Women Airforce Service Pilots. US-Pilotinnen im Zweiten Weltkrieg


Examensarbeit, 2010
133 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG
1.1 BEGRÜNDUNG DES INTERESSES AM THEMA
1.2 FORSCHUNGSSTAND
1.3 QUELLEN- UND LITERATURVORSTELLUNG
1.4 METHODIK UND HERANGEHENSWEISE

2 DIE VERÄNDERUNG DER FRAUENROLLE IN DER AMERIKANISCHEN MILITÄRGESCHICHTE BIS ZUM ENDE DES ZWEITEN WELTKRIEGES
2.1 VOM UNABHÄNGIGKEITS- BIS ZUM BÜRGERKRIEG
2.2 DER ERSTE WELTKRIEG
2.3 DER ZWEITE WELTKRIEG
2.3.1 Von der Hausfrau und Mutter zur Nationalheldin
2.3.2 G.I. Jane - Die amerikanische Frau im Militär

3 WOMEN AIR FORCE SERVICE PILOTS
3.1 DIE GRÜNDUNG DER WASP
3.2 DIE REKRUTIERUNG DER PILOTINNEN
3.3 DIE AUSBILDUNG DER ANGEHENDEN WASP
3.4 DER EINSATZ DER WASP IN DER AIR FORCE

4 GRÜNDE UND MOTIVATION DER FRAUEN ZUR TEILNAHME AM WASP PROGRAMM
4.1 KURZBIOGRAPHIEN DER INTERVIEWTEN
4.2 METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN
4.3 ANALYSE ZUR MOTIVATION DER WASP

5 KAMPF UM ERHALT DESWASP-PROGRAMMS UND ANERKENNUNG IHRER LEISTUNGEN
5.1 DEMOBILISIERUNG DER WASP
5.2 LEISTUNGEN UND BEDEUTUNG DER WASP AUS HEUTIGER SICHT

6 RESÜMEE

7 QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS
7.1 LITERATUR
7.1.1 Forschungsliteratur
7.1.2 Zeitungs- und Zeitschriftenartikel
7.1.3 Internetartikel
7.2 QUELLEN
7.2.1 Interviews und Autobiographie
7.2.2 Orginaldokumente und Bilder

8 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

9 ANHANG
9.1 ANHANG A - PROPAGANDAPLAKAT „ROSIE THE REVETER“
9.2 ANHANG B - DIVERSE PROPAGANDAPLAKATE MIT „ROSIE THE REVETER“
9.3 ANHANG C - LÖHNE UND SCHEIDUNGSRATEN
9.4 ANHANG D - ANWERBEARTIKEL DER WASP I
9.5 ANHANG E - ANWERBEARTIKEL DER WASP II
9.6 ANHANG F - ANWERBEPLAKATE DES WAC
9.7 ANHANG G - OVERSEAS CAP
9.8 ANHANG H - FIFINELLA
9.9 ANHANG I - LIFE-MAGAZIN ARTIKEL
9.10 ANHANG J - HOUSE RESOLUTION
9.11 ANHANG K - HOUSE RESOLUTION
9.12 ANHANG L - SENATE RESOLUTION
9.13 ANHANG M - ALLE WASP-FLUGZEUGTYPEN

1 Einleitung

1.1 Begr ü ndung des Interesses am Thema

Nach den Schrecken des Ersten Weltkrieges erholten sich die Vereinigten Staaten von Amerika allmählich und die zwanziger Jahre wurden so zu einer Zeit des Aufbruchs in jeglicher Hinsicht. Die Wirtschaft blühte auf und sorgte für eine positive Grundstimmung in der Gesellschaft. Durch diese positiven Bedingungen gelang es Männern wie Charles Lindbergh den Himmel zu erobern und auch Frauen forderten ihr Recht auf Partizipation auf allen gesellschaftlichen Ebenen ein, besonders jedoch in der Welt des Fliegens. Amelia Earhart, die erste Frau, die den Atlantik überflog, wurde zum Vorbild vieler Amerikanerinnen. Wie sie zog es mehr und mehr Frauen in ein Flugzeugcockpit. Diese Frauen waren somit ebenso an der Verbesserung der Flugzeugtechnik und der Luftnavigation beteiligt, wie ihre männlichen Kollegen.

Eine dieser Frauen war Jaqueline Cochran, die in den späten dreißiger Jahren viele Flugrekorde aufstellte und bereits damals begann, die Idee einer Frauenfliegerstaffel zu entwickeln. 1942 wurden schließlich die Women Air Force Service Pilots (WASP) gegründet, die unter anderem auch an der Weiterentwicklung der Flugtechnik innerhalb des Militärs beteiligt waren. Ihren Hauptanteil aber leisteten die WASP in der Ausbildung von Artillerieschützen sowie in der Überführung von Militärflugzeugen aller Art. Als erste weibliche militärische Flugzeugpiloten der amerikanischen Geschichte, wurden sie zu einem wichtigen Bestandteil in der Luftfahrthistorie. Sie waren, zusammen mit allen anderen im Militär dienenden Frauen in dieser Zeit, die Vorreiterinnen für die heutige Zusammensetzung des amerikanischen Militärs. Nach dem Zweiten Weltkrieg gerieten die WASP für über dreißig Jahre in Vergessenheit und wurden erst während der letzten zwei Jahrzehnte genauer erforscht. Dass in Deutschland und in anderen Ländern diese Gruppe überaus mutiger Frauen, ebenso wie die sehr hohe Beteiligung der Frauen am Zweiten Weltkrieg in den USA überhaupt, nur Fachwissenschaftlern bekannt scheint, begründet das Interesse am Thema der WASP. Im Folgenden soll daher der Zweite Weltkrieg in den USA aus der Sicht der Frauen, mit Fokus auf den Militärpilotinnen, betrachtet werden. Ferner soll aufgezeigt werden, dass diese Frauen einen wichtigen Beitrag zur Gleichberechtigungsbewegung der Frau im Militär geleistet haben.

1.2 Forschungsstand

In der historischen Forschung zur weiblichen Beteiligung im Militär während des Zweiten Weltkrieges spielen die WASP eine eher untergeordnete Rolle, da die Daten über diese Vereinigung rar beziehungsweise schwer zugänglich sind. Zumeist wird daher das Augenmerk auf die vier weiteren Frauenregimenter gerichtet, die bereits umfassend erforscht worden sind. Dies liegt zum einen daran, dass die Akten über die Air Force -Pilotinnen sehr lange unter Verschluss gehalten wurden und zum anderen, dass die Aufarbeitung der weiblichen Partizipation im Zweiten Weltkrieg sehr breit gefächert ist. Dennoch rückten die WASP zu Beginn der 1990er Jahre in den Mittelpunkt des Interesses der Historiker. Demnach ist der Werdegang des Pilotinnenprogramms sehr gut erforscht, allerdings gibt es immer noch wenige Veröffentlichungen, da man weiterhin mit dem Sammeln von Material beschäftigt ist.

Die Texas Women University (TWU) spielt bei der Erforschung eine besondere Rolle, da sie bereits ein öffentlich zugängliches Archiv im Internet bereitgestellt hat, in welchem sie Bilder, Dokumente und anderes Material sammelt. Darunter befinden sich auch Sammlungen an Interviews mit ehemaligen WASP, welche hier als Hauptquelle genutzt werden. Neben der TWU hat auch die University of North Carolina (UNC) ein Internetarchiv bereitgestellt, das ebenfalls Oral History -Dokumente und anderes wertvolles Material über WASP und die weiteren Frauenregimenter präsentiert. Dennoch existiert keine Auswertung der gesammelten Materialien beider Universitäten. Sie werden lediglich auf den Homepages digitalisiert und archiviert. Doch ist es durch diese Sammlungen überhaupt erst möglich so umfangreiches Material zusammenzutragen, sodass eine Abhandlung über die WASP entstehen konnte.

Somit wurden lediglich die historischen Fakten zusammengetragen, was eine Überprüfung der Aussagen der ehemaligen WASP aus deren Interviews erst ermöglichte. Die bisher publizierte Forschungsliteratur warf jedoch eine Frage auf, die bisher noch nicht gestellt wurde - die Frage nach der Motivation der Pilotinnen, zur Air Force1 zu gehen. Bislang fand dieses Thema wenig Beachtung, da man sich eher mit dem Werdegang der Pilotinnen in der Organisation der WASP beschäftigte, nicht aber mit den Pilotinnen selbst. Durch die veröffentlichten Oral History -Dokumente wird es nun möglich, die Motivationsfrage zu klären.

1.3 Quellen- und Literaturvorstellung

Die Primärliteratur dieser Arbeit besteht aus Militärdokumenten über die WASP beziehungsweise Originaldokumenten, die das weibliche Ausbildungsprogramm der Air Force betreffen, aus Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln über oder von WASP sowie aus neun Interviews und einer Autobiographie. Alle verwendeten Dokumente wurden den bereits genannten Internetarchiven der Univeristy of North Carolina und der Texas Women University entnommen und aus über 100 archivierten Interviews so ausgewählt, dass eine möglichst breite Vielfalt der Herkunft der ehemaligen WASP entsteht. Hierbei bilden die Interviews und die Autobiographie von Jean H. Cole2 die Hauptquellen, wobei an dieser Stelle darauf hingewiesen werden muss, dass die Interviews zum größten Teil in den 1990er Jahren bzw. ab dem Jahr 2000 gehalten wurden und daher die Aussagen der Frauen als reflektierender Rückblick auf die eigene Vergangenheit zu verstehen sind. Sie werden zur Analyse für die Hauptthese, dass die hier untersuchten Pilotinnen vor allem aus ihrer Flugpassion heraus der Air Force im Zweiten Weltkrieg beigetreten sind und nicht, wie bisher angenommen, aus Patriotismus, benutzt.

