„Education should allow children to reach their fullest potential in terms of cognitive, emotional and creative capacities.” (Global Monitoring Report 2005, 30)
Das Bildungs- und Schulsystem Deutschlands steht vor der Herausforderung sich zu verändern, sich weiterzuentwickeln, um gewährleisten zu können was der Global Monitoring Report mit dieser Aussage fordert. Nur wenn alle Schüler das gleiche Recht auf Bildung und die gleichen Zugangschancen zu Schulen haben, kann sichergestellt werden, dass es allen Schülern möglich ist, das Beste aus sich herauszuholen, ihr Potenzial in allen Bereichen auszuschöpfen und einen größtmöglichen Gewinn an Fähigkeiten und Fertigkeiten, aber auch zum Beispiel Selbstvertrauen, zu erlangen. Im Rahmen der glücklicherweise nicht mehr abklingenden Diskussion um Inklusion und Bildungsgerechtigkeit werden auch immer wieder Hinweise oder gar ausgearbeitete und getestete Konzepte zur Umsetzung von Inklusion an deutschen allgemeinen Schulen vorgelegt, um deren Verwirklichung sich bisher allerdings viel zu wenig Schulen in Deutschland bemüht haben.
Die vorliegende Bachelor-Arbeit zum Thema „Inklusion – Eine Herausforderung für schulische Entwicklung“ gibt, nachdem wichtige Grundlagen erläutert wurden, im letzten Kapitel einen Blick in die Zukunft und legt hier ein besonderes Augenmerk auf die Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Systems Schule. Die Arbeit wurde genutzt, um Fragen zu stellen, Visionen zu denken und Anstöße zu geben: Wie muss sich das System Schule weiterentwickeln, damit es Inklusion ermöglichen kann? Welche Veränderungen könnten bewirken, dass mehr Schüler, die bisher an Sonderschulen oder Förderzentren unterrichtet wurden, auf der allgemeinen Schule bleiben können? Welche konkreten Umsetzungsvorschläge und Manuals zur Schaffung einer inklusiven Schule gibt es bereits und wo liegen deren Möglichkeiten und Grenzen?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Begriffliche Erläuterungen
1.1 Bildung, Bildungsgerechtigkeit und –benachteiligung
1.2 Heterogenität
1.3 Inklusion
2 Geschichtlicher Rückblick
2.1 Allgemeine Pädagogik und Sonderpädagogik
2.2 Integration und Inklusion vor und nach der Salamanca-Erklärung
2.3 Unterschiede zu Integration und GU-Konzept
3 Blick in die Zukunft – Weiterentwicklung
3.1 System Schule weiterentwickeln
3.1.1 Ein verbindliches Leitbild der Inklusion
3.1.2 Der „Index für Inklusion“
3.2 Rolle des Lehrers weiterentwickeln
3.3 Rolle des Kindes in der Gesellschaft weiterentwickeln
4 Abschließende Gedanken und Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Notwendigkeiten einer inklusiven Schulentwicklung in Deutschland, mit dem Ziel, Barrieren abzubauen und das System Schule so zu transformieren, dass es der Vielfalt aller Schüler gerecht wird.
- Begriffliche Grundlagen von Bildung, Heterogenität und Inklusion
- Historische Entwicklung der Sonderpädagogik und Inklusionsdiskussion
- Abgrenzung von Inklusion gegenüber Integration und Gemeinsamem Unterricht (GU)
- Konkrete Umsetzungsstrategien wie Leitbilder und der „Index für Inklusion“
- Weiterentwicklung der Rollen von Lehrkräften und Kindern in einer inklusiven Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Ein verbindliches Leitbild der Inklusion
Die Wertschätzung aller Menschen in unserer diversen Gesellschaft steht im Vordergrund eines inklusiven Leitbildes. Es geht gleichwohl um „die Interaktionen der Menschen untereinander [sowie auch um] die Partizipationschancen, die sie hierbei wahrnehmen können“ (Reich 2012, 48). Um Veränderungen und Entwicklungen im Schulsystem voran zu treiben, bietet sich ein verbindliches Leitbild an, dessen Inhalte und Grundannahmen von allen Beteiligten und beteiligten Gruppen umgesetzt und eingehalten werden müssen. Reich stellt, angelehnt an das Toronto-Statement und adaptiert für deutsche Verhältnisse, zehn Verpflichtungen und fünf Standards zur Verfügung, die bei der Gestaltung und Umsetzung eines solchen verbindlichen inklusiven Leitbildes von großer Bedeutung sind.
