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Präimplantationsdiagnostik – Fluch oder Segen?

Perspektiven, Argumentationsstrategien und Lösungsansätze

Titel: Präimplantationsdiagnostik – Fluch oder Segen?

Diplomarbeit , 2012 , 87 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Nadja Belobrow (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit soll vorrangig die ethische Debatte um die PID aus verschiedenen Perspektiven nachgezeichnet, die Argumentationsstrategien der Befürworter und Gegner dargestellt und anschließend ihr jeweiliger Beitrag zur Lösung der komplexen Problematiken, die sich aus der Einführung, aber auch aus dem Verbot der PID ergeben, beurteilt werden. Verfolgt werden mehrere Ziele: Zum einen möchte diese Arbeit zu einer Einschätzung über das Verhältnis von Recht und Ethik in einer hochkomplexen Streitfrage wie der PID kommen. Wie unterscheiden sich die Debatten beider Fachgebiete? Wo liegen ihre Gemeinsamkeiten und können sie sich gegenseitig befruchten und voranbringen oder müssen sie separat geführt werden? Wie bedingen geltendes Recht und ethische Normen einander?
Zum anderen sollen die hier erörterten Perspektiven ethischer Fragestellungen zur Präimplantationsdiagnostik hinsichtlich ihres Beitrages zu einer konsensualen Entscheidungsfindung beurteilt werden. Durch die Entwicklung der PID eröffnen sich neue, mit komplexen Problemstellungen behaftete Handlungsoptionen. Welcher Ansatz kann am ehesten den Erfordernissen adäquater Begegnung mit diesen Problemstellungen gerecht werden? Welche Argumentationsstrategie ist am besten geeignet, eine allgemein akzeptierte Lösung zu erarbeiten? Wie ist die PID letztlich aus ethischer Sicht zu beurteilen und ist eine eindeutige Aussage hierzu überhaupt möglich?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Medizinische und naturwissenschaftliche Grundlagen

1. Indikationen prädiktiver Diagnostik

2. Genetische Beratung

2.1 Grundlagen der Genetik

3. Methoden prädiktiver Diagnostik

3.1 Anwendung und Interpretation genetischer Testverfahren

3.2 Pränataldiagnostik

3.3 Präfertilisations- bzw. Präkonzeptionsdiagnostik

3.4 Präimplantationsdiagnostik

4. Assistierte Reproduktion/ In-vitro-Fertilisation

4.1 Gametengewinnung

4.2 Die Befruchtung in vitro

4.3 Embryonalentwicklung

C. Die rechtliche Debatte zur PID

5. Das Gesetz zum Schutz von Embryonen (ESchG)

6. Die Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch nach §§218ff StGB

7. Verfassungsrechtliche Diskussion

7.1 Der Status des Embryos - Drei Thesen

8. Die folgenorientierte Debatte

9. Präimplantationsdiagnostikgesetz (PräimpG)

D. Die ethische Diskussion zur PID

10. Perspektive I: Die ethische Vertretbarkeit der PID

10.1 Die Frage nach dem moralischen Status des Embryos

10.2 Die Begründung des Menschenwürdeprinzips

10.3 Die Inklusion des Embryos unter das Prinzip der Menschenwürde

10.4 PID und PND im Vergleich

10.5 PID und Abtreibung im Vergleich

11. Perspektive II: Die praktische Anwendung der PID

11.1 Anwendungsmöglichkeiten und Indikationsstellung

11.2 Patientinnenautonomie

11.2.1 Verständnis des Autonomiebegriffs

11.2.2 Realisierungsbedingungen autonomer Entscheidungen

11.2.3 Autonomie und Beratung

12. Perspektive III: Die Folgen der Anwendung der PID

12.1 Wandel des Menschenbildes

12.2 Diskriminierung

12.3 Eugenik

12.4 Das eugenische Potential der PID

E. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ethische und rechtliche Debatte um die Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland, mit dem Ziel, Argumentationsstrategien zu analysieren und ein Verständnis für das Spannungsfeld zwischen Recht und Ethik zu entwickeln.

  • Medizinische und genetische Grundlagen der PID
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und verfassungsrechtliche Debatte
  • Ethische Vertretbarkeit und moralischer Status des Embryos
  • Praktische Anwendung, Patientinnenautonomie und Beratung
  • Soziale Folgen, Diskriminierungspotential und eugenische Fragen

Auszug aus dem Buch

3.4 Präimplantationsdiagnostik

Bei der Präimplantationsdiagnostik ist die nicht-invasive PID, die im Rahmen jeder In-vitro-Fertilisation (IVF), die ja die Voraussetzung für dieses Verfahren ist, durchgeführt wird und lediglich augenscheinlich nicht lebensfähige Keime selektiert, von der invasiven und hier zu erörternden PID zu unterscheiden.21