Zur Methodik wird die Lebensgeschichte der Betroffenen betrachtet und anhand gewonnener Erkenntnisse werden Schlussfolgerungen für die Motivation gezogen. Dabei soll die folgende Motivationsdefinition von Udo Rudolph die Grundlage für weitere Analysen bilden: „[Motivationen sind] Prozesse, die zielgerichtetes Verhalten auslösen und aufrecht erhalten.“3 Aus dieser Definition und aus den Aussagen der Interviewten selbst ergeben sich nun bestimmte Kriterien, an welchen sich die Motivation bezogen auf die WASP messen lässt und mit welchen dann eine Analyse erfolgt. Eine nähere Erklärung der Methodik ist zu Beginn des vierten Kapitels zu finden. Des Weiteren wird zur Analyse auch die Autobiographie von Cole herangezogen, die ebenso wie die Interviews methodisch ausgewertet wird.

Da leider wenig Sekundärliteratur zu dem Thema vorhanden ist, werden hier zehn Artikel verwendet, um die Geschichte der Frauen im Zweiten Weltkrieg nachzuvollziehen. Besonders Wanda Langleys „Flying Higher“4 und Amy Goodpaster Strebes „Flying for her Country“5 werden für die Rekonstruktion des WASP -Werdegangs benutzt werden, da dies die bisher einzigen Veröffentlichungen sind, die sich ausführlich mit den WASP beschäftigen. Aufgrund der Tatsache, dass es nur einen einzigen Artikel in deutscher Sprache von Susanne Schön6 gibt, in dem die WASP eine Rolle spielen, wird der Großteil der verwendeten Zitate in englischer Sprache wiedergegeben. Die übrige Sekundärliteratur wird zur Unterstützung der Hauptthese sowie der Erläuterung weiterer Thesen herangezogen.

1.4 Methodik und Herangehensweise

Zu Beginn der Abhandlung erfolgt ein historischer Überblick zur weiblichen Beteiligung an der amerikanischen Kriegsgeschichte. Dies soll erklären, wie eine derart ausgeprägte Öffnung des Militärs für Frauen im Verlauf des Zweiten Weltkrieges entstehen konnte. Daraus ergibt sich folgende These: Ohne diese Vorgeschichte und die Klärung der sozialen und politischen Umstände während der großen militärischen Zäsuren in der amerikanischen Geschichte wäre dieser Wandel nicht nachvollziehbar. Der Abschnitt soll daher klären, wie sich die Rolle der Frau vom Unabhängigkeitskrieg bis zum Zweiten Weltkrieg entwickelt hat und inwieweit Frauen in dieser Zeit Gleichberechtigung gegenüber Männern erfahren haben. Die Klärung der sozialen Umstände ist dabei von entscheidender Bedeutung, da sie auch im Zusammenhang mit der Öffnung des Militärs für das weibliche Geschlecht zu sehen sind. Das erste Kapitel schließt mit der Entwicklung der Frau im Zweiten Weltkrieg, wobei auf die speziellen militärischen Umstände eingegangen werden muss, da diese schließlich den Einsatz von Frauen als Hilfskräfte im Militär begünstigten.

Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Geschichte und dem Werdegang der WASP selbst, von der Gründung der Organisation bis zum umfangreichen Einsatz dieser Pilotinnen. Hierbei gilt es zu unterscheiden in: die Gründung der WASP, die Rekrutierung der Pilotinnen, die Ausbildung in Avenger Field (Texas) und den Einsatz auf verschiedenen Air Force -Basen innerhalb der USA. Um diese Entwicklung darstellen zu können, wird bereits an dieser Stelle auf die Interviews sowie die Autobiographie Bezug genommen. Des Weiteren kommen vor allem die Veröffentlichungen von Langley und Strebe zum Einsatz, die eine wichtige Hilfestellung zur Chronologisierung der WASP leisten. Zur Erläuterung der Gründungsphase des Programms wird besonderer Bezug auf das Leben von Jackie Cochran genommen - die Gründerin der WASP. So kann nachvollzogen werden, wie es zu der Idee einer weiblichen Fliegerstaffel kam. In den Unterpunkten zur Rekrutierung und zur Ausbildung soll auf die permanente Änderung der Rekrutierungsbestimmungen sowie der Ausbildungsbedingungen für die WASP eingegangen werden. Hierdurch wird der Fokus auf die Probleme dieser Pilotinnen gelenkt. Der letzte Unterpunkt des zweiten Kapitels stellt den Einsatz der Frauen, die Erweiterung ihres Aufgabengebietes auf alle Air Force -Fluggeräte sowie die Unterbringungsbedingungen und den respektvollen bis diskriminierenden, oder sogar sabotierenden, Umgang von männlichem Flugpersonal auf den Air Force -Basen selbst dar.

Der dritte Abschnitt bildet zusammen mit dem zweiten den Kern der Abhandlung. Hier soll auf die Hauptthese, also den Motivationsfaktor zur Air Force zu gehen, eingegangen werden. Zunächst werden die verwendeten Interviews anhand von Kurzbiographien sowie die Autobiographie von Jean H. Cole vorgestellt. Danach folgen die Klärung der Methode, mit welcher die Interviews analysiert werden, sowie das Erläutern und eine tabellarische Auflistung der Motivationskriterien in Bezug auf die einzelnen Interviews. Als letzter Schwerpunkt in diesem Abschnitt erfolgt die Auswertung und Interpretation der gewonnen Ergebnisse aus der vorangegangen Analyse sowie die Darstellung relevanter Schlussfolgerungen.

Der vierte und letzte Abschnitt ist unterteilt in zwei Unterpunkte. Der erste Unterpunkt beschäftigt sich mit der Auflösung des WASP -Programms. Dabei soll die These, dass die besonderen Umstände im Jahr 1944, wie die negative Presse, die Rückkehr von Kriegspiloten, der Ramspeck-Bericht und ähnliches, zur Entlassung der WASP führten, belegt werden. Der zweite Unterpunkt erläutert den weiteren Werdegang der ehemaligen WASP nach dem Krieg. Hierbei muss festgehalten werden unter welchen komplizierten Umständen die Pilotinnen schließlich ihre Militarisierung7 und den damit verbundenen Veteranenstatus erreichen konnten. Des Weiteren soll der lange Weg aus der Vergessenheit bis hin zum derzeitigen historischen Interesse an den WASP begründet werden. Abschließend werden die Thesen aufgegriffen und mit den gewonnenen Erkenntnissen belegt.

2 Die Veränderung der Frauenrolle in der Amerikanischen Militärgeschichte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges

2.1 Vom Unabh ä ngigkeits- bis zum B ü rgerkrieg

Durch die Zeitalter der Menschheit hinweg, wurden immer wieder Kriege geführt, um neue Territorien zu erobern, Macht auszuüben oder um ideologische beziehungsweise religiöse Ziele umzusetzen. Dabei war das soziale Gefüge in Kriegszeiten in den meisten Völkern der Erde so verteilt, dass die Männer in den Krieg ziehen mussten während die Frauen zu Hause auf seine Rückkehr warten und Heim sowie Kinder hüten sollten. Demnach wurde das Militär als eine absolut männliche Institution gegründet und blieb eine prototypische Männerdomäne bis in das zwanzigste Jahrhundert hinein. Jeder Krieg forderte von der gesamten Bevölkerung Einschränkungen, wie etwa die Rationierung von Nahrungsmitteln und Rohstoffen sowie eine starke Beeinträchtigung des bisherigen Lebensstils in jeglicher Hinsicht. Dies gilt besonders nach dem siebzehnten Jahrhundert in Europa und nach dem achtzehnten Jahrhundert in Nordamerika.8

Die Tatsache, dass die Männer in die Schlacht zogen und die Frauen ihre Arbeit übernehmen mussten, führte oft zu Modifikationen innerhalb der Geschlechterrollen für die Dauer des Krieges und führte schließlich zur heutigen Gleichberechtigung der Frauen auf allen Ebenen - auch im Militär. Viele Gesellschaften setzten die Bereitschaft der Frauen voraus, Teile der Arbeit der männlichen Bevölkerung zu übernehmen oder gar im Notfall das eigene Heim gegen den Feind zu verteidigen, ohne dies zu hinterfragen. In Nordamerika ebenso wie in anderen Ländern bildete sich diese Modifikation der Geschlechterrolle in einem längerfristigen Prozess heraus. Die Veränderung der Stellung der Frau in Kriegszeiten - von der H ü terin von Heim und Herd zu einer aktiven Teilnehmerin am militärischen Kriegsgeschehen - entwickelte sich hier vom Unabhängigkeitskrieg bis zu heutigen militärischen Konflikten weltweit mit US-Beteiligung.9 Durch die Knappheit an Männern an der Heimatfront wurde die jeweilige Regierung dazu gezwungen, seine weiblichen Einwohner zu ermutigen „[…] to do things [in wartime] that are closed to them in peace.“10

