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Der Kölner "Große Schied" von 1258

Ein Beispiel für mittelalterliche Konfliktregulierung

Title: Der Kölner "Große Schied" von 1258

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Niklas Gustke (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung
2. Direkte Landesherrschaft vs. Kommunale Selbständigkeit: Die Vorgeschichte des Großen Schieds
2.1. Die kommunale Verwaltung der Stadt Köln
3. „Magna Charta der Unabhängigkeit Kölns“? Die inhaltlichen Bestimmungen des Großen Schieds
4. Widersprüchliches Phänomen oder Teil eines systematisch angelegten Konzepts der Konfliktbeilegung? Die deditio der Geschlechter
5. Schluß
6. Literaturverzeichnis


1. Einleitung

Der Kölner Große Schied von 1258 ist in mehrerer Hinsicht ein aufschlußreiches Forschungsfeld. Zum Einen erreichte die Auseinandersetzung der rheinischen Handelsmetropole um die kommunale Selbständigkeit auf der einen und die stadt- und landesherrlichen Hoheitsansprüche auf der anderen Seite mit dem Schiedsspruch einen ersten Höhepunkt. Dabei ist die Amtszeit des Kölner Erzbischofs Konrad von Hochstaden (1238-1261) besonders interessant, weil sich in diesem Zeitraum das bürgerliche Stadtregiment mit seinen verschiedenen Einrichtungen (Schöffenkolleg, Richerzeche, Rat) endgültig formierte.

Zum Anderen ist bisher noch nicht eindeutig geklärt, in welchem Verhältnis sich Schiedspruch und deditio des Großen Schieds befinden. In der Forschung ist darauf insgesamt kaum eingegangen worden. Wie zu zeigen ist, handelt es sich bei der Bürgerschaft keineswegs um eine undifferenzierte Einheit. Vielmehr haben wir es mit einem Gegensatz innerhalb der Bürgerschaft zwischen den führenden Geschlechtern und der Gemeinde zu tun. Auch deshalb wird im ersten Teil der Arbeit auf die Vorgeschichte des Großen Schieds eingegangen, dessen Betrachtung ohne Kenntnis der vorangegangenen Ereignisse nicht sinnvoll ist. Im zweiten Teil werden die inhaltlichen Bestimmungen des Großen Schieds untersucht, bevor abschließend die in der Sühneurkunde ausgehandelte deditio der Geschlechter ausführlich behandelt wird. Es wird sich die Frage stellen, ob sich zwischen der Unterwerfung der Stadt und dem Schiedsspruch ein Widerspruch ergibt, ob die unter Punkt 3 behandelte inhaltliche Analyse die unter Punkt 4 untersuchte deditio der Bürger erwarten läßt oder nicht. Gehen die Geschlechter aus dem Schiedsspruch als Unterlegene hervor und erscheint ihre Unterwerfung damit folgerichtig? Oder haben wir es bei dem Großen Schied tatsächlich mit einer „Magna Charta der Unabhängigkeit Kölns“1 zu tun? Wenn die These Stehkämpers zutreffen sollte, bleibt zu fragen, warum die Bürger eine derartige Demütigung über sich ergehen ließen.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Direkte Landesherrschaft vs. Kommunale Selbständigkeit: Die Vorgeschichte des Großen Schieds

2.1. Die kommunale Verwaltung der Stadt Köln

3. „Magna Charta der Unabhängigkeit Kölns“? Die inhaltlichen Bestimmungen des Großen Schieds

4. Widersprüchliches Phänomen oder Teil eines systematisch angelegten Konzepts der Konfliktbeilegung? Die deditio der Geschlechter

5. Schluß

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den „Großen Schied“ von 1258 im Kontext der mittelalterlichen Konfliktregulierung in Köln. Das Ziel ist es, das scheinbar widersprüchliche Verhältnis zwischen der demütigenden symbolischen Unterwerfung der städtischen Führungsschicht und den inhaltlich positiven Bestimmungen des Schiedsspruchs für die städtische Autonomie aufzuklären.

  • Analyse der Vorgeschichte und der städtischen Machtstrukturen
  • Untersuchung der inhaltlichen Bestimmungen des Schiedsspruchs
  • Deutung der symbolischen Unterwerfung (deditio) als Instrument der Konfliktbewältigung
  • Bewertung des Einflusses des Erzbischofs Konrad von Hochstaden auf die städtische Verfassung

Auszug aus dem Buch

4. Widersprüchliches Phänomen oder Teil eines systematisch angelegten Konzepts der Konfliktbeilegung? Die deditio der Geschlechter

Wenden wir uns jetzt also der deditio und ihrer Interpretation in Anbetracht des inhaltlich ausgewerteten Schieds zu.

