Das Krankheitsbild der bipolar affektiven Störung und ihr Einfluss auf Angehörige und Partnerschaften


Hausarbeit, 2011

18 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Allgemeines
1.1 Historische Einordnung und Definition des Begriffs „bipolar affektive Störung“
1.2 Begriffsbestimmung „Manie“
1.3 Begriffsbestimmung „Depression“
1.4 Die Entstehung von bipolar affektiven Störungen

2. Pharmakotherapie
2.1 Die medikamentöse Behandlung
2.2 Stimmungsstabilisierende Medikamente
2.3 Antidepressiva
2.4 Dauer der Einnahme und Nebenwirkungen

3. Die Psychotherapie

4. Zwischenmenschliche Beziehungen
4.1 Angehörige
4.2 Partnerschaften

5. Resümee der Verfasserin

Quellenverzeichnis

Einleitung

In dieser Hausarbeit geht es um die psychische Erkrankung der bipolar affektiven Störung. Das Ziel ist es, dem Leser verständlich zu machen, was es bedeutet an dieser Krankheit zu leiden und in welchem Zusammenhang Angehörige Hilfestellungen leisten können.

Um dem Leser ein besseres Verständnis zu verschaffen, wird zunächst die Krankheit definiert und historisch eingeordnet. Des Weiteren werden die Begriffe „Manie“ und „Depression“ bestimmt, sodass das weitere Lesen der Arbeit vereinfacht wird. Auch die Entstehung der bipolar affektiven Störung wird erläutert, um sich dem Thema anzunähern.

Weitergehend wird auf die Pharmakotherapie eingegangen, damit dem Leser das Krankheitsbild genau verdeutlicht wird und er ein Verständnis dafür bekommt, warum es nötig ist, zusätzlich medikamentös behandelt zu werden. Durch den Einblick in die Pharmakotherapie wird zusätzlich gezeigt, welche Charakteristika die Krankheit aufweist.

Da nicht nur eine medikamentöse Behandlung ausreicht, wird auch auf die Psychotherapie eingegangen. Dieses dient zugleich als Übergang zu den zwischenmenschlichen Beziehungen, da die Angehörigen einen entscheidenden Aspekt in der Therapie ein- und wahrnehmen.

Der Fokus dieser Arbeit liegt besonders auf den Angehörigen und Partnern der Betroffenen. Es wird aufgezeigt, wie diese sich fühlen und welche Rolle sie in der Beziehung zu einem Betroffenen einnehmen.

Um diese Arbeit abzurunden und die Hauptaspekte zusammenzufassen, schreibt die Verfasserin in eigenen Worten ein Resümee.

Um das Lesen dieser Arbeit zu vereinfachen, wird auf die weibliche Schreibform verzichtet.

1. Allgemeines

1.1 Historische Einordnung und Definition des Begriffs „bipolar affektive Störung“

Schon im zweiten Jahrhundert nach Christus machte Galen das Gehirn für die Erkrankung verantwortlich. Der griechische Arzt Aretäus von Kappadokien beschrieb ein Jahrhundert nach Christus die Manie als ein Bild der Depression. Zum Jahrhundertbeginn waren für Emil Kraepelin die Manien und Depressionen unterschiedliche Punkte einer gemeinsamen Krankheit. Der Unterschied zwischen unipolar und bipolar affektiven Störungen war dahingehend noch nicht gegeben. Erst durch Leonhards wurde die depressive Erkrankung in bipolar und unipolar unterschieden.