Der Begriff der Heimatfront bedeutet, aufgrund der Zusammensetzung aus den Worten Heimat - dem Bereich der Frau - und Front - dem Bereich des Mannes, dass von Frauen erwartet wird, ihr Heim zu verlassen und Aufgaben der abwesenden Männer zu übernehmen.11 Somit beschreibt also das Wort Heimatfront die Beziehung zwischen Krieg und der weiblichen Bevölkerung, was besonders in dieser Abhandlung hervorgehoben werden muss, da die Heimatfront in der US-Geschichte eine ganz besondere Rolle gespielt hat.12 So wurde die Beziehung zwischen der Rolle der Frau und dem Krieg in den verschiedenen Jahrhunderten der amerikanischen Geschichte mehreren Veränderungen unterworfen. Zu Beginn des Unabhängigkeitskrieges (1775-1783) war es die Hauptaufgabe der Frau die Höfe und Plantagen weiter zu führen und die Familie zu versorgen. Im weiteren Verlauf des Krieges wurden, durch die flächendeckende Ausdehnung des Kriegsgeschehens, Frauen dazu gezwungen die Kriegerrolle einzunehmen, um ihre Familie sowie ihr Eigentum zu verteidigen. Dabei gab es allerdings Frauen, die mehr wollten als nur Haus, Hof und Kinder zu beschützen, sie wollten sich am Krieg aktiv beteiligen, meist aus abenteuerlustigen sowie patriotischen Gründen. Für einen solchen Aktivismus dieser Frauen, gab es nur eine einzige Möglichkeit, sich am Kriegsgeschehen auf dem Schlachtfeld zu beteiligen, und zwar sich als Männer zu verkleiden.13

Die Geschichte der Molly Pitcher nimmt hierbei eine beispielhafte Rolle ein. 1778 stand George Washington mit seinen Truppen vor Monmouth und versuchte die Engländer in die Flucht zu schlagen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Molly’s Mann, John Hays, unter den Soldaten George Washingtons. Aufgrund der Nähe zum Schlachtfeld wurden Verwundete und Tote auf die Farm von Molly Pitcher gebracht. Sie nahm sich der Verwundeten an und versorgte die Verletzten mit einem Krug Wasser sowie Verbandsmaterial. Dadurch erhielt sie den Beinamen „Pitcher“14. Da sich ihr Ehemann ebenfalls unter den Verletzten befand, entschloss sich Molly Pitcher dazu, die Flinte ihres Mannes zu ergreifen und in dessen Uniform auf die englischen Truppen zu feuern. Vermutlich tat sie dies einerseits, um ihr Heim, die Verwundeten und somit auch ihren Mann zu schützen, andererseits um den Platz ihres Mannes als Geschützsoldat einzunehmen. Dies kann man aus der Tatsache schließen, dass sie auf dem Platz ihres Mannes blieb bis sie von einem Artillerie-Soldaten kurz vor Ende der Schlacht abgelöst wurde. So wurde Molly Pitcher also von außen zur Verkleidung mehr oder minder gezwungen.15

Molly Pitcher war allerdings keine Ausnahme. Während des Unabhängigkeitskrieges und auch im Amerikanisch-Mexikanischen Krieg (1846-1848) waren Frauen immer häufiger ein Teil der Armeen, jedoch in der Regel meist nicht als aktive Soldatinnen, sondern als Köchinnen, Wäschereikräfte, Näherinnen oder als Krankenschwestern. Mehr und mehr wurden sie zu einem festen Bestandteil in Washingtons Truppen, egal ob auf dem Feld oder in den Garnisonen. Sie wurden als Zivilistinnen angestellt und erhielten ein regelmäßiges Entgelt. Besonders anzumerken ist, dass man niemals daran dachte diese Frauen als reguläres Servicepersonal zu rekrutieren, da dies gegen die traditionellen Vorstellungen bezüglich des Militärs, als rein maskuline Vereinigung angesehen wurde.16

Ein weiteres Beispiel einer Frau, die sich maskierte um im Krieg zu kämpfen war Deborah Samson. Sie verkleidete sich nicht aus der Not heraus als Mann, wie es Molly Pitcher tat, sondern ganz bewusst, um in der Armee kämpfen zu können. Deborah Samson trat 1780 dem vierten Massachusetts Regiment unter dem Namen Robert Shirtliffe bei. Sie diente in diesem Regiment drei Jahre lang, was die These ihres willentlichen und bewussten Eintretens in die Armee unterstützt. Entdeckt wurde Samson erst, als sie mit Fieber in ein Lazarett eingewiesen wurde. Durch die schwierige Quellenlage aus der Zeit des Unabhängigkeitskrieges ist es leider nicht möglich herauszufinden, wie viele Frauen sich in Verkleidung im Militär den englischen Truppen aktiv entgegenstellten, oder wie viele Männer überhaupt genau in dieser Zeit in der Continental Army dienten. Klar ist jedoch, dass es Frauen gab, die sich für den Kriegsdienst interessierten und diesen auch leisten wollten, auch wenn dies bedeutete, als Mann auftreten zu müssen.17

Ferner wurde der offizielle Einsatz der Frau in Kriegszeiten noch im amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) ausgedehnt. Schwarze wie weiße Frauen dienten der Armee als Saboteure, Kundschafter und Kuriere.18 „They blew up bridges, cut telegraph wires, burned arsenals and warehouses, and helped prisoners and slaves escape.”19 Auch in diesem Krieg dienten Frauen getarnt als Männer an der Front, allerdings in viel größerer Zahl als in den Kriegen davor. Man schätzt, dass etwa 400 afroamerikanische und amerikanische Frauen in Männerkleidung in den Armeen beider Seiten dienten. Eines der berühmtesten Beispiele hierfür war Anna Carol. Sie schaffte es zur Kriegsstrategin und entwickelte zusammen mit Ulysses S. Grant die Vorgehensweise in der Schlacht um Tennessee, welche einen Wendepunkt im Bürgerkrieg darstellte.20

Kurios war hingegen der militärische Werdegang von Loretta Velasques. Als ihr Ehemann eingezogen wurde, verkleidete sie sich als Mann und trat einem Regiment Freiwilliger bei, welches sie kurze Zeit später leitete. Erst durch eine Verwundung wurde sie enttarnt, was sie allerdings nicht daran hinderte, weiter ihren Weg im Militär zu gehen. Kurz darauf meldete sie sich wieder mit falscher Identität als Infanterist und verfolgte später eine Karriere in der Kavallerie. Während einer Schlacht wurde sie abermals verletzt und wieder enttarnt. Nachdem sie die Botschaft vom Tode ihres Mannes erhielt, machte sie sich auf in den Westen der USA, um nach Gold zu graben. Loretta Velasques muss demnach eine besonders willensstarke Frau gewesen sein, da sie den Militärdienst offensichtlich nicht aus Not heraus gewählt hatte.21

Dennoch kann man davon ausgehen, dass die Not des Krieges diesen Frauen Wege ermöglichte, die es in Friedenszeiten wohl nicht gegeben hätte. Ein weiteres Beispiel für die katalysatorische Kraft des Krieges, für die Erweiterung weiblicher Freiheiten, beschreibt die Öffnung des Militärs für Krankenschwestern als reguläre militärische Einheiten während des Bürgerkrieges. Durch die hohen Verlust- und Verwundetenraten wurden immer mehr Frauen gebeten, in den Lazaretten zu helfen, oder sie meldeten sich freiwillig.22 Deshalb schlossen sich auch Frauen als Sanitäterinnen in Organisationen zusammen. 1861 wurde die Women ’ s Central Association of Relief in den Nordstaaten ins Leben gerufen. Dieser Bund organisierte Hilfe für die Unions-Armee und koordinierte den Einsatz von Krankenschwestern. Etwas später wurde von der Armee die Sanitary Mission gegründet, die sowohl den Einsatz der Krankenschwestern organisierte, als auch die Krankenpflege, Ausrüstung und Nachschub für die Lazarette sammelte und versuchte die Bedingungen in Lazaretten zu verbessern. Diese Organisationen wurden aber auch gegründet sich eines großen Klischees zu entledigen. Dieses bestand darin, dass die Gesellschaft keinen Unterschied zwischen Krankenschwestern und Marketenderinnen (engl. camp followers) machte, die den Armeezügen folgten und für alle Bedürfnisse der Männer sorgten, auch den sexuellen. Den Schwestern wurde somit unterstellt sie würden sich mit Soldaten beziehungsweise mit Kommandeuren einlassen. Dies war nur äußerst selten der Fall. In den genannten Schwesternorganisationen versuchte man solche Liaisons zu unterbinden und auch diesem Klischee entgegen zu treten, indem man zeigen konnte, wie professionell man die Lazarette führte.23

Die Rolle der Frau im Militär änderte sich in den nächsten Jahrzehnten nur geringfügig. Erst im ersten weltumfassenden Krieg wurde die Rolle der Frau im Militär erweitert und erreichte im Zweiten Weltkrieg zunächst ihren größten Höhepunkt.

