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Das TARGET2-System im internationalen Zahlungsverkehr: Die TARGET2-Problematik

Titel: Das TARGET2-System im internationalen Zahlungsverkehr: Die TARGET2-Problematik

Bachelorarbeit , 2012 , 67 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Paul Möckel (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die letzten Jahrzehnte waren durch starke strukturelle und historisch bedeutende Veränderungen gezeichnet, die unser Leben prägen sollten. Zum einen dehnte sich die technische Entwicklung weiter aus und drang in immer mehr Lebensbereiche vor. Nachrichten werden per App empfangen, Briefe wurden durch E-Mails substituiert und Geld wurde mit Hilfe elektronischer Hilfsmittel immer schneller und kostengünstiger transferiert.

Elektronische Abrechnungssysteme, wie beispielsweise das Real Time Gross Settlement (RGTS) System, vereinfachten und beschleunigten den Zahlungsverkehr zwischen den Staaten enorm. Jedoch entstand daraus natürlich auch eine Fülle unterschiedlicher länderspezifischer Abrechnungssysteme.

Zum anderen wurde der Europäische Integrationsprozess weiter vorangetrieben und 1992 wurde in Maastricht eine Gemeinsame Währungsunion beschlossen. Im Zuge der Implementierung der monetären Union 1999 wurde eine Integration der unterschiedlichen Zahlungs- und Abrechnungssystem unabdingbar.

Dazu musste ein universelles System eingeführt werden, das die nationalen Systeme verbindet beziehungsweise (bzw.) ersetzt. Das TARGET-System war geboren. Die Nachfolgeversion TARGET2 sollte Probleme der ersten Version beheben und den Zahlungsverkehr noch effizienter gestalten. Jedoch ergaben sich in Folge der Finanzkrise 2008 auch erhebliche Probleme mit diesem System.

Es akkumulierten sich aufgrund des Funktionsmechanismus TARGET2s riesige Beträge in den Bilanzen der Zentralbanken (ZB), die Haftungsrisiken und andere Auswirkungen mit sich brachten. Die Entdeckung der Salden in der Bilanz der Europäischen Zentralbank (EZB) durch Prof. Dr. Hans-Werner Sinn und die Veröffentlichung dieser Problematik in der Wirtschaftswoche1 beschäftigte in der Folge viele Ökonomen, die sich seither zahlreichen kontroversen Diskussionen hingeben.

Dabei geht es vor allem um die Deutung dieser Salden und ihre implizierten Risiken für die EU und die nationalen Staaten der europäischen Währungsunion. Eine genaue ökonomische Analyse dieser TARGET2 Problematik soll einen Einblick in diese interessante Thematik liefern. Ziel dieser Arbeit ist es nun, die Gründe der akkumulierten Salden zu finden, sie wissenschaftlich zu diskutieren und mögliche Lösungsvorschläge, zur Beseitigung der Salden, aufzuzeigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

Problemstellung

Aufbau der Arbeit

EVALUATION DER TARGET2-PROBLEMATIK

I. Ökonomische Analyse der TARGET2-Salden

I.1 Harmonisierung der nationalen Zahlungssysteme und die Einführung TARGET2

I.1.1 Weg zum TARGET2-System

I.1.2 Das TARGET2-System

I.2 Entstehung der TARGET2-Salden

I.3 TARGET2 in der EZB-Bilanz

I.3.1 Bilanzen der Zentralbanken

I.3.2 TARGET2 in der Bilanz

I.3.3 Haftungsproblematik der TARGET2-Salden

I.4 TARGET2 in der Zahlungsbilanz

I.4.1 Zahlungsbilanz

I.4.2 TARGET2 in der Zahlungsbilanz

I.5 Entwicklung der TARGET2-Salden im Zeitablauf

II. Wissenschaftliche Diskussion über die TARGET2-Problematik und Lösungsvorschläge zu deren Reduktion

II.1 Finanzmarktkrise 2007 und Sudden Stop

II.2 Wissenschaftlicher Diskurs über den fortwährenden Anstieg nach der Finanzkrise