Heute wird nach der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD -10) von monopolarer Manie und bipolaren Störungen gesprochen (vgl. Grunze u.a. 2003, S. 7f.). Dies ist eine Bezeichnung für eine endogene Psychose, welche als körperlich nicht begründbare psychische Störung gilt. Gekennzeichnet ist die Krankheit durch einen Wechsel von manischen und depressiven Phasen (vgl. Brockhaus 2001, S. 163). Treten in einem Krankheitsverlauf hypomanische oder manische Episoden auf, spricht man von bipolaren Störungen. Die Hypomanie ist eine abgeschwächte Form der Manie. Eine weitere Unterscheidung wird zwischen „bipolar 1“ und „bipolar 2“ getroffen. Als „bipolar 1“ wird die Krankheit bezeichnet, sobald manische Episoden auftreten. Kommen jedoch depressive und hypomanische Episoden vor, so wird die Krankheit als „bipolar 2“ gekennzeichnet. Einige Betroffene leiden besonders im Herbst und Winter unter depressiven Episoden, da das Wetter meist regnerisch und grau ist. Diese Episoden hängen also von der Saison ab und werden oftmals als Winter- oder Saisondepression bezeichnet. Eine weitere Verlaufsform des manisch- depressiven Störungsbildes ist das so genannte „rapid cycling“, wobei mindestens vier Episoden jährlich sehr rasch auftreten (vgl. Lenz u.a. 2002, S. 251). Etwa 15- 20% der Patienten mit bipolar affektiven Störungen leiden unter dieser Verlaufsform. Sie kann zu Beginn der Erkrankung vorliegen, oder sich mit der Zeit erst ausbilden. Diese Art der Erkrankung kommt häufig bei Frauen vor. In schwerwiegenden Fällen wechseln die Phasen von manisch bis depressiv innerhalb von Wochen, Tagen oder sogar auch Stunden (vgl. Walden u.a. 2002, S. 21 f.). Die Verstimmungen können in eine ausgeprägte Gereiztheit oder in eine ängstliche Unruhe und Getriebenheit ausschlagen. Am häufigsten treten depressive Verfassungen auf (vgl. Lenz u.a., 2002, S. 247). Nach statistischen Ergebnissen erscheinen Bipolare Störungen in der Regel um etwa sechs Jahre früher als unipolare Störungen. Mehr als die Hälfte der Betroffenen haben ihre erste Krankheitsepisode bis zu ihrem 25. Lebensjahr. An unipolaren Depressionen leiden doppelt so viele Frauen wie Männer. 55% der Patienten werden als akut suizidal beschrieben. Besonders dieser Aspekt macht die Krankheit gefährlich (vgl. Grunze u.a. 2003, S.8).

1.2 Begriffsbestimmung „Manie“

Der Begriff „Manie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Wahnsinn“ oder auch „Raserei“. Der Begriff wird allgemein mit Affektivität und Besessenheit, sowie auch Ekstase, gleichgesetzt. In der Psychologie stellt die Manie einen Terminus für einen eher abnorm fröhlich erregten und affektiven Zustand einer Psychose dar. Die Manie wird durch eine erhebliche Selbstüberschätzung charakterisiert. Die Extermform dabei ist die Megalomanie, welche dann schon Größenwahn bedeutet (vgl. Brockhaus 2001, S. 156). Diese massive, meist realitätsferne Selbstüberschätzung führt auch eine Kritiklosigkeit herbei. Hinzu kommt eine extrem gehobene Stimmung und die Betroffenen fühlen sich ausgesprochen wohl und extrem leistungsfähig. Sie haben viele Ideen, die sie für sinnvoll halten. Im Gegenzug dazu, empfinden Angehörige diese Ideen als weniger sinnvoll. Dies zeigt erneut, dass die Wahrnehmung in manischen Episoden extrem realitätsfern ist. Ein weiteres Kennzeichen der Manie ist eine enorme Antriebssteigerung. Die Betroffenen haben einen Sprechdrang, der sich auch zu einer Inkohärenz ausbilden kann. Meist wird dieses von den Betroffenen nicht bemerkt. Sie haben das Gefühl schnell, aber klar und deutlich zu sprechen und zu denken. Im Gegensatz dazu, nehmen sie ihre Umgebung als langsam und begriffsstutzig wahr. Weiter kennzeichnend für die Manie ist, dass die Betroffenen eine äußerst erhöhte Kontaktfreudigkeit und dazu ein vermindertes Schlafbedürfnis haben. Bereits nach wenigen Stunden Schlaf fühlen sie sich munter und leistungsfähig. Es kann sogar zu einer tagelangen Schlaflosigkeit kommen, wenn die manische Verstimmung stark ausgeprägt ist. Doch die stark euphorisierte optimistische Stimmung kann auch rasch in eine gereizte und misstrauische Stimmung umschlagen (vgl. Lenz u.a. 2002, S. 247 f.). Dabei ist kennzeichnend, dass die Manie mit dem psychischen Zustand der Depression wechselt. Besonders wichtige Bestandteile der Behandlung sind die Psycho- und Soziotherapie (vgl. Brockhaus 2001, S. 156). Sind Symptome nur leicht ausgeprägt, liegt eine Hypomanie vor (vgl. Lenz u.a. 2002, S. 248).

