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Über Sigmund Freuds "Das Unbehagen in der Kultur"

Inwieweit steht die Kultur mit dem Glück des Menschen im Einklang und welches Zeugnis kann der Kultur auf Grundlage dieses Verhältnisses ausgestellt werden?

Title: Über Sigmund Freuds "Das Unbehagen in der Kultur"

Seminar Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Carsten Becker (Author)

Philosophy - General Essays, Eras
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit thematisiert die Entstehung, die Ausbildung und den Entwicklungsverlauf der abendländischen Gesetze der Ethik der Erdenbürger seit Enstehung der Menschenart bishin zur Betrachtung der neuzeitlichen Gestalt dieser humanistischen Ideale, welche den Entwicklungsstand bis in die dreißiger
Jahre des vorigen Jahrtausends widerspiegeln. Der Zugriff auf diesen Themenkomplex erfolgt durch Rückgriff auf die Perspektive des Individuums, die in der Psychoanalyse ihre Entsprechung findet. Grundlage dieser Art von Untersuchung der Kulturentwicklung und Kulturbetrachtung sind die Forschungen
eines Urvaters der Psychoanalyse: Sigmund Freud. Freud stellt in seinem Werk `Das Unbehagen in der Kultur´ zentrale Begriffe der Psychoanalyse dar und überträgt diese auf die benannten Sinnfragen nach der Kultur, welche von ihrem Gegenstand her in den Erkenntnisbereich der Philosophie fallen. Freud
selbst bezeichnet sein Unterfangen im `Unbehagen in der Kultur´ als ein „[…] Versuch zur Übertragung der Psychoanalyse auf die Kulturgemeinschaft […]“. Gerade hierdurch wird dem Buch ein besonderer Wert verliehen und dass weil Freud Perspektiven der Philosophie aufhellt, die ansonsten von dieser Disziplin eher vernachlässigt werden. „Aufklärung tut not, was die subjektive Seite der kulturellen Lebenswelt betrifft, das Schicksal der menschlichen Sinnlichkeit. Aufklärung muß es geben darüber, wie kulturelle Normen und individueller Lebensentwurf zueinander stehen und wie die hier aufspürbaren
Reibungspunkte jene Basis betreffen, für die Freud den Begriff der `Triebschicksale´ gewählt hat. Aufzuarbeiten ist die Problematik der Kultur]“ . Aus diesem Grunde ist die betitelte kulturtheoretische Schrift Ausgangspunkt dieser Arbeit. Im Rahmen der Überlegungen von Freud, der die ethische Satzung
der Menschheit und ihre historische Herleitung in Bezug zum einzelnen Individuum und der Mechanik seines Handelns setzt, die starken Einfluss auf die Weltanschauung des Einzelnen ausübt und auf seine Ziele, die er im Laufe seines Lebens zu erreichen gedenkt, dem Streben nach Glück, einwirkt, drängt sich
die Beschäftigung mit der Beziehung zwischen Kultur und Individuum geradezu auf. Aus diesem Zusammenhang ergibt sich die zentrale Fragestellung dieser Arbeit, die auf eine Beurteilung der Kultur abzielt: Inwieweit steht die Kultur mit dem Glück des Menschen im Einklang und welches Zeugnis kann der Kultur auf Grundlage dieses Verhältnisses ausgestellt werden?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Wesen der Kultur

2.1. Die Beschaffenheit der Kultur

2.2. Die ethischen Grundsätze

2.2.1. Das Subjekt und die ethischen Maxime

2.2.2. Die ethischen Prinzipien der Gesellschaft

3. Menschliche Strebungen und kulturelle Anforderungen

3.1. Der `Erostrieb´ und das gesellschaftliche Verständnis der Liebe

3.2. Der Aggressionstrieb und das Gebot der Nächstenliebe

3.3. Kulturentwicklung vor dem Hintergrund der menschlichen Triebeigenschaften

4. Der Ausgang des Konfliktes zwischen Mensch und Kultur: Das Schuldgefühl

4.1. Ebene des Subjekts

4.2. Kultureller Überbau

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage von Sigmund Freuds Werk „Das Unbehagen in der Kultur“ das spannungsgeladene Verhältnis zwischen dem menschlichen Streben nach individuellem Glück und den einschränkenden Anforderungen der abendländischen Zivilisation.

  • Psychoanalytische Analyse der menschlichen Triebstruktur (Eros und Aggression)
  • Die Rolle der Kultur als ordnungsstiftende Instanz und Triebunterdrücker
  • Kritische Betrachtung des Gebots der Nächstenliebe im Lichte der Aggressionsneigung
  • Die Entstehung und Funktion des Schuldgefühls bei Individuum und Gesellschaft
  • Wechselwirkung zwischen Kulturentwicklung und dem Verzicht auf Triebbefriedigung

Auszug aus dem Buch

3.1. Der `Erostrieb´ und die Kultur

Das Verhältnis der Liebe zur Kultur ist mit Problemen beladen. Einerseits widersetzt sich die Liebe den Interessen der Kultur und andererseits legt die Kultur der Liebe empfindliche Einschränkungen auf. Die Auflehnung der Liebe gegen die Kultur entspringt zunächst der Spannung zwischen Familie und Gesellschaft. Auf der einen Seite ist die Kultur bestrebt eine große Anzahl von Menschen zusammenzuführen und aneinander zu binden. Demgegenüber gibt die Familie das Individuum nicht ohne weiteres frei. Überdies geraten die Frauen in Gegensatz zur Kultur. Ursächlich hierfür ist die Kulturarbeit, die hauptsächlich den Männern zufällt. Diese Aufgabe verlangt den Herren einen gewichtigen Anteil der psychischen Energie ab. Dieser Energiebetrag wird dem weiblichen Interesse nach Sexualität und Familie abträglich gemacht. Letztendlich fühlt sich die Frau durch die Ansprüche der Kultur in den Hintergrund gedrängt und tritt in ein feindliches Verhältnis zu ihr.