2.2 Der Erste Weltkrieg

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wurden Frauen hauptsächlich als Ehefrauen und Mütter wahrgenommen, von ihrem Ehemann in finanzieller und gesellschaftlicher Hinsicht abhängig. Alles orientierte sich an Männern: die Arbeitswelt, die Regierung, die Gesellschaft und das Militär. Frauen wurde es in jeglicher Hinsicht sehr schwer gemacht, am öffentlichen Leben teilzunehmen und sich zu engagieren. Erst durch die Industrielle Revolution, wurde Frauen einerseits der Zugang zur Arbeitswelt und andererseits die Teilnahme an gesellschaftlichen Ereignissen ermöglicht. Besonders in den unteren sozialen Bevölkerungsschichten wurden Frauen finanziell mehr oder minder dazu gezwungen, das Heim zu verlassen und sich eine Stellung zu suchen, um die Familie mit zu ernähren. Jedoch wurden Arbeitsplätze an Frauen nur in bestimmten, „frauentypischen“ Berufsfeldern vergeben, die schlecht bezahlt und mit geringen Aufstiegsmöglichkeiten versehen waren. Diese Berufsfelder waren vorwiegend in der Leichtindustrie sowie im Service- und Verwaltungsbereich angesiedelt. In der breiten Öffentlichkeit wurden diese Frauen bezichtigt, ihre Familien im Stich zu lassen, oder ihren Männern, den eigentlichen Ernährern, die Arbeitsplätze streitig zu machen. Doch trotz dieser Diskriminierung erwarben die Frauen, die in dieser Zeit Arbeit finden konnten, neue Fähigkeiten, wodurch sie für eine bald folgende Krise zur Arbeitsreserve der USA werden sollten.24

In Europa breitete sich der Imperialismus aus und die Großmächte, wie Großbritannien, Russland, Frankreich, Österreich-Ungarn und das Deutsche Reich, gerieten wegen Gebietsstreitigkeiten immer mehr aneinander. Hinzu kam die scheiternde Bismarcksche Bündnispolitik zwischen diesen Staaten, die von Kaiser Wilhelm II ignoriert und unterwandert wurde. So entstanden immer mehr Vertragsbrüche und es entwickelten sich vereinzelte kleinere Kriege. Durch weitere außenpolitische Fehltritte des deutschen Kaisers und unverhältnismäßiger Reaktion der anderen Großmächte auf diese Fehltritte, entstand eine europäische Krise, die sich durch den vorherrschenden Imperialismus bald auf die ganze Welt ausbreiten sollte. Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Frau am 28. Juni 1914 in Serbien löste eine Kettenreaktion aus, die erst zur Kriegserklärung Österreich-Ungarns gegen Serbien und schließlich zur Kriegserklärung des Deutschen Reiches gegen die anderen europäischen Staaten führte. So brach der Erste Weltkrieg 1914 aus, der sich zum verlustreichsten und grausamsten Krieg entwickelte, den die Welt bisher gesehen hatte. 1917 trat schließlich die USA dem Krieg bei, da der damalige Präsident Woodrow Wilson die Amerikanische Handels- und Sicherheitspolitik endgültig in Gefahr sah.25

Der Krieg löste anfangs in weiten Teilen der beteiligten europäischen Länder eine Kriegseuphorie sowie eine Welle des Patriotismus aus, wobei Tausende von Männern aller Altersgruppen sich freiwillig für den Kriegsdienst meldeten ohne zu wissen, was sie wirklich auf den Schlachtfeldern Europas erwartete. Auf Plakaten und Zügen las man oft den Schmähspruch „Jeder Schuss ein Russ, jeder Tritt ein Britt, jeder Stoß ein Franzos.“26 Diese Kriegseuphorie verflog, nachdem die ersten sehr hohen Verlustmeldungen eintrafen und die Frauen zu Hause jeden Tag fürchten mussten vom Tod ihrer männlichen Angehörigen zu erfahren. Durch die hohen Verluste auf den Schlachtfeldern, mussten die Regierungen der europäischen Beteiligten ab 1915 auf ihre letzte Reserve zurückgreifen - Frauen. Diese hatten sich jetzt in den Rüstungsfabriken zu melden und das Militär mit Munition, Gerätschaften sowie Lebensmitteln und Material auszustatten - Arbeiten, die sonst von Männern ausgeführt wurden. Dies war die erste große Mobilisierungswelle für Frauen in der Geschichte der Kriegsindustrie.27

Auch die USA mussten ihre Frauen mobilisieren, um den Anforderungen der Kriegsindustrie gerecht zu werden. Ende 1917 war die Not an Personal und Soldaten so hoch geworden, dass es viele Missstände gab, sowohl in der freien Wirtschaft, als auch im Militär. Da viele Männer an der Front benötigt wurden, war die US-Marine so knapp an Büropersonal, dass sie erwog, Frauen als Bürokräfte einzustellen. Man durchforschte die Marinegesetze, um nach einer geeigneten Lösung zu suchen, wie man Frauen in die Marine integrieren konnte. Marineminister Josephus Daniels fand schließlich heraus, dass es kein Gesetz gab, indem stand, dass ein Schreibstubenunteroffizier (Engl. yeoman) ein Mann sein musste.28 Daher veranlasste das Marineministerium die Anwerbung von Frauen in die Marine Reserve. Zirka 13.000 Frauen folgten dem Aufruf. So wurde das erste Frauenkorps der Marine gegründet, welches man als yeoman F 29 bezeichnete, intern auch Marinettes oder Yeomanettes genannt. Diese Frauen arbeiteten vorwiegend als Telefonistinnen, Schreibkräfte, Sekretärinnen oder Stenotypistinnen aber mit vollem militärischem Status, Rang und Uniform. Da dies von Seiten des Militärs als eine Übergangslösung betrachtet wurde, wurden die yeoman F nach dem Krieg demobilisiert, genauso wie andere Frauen, die bereits auf ziviler Basis als Köchinnen, oder in der Wäscherei im Militär tätig waren. Allerdings waren die ersten Frauen in Uniform nicht die Marinettes. 1901 wurde bereits der Armed Nurse Corps gegründet und 1908 der Navy Nurse Corps. Anders als die Krankenschwesternorganisationen aus dem Bürgerkrieg, wurden diese Regimenter nicht in Kriegszeiten gegründet und wurden deshalb auch nicht nach einer Kriegssituation aufgelöst. Damit bleiben die Schwesternregimenter die einzigen ständigen uniformierten weiblichen Einheiten im US-Militär.30

Die Öffnung des Militärs für Frauen im Ersten Weltkrieg ebenso wie die sich auf dem Vormarsch befindende Frauenrechtsbewegung, zogen eine Welle der Lockerung des sozialen Rollenverständnisses der Frau nach sich. Somit konnte der Krieg für Frauen erreichen „[…] what peace and reason failed to do.“31 1920 erhielten Frauen in allen Bundesstaaten der USA das Recht zu wählen, womit sich ein großer Teil der Emanzipation der amerikanischen Frau in den zwanziger Jahren vollzog.32 So passte sich einerseits die Mode der modernen Frau, mit kürzeren Röcken und Haarschnitten an und andererseits wurde die Arbeitswelt toleranter gegenüber Frauen, besonders im Bereich der Büro- und Schreibarbeit.33 Einige dieser Arbeitssektoren wurden sogar ausschließlich mit Frauen besetzt. Dies wurde zum einen durch die fehlenden männlichen Arbeiter bewirkt, die entweder gefallen oder arbeitsunfähig waren, und zum anderen durch die kurzfristige Öffnung des Militärs am Beispiel Marinettes. Da das Militär seit jeher als die Männerdomäne schlechthin angesehen wurde, war früher allein der Gedanke, Frauen ins Militär aufzunehmen, äußerst abwegig. Die Personalnot bescherte nun den Frauen den Zugang zum Militär, sei es auch auf nichtkombattanter Basis. Dieser Entwicklung wirkte deshalb als Katalysator für mehr Freiheiten für Frauen auf allen Sektoren des Lebens.34

Trotz der jetzt toleranteren Einstellung gegenüber Frauen wurde die Öffnung der Marine im Großen und Ganzen vom Kriegsministerium ignoriert. Man wusste um die Not der Marine, aber dies schien das Einrichten der Marinettes nicht zu rechtfertigen. Die Gegner der yeomen F, wie der Kriegsminister Newton D. Baker selbst, hielten das Vorgehen der Marine für „[…] unwise, undesirable, and exceedingly ill-advised.“35 Man zweifelte an den mentalen, moralischen und körperlichen Fähigkeiten der Frauen, weshalb sie von vornherein als nicht geeignet für den schweren Militärdienst galten: „[only persons] physically, mentally and morally qualified [could be appointed].“36 Genau aus diesen Gründen wurde der weitere Dienst von Frauen im Militär verweigert und nach dem Krieg alle weiblichen Einheiten entlassen, ohne einen Veteranenstatus zu erhalten.37

Als nach 1929 die Wirtschaftskrise über die USA hereinbrach, wurden Frauen erneut mit den alten Werten und Normen aus den Vor-Zwanzigern konfrontiert und verglichen. Die Frau sollte sich wieder der Kindererziehung und dem Hausalt widmen. Dies geschah aus zwei Gründen: erstens wurden die Arbeitsplätze immer knapper, gerade im Bürosektor und zweitens suchten mehr und mehr Männer eine Stellung, um ihre Familien zu ernähren, was von den verbreiteten Vorstellungen von der Verteilung der Geschlechterrollen, dass Männer für den Unterhalt der Familien aufkommen sollten und nicht Frauen, begleitet wurde. Somit wurden Frauen, die bereits eine Karriere begonnen hatten entlassen, um Platz für Männer zu machen.