Nach dem internationalen Klassifikationssystem ICD- 10 liegt in der manischen Episode eine gehobene oder gereizte Stimmung mindestens eine Woche vor und trägt mindestens drei der genannten Symptome. Eine Hypomanie liegt vor, wenn sie mindestens vier Tage andauert (vgl. Lenz u.a. 2002, S. 253).

1.3 Begriffsbestimmung „Depression“

Die Depression, lat. „Depressio“ - das Niederdrücken, ist ein Zustand von Traurigkeit und oftmals auch Hoffnungslosigkeit. Der Zustand wird durch die Passivität der Betroffenen, welche von unterschiedlicher Dauer ist, charakterisiert. Die Ausprägung kann von gedrückter Stimmung bis hin zur Regungslosigkeit reichen (vgl. Brockhaus 2001, S. 236 f.). Alles wird langsamer und verzögert durchgeführt. Kleine und selbstverständliche Entscheidungen werden als äußerst schwierig und mühselig empfunden. Die Sprache zeichnet sich leise, monoton und mit vielen Sprechpausen ab. Die Betroffenen erleben sich selbst als vergesslich und unkonzentriert (vgl. Lenz u.a. 2002, S. 249). Depressionen sind häufig normale und auch verständliche seelische Reaktionen nach Misserfolgen oder Trauererlebnissen und Verlusten. Aus der psychologischen Sicht ist die Depression jedoch ein Zustand bei dem zuvor kein belastendes Ereignis vorliegt (vgl. Brockhaus 2001, S. 236 f.). Die Krankheit wird nicht durch äußere Einflüsse verursacht. Daher werden die Verstimmungszustände auch endogene Verstimmungen genannt (vgl. Lenz, 2002, S. 247). Die Depression definiert sich dann durch Störungen im Verhalten und erheblichen Störungen im emotionalen und auch körperlichen Bereich. Kennzeichen einer Depression können Selbstvorwürfe und Konzentrationsschwächen, sowie auch stundenlanges und unproduktives Grübeln und ein sozialer Rückzug sein (vgl. Brockhaus 2001, S. 236 f.). Die Grübeleien führen einher, da die Gedanken nur auf negative Themen gelenkt werden. Angenehme Ereignisse führen nicht zu Stimmungsaufhellungen und die Mimik der Betroffenen ist deutlich depressiv. Typisch sind auch Tagesschwankungen mit einem Morgentief und Schlafstörungen. In einigen Fällen können auf Halluzinationen in Form von Stimmen auftreten (vgl. Lenz u.a. 2002, S. 249 f.). Häufig sind die Betroffenen eher lustlos und sprechen von Ziellosigkeit. Depressionen führen oftmals zu selbstaggressiven Verhalten. Daher ist die Suizidgefahr sehr hoch (vgl. Brockhaus 2001, S. 236 f.).

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Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Das Krankheitsbild der bipolar affektiven Störung und ihr Einfluss auf Angehörige und Partnerschaften
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V202246
ISBN (eBook)
9783656283003
ISBN (Buch)
9783656283225
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bipolar affektive Störung
Arbeit zitieren
Sabrina Kurek (Autor), 2011, Das Krankheitsbild der bipolar affektiven Störung und ihr Einfluss auf Angehörige und Partnerschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202246

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