Die Freitagspredigt als kommunikative Gattung. Analyse der Strukturen von verschiedenen Predigten


Bachelorarbeit, 2010

243 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kommunikative Gattungen
2.1 Strukturmerkmale kommunikativer Gattungen

3. Die Freitagspredigt
3.1 Rahmenbedingungen und Hauptmerkmale
3.2 Der Stellenwert der Freitagspredigt unter Muslimen

4. Die Freitagspredigt als kommunikative Gattung
4.1 Methodisches Vorgehen und Datenmaterial
4.2 Analyse
4.2.1 Übersicht
4.2.2 Beschreibung der Strukturebenen
4.2.2.1 Binnenstruktur
a) Einleitungs- und Schlussformel
b) Begrüßung/Einführung des Themas und Schlusswort
c) Erklärungen
d) Das Anführen von Qur'anversen
e) Das Anführen von Hadithen
f) DieVermittlung vonMoral
4.2.2.2 Interaktive Realisierungsebene
a) Anredeformen
b) Perspektivenwechsel
c) Fragen
4.2.2.3 Außenstruktur

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Einleitung

Die Bandbreite an kommunikativen Gattungen ist riesig. Sei es an der Kasse im Supermarkt, bei einem Referat in der Schule oder beim Tratsch mit dem Nachbarn: Überall im Alltag begegnen wir - wenn auch unbewusst - kommunikativen Vorgängen, die bestimmte Strukturen aufweisen, welche wiederum als Lösungen spezifisch kommunikativer Probleme betrachtet werden können. Doch sind all diese Gattungen hinsichtlich ihrer Struktur und Funktion Veränderungen unterworfen und verschwinden teilweise sogar völlig. Gerade aus diesem Grund ist die Erforschung kommunikativer Gattungen und ihrer Veränderungen bzw. Entwicklungen sowie Hybridisierungen von großer Wichtigkeit, denn durch diese kann ermöglicht werden, Auskünfte über den sozialen Wandel in der menschlichen Gesellschaft zu erteilen.1

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Gattungsanalyse eines kommunikativen Vorgangs, welcher, wie wir sehen werden, in einem bestimmten Milieu, nämlich unter Muslimen, einen sehr hohen Stellenwert hat: die Freitagspredigt. Besonders wegen dieser großen Bedeutung, die der Freitagspredigt2 beigemessen wird, und auch wegen des Mangels an Untersuchungen in diesem Bereich, halte ich es für äußerst sinnvoll und notwendig, durch eine erste Analyse dieser Gattung herauszufinden, welche Merkmale und Strukturen sie aufweist.

Für die Analyse der Gattung „Freitagspredigt“ wurden sechs Predigten aufgezeichnet, die jeweils auf Arabisch und Deutsch gehalten wurden. In dieser Arbeit soll lediglich die deutschsprachige Ansprache näher untersucht werden. Meine Analyseergebnisse werde ich dabei anhand mehrerer Datenauszüge aus der als erstes aufgezeichneten Predigt präsentieren. Bevor ich jedoch in die Analyse meiner Daten einsteige, wird zunächst einmal in Kapitel 2 eine Übersicht über die Merkmale einer kommunikativen Gattung gegeben. Dabei werde ich vor allem auf die Erläuterungen Luckmanns, Knoblauchs und Günthners zu diesem Thema eingehen. Anschließend werden im nächsten Kapitel die Voraussetzungen für die Gültigkeit der Freitagspredigt bzw. des Freitagsgebets erläutert. Zudem sollen die wesentlichen Elemente dieser präsentiert werden, um einen groben Überblick über den Ablauf und den Charakter des Rituals zu verschaffen. Im Anschluss daran wird gezeigt, welchen Stellenwert die Freitagspredigt unter Muslimen hat. Die eigentliche Analyse meiner Daten folgt dann in Kapitel 4. Neben einer Beschreibung meines Datenmaterials sowie ihrer Erhebung wird zunächst einmal illustriert, welche vorbereitenden Maßnahmen getroffen werden mussten, um zu meinen Analyseergebnissen zu gelangen. Nach einem kurzen Überblick über den Gesamtkontext der in dieser Arbeit untersuchten Predigt folgt dann die Präsentation meiner Analyseergebnisse, welche anhand von Datenauszügen veranschaulicht und den einzelnen Strukturebenen - der Außenstruktur, der Binnenstruktur und der strukturellen Zwischenebene - zugeordnet werden. Abschließend wird in einem Fazit zusammenfassend festgehalten, zu welchen Erkenntnissen ich in dieser Gattungsanalyse gelangt bin.

Um im Analyseteil der Arbeit besser nachvollziehen zu können, um welchen Datenauszug es sich gerade handelt, wurde das Video „Analysematieral“3 erstellt, in dem alle in dieser Arbeit behandelten Datenausschnitte hintereinander abgespielt werden. Eine schriftliche Zusammenstellung dieser Passagen ist im AnhangF zu finden.