Die allgemeine Meinung lautete: „[…] a woman’s place is in the home.“38 Frauen, die während der Great Depression aus finanziellen Gründen arbeiten mussten, egal ob verheiratet oder nicht, wurden als „[…] selfish and greedy women […]“39 angesehen, „[…] who took jobs away from the male breadwinners.“40 Besonders verheiratete Frauen litten unter zunehmender Diskriminierung, wenn sie arbeiten gingen. Die Lage in den frühen Dreißiger Jahren, führte zu einem Rückgang in den Geburtenraten und einer Erhöhung der Verlobungslösungen.41 Aufgrund dieser Statistiken ergab eine Umfrage 1936, dass 82 Prozent der Befragten glaubten, dass Frauen mit berufstätigen Ehemännern nicht selbst arbeiten sollten. Dennoch gingen mehr und mehr Frauen arbeiten - der familiären finanziellen Notlage wegen. Der Anteil an Frauen am Gesamtarbeitsmarkt stieg in den dreißiger Jahren von 22 auf 25 Prozent und der verheirateter Frauen sogar von 29 auf 35,5 Prozent.42 Diese Erhöhung ist auf die Geschlechtertrennung in den einzelnen Arbeitssektoren zurückzuführen, sodass sich Männer und Frauen selten um dieselben Berufe bewarben. Neben der Separierung von Arbeitsplätzen fiel auch das Einkommen von Frauen und Männern unterschiedlich aus. 1939 verdiente ein Mann im Durchschnitt $962 und eine Frau $568.43 Die Unterscheidung in den Löhnen und Berufen wurde offensichtlich mit der Ansicht gerechtfertigt, dass Männer traditionellerweise die Hauptverdiener in den Familien bleiben mussten und auch mit der Vorstellung, dass Frauen körperlich sowie geistig nicht in der Lage wären bestimmte Aufgaben auszuführen.44

Viele Frauen empfanden dies als ungerecht. Deshalb wurden nun Frauenvereinigungen gegründet, wie die National Women ’ s Trade Union League, das Women ’ s Bureau of the Department of Labor, oder die National Women ’ s Party, die die Rechte von arbeitenden Frauen verteidigten. Sie machten auf die Ungerechtigkeit der Lohnverteilung aufmerksam sowie auf die Diskriminierung von verheirateten Arbeiterinnen. Daraufhin verabschiedeten einige Staaten Gesetze für den Schutz der verheirateten Frau am Arbeitsplatz. Dennoch hielt die frauenfeindliche Stimmung an, besonders gegen arbeitende Ehefrauen und Mütter. Sie wurde auch bis Anfang der Vierziger Jahre beibehalten, bis ein neuer Krieg in Europa ausbrach, der sich wiederum auf die Vereinigten Staaten auswirken sollte.45

2.3 Der Zweite Weltkrieg

2.3.1 Von der Hausfrau und Mutter zur Nationalheldin

Zu Beginn der 1940er Jahre war das Augenmerk Amerikas wieder einmal auf Mitteleuropa gerichtet, besonders auf Deutschland, wo Adolf Hitler vermehrt Vorbereitungen für einen Krieg traf. Die ersten Signale für die Kriegsanstrengungen Deutschlands wurden bei den Olympischen Spielen 1936 sichtbar, an welchen auch die USA teilnahm. Als schließlich Hitler im September 1939 Polen angriff, war die Intention Deutschlands klar. Ein zweiter weltumfassender Krieg war nur noch eine Frage der Zeit. Seit diesem Zeitpunkt wurden in Amerika Anstrengungen für eine eventuelle Mobilisierung auf wirtschaftlicher, sozialer, politischer und militärischer Ebene unternommen. Nachdem, am 1. Juli 1940 die ersten Bomben auf England niedergingen, wurden die Kriegsvorbereitungsmaßnahmen in den USA verdoppelt.46

Da die amerikanische Bevölkerung nicht bereit war, ihre Männer in einen neuen Krieg zu schicken, entwickelte sich ein Isolationismus, den der damalige Präsident Franklin D. Roosevelt zu umgehen suchte. Um die Vereinigten Staaten auf einen kommenden Krieg vorzubereiten, musste der Präsident äußerst vorsichtig vorgehen, indem er 1939 die Neutralisationsgesetzgebung lockerte, um kurzfristig Kredite für die Produktion von Kriegsmaterial an die Industrie gewährleisten zu können. Nach der Niederlage Frankreichs 1940 bewilligte der Kongress 4 Millionen Dollar für die allgemeine Aufrüstung, was den Übergang von der Neutralität zur sogenannten „Nichtkriegführung“ bedeutete. Nun wurde mehr Gewicht auf die Außenpolitik gelegt. Deshalb schloss Roosevelt schon im März 1941 den Land-Lease-Act mit Großbritannien, Frankreich und anderen europäischen Staaten, in dem sich die USA bereit erklärte, genannten Staaten Kriegsmaterial zu verkaufen oder zu verleihen. Dies bedeutete gleichzeitig eine wirtschaftliche Kriegserklärung an Deutschland.47

Der Isolationismus in den USA wurde erst unterbrochen, als die Japaner am 7. Dezember 1941 einen Angriff auf Pearl Harbor, die Basis der US- Pazifikflotte auf Hawaii, vollzogen. Bei diesem Angriff wurden nicht nur acht Schlachtschiffe und drei Zerstörer versenkt.48 Der amerikanische Glaube, dass dieser Krieg keinen Einfluss auf Amerika haben könne und auf anderen Schlachtfeldern als dem amerikanischen Festland stattfinden würde, wurde tiefgreifend erschüttert. Von nun an änderte sich die Stimmung innerhalb der amerikanischen Bevölkerung von einer kategorischen Kriegsablehnung zum Willen zur Kriegsbeteiligung praktisch „über Nacht.“49 Am 8. Dezember, einem Tag nach Pearl Harbor, erklärte Amerika Japan den Krieg und am 11. Dezember auch Italien und Deutschland.50

Nun begann die offizielle Mobilisierung „[…] mit Ziel, die amerikanische Bevölkerung in ihrer ganzen Breite und über soziale und ethnische Grenzen hinweg in ihrer Kriegsunterstützung zu einen.“51 Zu diesem Zweck wurden „[…] unzählige Behörden und Kommissionen ins Leben gerufen, um nahezu jede Facette des amerikanischen Lebens zu regulieren.“52 Dies geschah bereits 1940, wurde aber ab 1941 intensiviert. Da es keine offizielle organisierte Opposition gegen den Kriegsbeitritt und auch nur vereinzelte Proteste gegen die Maßnahmen dieser Behörden gab, kann man davon ausgehen, dass der Großteil der Bevölkerung die Entscheidungen der Regierung akzeptierte. Zu solchen Behörden zählten unter anderem das Civilian Conservation Corps (CCC), das Works Project Administration (WPA), oder das Office of Civilian Defense (OCD), die oft erweiterte New Deal- Behörden mit verbesserter Organisation waren, sodass sie sogar 1942 für Vollbeschäftigung sorgten.53 Diese Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, ihrer Arbeit nachzugehen, soviel wie möglich zu sparen, fleißig War Bonds (Kriegsanleihen) zu kaufen und Victory Gardens (Haushaltsg ä rten zur Selbstversorgung) anzulegen. Eine besondere Rolle spielten hierbei die Frauen. Sie wurden nun zur Stütze der amerikanischen Bevölkerung in jeglicher Hinsicht erklärt. Einerseits war die ideale Frau vorrangig Hausfrau und Mutter, die sich um ihren Mann, die Erziehung der Kinder und um den Haushalt kümmert. Sie soll gebildet sein und ihren Mann optimal unterstützen, dessen Weg ebnen und von allen häuslichen Sorgen entbinden. Andererseits sollte sie sich freiwilligen Organisationen, wie dem Roten Kreuz, dem American Women ’ s Voluntary Service oder der United Service Organisation (USO), anschließen, um dort an Schulen, in Krankenhäusern und bei der Luftüberwachung tätig zu werden.54 Die weiblichen Freiwilligen konnten so mit Sammelaktionen und Tipps, zum Beispiel über Konservierung der Lebensmittel, für Erleichterung der Bürden sorgen, die durch Engpässen in der Versorgung der Bevölkerung bei Unterbringungsmöglichkeiten, Nahrung und Kleidung entstanden.55

Genauso wie im Ersten Weltkrieg befand sich nun ein Großteil der Männer entweder im Krieg, oder in der militärischen Ausbildung. Deshalb mussten die Frauen, über ihre Hausfrauenrolle hinausgehend, die Arbeit der Männer zeitweise übernehmen. Frauen sollten sich jetzt freiwillig in den Fabriken, der Industrie oder in Betrieben zur Arbeit melden. Sogleich meldeten sich 750.000 weibliche Freiwillige, von denen allerdings nur 80.000 eingestellt wurden.56 Die männlichen Arbeitgeber taten sich äußerst schwer Frauen, besonders verheiratete Frauen, einzustellen, da es immer noch als verwerflich galt, als Frau zu arbeiten, weil der Mann die Familie zu versorgen hatte. Um diese Tatsache zu ändern, wurde das Office of War Information (OWI) gegründet. Diese Behörde sollte zwar dafür sorgen, dass sich die Meinung der Bevölkerung über arbeitende Frauen zum Wohle aller änderte, aber sie trat dabei auch eine ganze Flut an Kurzfilmen, Comics, Radiosendungen und nicht zuletzt an Plakaten los, die die Propagandamaßnahmen anderer Länder zu dieser Zeit in den Schatten stellte. Demnach sollte die amerikanische Hausfrau, als Zentrum der Familie, weiterhin im Mittelpunkt stehen, allerdings für die Zeit des Krieges ihre Küchenschürze gegen einen Blaumann eintauschen.57

