklung der Kompetenzen des Europäischen Parlaments im Verlauf des europäischen Einigungsprozesses.
- Die Auswirkungen der Direktwahlen auf die Rolle des Europäischen Parlaments.
- Die Rolle des Europäischen Parlaments in der Gestaltung der europäischen Politik.
- Die Bedeutung des Europäischen Parlaments als Vertreter der europäischen Bürger.
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt die zentrale Fragestellung vor und erläutert den Fokus auf die Entwicklung der Befugnisse des Europäischen Parlaments im europäischen Einigungsprozess.
- Die Gründungsverträge und die Rolle der parlamentarischen Versammlung: Dieses Kapitel beschreibt die institutionelle Einordnung der parlamentarischen Versammlung gemäß den Gründungsverträgen und untersucht deren Entwicklung bis zu den ersten Direktwahlen.
- Die Direktwahlen 1979 - ein neues Leitbild für das Europäische Parlament: Dieses Kapitel analysiert das neue Leitbild des Europäischen Parlaments nach den ersten Direktwahlen und beleuchtet die parlamentarischen Funktionen in den Bereichen Politikgestaltung, Interaktion mit dem Wähler und Systemgestaltung.
- Die Rolle des Europäischen Parlaments nach Inkrafttreten der Einheitlichen Europäischen Akte (EEA): Dieses Kapitel untersucht die Rolle des Europäischen Parlaments im Kontext der Einheitlichen Europäischen Akte.
- Der Vertrag von Maastricht und das Europäische Parlament: Dieses Kapitel analysiert die Auswirkungen des Vertrages von Maastricht auf die Befugnisse des Europäischen Parlaments.
Schlüsselwörter
Europäisches Parlament, Europäische Union, Integration, Direktwahlen, Kompetenzen, Politikgestaltung, Institutionelles Gefüge, Einheitliche Europäische Akte, Vertrag von Maastricht, Vertrag von Amsterdam.
Häufig gestellte Fragen
Wie hat sich die Rolle des Europäischen Parlaments historisch verändert?
Das Parlament entwickelte sich von einer rein beratenden „Gemeinsamen Versammlung“ der EGKS hin zu einem Mitgesetzgeber mit weitreichenden Befugnissen in der heutigen EU.
Was änderte sich durch die ersten Direktwahlen 1979?
Die Direktwahlen verliehen dem Parlament eine unmittelbare demokratische Legitimation. Es entstand ein neues Leitbild als Volksvertretung, was den Anspruch auf mehr politische Gestaltungsmacht untermauerte.
Welche Bedeutung hatte der Vertrag von Maastricht?
Der Vertrag von Maastricht (1992) führte das Mitentscheidungsverfahren ein, wodurch das Parlament in vielen Bereichen zum gleichberechtigten Akteur neben dem Rat wurde.
Was ist die zentrale Fragestellung dieser Untersuchung?
Die Arbeit untersucht, welche Rolle das Parlament in der institutionellen Konstruktion der EU spielt und wie sich seine Kompetenzen im Verlauf des Einigungsprozesses bis zum Vertrag von Amsterdam erweitert haben.
Welche Funktionen übernimmt das Parlament heute?
Zu den Kernfunktionen gehören die Gesetzgebung, die Haushaltskontrolle, die Wahl des Kommissionspräsidenten sowie die Interaktion mit den Bürgern als deren direkte Repräsentanz.
- Citation du texte
- Carsten Becker (Auteur), 2002, Die Stellung des Europäischen Parlaments in der EU - Geschichte und aktuelle Situation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20131