Dabei werden einem Embryo im 6- bis 10-Zell-Stadium ein oder zwei der so genannten Blastomeren entnommen und verbrauchend gezielt auf bestimmte genetische Mutationen untersucht. Je nach Ergebnis der Biopsie kann der Embryo zur Herbeiführung einer Schwangerschaft in den Uterus der prospektiven (genetischen) Mutter transferiert, zur späteren Verwendung kryokonserviert oder nicht implantiert werden. Diese „Verwerfung“ führt zum Absterben des Embryos, der außerhalb des Mutterleibs nicht überlebensfähig ist. „Zur Diagnose kommen in Abhängigkeit von den zu untersuchenden Merkmalen zwei Verfahren zur Anwendung, FISH (dt.: Fluoreszenz-in-vitro-Hybridisierung) und PCR (dt.: Polymerasekettenreaktion). Ein weiteres Hilfsverfahren ist PEP (primer extension amplification), das zum Ziel hat, die begrenzte Menge an DNA, die in der entnommenen Zelle vorliegt, zu vervielfachen, um verschiedene parallele Untersuchungen zu erlauben.“22 Die FISH weist beispielsweise Trisomie 21 nach, die PCR dient der Feststellung rezessiver Erbkrankheiten.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Präimplantationsdiagnostik ein und definiert die Ziele der Untersuchung im Spannungsfeld von Recht und Ethik.

B. Medizinische und naturwissenschaftliche Grundlagen: Dieses Kapitel vermittelt die notwendigen medizinischen Kenntnisse über genetische Grundlagen und Verfahren wie die In-vitro-Fertilisation für das Verständnis der PID.

C. Die rechtliche Debatte zur PID: Hier werden die einschlägigen rechtlichen Normen in Deutschland analysiert, einschließlich der verfassungsrechtlichen Diskussion um den Status des Embryos.

D. Die ethische Diskussion zur PID: Dieses Kapitel beleuchtet die ethische Vertretbarkeit der PID aus verschiedenen Perspektiven, unter Berücksichtigung von Autonomie, gesellschaftlichen Folgen und eugenischen Fragestellungen.

E. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und reflektiert das komplexe Verhältnis zwischen rechtlichen Regelungen und ethischen Normen.

Schlüsselwörter

Präimplantationsdiagnostik, PID, In-vitro-Fertilisation, Embryonenschutzgesetz, Menschenwürde, Bioethik, genetische Beratung, Selektion, Pränataldiagnostik, Autonomie, Diskriminierung, Eugenik, Rechtslage, Status des Embryos, Fortpflanzungsmedizin.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Debatte um die Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland, beleuchtet dabei rechtliche, medizinische und ethische Aspekte und bewertet die Kontroverse zwischen Befürwortern und Gegnern.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Arbeit behandelt die medizinischen Grundlagen, die rechtliche Situation (u.a. Embryonenschutzgesetz), die ethische Vertretbarkeit, Fragen der Patientinnenautonomie und soziale Konsequenzen wie Diskriminierung und Eugenik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Argumentationsstrategien der Befürworter und Gegner nachzuzeichnen, das Verhältnis von Recht und Ethik zu untersuchen und Kriterien für eine ethisch verantwortbare Anwendung zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine interdisziplinäre Analyse, indem sie biologische, medizinische, verfassungsrechtliche und ethische Quellen sowie die Technikfolgenabschätzung in eine argumentative Synthese überführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung medizinischer Grundlagen, die rechtliche Debatte zur PID im Rahmen von Grundgesetz und Strafgesetzbuch sowie die ethische Diskussion über den moralischen Status des Embryos und die praktischen Folgen der Anwendung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselwörter sind insbesondere: PID, Menschenwürde, Embryonenschutz, genetische Selektion, Autonomie und medizinisch-ethische Folgenabschätzung.

Welche Rolle spielt das "SKIP-Argument" in der Debatte?

Die SKIP-Argumente (Spezies-, Kontinuitäts-, Identitäts- und Potentialitätsargument) dienen dazu, dem Embryo den Status als "Mensch" und damit Menschenwürde zuzuschreiben, was die PID-Anwendung moralisch erschwert.

Wie unterscheidet die Autorin PID von PND?

Während die Pränataldiagnostik (PND) in einer bestehenden Schwangerschaft stattfindet, erfordert die PID eine In-vitro-Fertilisation, wobei die Entscheidung hier vor der Implantation getroffen wird.

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Details

Titel
Präimplantationsdiagnostik – Fluch oder Segen?
Untertitel
Perspektiven, Argumentationsstrategien und Lösungsansätze
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,0
Autor
Nadja Belobrow (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
87
Katalognummer
V202316
ISBN (eBook)
9783656321439
ISBN (Buch)
9783656322566
Sprache
Deutsch
Schlagworte
präimplantationsdiagnostik fluch segen perspektiven argumentationsstrategien lösungsansätze
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nadja Belobrow (Autor:in), 2012, Präimplantationsdiagnostik – Fluch oder Segen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202316
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Leseprobe aus  87  Seiten
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