Im Folgenden werden diese Verpflichtungen und Standards (vgl. Reich 2012, 49-53) kurz aufgeführt: 1) Zur Gewährleistung der Umsetzung des Leitbildes, soll es einen gemeinsam verpflichtenden Vertrag geben, der zu nachprüfbaren Verhaltensweisen und Ergebnissen führt. Dieser Vertrag, in welchem auch Ziele und Regeln klar formuliert sowie die Verfahrensweisen beschrieben sein sollen, wird mit allen Beteiligten und Betroffenen geschlossen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit der Veränderung des deutschen Schulsystems hin zu einem inklusiven Ansatz, um Bildungsgerechtigkeit zu gewährleisten.
1 Begriffliche Erläuterungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Bildung, Heterogenität und Inklusion als theoretische Basis für die weitere Auseinandersetzung.
2 Geschichtlicher Rückblick: Es wird der Wandel von Exklusion über Segregation und Integration bis hin zum Leitbild der Inklusion dargestellt und von bestehenden Konzepten wie dem Gemeinsamen Unterricht abgegrenzt.
3 Blick in die Zukunft – Weiterentwicklung: Der Hauptteil fokussiert auf Strategien zur Schulentwicklung, wie Leitbilder und den „Index für Inklusion“, sowie auf die notwendigen Anpassungen der Rollen von Lehrern und Schülern.
4 Abschließende Gedanken und Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel reflektiert die Kernergebnisse und diskutiert die Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung der Inklusion.
Schlüsselwörter
Inklusion, Schulentwicklung, Bildungsgerechtigkeit, Heterogenität, Integration, Gemeinsamer Unterricht, Index für Inklusion, Sonderpädagogik, Lehrerrolle, Schulsystem, Partizipation, Diskriminierung, Wertewandel, Bildungschancen, Schulkultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Inklusion als zentrale Herausforderung für die schulische Entwicklung in Deutschland und analysiert, wie das Bildungssystem verändert werden muss, um allen Schülern gerecht zu werden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Inklusion, deren historische Genese, die Abgrenzung zur Integration sowie Strategien zur zukünftigen Schulentwicklung und Rollenveränderungen der Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Das Ziel ist es, den Status quo der Inklusionsdebatte zu erläutern und konkrete Anstöße sowie Wege aufzuzeigen, wie das System Schule für eine inklusive Praxis weiterentwickelt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse bildungspolitischer Dokumente, fachwissenschaftlicher Literatur und internationaler Erklärungen, um den Inklusionsbegriff und dessen Umsetzungsmöglichkeiten zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, vergleicht Inklusionskonzepte mit der Integration und stellt praxisnahe Instrumente zur Schulentwicklung vor, insbesondere den „Index für Inklusion“.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Heterogenität, Bildungsgerechtigkeit, Inklusive Schulentwicklung, systemischer Ansatz und die Veränderung von Lehr- und Lernkulturen.
Was versteht man unter dem im Text genannten „Index für Inklusion“?
Es handelt sich um ein Instrument zur Bildungsplanung, das Schulen dabei unterstützt, Barrieren für Lernen und Teilhabe zu identifizieren und die eigene Schulkultur sowie Strukturen inklusiv weiterzuentwickeln.
Welche Rolle spielt die Lehrerbildung in diesem Kontext?
Die Autorin betont, dass Lehrer bereits in der Ausbildung auf den Umgang mit Heterogenität vorbereitet werden müssen, um Vorurteile abzubauen und Vielfalt im Klassenzimmer als Chance zu nutzen.
- Arbeit zitieren
- Stephanie Licht (Autor:in), 2012, Inklusion - Eine Herausforderung für schulische Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202261