II.2.1 Finanzierung des Leistungsbilanzdefizits der GIIPS-Staaten

II.2.2 Kapitalflucht aus den GIIPS-Ländern

II.2.3 Verknüpfung beider Theorien

II.2.4 Abgeleitete Hypothesen und deren wissenschaftlicher Diskurs

II.2.4.1 Kreditverdrängungshypothese

II.2.4.2 Fiskalhypothese

II.3 Lösungsvorschläge und deren Risiken

II.3.1 Amerikanisches Modell

II.3.2 Zinsanreizsysteme bzw. Deckelungen zur Begrenzung der TARGET2-Salden

II.3.3 Supranationaler Bankensektor und Fiskalunion

KRITISCHE REFLEXION

Zielsetzung & Themen

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die ökonomischen Ursachen für die akkumulierten TARGET2-Salden innerhalb der europäischen Währungsunion zu identifizieren, diese wissenschaftlich zu diskutieren und mögliche Lösungsansätze zur Reduktion dieser Salden kritisch zu beleuchten.

  • Grundlagen des TARGET2-Systems und Entstehung der Salden
  • Analyse der TARGET2-Problematik im Kontext von Zentralbankbilanzen
  • Einfluss der TARGET2-Salden auf die Zahlungsbilanz und das Refinanzierungsverhalten
  • Wissenschaftliche Debatte über Ursachen (Finanzierung von Leistungsbilanzdefiziten vs. Kapitalflucht)
  • Diskussion von Lösungsansätzen wie dem amerikanischen Modell oder der Fiskalunion

Auszug aus dem Buch

I.1.1 Weg zum TARGET2-System

TARGET2 steht für Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System 2 und es handelt sich um ein RTGS System. Dieses Kürzel steht wiederum für Real-Time Gross Settlement. Dabei handelt es sich um ein „Zahlungsverkehrssystem, in dem Zahlungsaufträge zum Zeitpunkt ihres Entstehens einzeln verarbeitet [=“brutto bzw gross“] und unverzüglich abgewickelt [=“real-time“] werden.“ Die RTGS Systeme wurden in den meisten europäischen Nationen um 1980 (in Deutschland 1987) als Folge der stark gesunkenen Telekommunikations- und Computerkosten eingeführt. Anfangs konkurrierte das RTGS System noch mit dem DNS (Deferred Net Settlement) System, das die Zahlungen nicht brutto sondern netto verrechnete. Der Hauptunterschied bestand darin, dass bei einem Nettozahlungssystem die unterschiedlichen Transaktionen einer Bank „fortlaufend verrechnet, ohne dass eine entsprechende Deckungsüberprüfung vorgenommen wird.“ Erst am Ende eines Arbeitstages werden die verrechneten und geschuldeten Salden an die jeweilige Gläubiger-Bank überwiesen. Im Falle des Konkurses einer Bank und der Nichterfüllung von Zahlungen besteht das Risiko, dass Banken, deren Konten als Verrechnungskonten genutzt wurden, Ausfälle hinnehmen müssten. Daher könnten diese ebenfalls in Liquiditätsschwierigkeiten geraten und im schlimmsten Falle besteht die Möglichkeit, dass sich eine Pleite auch auf diese Institute ausweitet. Dies wiederum könnte zu neuen Ansteckungseffekten führen. Es besteht also ein systematisches Risiko. Bruttozahlungssysteme verrechnen die Zahlungen einzeln, d. h. wenn das Verrechnungskonto ausreichend gedeckt ist, wird die Transaktion abgewickelt ohne mit einer anderen Transaktion verrechnet zu werden. Kurze Finanzierungsengpässe können mit der Hilfe von „Innertags-Überziehungskredite[n]“ ausgeglichen werden. Das systematische Risiko ist also deutlich geringer, aber es entsteht ein Kreditausfallrisiko. Dieses versuchten die europäischen Staaten zu reduzieren,

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Einführung in die Problematik des TARGET2-Systems, der Problemstellung und der Struktur der Arbeit.

EVALUATION DER TARGET2-PROBLEMATIK: Darstellung der theoretischen Grundlagen, Entstehungsmechanismen von Salden und deren Verbuchung in Zentralbank- und Zahlungsbilanzen.

