Im folgenden soll zunächst ein geschichtlicher Überblick zeigen, welche Ansätze von Medienpädagogik sich hierzulande entwickelt haben. Anschließend wird ein Blick auf die gegenwärtige Situation der Medienpädagogik im deutschen Schulwesen geworfen, Problemfelder aufgezeigt und erläutert, welcher medienpädagogische Ansatz heutzutage forciert werden sollte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichtlicher Überblick der Medienpädagogik
3. Medienpädagogik im deutschen Schulwesen: Aktuelle Situation und Problemfelder
4. Wege zur Verbesserung der schulischen Medienbildung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der gegenwärtigen Situation der Medienpädagogik im deutschen Schulwesen auseinander, beleuchtet historische Entwicklungslinien und analysiert die strukturellen Defizite bei der Förderung von Medienkompetenz. Das zentrale Ziel ist es, den dringenden Aufholbedarf aufzuzeigen und Strategien zu diskutieren, wie eine nachhaltige Medienbildung unter Einbeziehung außerschulischer Kooperationen und einer fundierteren Lehrerausbildung gelingen kann.
- Historische Entwicklung der Medienpädagogik im 20. und 21. Jahrhundert.
- Analyse aktueller struktureller Defizite und heterogener Lehrpläne in Deutschland.
- Debatte um fachspezifische versus fächerübergreifende Medienbildung.
- Die Rolle der Lehrerausbildung und das Problem der fehlenden Medienkompetenz bei Pädagogen.
- Potenziale von Kooperationen mit außerschulischen Einrichtungen zur Qualitätssteigerung.
Auszug aus dem Buch
Die gegenwärtige Situation der Medienpädagogik im deutschen Schulwesen
Widmet man sich der gegenwärtigen Situation der Medienpädagogik im deutschen Schulwesen, so lässt sich feststellen, dass vereinzelt Positionen existieren, die optimistisch in die Zukunft blicken, aber weitaus häufiger auf Mängel hingewiesen wird. So merkt beispielsweise Schill (in Antritter/Schill 2008: 3) einerseits kritisch an, dass in Schulen vorwiegend mit Printmedien gearbeitet werde und eine „sinnvolle Verbindung von Lese- und Medienerziehung nach wie vor eine Ausnahme“ sei. Anderseits verweist er auf zwei medienpädagogische Entwürfe aus dem Jahr 1990, die – um Heranwachsende auf ein Leben in einer sich damals anbahnenden Mediengesellschaft vorzubereiten – unter anderem die Notwendigkeit betonten, dass alle Schulfächer an der Förderung von Medienkompetenz mitwirken und zudem Kooperationen mit außerschulischen Partnern aufgebaut werden müssen.
Obwohl sich die Situation seitdem zwar verbessert habe, sei „die erhoffte medienpädagogische Wende“ (Antritter/Schill 2008: 10) bislang ausgeblieben. In Anbetracht dessen sowie aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Medien für die Identitätsbildung von Heranwachsenden und den damit verbundenen Risiken wurde im Jahr 2009 unter der Leitung von Professor Horst Niesyto, Professor für Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, ein medienpädagogisches Manifest entworfen, das auf Mängel im deutschen Schulwesen hinweist und Handlungsempfehlungen aufführt. Zwei Jahre später fand der erste medienpädagogische Kongress statt, der mit einem ernüchternden Fazit endete: Es bestehe enormer Aufholbedarf – im europäischen Vergleich sei Deutschland derzeit höchstens im Mittelfeld zu platzieren. Wo konkret die Schwachstellen unserer Medienpädagogik liegen, soll im folgenden verdeutlicht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die gesellschaftliche Debatte um Medienkonsum und Gewalt, die nach Vorfällen wie Erfurt und Winnenden den Ruf nach verstärkter Medienpädagogik laut werden ließ.
2. Geschichtlicher Überblick der Medienpädagogik: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung von der präventiv-normativen Medienpädagogik des frühen 20. Jahrhunderts über die kritisch-rezeptiven und bildungstechnologisch-funktionalen Ansätze bis hin zur heutigen reflexiv-praktischen Orientierung nach.
3. Medienpädagogik im deutschen Schulwesen: Aktuelle Situation und Problemfelder: Es wird analysiert, warum trotz zahlreicher Projekte und Forderungen eine flächendeckende, systematische Medienbildung in Deutschland fehlt, wobei insbesondere die Heterogenität der Lehrpläne kritisiert wird.
4. Wege zur Verbesserung der schulischen Medienbildung: Das abschließende Kapitel thematisiert die Notwendigkeit einer veränderten Lehrerausbildung sowie die essenzielle Rolle außerschulischer Partner bei der nachhaltigen Implementierung von Medienkompetenz.
Schlüsselwörter
Medienpädagogik, Medienkompetenz, Schulwesen, Medienbildung, Lehrerausbildung, Medienkonsum, Cybermobbing, Unterricht, Medienmanifest, Mediennutzung, Prävention, Handlungsempfehlungen, digitale Medien, Schulpolitik, medienpädagogischer Kongress.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den aktuellen Status und die historischen Hintergründe der Medienpädagogik im deutschen Bildungssystem sowie die Herausforderungen bei der Vermittlung von Medienkompetenz.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung pädagogischer Medienansätze, die aktuelle Situation an deutschen Schulen, Defizite in der Lehrerausbildung und die Notwendigkeit einer bundesweiten Qualitätssicherung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Schwachstellen im bestehenden System der Medienbildung aufzudecken und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese durch strukturelle Reformen und Kooperationen behoben werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse bestehender medienpädagogischer Konzepte, aktueller Expertenmeinungen und bildungspolitischer Manifeste.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der pädagogischen Ansätze und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der aktuellen schulischen Praxis, inklusive der Debatte um fachspezifische versus fächerübergreifende Medienbildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Medienkompetenz, Medienpädagogik, Schulwesen, Lehrerausbildung und Qualitätsentwicklung charakterisiert.
Warum wird im Text die Dringlichkeit für eine Reform der Lehrerausbildung betont?
Da viele Lehrkräfte nicht im digitalen Zeitalter aufgewachsen sind und es an einer flächendeckenden Verankerung medienpädagogischer Pflichtmodule im Studium mangelt, fehlt die Basis für eine nachhaltige Medienbildung an Schulen.
Welche Rolle spielen außerschulische Einrichtungen laut der Arbeit?
Sie werden als essenzielle Partner gesehen, die Expertise und Projekte beisteuern, um die derzeitige Lücke in der schulischen Ausbildung zu füllen, wobei sie derzeit noch nicht nachhaltig genug gefördert werden.
Wie bewertet der Autor das Konzept der bisherigen Medienbildung?
Der Autor kritisiert, dass sich die Medienbildung oft auf ein bloßes technisches Bedienwissen beschränkt, statt die Schüler zu einer reflektierten Auseinandersetzung mit medialen Inhalten und Risiken zu befähigen.
- Arbeit zitieren
- Daniel Seehuber (Autor:in), 2012, Ein langer, steiniger Weg..., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201974