Um dieses Umdenken zu erreichen, begann das OWI zunächst mit einer Slogankampagne, welche die Frau im Overall attraktiv für die Durchschnittshausfrau erscheinen lassen sollte: „Glamour in Overalls - War work draws women“58 oder „The more women at work, the sooner we’ll win.“59 Indem man die Industriearbeit mit der Hausarbeit verglich, wurde die Kriegsarbeit so für Frauen lukrativ gemacht und als „[…] pleasant and as easy as running a sewing machine“60 eingestuft. So wurde suggeriert, dass man mit einer Arbeitstelle Leben retten könne, was in diesem Sinne natürlich übertrieben war, da bei einem Krieg diesen Ausmaßes immer mehr Männer sterben, als dass sie durch die Kriegsarbeit einer Frau ersetzt werden könnte. Zwar konnte man durch einen war job dazu beitragen, dass die Soldaten mit genügend Material versorgt waren, aber ein Leben konnte man dadurch wohl nicht retten. Trotz dieser Übertreibung, gelang es dem Propagandaministerium an den Patriotismus der Bevölkerung zu appellieren und durch das Hervorheben der finanziellen Vorzüge eines Kriegsjobs besonders Frauen dazu zu ermutigen in die Fabriken zu gehen.61

Die Propagandabehörden übertrieben allerdings, als sie Frauen, die sich noch nicht für eine Arbeit meldeten, als Drückebergerinnen bezeichneten, in dem man sagte, dass die „[…] weibliche Bevölkerung zwar von der Notwendigkeit ihrer Einsatzbereitschaft wisse, dennoch sei sie ungern bereit, tatsächlich kriegsrelevante Jobs zu übernehmen.“62 Des Weiteren versuchte das OWI durch umgekehrte Aussagen einen war job für Frauen lukrativ zu machen. So behauptete das OWI, dass Frauen sich nicht melden würden, weil sie eventuell von ihren Nachbarn auf Grund der traditionellen Rolle der Frau als Hausfrau und Mutter diskriminiert werden würden. Um dem entgegenzuwirken wurde propagiert, dass es sogar die Nachbarn als verwerflich empfinden würden, wenn Frauen nicht arbeiten gingen.63

Diese Kampagne verband man mit dem Anliegen, Männer zu überzeugen, die sich immer noch negativ gegen Frauenarbeit äußerten. Man versuchte Männern klar zu machen, dass es völlig natürlich sei, wenn Frauen arbeiten gingen, da es die Notsituation erforderte. Der Slogan „they are working by tradition“64 fand dabei großen Anklang. Somit wurde es möglich, dass die traditionelle Rolle der Frau unangetastet blieb, obwohl die weiblichen Möglichkeiten sich stark vergrößerten. Denn erstens sollten Frauen nur für die Zeit des Krieges die Männer ersetzen.65 Zweitens sollten Frauen auf jeden Fall ihre Weiblichkeit beibehalten, obwohl sie auch in der Schwerindustrie arbeiteten, was durch speziell inszenierte Propagandafotos von weiblichen, immer auf ihr Äußeres achtenden Arbeiterinnen erreicht wurde.66 Drittens wurde ihre Arbeitswilligkeit betont, indem man Frauen patriotische und familiäre Motive zusprach, um ihre Männer schneller nach Hause zu bringen.67

Die Mitglieder der Regierung schienen sich dabei völlig einig zu sein, dass man das Ziel einer ausreichenden Kriegswirtschaft und einer zufriedenen Bevölkerung nur erreichen konnte, wenn Frauen arbeiten gingen, aber dabei nicht zu viel ihrer Weiblichkeit einbüßten. Deshalb ist auch auf vielen Plakaten und in den meisten Propagandafilmen die Rede von „glamour as usual.“68 So sollte die Bevölkerung die Frauenarbeit mit etwas Positivem verbinden und sie als ruhmreich für die Nation empfinden. Um dies zu unterstreichen, versuchte man eine Symbolfigur zu erfinden, die die neue Frau auch optisch darstellen sollte. Als 1943 das Lied der Four Vagabonds namens Rosie the Riveter im Radio großen Erfolg feierte, beauftragte man zwei Zeichner, Rosie zu verbildlichen. Das Lied handelte von einer fiktiven jungen Frau, die als Nieterin arbeitete, um ihrem Land zu dienen. Zunächst wurde der Illustrator Norman Rockwell beauftragt, Rosie Leben einzuhauchen. Er sah sie als eine halb maskuline, halb feminine Nieterin mit einem Blaumann bekleidet auf einem Stahlträger sitzend (s. Anhang A). Sie sollte den Menschen die tägliche Brutalität des Krieges vor Augen führen und gleichzeitig die „Everywoman for America“69 darstellen. Deshalb wurde sie mit muskulösen Armen und einem allgemein männlichem Äußeren versehen, um sie geschlechterübergreifend wirken zu lassen. Jedoch erzielte diese erste Version nicht den gewünschten Erfolg in der Bevölkerung und wurde deshalb von einem neuen Illustrator, Howard Miller, etwas weiblicher gestaltet (s. Anhang B). Durch diese Hervorhebung der Weiblichkeit wurde Rosie zum „[…] Inbegriff für die Amerikanerin im Zweiten Weltkrieg“70 und war auch ganz im Sinne des propagierten Frauenbildes der Regierung. Mit dem Anblick Rosies konnte sich jede Amerikanerin identifizieren, als „jung, schlank, attraktiv, hellhäutig und tatkräftig.“71 Rosie the Riveter war jedoch so populär, dass Frauen auch Gefahr liefen, gesellschaftlich missachtet zu werden, wenn sie sich gegen dieses Ideal stellten und das Leben einer Hausfrau bevorzugten.72

Nach Rosies Vorbild und ihrem Symbolcharakter wurden weitere Figuren entwickelt, die eine ähnliche Erfolgsgeschichte aufweisen konnten, allerdings nie die Funktion eines Symbols für eine kollektive Erinnerungskultur der Amerikaner erfüllten. Wanda the Welder oder Virginia the Volunteer verkörperten ebenfalls die Amerikanerin, „die entsprechend den nationalen Bedürfnissen allzeit bereit war, ihre volle Einsatzfähigkeit unter Beweis zu stellen.“73 Im Vordergrund dieser Darstellungen stand das Bemühen um eine American Identity und einer patriotic feminity, die Rosie auch zu einem Symbol für die Frauenbewegung nach dem Krieg machte. Die amerikanische Kriegspropaganda war sehr einflussreich und stellte die Frau in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit: Man zeigte Frauen als Zentrum der intakten amerikanischen Gesellschaft und versprach Abenteuer, Heldentum sowie Erfolg bei der Annahme eines War Jobs. Verschwiegen wurden dabei Meldungen von zu wenigen Kinderbetreuungsmöglichkeiten für berufstätige Mütter ebenso wie die ungleichen Löhne (s. Anhang C). Damit schaffte es das OWI zwar immer mehr Frauen mit Arbeit zu betrauen, die vorher Männer verrichteten - immerhin stieg die weibliche Beteiligung am Gesamtarbeitsmarkt von 1940 zu 1945 um mehr als die Hälfte74 - allerdings sorgte es auch für ein verklärtes Bild der Amerikanerin, die immer jung, hübsch, auf ihre Weiblichkeit bedacht und überaus patriotisch ihren Dienst für ihr Land tat.75

2.3.2 G.I. Jane - Die amerikanische Frau im Militär

Da sich die USA geographisch weit entfernt von den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs befanden, dachten viele Amerikaner, dass sie selbst von Kampfhandlungen auf eigenem Boden verschont werden würden, jedoch war dies nicht immer der Fall. Im Januar 1942 gingen deutsche U-Boote an der amerikanischen Ostküste vor Anker, um die Verteidigungsbasen an der Küste auszuspionieren und versenkten dabei 180 amerikanische Schiffe.76 Des Weiteren entsandten diese deutschen U-Boote auch Saboteure und Spione mit Sprengmaterialen nach Long Island und Florida mit dem Ziel feindliche Basen zu unterminieren.77 Die Westküste wurde wiederum von Japan aus bedroht, besonders als diese die Aleuten überfielen, die zum US- Staat Alaska gehören. Weiterhin beschossen japanische Schiffe und Flugzeuge kalifornische und kanadische Radiosender, um die Kommunikation der Amerikaner zu stören. Ferner wurden Phosphorbomben, die Waldbrände auslösen konnten, auf die Wälder Oregons abgeworfen. Dies gelang jedoch nur selten, da die amerikanische Luftüberwachung die japanischen Bomber recht schnell aufspüren und abschießen konnte. Auch der Einsatz von so genannten Ballonbomben, die von der Japanischen Küste aus in Richtung Amerika geschickt wurden, blieb erfolglos, da von 9000 Bomben lediglich 300 die USA erreichten und nur wenig Schaden anrichteten.78