Wissenschaftliche Diskussion über die TARGET2-Problematik und Lösungsvorschläge zu deren Reduktion: Kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Theorien zur Entstehung der Salden nach der Finanzkrise und Analyse möglicher Lösungswege.

KRITISCHE REFLEXION: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse über die Ursachen und Auswirkungen von TARGET2-Salden sowie ein Ausblick auf die europäische Fiskal- und Bankenunion.

Schlüsselwörter

TARGET2, TARGET2-Salden, Europäische Zentralbank, EZB, Zahlungsbilanz, Leistungsbilanzdefizit, Kapitalflucht, Refinanzierung, Finanzmarktkrise, Fiskalunion, Eurosystem, Zentralbankbilanz, Kreditverdrängungshypothese, Fiskalhypothese, Währungsunion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ökonomischen Hintergründe und Ursachen der TARGET2-Salden innerhalb der europäischen Währungsunion, insbesondere vor dem Hintergrund der Finanzkrise 2008.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Funktionsweise von RTGS-Zahlungssystemen, die Verbuchung von TARGET2-Salden in Zentralbankbilanzen, deren Rolle in der Zahlungsbilanz sowie die wissenschaftliche Kontroverse um ihre Entstehungsursachen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Gründe für die massiv akkumulierten Salden zu finden, die verschiedenen wissenschaftlichen Deutungsansätze zu diskutieren und Lösungsstrategien zur Beseitigung der Salden kritisch zu evaluieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine ökonomische Analyse theoretischer Modelle, die Auswertung von Zentralbankbilanzen sowie die Gegenüberstellung verschiedener wissenschaftlicher Positionen und Hypothesen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse der Bilanzmechanismen (Kapitel I) und eine wissenschaftliche Diskussion über die Ursachen der Saldenentwicklung nach der Finanzkrise sowie mögliche Reformvorschläge (Kapitel II).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören TARGET2, Kapitalflucht, Leistungsbilanzdefizit, EZB, Eurosystem, Refinanzierungskredite und Fiskalunion.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Professor Sinn von der des Teams um Professor Buiter bezüglich der TARGET2-Salden?

Sinn sieht die Salden primär als Finanzierungshilfe für Leistungsbilanzdefizite der Krisenländer durch das Eurosystem, während Buiter die Salden maßgeblich auf eine massive Kapitalflucht aus den krisengefährdeten Ländern zurückführt.

Warum wird im Buch das amerikanische Modell (Federal Reserve System) als Lösungsansatz diskutiert?

Das Modell der US-Notenbank wird als Vergleich herangezogen, da es durch jährliche Abrechnungen und den Transfer von Sicherheiten Anreize setzt, die Salden klein zu halten, was als mögliches Vorbild für Europa debattiert wird.

Welche Rolle spielen die "GIIPS"-Staaten in der Analyse?

Die GIIPS-Staaten dienen als Fallbeispiele für Länder mit hohen negativen TARGET2-Salden, an denen die Problematik der Kapitalflucht und der Abhängigkeit von Zentralbankkrediten exemplarisch verdeutlicht wird.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor hinsichtlich der Lösung der TARGET2-Problematik?

Der Autor stellt fest, dass es keine einheitliche Meinung in der Wissenschaft gibt und die aktuelle Entwicklung hin zu einer Fiskal- und Bankenunion zwar neue Horizonte öffnet, aber auch komplexe neue Haftungsfragen aufwirft.

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das TARGET2-System im internationalen Zahlungsverkehr: Die TARGET2-Problematik
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt  (Universität)
Note
1,0
Autor
Paul Möckel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
67
Katalognummer
V201441
ISBN (eBook)
9783656295785
ISBN (Buch)
9783656298106
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schuldenkrise Eurokrise Target2 Volkswirtschaftslehre Betriebswirtschaftslehre Euro Eurobonds Bonität EZB Fiskalpakt Bankenunion Haircut Staatsanleihen Transferunion Austerität EU Haftung Haftungsunion TARGET2-Saldo Staatsdefizit Haftungsrisiko
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Paul Möckel (Autor:in), 2012, Das TARGET2-System im internationalen Zahlungsverkehr: Die TARGET2-Problematik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201441
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  67  Seiten
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