Was wäre die heutige Gesellschaft ohne den Konsum der ihr zugehörigen Individuen? Der Konsum geht schon längst über die Grenzen des Lebensnotwendigen hinaus. Er macht selbst vor Faktoren, wie Geschlecht, Alter, Herkunft oder Religion keinen Halt. Beim Konsum sind sich in unseren modernen Zeiten alle Kulturen einig: „3, 2, 1…meins!“ (Werbeslogan der Internetplattform ebay). Doch wer trägt die Schuld an unserer konsumgeleiteten Gesellschaft? In erster Linie natürlich die Menschen selber, da mit steigendem Wohlstand durch den wachsenden Kapitalismus auch die Ansprüche, sowie die Leiden in unerahnte Höhen stiegen. Trotzdem stellt sich weiterhin die Frage: Warum wissen wir immer über neuste Güter in unserer Umwelt Bescheid und haben den Traum, sie so schnell wie möglich zu besitzen? Hier kommen die Medien mit ihrem mittlerweile grenzenlosen (teilweise auch skrupellosen) Repertoire an Werbestrategien ins Spiel. Produkte werden mit ausgefeilten Methoden und mit Blick auf die Zielgruppe an den Mann bzw. an die Frau gebracht. Die Tricks der Werbemacher sollen in dieser Untersuchung jedoch nur den Ausgangspunkt bilden und nicht der zu prüfende Gegenstand sein. Diese Arbeit soll sich mit einer weiterführenden Frage beschäftigen: Bestimmt die Werbewelt nicht nur unser Konsumverhalten sondern damit auch unseren Lebensstil? Schafft der mediale Einfluss, welcher tagtäglich auf uns einprasselt ein Umdenken in unseren Vorstellungen, Werten und Normen und schafft sie gar eigene Lebensstile? Diese These soll anhand mehrerer Beispiele und unter Zuhilfenahme heutzutage gängiger Werbestrategien untersucht werden. Dabei wird der Blick gezielt auf die Veränderungen der in den Lebensvorstellungen in den Jahren, in denen Werbung existiert, gerichtet werden, um herauszufinden, ob die Ideale der Menschen in einer Gesellschaft direkt bzw. indirekt beeinflusst oder gar gelenkt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Ansatz
3. Werbestrategien
3.1. verbale Schlüsselworte
3.2. Nonverbale Sprachschlüssel
3.3. Strategien der Kunden
4. Lebensstile in der Werbung
4.1. Marketingstrategische Konstruktion von Zielgruppen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die moderne Werbewelt nicht nur das Konsumverhalten der Gesellschaft maßgeblich beeinflusst, sondern aktiv neue Lebensstile konstruiert und normt. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Unternehmen durch psychologische und kommunikative Strategien eine emotionale Bindung zwischen Konsumenten und Produkten herstellen, um in einem übersättigten Markt Kaufentscheidungen zu steuern und Luxusbedürfnisse zu wecken.
- Analyse psychologischer Werbestrategien und deren Wirkung auf das Unterbewusstsein
- Untersuchung der Konstruktion von Lebensstilen als Marketinginstrument
- Bedeutung der Zielgruppenorientierung und deren marktstrategische Herausforderungen
- Rolle des "Imagetransfers" bei der Positionierung von Produkten als Statussymbole
- Wechselwirkung zwischen Marktforschung und der Schaffung neuer gesellschaftlicher Trends
Auszug aus dem Buch
3.1. Verbale Schlüsselworte
Der Mensch nimmt seine Umwelt mit allen Sinnen wahr (riechen, sehen, schmecken, usw.). Nur ein Bruchteil der Informationen, die wir wahrnehmen, gelangt auch in das Bewusstsein. Durch gezielte Stimulation eines oder mehrerer Sinnesreize, kann ein Produkt bei einer breiten Masse von Menschen in Erinnerung bleiben. Die Werbung versucht also, beim Konsumenten positive Emotionen hervorzubringen. Dabei werden Informationen sowohl bewusst, als auch im Unterbewusstsein des Menschen vermittelt. Neben den Produktinformationen wirken nämlich auch bestimmte Rahmenbedingungen, wie Musik oder Atmosphäre auf das Unterbewusstsein. An dieser Stelle spielt der Aspekt Lebensstil eine nicht minderwertige Rolle. Bestimmte Produkte werden als nötig bzw. nützlich angepriesen, um einen bestimmten Lebensstil verfolgen zu können. Um positive Emotionen beim Konsumenten hervorzurufen, wird eine Atmosphäre geschaffen, die dem Großteil der Zuschauer bzw. der Zielgruppe als angenehm deklariert wird. Ein zweiter Weg ist die Kraft des Kontrastes. Indem zunächst gezeigt wird, wie es ohne das Produkt „in der Welt aussieht“ und anschließend durch Nutzung des Produktes alles gut wird, wird der potenzielle Kunde endgültig überzeugt. Positive Emotionen sind also der Schlüssel zum Erfolg und jeder verfolgt den Wunsch, einen möglichst positiven, in der Gesellschaft anerkannten, wenn nicht gar bewunderten Lebensstil zu pflegen. Weiterhin stellt sich jedoch die Frage, ob nicht mittlerweile, zumindest teilweise, die Medien entscheiden, was als positiv angenommen wird. Bevor es um die Beantwortung dieser Frage geht, soll der Blick jedoch noch auf eine andere Art der Strategie gerichtet werden. Den sogenannten nonverbalen Sprachschlüssel.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Konsums in der heutigen Gesellschaft ein und stellt die These auf, dass Werbung durch gezielte Strategien aktiv Lebensstile und Werte beeinflusst.