Dieses kleine, aber nicht unwichtige Sicherheitsleck in der amerikanischen Abwehr ließ keinen Zweifel mehr an der Tatsache, dass die Amerikaner auch auf eigenem Boden in Kampfhandlungen verwickelt werden konnten. Dementsprechend wurden immer mehr patriotische Organisationen gebildet, die dafür Sorge tragen sollten, dass sich Frauen alleine gegen einen Feindangriff verteidigen konnten.79 Solche Organisationen waren die Women ’ s League of Defense in Chicago, die Women ’ s Ambulance and Defense Corps in Los Angeles, das Oregon Women ’ s Ambulance Corps und die Green Guards in Washington, D.C.80 Frauen wurde in diesen Organisationen militärischer Drill, Disziplin, Nahkampftraining und ähnliches gelehrt.81 Diese Bewegung sowie das immer größer werdende Personaldefizit in militärischen Reihen zwang nun das Militär zu Überlegungen, Frauen als Hilfskräfte in das Militär zu integrieren. Die Personalknappheit ist darauf zurückzuführen, dass man mehr und mehr Männer in den Kampfeinsätzen benötigte und dadurch das Personal fehlte, um die nichtkombattanten82 Aufgaben zu erfüllen. Diese Aufgaben waren zum größten Teil administrativer Art, aber es gab auch Bereiche, die eine spezielle Ausbildung voraussetzten, wie etwa neu gebautes Militärgerät von den Fabriken zu den Häfen beziehungsweise Stützpunkten zu bringen, von wo aus dieses in die Kampfgebiete weitertransportiert werden konnten. Zu diesem Zweck sollten Frauen in kürzester Zeit militärisch ausgebildet und auf amerikanischem Boden in nichtkombattanten Arbeitsfeldern eingesetzt werden.83

Den Anfang machte eine republikanische Kongressabgeordnete namens Edith Nourse Rogers bereits im Mai 1941. Sie war schon an der finanziellen Entschädigung der Frauen beteiligt, die im Ersten Weltkrieg in der Kriegsmarine als zivile Mitarbeiter gearbeitet hatten und sah es als persönliches Anliegen an, dass in diesem neuen Krieg Frauen nicht ohne militärische Absicherung dienen würden. Sie sagte: „Women would not again serve with the Army without the protection the men got.”84 Diesem Leitsatz folgend reichte sie den Gesetzentwurf H.R. (House Resolution) 4906 85 ein, welcher eine Reihe von Diskussionen nach sich zog, die erst nach dem Einreichen eines neuen Entwurfes nach Pearl Harbor abebbten. Die Kritik richtete sich meist allgemein gegen Frauen in der Armee. So meinte der Abgeordnete Sommers aus New York: „What has become of the manhood of America, that we have to call on our women to do what has ever been the duty of men?”86 Viele dieser Aussagen gegen den Gesetzentwurf kamen meist von konservativer Seite. Deshalb wurde die House Resolution zunächst auch abgelehnt, da sie die Gleichsetzung mit männlichen Soldaten verlangte, aber die Army nur ein Hilfscorps auf ziviler Basis im Sinn hatte.87

Dann führte Edith N. Rogers Verhandlungen mit General Marschall, dem Oberhaupt der Armee, und ein neuer Gesetzesentwurf wurde angefertigt. H.R. 6293 wurde schließlich angenommen und das erste Frauencorps im Zweiten Weltkrieg entstand unter dem Namen Women Army Auxiliary Corps, kurz WAAC. Nur unter einer Reihe von Bedingungen, konnte der Gesetzentwurf vor dem House of Representatives bestehen. So hatten Frauen weiterhin eine zivile nichtkombattante kleine Eliteeinheit zu bilden und sie durften, wie zuvor, nur mit Einsätzen innerhalb des Gebietes der Vereinigten Staaten betraut werden. Allein durch den dringend benötigten Personalzuwachs konnte die Army überzeugen, obwohl die Regierung unter allen Umständen die traditionelle Rolle der Frau nur bis zur Arbeiterin ausweiten wollte, nicht aber zur Soldatin. Von Anfang an wurde deshalb betont, dass dies eine Übergangslösung sein würde, so lange Frauen benötigt würden, um mehr männliche Soldaten für die Schlachtfelder Europas bereitzustellen. Begünstigt durch den Angriff auf Pearl Harbor wurde schließlich der Gesetzentwurf dem Kongress vorgelegt, der ihn schnell verabschiedet. Präsident Roosevelt unterschrieb H.R. 6293 am 15. Mai 1942.88 Edith N. Rogers war zwar froh, dass überhaupt ein Frauenkorps gegründet wurde, allerdings wieder einmal auf Kosten der Frauen selbst, die sich zum Dienst melden wollten. Sie erhielten keinen offiziellen Militärstatus und somit auch keine Veteranenvergünstigungen, wodurch sie nach ihrer Entlassung aus dem Militär völlig unabgesichert waren.89 Ferner wurden strenge Musterungsauflagen beschlossen, um das Korps so klein wie möglich zu halten. Sich bewerbende Frauen mussten zwischen 20 und 50 Jahre alt und gesund sein sowie eine überaus hohe moralische Grundhaltung besitzen. Ebenso mussten die Bewerberinnen über einen Highschool -Abschluss verfügen und die Größen- und Gewichtsrichtlinien erfüllen. Rekrutinnen konnten verheiratet sein und auch Kinder haben, allerdings keine, die unter 14 Jahren alt waren, da sonst die Versorgung dieser Kinder eventuell gefährdet war. Genau diese „notion that women should be of high moral character and technical competence while no such standards were used for men”90 verursachte die Doppelmoral, mit der die Frauen im Militär für die nächsten 40 Jahre gemessen wurden.91

Den nachfolgend gegründeten Frauenregimentern der Marine und Küstenwache erging es ebenso. Die Marine beispielsweise gründete das Women Accepted for Volunteer Emergency Service (WAVES) mit noch höheren Auflagen wie das WAAC. Hier mussten Bewerberinnen über 21 Jahre alt sein, einen guten Charakter und keine Kinder unter 18 Jahren haben. Zusätzlich war ein College -Abschluss beziehungsweise zwei Jahre auf dem College oder mindestens zwei Jahre professionelle Berufserfahrung von Nöten, da diese Frauen speziell in administrativen Bereichen eingesetzt werden sollten, genau wie ihre Vorgängerinnen im Ersten Weltkrieg. Ein wirklich neues Einsatzgebiet für Frauen im Militär war die Küstenwache. Ihre Fraueneinheit sollte, nach dem Motto der Küstenwache Semper Paratus (lat. für immer bereit), SPARs genannt werden. Hier wurden Frauen ebenfalls in administrativen Bereichen eingesetzt, mussten allerdings nur einen Highschool -Abschluss oder Betriebserfahrung mitbringen.92

Damit wurden Frauen mit einem anderen Maß im Militär gemessen als Männer, da Männer nicht dieselben hohen Auflagen zu erfüllen hatten. Um im Militär, egal in welcher Branche, aufgenommen zu werden, mussten Männer über 18 Jahre alt und in körperlich guter Verfassung sein;

Ausbildung war hierbei irrelevant. Dies lässt sich zum einen damit erklären, dass das Militär immer eine überaus männliche Domäne war und Frauen ausschließlich Hilfsarbeiten verrichten durften, wie Küchen- und Wäschereiarbeiten oder im medizinischen Bereich tätig waren. Andererseits wurden die meisten Männer weniger in administrativen, sondern in kombattanten Aufgabenfeldern eingesetzt, was weniger Vorausbildung erforderte. Dazu wurde eine hohe Anzahl freiwilliger Männer benötigt, um die Kriegsanforderungen zu decken. Da die Amerikaner keine Wehrpflicht hatten, wurden die meisten Männer per Auslosungsverfahren eingezogen. Die Auflagen für Musterungen wurden heruntergeschraubt und eine Reihe von Ausnahmekriterien geschaffen, um noch mehr Männer in den Kriegsdienst zu nehmen.93

Diese vier oben genannten Frauenregimenter in den verschiedenen Abteilungen wurden hingegen erst mit niedrigen Rekrutierungsauflagen versehen, um abzuwarten, wie sich der Zulauf entwickelt. Doch mit dem immens großen Ansturm hatten weder Gegner noch Befürworter dieser Corps gerechnet. An einem einzigen Tag meldeten sich 13.000 Frauen für 450 ausgeschriebene Ausbildungsplätze im WAAC.94 Bis 1944 dienten insgesamt 140.000 im WAAC, später umbenannt zu Women Army Corps (WAC), weitere 100.000 dienten bei den WAVES, 23.000 beim Frauencorps der Marines (Marine Corps Women ’ s Reserve) und nochmals 13.000 bei der Küstenwache (SPARs). Der Erfolg dieser Einheiten ließ dementsprechend nicht lange auf sich warten. Bereits 1943 wurde besonders das WAAC von militärischer Seite hoch gelobt. Die Motivation in der Einheit war ebenso überwältigend wie die Ausbildungsergebnisse.95

