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Code-Switching im deutschen Sprachraum

Regional begrenztes Code-Switching am Beispiel von Walscheid sowie bundesweiter deutsch-türkischer Sprachgebrauch

Title: Code-Switching im deutschen Sprachraum

Term Paper , 2011 , 23 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Carolin Lenfert (Author)

German Studies - Linguistics
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Sprachkontakt ist keine neue Besonderheit unserer Zeit, wohl aber ein Aspekt der deutschen “multi-kulti“ Gesellschaft, der zunehmend an Bedeutung gewinnt. Schätzungsweise wächst die Hälfte aller Menschen auf der Welt zweisprachig auf. Spätestens seit der Migration von Gastarbeitern sollte sich auch Deutschland mit der Erscheinung der Bilingualität beschäftigen. Code-Switching stellt dabei ein besonderes Sprachkontaktphänomen dar. In der vorliegenden Arbeit soll die Verwendung des Code-Switching im deutschen Sprachraum untersucht werden. Neben der Analyse der Syntax und der Struktur des Sprachwechsels, stehen auch Art, Motive und Funktion im Vordergrund. Dabei ist eine Definition und Abgrenzung des Begriffs Code-Switching vorweg unabdingbar, da leider kein Konsens in der Forschung besteht. Ich habe mich hier auf die Ausführungen von Banaz und Biegel beschränkt, da sich die Argumentation beider überwiegend deckt und in sich schlüssig wirkt. Desweiteren wurden bestehende Definitionen und Aspekte der Forschung bereits einbezogen. Um auch die soziolinguistische Perspektive nicht außer Acht zu lassen, gehe ich im dritten Kapitel auf situationsabhängiges, sowie situationsunabhängiges Code-Switching ein. Im vierten und wichtigsten Kapitel dieser Arbeit soll die konkrete Verwendung von Sprachwechsel im deutschen Sprachraum thematisiert werden. Auch hier habe ich die Untersuchung auf die zwei Fallstudien von Banaz und Biegel begrenzt, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben, aber einen guten Einblick in die Thematik geben. An Beispielen, die primär auf grammatischer Ebene untersucht werden sollen, kann der Sprachgebrauch verdeutlicht werden. Ich habe mich ganz bewusst für die Formulierung „Das Sprachkontaktphänomen Code-Switching im deutschen Sprachraum“ entschieden, da die Fallstudie Biegels die Region Lothringen (heute Frankreich) behandelt, jedoch primär auf den dortigen Dialekt eingeht, der dem Deutschen sehr ähnelt.
Am Schluss meiner Betrachtung fasse ich die gemachten Beobachtungen zusammen.
Letztlich möchte ich in diesem Zusammenhang noch auf die Verwendung der Begriffe Code-Switching und Sprachwechsel hinweisen. In der vorliegenden Arbeit werden beide Begriffe synonym verwendet. Code-Mixing ist dagegen ein anderes Sprachkontaktphänomen und wird in 2.3 ausführlich definiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Code-Switching

2.1. Die Problematik der klaren Definition des Begriffs

2.2. Code-Switching im Blickpunkt der linguistischen Forschung

2.3. Abgrenzung zu anderen Sprachkontaktphänomenen

2.3.1. Code-Mixing

2.3.2. Interferenz

2.3.3. Pidgin

2.3.4. Entlehnung

3. Soziolinguistische Betrachtung

3.1. Situationsabhängiges Code-Switching

3.2. Situationsunabhängiges Code-Switching

4. Code-Switching im deutschen Sprachgebrauch

4.1. Mehrsprachigkeit der Bevölkerung

4.1.1. Geschichtlicher Exkurs und die heutige Situation

4.1.2. Vorstellen der Fallstudien

4.2. Beispiele

4.2.1. Regional begrenztes Code-Switching: Walscheid

4.2.2. Bundesweiter deutsch-türkischer Sprachgebrauch

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Verwendung und strukturelle Analyse des Phänomens Code-Switching im deutschen Sprachraum, wobei der Fokus auf den Motiven, Funktionen sowie der Abgrenzung zu anderen Sprachkontaktphänomenen liegt.

  • Definition und theoretische Einordnung von Code-Switching
  • Soziolinguistische Faktoren des Sprachwechsels
  • Strukturelle Analyse anhand von Fallstudien (deutsch-französischer und deutsch-türkischer Kontext)
  • Abgrenzung zu Code-Mixing, Interferenz, Pidgin und Entlehnung

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Regional begrenztes Code-Switching: Walscheid

Dieses erste Beispiel zeigt den Wechsel eines lexikalischen Elementes. Das Wort coiffeur ‘Friseur‘ wurde aus dem Französischen übernommen. Der Determinierer des Nomen ist zwar ein Artikel der deutschen Mundart, da er aber zur Nominalphrase gehört, habe ich ihn als eine Art “Mix“ gekennzeichnet. Der deutsche Dialekt ist hier deutlich als ML zu erkennen, weil lediglich das Nomen der EL entstammt und das Prädikat ebenfalls dem deutschen Dialekt angehört. Es handelt sich hier um eine erwartete Bruchstelle, denn nur das einzelne Lexem coiffeur wurde in die ML übertragen. Biegel bewies überdies hinaus, dass Berufe nahezu immer dem Französischen entlehnt und in die Mundart unverändert eingebaut werden. (Biegel, 1996: 207)

