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Politische Orientierung und 'Klassenbewusstsein' der englischen Arbeiter in der Mitte der viktorianischen Ära 1850- 1880

Title: Politische Orientierung und 'Klassenbewusstsein' der englischen Arbeiter in der Mitte der viktorianischen Ära 1850- 1880

Term Paper , 2000 , 27 Pages , Grade: 1

Autor:in: Thomas Gräfe (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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In England - dem Pionierland der Industialisierung - gab es bis zur Jahrhundertwende keine unabhängige politische Partei der Arbeiterklasse. Dieser erstaunliche Befund hat in der englischen Sozialgeschichtsschreibung zu einer Kontroverse zwischen neomarxistischen Klassikern und kulturgeschichtlichen Revisionisten geführt. Diese Studie zeichnet die Positionen beider Seiten nach und versucht, ihre Stärken und Schwächen bei der Analyse der politischen Orientierung der Arbeiter im Viktorianischen Zeitalter aufzuzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die viktorianische Gesellschaft als Klassengesellschaft

III. Vom Klassenkonflikt zum "Klassenkonsens" 1850- 1880

a) Erklärungsansätze der Geschichtswissenschaft

b) Proletarisches Klassenbewusstsein und bürgerlicher Radikalismus

IV. Die englischen Arbeiter und die etablierten politischen Parteien

a) Die englischen Arbeiter, der Liberalismus und "Respektabilität"

b) Die englischen Arbeiter und der "populäre Konservatismus"

V. Fazit: Alte und neue "Orthodixien" in der englischen Arbeitergeschichte

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gründe für den Reformismus der englischen Arbeiterbewegung sowie deren Bindung an die etablierten politischen Parteien in der Mitte der viktorianischen Ära (1850-1880), wobei sie wissenschaftliche Erklärungsansätze kritisch gegenüberstellt.

  • Analyse der Klassengesellschaft und des "Klassenkonsenses" in der viktorianischen Ära.
  • Diskussion historiographischer Ansätze zu Klassenbewusstsein und Arbeiterradikalismus.
  • Untersuchung der politischen Annäherung der Arbeiter an Liberalismus und Konservatismus.
  • Hinterfragung der Rolle von "Respektabilität" und ökonomischen Faktoren für den Reformismus.

Auszug aus dem Buch

Die englischen Arbeiter, der Liberalismus und „Respektabilität“

Wenn man das Verhältnis der englischen Arbeiterschaft zum politischen Liberalismus in der Mitte der viktorianischen Zeit untersucht, kann man feststellen, dass es nach dem Scheitern der Chartistenbewegung in zweifacher Hinsicht zu einer Annäherung gekommen ist. Zum einen haben die Verbesserungen in Einkommen und Lebensstandard der Arbeiter (auch wenn sie für die Mehrheit der Arbeiter noch kein Ende der materiellen Not bedeuteten), insbesondere der Arbeiterführer, mit der wirtschaftlichen Stabilisierung in den 1850er Jahren eine Fundamentalkritik am mittlerweile etablierten industriekapitalistischen Wirtschaftssystem unglaubwürdig und unrealistisch erscheinen lassen. Auch die Institutionen der Arbeiterschaft, wie „co- ops“, „friendly societies“ und Gewerkschaften hatten sich etabliert, ihre Mitgliederzahlen und ihr Vermögen steigern können und suchten nun, durch moderate Ziele und gemäßigtes Auftreten die Anerkennung von Staat und Unternehmern zu gewinnen. Die generelle Kritik am Wirtschaftssystem wurde gegenüber enger gefassten Zielen bezüglich konkreter ökonomischer und politischer Verbesserungen zurückgestellt.

Zweitens hatte sich das Bild der Arbeiter in der bürgerlichen Öffentlichkeit gewandelt. Viele Unternehmer betrachteten die Arbeiter nicht mehr als eine undifferenzierte, gefährliche Masse, sondern versuchten, durch spezielle Vergünstigungen (Einrichtung von öffentlichen Bibliotheken, Betriebsausflüge, Unterstützung für „self- help“ Institutionen etc.), sich ihrer Loyalität zu versichern. Der Erfolg solcher Maßnahmen hatte auch Auswirkungen auf die politische Orientierung der Arbeiter, wie der liberale Politiker John Morley 1868 in bezug auf Lancashire feststellte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die Fragestellung und den wissenschaftlichen Kontext des Wandels vom Klassenkonflikt zum Reformismus.