Diese wachsende Affinität für das WAAC nutzte die Leiterin des Corps, Colonel Oveta Clup Hobby, um einen weiteren Gesetzentwurf vor den Kongress zu bringen, der den Frauen Militärstatus einbringen sollte. Dieses Gesetz wurde am 1. Juni 1943 verabschiedet. Somit hatte jede Rekrutin am Ende ihrer Militärlaufbahn einen Veteranenstatus und „[…] carried now the same responsibilities as any other member of the armed forces.“96 Die übrigen Frauenregimenter wurden ebenfalls vollständig in das Militär integriert. Das einzige Frauenregiment, das während des Krieges den Militärstatus nie erhielt, waren die Women Airforce Service Pilots (WASP). Während die Frauen bei den WAVES, WACs, SPARs und MCWRs hauptsächlich Arbeiten verrichteten, die den traditionellen weiblichen Arbeitsfeldern entsprachen, waren die WASP mit bis dahin absolut maskulinen Aufgabenfeldern betraut worden. Dennoch wurden die Ressorts in den meisten Frauencorps nach einiger Zeit erweitert. So zum Beispiel bei den WACs, die neben den Aufgaben in den Bereichen Kommunikation, Verwaltung, Küche und Transport nun auch auf technischen Gebieten Einsatz fanden.97 Demzufolge arbeitete ein Drittel aller Rekrutinnen aus den vier Regimentern in Büros, etwa 30 Prozent waren im Kranken- und Pflegedienst tätig und 14 Prozent arbeiteten als Magazinverwalterinnen.98

Trotz der relativ hohen Besoldung im Vergleich zur freien Wirtschaft war es Tatsache, dass Frauen im Militär hauptsächlich in frauentypischen Berufsfeldern tätig waren. Die Folge davon war, dass die Quoten der Rekrutinnen sanken. Durch negative Presse über WACs wurde die Fraueneinheit in der Army in Verruf gebracht. So hieß es, dass sie Frauen nur ausbilden würden, um sie als Putzfrauen oder in der Wäscherei einzusetzen.99 Weiterhin wurden ihnen oft Anzüglichkeiten beziehungsweise Verfehlungen unterstellt, so zum Beispiel: „[…]women’s military contributions could only take the form of sexual favours“100 oder, dass sich WACs in der Öffentlichkeit oft betrunken und sexuell äußerst freizügig zeigen würden.101 Diese und ähnliche Verleumdungen, die oft unbegründet waren, wurden durch die Presse in Umlauf gebracht, um das Frauencorps schlecht vor den Augen der Bevölkerung zu machen. So sollte der weibliche Zulauf zum Militär gestoppt werden, mit dem Zweck Frauen aus der Männerdomäne Militär zu verbannen und diese Frauen besser in der Kriegsindustrie einzusetzen beziehungsweise wieder in ihre traditionelle Rolle, als Hausfrau und Mutter, zurückzuführen.

[...]


1 Die Air Force war bis 1947 teil der US- Army, dennoch wurde sie separat geführt und wird

deshalb in diesem Dokument sowohl unter dem Begriff Air Force als auch als Army Air Force bezeichnet werden.

2 Cole, Jean Hascall: Women Pilots of World War II. Salt Lake City 1992. (Im Folgenden: Cole).

3 Rudolph, Udo: Motivationspsychologie. Weinheim 2003, S. 1f.

4 Langley, Wanda: Flying Higher - The Women Airforce Service Pilots of World War II. North Haven (Conn.) 2002. (Im Folgenden: Langley).

5 Strebe, Amy Goodpaster: Flying for her country. The American and Soviet women military pilots of World War II. Westport (Conn) 2007. (Im Folgenden: Strebe).

6 Schön, Susanne: Das Bild der Frau in den US-Amerikanischen Massenmedien während des Zweiten Weltkrieges. Gießen 2005. (Im Folgenden: Schön).

7 Der Begriff der Militarisierung wird in dieser Abhandlung unter der Definition, jemanden zu einem vollst ä ndigen Mitglied des Milit ä rs zu machen, verwendet.

8 Vgl. Weatherford, Doris: American Women and World War II. New York 1990. Introduction IX. (Im Folgenden: Weatherford).

9 Vgl. Schön, S. 24.

10 Weatherford, Introduction IX.

11 Vgl. Schön, S. 24.

12 Vgl. ebd, S. 24.

13 Weatherford, Introduction IX.

14 Engl. pitcher = Krug.

15 Vgl. Holm, Jeanne (Maj. Gen. USAF, Ret.): Women in the Military - An unfinished Revolution. Novato (Cal.) 1992, S. 3. (Im Folgenden: Holm).

16 Vgl. ebd, S. 4.

17 Vgl. Holm, S. 5.

18 Vgl. ebd, S. 6.

19 Ebd, S. 6.

20 Vgl. ebd, S. 6.

21 Vgl. ebd, S. 6.

22 Vgl. Binkin, Martin und Shirley J. Bach: Women and the military. Washington, D.C. 1977,

S. 5. (Im Folgenden: Binkin).

23 Vgl. Holm, S. 7.

24 Vgl. Hartmann, Susan M. The Home Front and Beyond : American women in the 1940 ’ s. Boston: Twayne, 1982. S. 16. (Im Folgenden: Hartmann).

25 Vgl. Winkler, Heinrich August: Der lange Weg nach Westen - Deutsche Geschichte 1806- 1933. Bonn 2002, S. 266-341. (Im Folgenden: Winkler).

26 http://www.ww1-propaganda-cards.com/te020slide.html (15.09.2009).

27 Vgl. Weatherford, Introduction X.

28 Vgl. Holm, S. 9.

29 F für female.

30 Vgl. Binkin, S. 5.

31 Vgl. Weatherford, Introduction X.

32 Vgl. Heideking, Jürgen: Geschichte der USA. 3. Auflage Tübingen 2003, S. 248f. (Im Folgenden: Heideking).

33 Vgl. Weatherford, Introduction X.

34 Vgl. Holm, S. 11-13.

35 Ebd, S. 14.

36 Ebd, S. 14.

37 Vgl. ebd, S. 13-14.

38 Weatherford, Introduction X.

39 Hartmann, Susan M.: The Home Front and Beyond. American women in the 1940’s. Boston 1982, S. 17. (Im Folgenden: Hartmann).

40 Ebd, S. 17.

41 Vgl. ebd, S. 16f.

42 Vgl. ebd, S. 18.

43 Vgl. ebd, S. 19.

44 Vgl. ebd, S. 17-22.

45 Vgl. Hartmann, S. 22.

46 Vgl. De Quesada, Alejandro M: The US Home Front 1941 - 45. Oxford 2008, S. 3. (Im Folgenden: De Quesada).

47 Vgl. Heideking, S. 319-321.

48 Vgl. ebd, S. 323.

49 Ebd, S. 323.

50 Vgl. ebd, S. 322-323.

51 Schön, S. 27.

52 Ebd, S. 27.

53 Vgl. De Quesada, S. 5.

54 Vgl. Hartmann, S. 22.

55 Vgl. Schön, S. 27-29.

56 Vgl. ebd, S. 29.

57 Vgl. Schön, 80f.

58 Ebd, S. 80.

59 Ebd, S. 80.

60 Ebd, S. 80.

61 Vgl. ebd, S. 80f.

62 Ebd, S. 81.

63 Vgl. Schön, S. 81.

64 Ebd, S. 82.

65 Vgl. Hartmann, S. 23.

66 Vgl. ebd, S. 23.

67 Vgl. ebd, S. 23.

68 Schön, S. 106.

69 Schön, S. 110.

70.Ebd, S. 111.

71 Ebd, S. 113.

72 Vgl. ebd, S. 106-113.

73 Ebd, S. 114.

74 Vgl. Hartmann, S. 21.

75 Vgl. Schön, S. 114f.

76 Vgl. De Quesada, S. 9.

77 Vgl. ebd, S. 9.

78 Vgl. De Quesada, S. 10.

79 Vgl. Holm, S. 21.

80 Vgl. ebd, S. 21.

81 Vgl. ebd, S. 21.

82 „nichtkombattant“ wird in dieser Arbeit in der Bedeutung „nicht an der Waffe dienend“ benutzt.

83 Vgl. Hartmann, S. 31-35.

84 Holm, S. 22.

85 Eine House Resolution, ist ein Gesetzentwurf, der erst dem Repräsentantenhaus und dann dem Kongress zur Abstimmung vorgelegt wird. Ein solcher Entwurf kann von jedem Abgeordneten des Kongresses eingereicht werden.

86 Weatherford, S. 30.

87 Vgl. Holm, S. 21f.

88 Vgl. Weatherford, S. 31.

89 Vgl. Holm, S. 21-24.

90 Holm, S. 22.

91 Vgl. ebd, S. 22.

92 Vgl. Weatherford, S. 31-32.

93 Vgl. Schön, S. 26.

94 Vgl. Weatherford, S. 33.

95 Vgl. Schön, S. 42.

96 Ebd, S. 42.

97 Vgl. Schön, S. 42.

98 Vgl. ebd, S. 42.

99 Vgl. Weatherford, S. 38.100 Hartman, S. 39.

101 Ebd, S. 39.

Ende der Leseprobe aus 133 Seiten

Details

Titel
Women Airforce Service Pilots. US-Pilotinnen im Zweiten Weltkrieg
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Historisches Institut)
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
133
Katalognummer
V201757
ISBN (eBook)
9783656610359
ISBN (Buch)
9783656609858
Dateigröße
24355 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
women, airforce, service, pilots, us-pilotinnen, zweiten, weltkrieg
Arbeit zitieren
Doreen Bärwolf (Autor), 2010, Women Airforce Service Pilots. US-Pilotinnen im Zweiten Weltkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201757

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