Dieser Relativsatz präsentiert die Entlehnung eines ganzen Satzteiles. Der Sprecher fing an, in seinem Dialekt über einen Baum zu referieren. Der Nebensatz, eingeleitet mit dem Wort qui ‘der‘, ist vollständig aus dem Französischen übernommen. Es handelt sich hierbei um einen appositiven Relativsatz, da dieser eine illustrative Funktion besitzt und den Hauptsatz nochmals näher erläutert. Dementsprechend gilt auch hier die Mundart als ML, die französische Hochsprache als EL. Stellt man sich einen entsprechenden Kontext zu dieser Aussage vor, so lässt sich vermuten, dass die eingebettete Sprache (das Französische) eine neue Information zu diesem Sachverhalt beinhaltet. Dies bekräftigt die Theorie, dass Elemente der eingebetteten Sprache fast immer rhematisch fungieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Sprachkontakts ein und legt dar, dass die Arbeit Code-Switching im deutschen Sprachraum anhand zweier Fallstudien untersucht.

2. Definition Code-Switching: Das Kapitel erläutert die terminologische Problematik des Begriffs und grenzt ihn von verwandten Phänomenen wie Code-Mixing, Interferenz, Pidgin und Entlehnung ab.

3. Soziolinguistische Betrachtung: Hier werden die situationsabhängigen und -unabhängigen Faktoren untersucht, die einen Sprachwechsel innerhalb einer Konversation beeinflussen können.

4. Code-Switching im deutschen Sprachgebrauch: Dieses Kapitel analysiert die konkrete Verwendung von Sprachwechseln anhand von zwei Fallstudien: einer regionalen im saarländisch-lothringischen Grenzgebiet und einer bundesweiten zur deutsch-türkischen Generation.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit rekapituliert die zentralen Erkenntnisse über die Struktur und Funktion von Code-Switching und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Praxistauglichkeit theoretischer Modelle im deutschen Sprachraum.

Schlüsselwörter

Code-Switching, Sprachkontakt, Linguistik, Bilingualität, Soziolinguistik, Matrixsprache, Embedded Language, Sprachwechsel, Mehrsprachigkeit, Dialekt, Fallstudie, Sprachanalyse, Morphologie, Syntax, Sprachgebrauch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Sprachkontaktphänomens Code-Switching im deutschen Sprachraum.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Definition von Code-Switching, dessen soziolinguistische Hintergründe sowie die strukturelle Analyse von Sprachwechseln in spezifischen deutschsprachigen Kontexten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Verwendung und Funktion von Code-Switching an konkreten Beispielen zu untersuchen und dabei die Matrixsprache sowie syntaktische Bruchstellen zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Forschungsliteratur in Kombination mit der Analyse von zwei ausgewählten Fallstudien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Abgrenzung zu anderen Sprachkontaktphänomenen, die soziolinguistische Perspektive und die detaillierte Analyse von Beispielen aus dem deutsch-französischen sowie deutsch-türkischen Sprachgebrauch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Code-Switching, Bilingualität, Sprachkontakt, Soziolinguistik, Matrixsprache und Sprachwechsel.

Welche Rolle spielt der Dialekt in der Untersuchung des saarländisch-lothringischen Grenzraums?

Der Dialekt fungiert in dieser Region häufig als Matrixsprache, wobei der Wechsel zum Französischen bei bestimmten Berufsbezeichnungen oder in Relativsätzen auftritt.

Wie unterscheidet sich die deutsch-türkische Fallstudie von der regionalen Analyse?

Die deutsch-türkische Studie betrachtet das Phänomen eher unter dem Aspekt einer zweiten Generation in einer modernen Migrationsgesellschaft, während die Walscheid-Studie auf regionaler, historisch gewachsener Mehrsprachigkeit basiert.

Warum wird im deutsch-türkischen Kontext oft von einem Wechsel der Sprachdominanz gesprochen?

Die Autorin stellt fest, dass Kinder der zweiten Generation nicht unbedingt halbsprachig sind, sondern je nach Kontext eine Verschiebung der Sprachdominanz zwischen Türkisch und Deutsch aufweisen.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich der Anwendbarkeit theoretischer Modelle?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass viele existierende theoretische Modelle nicht alle Code-Switching-Prozesse in der Praxis vollständig erklären können, was den Bedarf an weiterführender Forschung unterstreicht.

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Details

Title
Code-Switching im deutschen Sprachraum
Subtitle
Regional begrenztes Code-Switching am Beispiel von Walscheid sowie bundesweiter deutsch-türkischer Sprachgebrauch
College
University of Leipzig  (Institut für Linguistik)
Course
Sprachtypologie
Grade
2,3
Author
Carolin Lenfert (Author)
Publication Year
2011
Pages
23
Catalog Number
V201505
ISBN (eBook)
9783656284987
ISBN (Book)
9783656286783
Language
German
Tags
Codeswitching Code-Switching Sprachgebrauch deutsch-türkisch Türkisch Deutsch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Lenfert (Author), 2011, Code-Switching im deutschen Sprachraum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201505
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