Auffallend ist zunächst: Der Schiedsspruch erfolgte am 28. Juni 1258, während die Bedingungen der deditio am 20. März des selben Jahres ausgehandelt wurden. Am selben Tag auch wurde die von beiden Parteien (also dem erzebiscof van Colne inde wir ritthere, sceffenen inde gemeinliche die burgere van Colne) unterschriebene Urkunde, in der die Schiedsrichter ernannt werden und beide Seiten geloben, sich dem Spruch zu unterwerfen, ausgestellt.

Die konkreten Bedingungen der Sühne sahen wie folgt aus: Diejenigen, die sich am Domkanonikus Heinrich von Neuerburg, einem Verwandten des Erzbischofs, der von Mitgliedern des Geschlechts der Kleingedank überfallen wurde und damit zum Auslöser der Auseinandersetzung zwischen Konrad und der Stadt wurde, vergriffen hatten, diese Bürger also sollten barfuß und in wollenen Gewändern vom Severinstor bis zum Judenbüchel gehen. Dort sollten sie die Gnade des Erzbischofs erbitten, welche ihnen Konrad zu gewähren hatte (inde bit der bezzeringen sal ieme genugen).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Bedeutung des Großen Schieds für die Kölner Stadtgeschichte.

2. Direkte Landesherrschaft vs. Kommunale Selbständigkeit: Die Vorgeschichte des Großen Schieds: Erläuterung des jahrhundertelangen Ringens zwischen erzbischöflichen Hoheitsansprüchen und dem aufstrebenden bürgerlichen Selbstbewusstsein.

2.1. Die kommunale Verwaltung der Stadt Köln: Detaillierte Darstellung der städtischen Institutionen wie Schöffenkolleg, Richerzeche, Rat und Kirchspiele.

3. „Magna Charta der Unabhängigkeit Kölns“? Die inhaltlichen Bestimmungen des Großen Schieds: Analyse des formalen Aufbaus des Schiedsspruchs und der inhaltlichen Bestimmungen, die die städtische Selbstverwaltung legitimierten.

4. Widersprüchliches Phänomen oder Teil eines systematisch angelegten Konzepts der Konfliktbeilegung? Die deditio der Geschlechter: Untersuchung der symbolischen Unterwerfung und deren Einordnung in ein systematisches Konzept der Konfliktlösung.

5. Schluß: Zusammenführende Bewertung des Schiedsspruchs als wichtige Etappe auf dem Weg zur kommunalen Autonomie.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Großer Schied 1258, Köln, Mittelalter, Konfliktregulierung, Erzbischof Konrad von Hochstaden, Patriziat, Stadtgeschichte, deditio, Schiedsspruch, kommunale Selbstverwaltung, Stadtverfassung, politische Rituale, Gewohnheitsrecht, Unterwerfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den „Großen Schied“ von 1258, ein bedeutendes Ereignis der Kölner Stadtgeschichte, das die Auseinandersetzung zwischen dem Erzbischof und der Bürgerschaft regelte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der städtischen Selbstverwaltung, die erzbischöflichen Herrschaftsansprüche und die rituellen Aspekte mittelalterlicher Konfliktbewältigung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, warum sich die Kölner Bürgerschaft trotz inhaltlich erreichter Vorteile einer demütigenden rituellen Unterwerfung (deditio) unterzog.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine quellenkritische Analyse, indem sie/er rechtshistorische Urkunden und die zeitgenössische Forschungsliteratur miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Vorgeschichte, die Untersuchung der Verwaltungsorgane, die Analyse des Schiedsspruchtextes sowie die rituelle Deutung der deditio.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kölner Großer Schied, Stadt-Kirche-Konflikt, politische Rituale, Kommunale Autonomie und Konrad von Hochstaden.

Welche Rolle spielt der Judenbüchel bei der deditio?

Der Judenbüchel war ein Ort öffentlicher Gerichtsbarkeit und Hinrichtungen; die Wahl dieses Ortes diente dem Erzbischof dazu, seinen Machtanspruch (summus iudex) symbolisch zu unterstreichen.

Warum erscheint der Schiedsspruch widersprüchlich?

Er erscheint widersprüchlich, weil er einerseits die städtische Selbstverwaltung stärkte, andererseits die Bürger aber zur rituellen Demütigung zwang, was scheinbar im Gegensatz zur inhaltlichen Begünstigung steht.

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Details

Title
Der Kölner "Große Schied" von 1258
Subtitle
Ein Beispiel für mittelalterliche Konfliktregulierung
College
University of Münster  (Historisches Seminar)
Course
Hauptseminar: Politische Rituale im hohen und späten Mittelalter
Grade
2,0
Author
Niklas Gustke (Author)
Publication Year
2002
Pages
25
Catalog Number
V20172
ISBN (eBook)
9783638241311
ISBN (Book)
9783638646581
Language
German
Tags
Kölner Große Schied Hauptseminar Politische Rituale Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niklas Gustke (Author), 2002, Der Kölner "Große Schied" von 1258, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20172
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