2. Theoretischer Ansatz: Hier werden zentrale Begriffe wie Konsum und Kaufverhalten definiert und die theoretische Verankerung von Lebensstilen als soziales Phänomen beleuchtet.
3. Werbestrategien: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Techniken der Werbung, von verbalen und nonverbalen Kommunikationsmustern bis hin zu den psychologischen Entscheidungsprozessen der Kunden.
3.1. verbale Schlüsselworte: Dieser Abschnitt beschreibt die Bedeutung von Sinnesreizen und positiven Emotionen bei der Vermittlung von Werbebotschaften.
3.2. Nonverbale Sprachschlüssel: Hier wird analysiert, wie nonverbale Signale wie Blickrichtung oder Gestik genutzt werden, um die Werbewirkung zu optimieren.
3.3. Strategien der Kunden: Dieses Kapitel thematisiert, wie Werbetreibende die Entscheidungsprozesse der Kunden durch "sinnhafte" Ansprache und gezielte Projektionen steuern.
4. Lebensstile in der Werbung: Dieser Teil untersucht, wie Werbung gezielt als Konstrukt fungiert, um Produkte über Imagebildung und Geschichten in den Alltag der Konsumenten zu integrieren.
4.1. Marketingstrategische Konstruktion von Zielgruppen: Dieser Abschnitt befasst sich mit der methodischen Herausforderung, Zielgruppen präzise zu definieren und trotz der Schwierigkeiten in der Marktforschung neue Trends zu setzen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Werbung erfolgreich Lebensgefühle verkauft und Konsumenten unbewusst dazu animiert, vorgegebene Lebensstile durch den Kauf entsprechender Produkte nachzuahmen.
Schlüsselwörter
Werbung, Konsumverhalten, Lebensstil, Marketingstrategie, Zielgruppen, Imagetransfer, Konsumgesellschaft, Verkaufspsychologie, Medienwirkung, Markenidentität, Statussymbol, Unterbewusstsein, Marktforschung, Kaufentscheidung, Sinneswahrnehmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht den Einfluss von moderner Werbung auf das Konsumverhalten und die Art und Weise, wie Werbetreibende durch gezielte Strategien neue Lebensstile kreieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die psychologische Wirkungsweise von Werbung, die Bedeutung von Lebensstilen als Marketingkonstrukt und die Analyse von Zielgruppenorientierung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu ergründen, ob Werbung lediglich den Konsum anregt oder darüber hinaus die Werte, Normen und Lebensvorstellungen der Menschen direkt oder indirekt steuert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Untersuchung von Werbestrategien und Marketingkonzepten im Kontext soziologischer Definitionen von Lebensstilen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von verbalen und nonverbalen Werbemethoden, Strategien zur Zielgruppenansprache und die Mechanismen der Identitätskonstruktion durch Werbung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Konsumverhalten, Lebensstile, Werbestrategien, Imagetransfer und die psychologische Steuerung der Kaufentscheidung.
Welche Rolle spielt der Imagetransfer in der Argumentation des Autors?
Der Autor argumentiert, dass Produkte durch emotionalisierte Geschichten ein erstrebenswertes Image erhalten, das sich auf den Konsumenten überträgt, um dessen sozialen Status in der Wahrnehmung anzuheben.
Wie unterscheidet der Autor zwischen den Zielgruppen-Ebenen?
Der Autor differenziert zwischen Makro-, Meso- und Mikroebene, wobei die Makroebene eine breite Bevölkerung anspricht, während die Meso- und Mikroebenen zunehmend spezifischere, lebensstilorientierte Gruppen fokussieren.
Warum betont der Autor die Bedeutung der Marktforschung für Werbetreibende?
Die Marktforschung ist laut Autor entscheidend, um idealtypische Zielgruppen zu erfassen, wenngleich er darauf hinweist, dass Zukunftsentscheidungen in der Werbung oft eher intuitiv als rein wissenschaftlich fundiert sind.
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- Philipp Queitsch (Author), 2010, Wie Werbung neue Lebensstile schafft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201773