Die Kultur beschneidet vor allem die ursprüngliche, vollsinnliche Form der Liebe, die auf sexuelle Befriedigung ausgerichtet ist. Bereits in einer frühen Entwicklungsphase der Kultur, der des Totemismus, wurde das Verbot der inzestuösen Objektwahl aufgestellt. „Durch Tabu, Gesetz und Sitte werden weitere Einschränkungen hergestellt, die sowohl die Männer als die Frauen betreffen. [...] Dabei benimmt sich die Kultur gegen die Sexualität wie ein Volksstamm oder eine Schichte der Bevölkerung, die eine andere ihrer Ausbeutung unterworfen hat. Die Angst vor dem Aufstand der Unterdrückung treibt zu strengen Vorsichtsmaßregeln. Einen Höhepunkt solcher Entwicklung zeigt unsere westeuropäische Kultur.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung und der Relevanz der psychoanalytischen Kulturbetrachtung für das Spannungsfeld zwischen individuellem Lebensentwurf und kulturellen Normen.

2. Das Wesen der Kultur: Definition der Kultur als Summe menschlicher Leistungen zum Schutz gegen die Natur und zur Regelung sozialer Beziehungen sowie Erörterung ethischer Grundsätze.

3. Menschliche Strebungen und kulturelle Anforderungen: Untersuchung des Konflikts zwischen dem Erostrieb und der Aggressionsneigung des Menschen einerseits und den gesellschaftlichen Forderungen andererseits.

4. Der Ausgang des Konfliktes zwischen Mensch und Kultur: Das Schuldgefühl: Analyse der Entstehung des Schuldgefühls als notwendiges, aber belastendes Korrelat der Triebunterdrückung durch das Über-Ich.

5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung des Kulturfortschritts als Prozess, der zwingend zu einer Glückseinbuße führt, und Einordnung von Freuds pessimistischer Sichtweise.

Schlüsselwörter

Psychoanalyse, Sigmund Freud, Kulturtheorie, Erostrieb, Aggressionstrieb, Schuldgefühl, Triebverzicht, Zivilisation, Nächstenliebe, Sublimierung, Menschheitsgenese, Über-Ich, Kulturversagung, Lebenskampf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert den grundlegenden Konflikt zwischen dem menschlichen Streben nach Glück und den Anforderungen, die die Kultur an das Individuum stellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die psychoanalytische Triebtheorie, die Entstehung kultureller Normen und die daraus resultierende psychische Belastung des Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine kritische Bewertung der Kultur unter psychoanalytischen Gesichtspunkten, um zu beurteilen, wie weit Kultur und menschliches Glück vereinbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine kulturtheoretische Analyse, basierend auf den psychoanalytischen Begriffen und Forschungsergebnissen von Sigmund Freud.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Reibungspunkte zwischen Triebregungen wie Sexualität und Aggression und den kulturellen Institutionen sowie das daraus entstehende Schuldgefühl.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Psychoanalyse, Triebverzicht, Schuldgefühl, Aggressionstrieb, Eros und Kulturversagung.

Warum leidet laut der Arbeit die Frau im Kulturprozess?

Freud argumentiert, dass die Kulturarbeit primär den Männern obliegt und die dafür nötige psychische Energie dem familiären Bereich entzogen wird, was zu einem feindlichen Verhältnis der Frau zur Kultur führt.

Inwiefern beeinflusst das Schuldgefühl die Entwicklung der Kultur?

Das Schuldgefühl fungiert als notwendiges Korrektiv; durch die Verinnerlichung von Triebverzicht und Aggression bewacht das Über-Ich das Individuum, was die Aufrechterhaltung kultureller Ordnung erst ermöglicht.

Wie steht die Arbeit zum Thema „Nächstenliebe“?

Sie stellt die Nächstenliebe als kulturelles Ideal dem natürlichen Aggressionstrieb des Menschen gegenüber und kommt zu dem Schluss, dass dieses Gebot der menschlichen Natur in weiten Teilen widerspricht.

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Details

Title
Über Sigmund Freuds "Das Unbehagen in der Kultur"
Subtitle
Inwieweit steht die Kultur mit dem Glück des Menschen im Einklang und welches Zeugnis kann der Kultur auf Grundlage dieses Verhältnisses ausgestellt werden?
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Philosophie)
Grade
sehr gut
Author
Carsten Becker (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V20133
ISBN (eBook)
9783638241038
ISBN (Book)
9783638759144
Language
German
Tags
Sigmund Freuds Unbehagen Kultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Becker (Author), 2002, Über Sigmund Freuds "Das Unbehagen in der Kultur", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20133
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