II. Die viktorianische Gesellschaft als Klassengesellschaft: Analyse der gesellschaftlichen Zuspitzung und der verschiedenen Klassenkonzepte in der frühen viktorianischen Zeit.

III. Vom Klassenkonflikt zum "Klassenkonsens" 1850- 1880: Untersuchung der Ursachen für die relative Stabilität des politischen Systems und die Mäßigung der Arbeiterbewegung.

IV. Die englischen Arbeiter und die etablierten politischen Parteien: Betrachtung der politischen Bindungen der Arbeiter an Liberale und Konservative durch "Respektabilität" und Paternalismus.

V. Fazit: Alte und neue "Orthodixien" in der englischen Arbeitergeschichte: Reflexion über die Forschungsergebnisse und die Notwendigkeit einer Synthese aus sozial- und kulturgeschichtlichen Ansätzen.

Schlüsselwörter

Viktorianisches Zeitalter, England, Arbeiterbewegung, Klassenbewusstsein, Klassenkonsens, Liberalismus, Konservatismus, Respektabilität, Arbeiteraristokratie, Chartistenbewegung, Unternehmerpaternalismus, Sozialgeschichte, Kulturgeschichte, Reformismus, Industrielle Revolution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, warum die englische Arbeiterbewegung in der Mitte des 19. Jahrhunderts einen reformistischen Kurs einschlug und sich politisch eher an den etablierten Parteien orientierte, statt eine revolutionäre Klassenbewegung zu bilden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Klassenbewusstsein, die Bedeutung von "Respektabilität", die Rolle der Arbeiteraristokratie, die Ansätze der Geschichtswissenschaft zur Interpretation des Arbeiterradikalismus sowie das Wahlverhalten der Arbeiter.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Gründe für die politische Stabilität und die relative "Zahmheit" der englischen Arbeiterschaft zwischen 1850 und 1880 zu ergründen und die historiographischen Konzepte dazu kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-vergleichende Methode angewandt, die unterschiedliche historiographische Konzepte – vom ökonomisch geprägten Klassenbegriff bis hin zum "linguistic turn" – einander gegenüberstellt und analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die sozioökonomischen Bedingungen, die verschiedenen historischen Erklärungsansätze (wie Arbeiteraristokratie vs. kulturelle Identität), die Rolle der politischen Parteien und die Bedeutung der Alltagskultur detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Arbeiterbewegung, Klassenbewusstsein, Klassenkonsens, Viktorianische Ära, Liberalismus, Konservatismus und Respektabilität charakterisiert.

Welche Rolle spielte die "Respektabilität" für die Arbeiter?

Respektabilität diente vielen Arbeitern als Mittel zur sozialen Differenzierung und Anerkennung, was sie dazu veranlasste, bürgerliche Werte wie Mäßigung und Selbsthilfe zu übernehmen, was wiederum eine Abgrenzung von "nicht-respektablen" Arbeitern förderte.

Wie beeinflusste der Konservatismus die Arbeiter?

Der Konservatismus warb durch den Appell an nationale Werte, eine antielementare Arbeiterpolitik und die Ausnutzung religiöser sowie ethnischer Spannungen (etwa gegenüber irischen Einwanderern) erfolgreich um Wählerstimmen aus der Arbeiterschaft.

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Details

Title
Politische Orientierung und 'Klassenbewusstsein' der englischen Arbeiter in der Mitte der viktorianischen Ära 1850- 1880
College
Bielefeld University  (Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie)
Course
Das Viktorianische Zeitalter
Grade
1
Author
Thomas Gräfe (Author)
Publication Year
2000
Pages
27
Catalog Number
V20139
ISBN (eBook)
9783638241090
ISBN (Book)
9783638646543
Language
German
Tags
Klassenbewusstsein Arbeiter viktorianisches Zeitalter politische Orientierung Wahlen Wahlrecht Wahlforschung England Großbritannien Labour Party
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Gräfe (Author), 2000, Politische Orientierung und 'Klassenbewusstsein' der englischen Arbeiter in der Mitte der viktorianischen Ära 1850- 1880, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20139
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