"Bildung" als Grundbegriff pädagogischen Handelns


Ausarbeitung, 2010

10 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Definition

2.Historische Entwicklung

3.Der Bildungsbegriff in Bezug zur Pädagogik

4.Bildungsziele

5.Frühe Bildung

6.Bildung oder Halbbildung

7.Bildung und soziale Ungleichheit

8. Bildung und Arbeitslosigkeit

Literaturverzeichnis:

1.Definition

Das Wort „Bildung“ kommt von ahd. bildunga, mhd. bildunge und bedeutet übersetzt, „Bild“, „Abbild“, „Ebenbild“ oder auch „Gestalt“ (forma) und „Gestaltung“ (formatio) (vgl. G. Reinhold/ G. Pollak/ H. Heim, 1999, S. 78).

Bildung steht für die Aneignung und geistige Verarbeitung von kulturellen Werten und Kenntnissen. Sie bezieht sich auf den Prozess (sich bilden), als auch auf den Zustand (gebildet sein). Des Weiteren ist sie von „Bild“ abgeleitet und bezeichnet somit die Gestaltung einer Sache. Sie steht in Beziehung zu Erziehung (vgl. Finke/ Gööck, 1974, S.77)

Bildung ist ein sprachlich, kultureller und historischer Begriff und schwer zu definieren. Daher wird er von verschiedenen Theoretikern unterschiedlich aufgefasst, wie in folgenden Beispielen erläutert wird:

- Der Theologe und Philosoph Meister Eckhart führte den Begriff in die deutsche Sprache ein. Für ihn bedeutet Bildung „ Erlernen von Gelassenheit“ und wurde als „Gottessache“ betrachtet, „damit der Mensch Gott ähnlich werde“.
- W. von Humboldt formuliert Bildung als das Streben nach der Entwicklung von Individualität und Persönlichkeit.
- Nach B. Hoffmann ist Bildung die „Formung und Erziehung“ persönlicher Werte und ihrer Entfaltung.

Allerdings wird Bildung in einer Sache von allen Bildungstheorien gleich interpretiert: Es ist das reflektierte Verhältnis zu sich, zu anderen und zur Welt.

In der Umgangssprache wird Bildung mit „Belehrung“, „Schulbildung“, „Kultiviertheit“ und/ oder „Wissensvermittlung“ verbunden (vgl. www.ulilorenz.de Stand: 16.04.2010).

Heute steht Bildung für „Reflexion von Werten und Normen, Sinnverstehen, sowie für Selbst –u. Weltreflexion und Kritikfähigkeit“ (vgl.home.ph-freiburg.de Stand: 16.04.2010).

2.Historische Entwicklung

Historisch betrachtet wurde der Begriff bereits in der Antike verwendet. Jedoch hatte er zu jener Zeit eine andere Bedeutung. Im antiken Griechenland beispielsweise stand der Begriff der Bildung für Muße. Freie Bürger waren nach griechischem Recht die, die sich leisten konnten ohne Arbeit und in Muße zu leben.

In der jüdisch-christlichen Tradition musste der Mensch ein Leben lang danach streben, sich als Ebenbild Gottes herausbilden. Daher kam auch die Wortetymologie: „Bild“, „bilden“, „Bildung“ im Sinne von „Gestalten“ (vgl. http://files.adulteducation.at Stand: 16.04.2010)

Während der Renaissance bekamen die Menschen, dank Johannes Gutenberg, der den Buchdruck erfand, erstmalig die Gelegenheit, Bücher zu lesen und sich somit weiter zu bilden. Dies bewirkte einen enormen Bildungsschub in Europa.

Der klassische Bildungsbegriff wurde hingegen erst um 1800 entworfen und erlangte in der deutschen Pädagogik an enormer Bedeutung (vgl. G. Reinhold/ G. Pollak/ H. Heim, 1999, S.78).

Im 19. Jahrhundert galt Bildung als ein Statussymbol, welches gebildete Menschen von ungebildeten differenzierte. Geisteswissenschaften, Kunst und Musik waren zu jener Zeit wichtige Bildungsgüter.

Im Vergleich zu damals gewannen im 20. Jahrhundert die Natur-, Wirtschafts- u. Ingenieurwissenschaften immer mehr an Bedeutung (vgl. http://webcache. googleusercontent.com Stand: 16.04.2010).

Durch die Neuerungen, die durch die Aufklärungsphilosophie und die politische Emanzipation der Bürger, gewinnt der Begriff den Kern seiner noch heute vorhandenen Bedeutung (vgl. Schaube/ Zenke, 2000, S. 95).

3.Der Bildungsbegriff in Bezug zur Pädagogik

Der Begriff der Bildung ist einer der Grundbegriffe in der Pädagogik und gleichzeitig auch ein Programm, wenn nicht sogar das Programm (vgl. G. Reinhold/ G. Pollak/ H. Heim, 1999, S.78).

Der Begriff hielt Einzug in die Pädagogik durch das damals verwendete Wort „eruditus“, welches für „gebildet und aufgeklärt“ steht und ursprünglich entroht bedeutete. Basierend auf den Dreißigjährigen Krieg, erhoffte sich Comenius, der ein Theologe und Pädagoge war, dass Individuen von Kindheit an zu menschlichem Verhalten erzogen werden. Sie sollen den Unterschied der Dinge kennen und benennen können.

Immanuel Kant definiert in seiner Schrift „Über Pädagogik“ die Aufgabe von Bildung noch eindeutiger, indem er aufzeigt, dass der Mensch durch die Aufklärung (Bildung/selbst denken) zur Vollkommenheit gelangt. Er entfernte sich von dem Glauben Bildung sei eine Entwicklung zum Abbild Gottes. Im 18 Jahrhundert wurde der Begriff säkularisiert und von der theologischen zur platonischen Bedeutung gewandelt. Dieses findet sich unter anderem bei Pestalozzi, Herder, Goethe und Schiller wieder (vgl. http://www.hosen-short.info/bildung-1.html Stand: 16.04.2010).

Der pädagogische Bildungsbegriff setzt voraus, dass Bildung als Formierung und Gestaltung des Menschen durch andere verstanden wird. Dabei sind zwei sich gegenüber stehende Modelle bedeutungsvoll. Zum Einen die Vorstellung einer Gestaltung eines anvisierten Bildes und zum Zweiten der reflexive Gebrauch von im Sinne des Sich-Bildens. Die Aufgabe der Pädagogen ist es Selbstbildung zu lehren und alle erforderlichen Voraussetzungen dazu bereitzustellen (vgl. G. Reinhold/ G. Pollak/ H. Heim, 1999, S. 78).

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Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
"Bildung" als Grundbegriff pädagogischen Handelns
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Veranstaltung
Ausgewählte Grundbegriffe der Erziehungswissenschaften
Note
2.0
Autoren
Jahr
2010
Seiten
10
Katalognummer
V202202
ISBN (eBook)
9783668231528
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bildung, grundbegriff, handelns
Arbeit zitieren
Janine Richter (Autor)Sabrina Kurek (Autor), 2010, "Bildung" als Grundbegriff pädagogischen Handelns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202202

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