2. Kommunikative Gattungen

Der allgemeine Begriff der „Gattung“ wurde in der Vergangenheit in vielen verschiedenen Forschungstraditionen appliziert, wobei er in der Literaturwissenschaft seit jeher an Bedeutung gewann, als er auf schriftliche Texte angewandt wurde. In der mündlichen Rede gewann der Gattungsbegriff bereits in den 30er Jahren an Bedeutung, als Jolles Witze, Sagen, Rätsel etc. in seinem gleichnamigen Buch als „Einfache Formen“ untersuchte.4 Ein weiteres Gattungskonzept im Bereich der Mündlichkeit wurde von Bachtin5 eingeführt, dessen Ideen von Günthner weiterentwickelt wurden. Diese verstehen unter Gattung einen „Knotenpunkt der Interaktion, indem sich sprachliche und thematische Strukturen, stilistische Formen und kommunikativen Funktionen mit gesellschaftlichen Ideologien und sozialen Strukturen treffen“6. Die Erforschung mündlicher Alltagssituationen, in denen auch hier wieder die Interaktion im Mittelpunkt stand, verankerte sich in der von Gumperz/Hymes (1972) gebildeten Forschungsrichtung der Ethnographie der Kommunikation. Der eigentliche Begriff der „kommunikativen Gattung“ wurde von Luckmann im Rahmen der Wissenssoziologie entwickelt und manifestierte sich daraufhin ebenfalls in den Forschungsbereichen der interaktionsorientierten Wissenssoziologie (vgl. Knoblauch 1995) sowie der Linguistik (vgl. Günthner 1995), in denen das Gattungskonzept weiterentwickelt wurde.7 Die Frage nach der allgemeinen Struktur kommunikativer Vorgänge, „in denen gesellschaftliche

Wissensbestände verschiedenen Explizitheitsgrads vermittelt werden“8, bildet laut Luckmann den theoretischen Rahmen kommunikativen Gattungen. Dabei spielt Sprache nicht nur bei der Vermittlung gesellschaftlichen Wissens eine zentrale Rolle, sondern auch bei dessen Entstehung und Bewahrung. Der Begriff „Wissen“, der im Gattungskonzept also zentralen Stellenwert hat, bezieht sich im Kontext der kommunikativen Gattung nicht auf kognitive bzw. mentale Prozesse. Vielmehr geht es darum, Handlungen zu untersuchen, welche erkennbare Strukturen aufweisen9, die wiederum „notwendig ein Wissen der Beteiligten um die Gattung und deren Ziele und Strategien, Beteiligungsrollen, Ablaufmuster, Themenkataloge etc. voraussetzen, ohne das ein reibungsloser Ablauf (...) gar nicht denkbar wäre“10. Wissen über kommunikative Gattungen schließtjedoch nicht nur das Wissen über die konstituierenden Elemente ein, sondern auch das Wissen über die angemessene Verwendung dieser, sprich darüber, welche Gattungen in welchen Situationen verwendet werden.11 Dieser gesellschaftliche Wissensvorrat verfügt über „routinisierte und mehr oder weniger verpflichtende Lösungen für bestimmte kommunikative Probleme“12. Die Lösungen werden durch Muster bereitgestellt, die nach Sedimentierungsprozessen in den gesellschaftlichen Wissensbestand eingegangen sind. An diesen bestimmten Gesamtmustern, welche sich durch eine „typische Auswahl aus dem Code“ kennzeichnen, orientieren sich vorhersagbare kommunikative Handlungen. Der Ablauf des Handlungsvollzugs ist also dann vorstrukturiert, wenn Interaktanten ein bestimmtes Muster für die Lösung eines Problems wählen.13 Wichtig dabei ist, dass kommunikative Gattungen nicht nur das Handeln selbst beeinflussen, sondern auch die Deutung dessen durch andere steuert. Demnach sind kommunikative Gattungen als Orientierungsrahmen sowohl für die Produktion als auch für die Rezeption kommunikativer Handlungen bzw. Äußerungen zu verstehen14 und werden von Luckmann als Entlastung verstanden.15 Dies spiegelt zugleich die Grundfunktion kommunikativer Gattungen wieder, welche laut Luckmann nämlich darin besteht, „Individuen von der Bewältigung untergeordneter Handlungsprobleme zu entlasten, indem sie bestimmte häufig vorkommende kommunikative Vorgänge vorzeichnen“16. Luckmann meint jedoch auch, es handele sich bei kommunikativen Gattungen um Zwänge, da sie gesellschaftlich und kulturell verfestigt sind und demzufolge vorgegeben sind.17 Günthners Definition kommunikativer Gattungen ähnelt insofern dem Luckmann'schen Gattungskonzept, als sie auch Gattungen als „sozial verfestigte und komplexe kommunikative Muster“ versteht, „an denen sich Sprecher/innen und Rezipient/innen sowohl bei der Produktion als auch Interpretation interaktiver Handlungen orientieren.“18 Allerdings haben Günthner/Knoblauch im Vergleich zu Luckmann ein leicht anderes Verständnis bezüglich des Begriffs Muster, indem sie diesen als weniger komplex, determinativ und verpflichtend ansehen, was sie anhand des Beispiels „Begrüßungssequenz“ belegen. Sie meinen, dass bei solchen „kleineren Formen“ nicht von einer ausgereiften kommunikativen Gattung die Rede sein kann.19 Nach Luckmann dagegen umfassen kommunikative Gattung nicht nur rekonstruktive Großformen wie Klatsch und Interviews20 oder nicht-rekonstruktive Großformen wie die Predigt21, sondern eben auch solche Minimalformen (vgl. dazu auch Hymes), wie etwa Witze, Sprichwörter oder Vorwürfe, wobei diese auch in komplexeren Gattungen integriert sein können.22 Aus diesem Grund spreche ich auch in meinem Analyseteil von Subgattungen, welche als eingegliederte Bestandteile der übergeordneten komplexeren Gattung „Freitagspredigt“ erscheinen.

Luckmann führt im Zusammenhang mit dem Begriff der „kommunikativen Gattung“ auch den des „kommunikativen Haushalts“ ein, worunter er ein Feld kommunikativer Gattungen versteht23 oder auch „das Gesamtinventar kommunikativer Formen und Muster, Gattungen sowie Gattungsfamilien einer Gesellschaft“24. Kommunikative Gattungen sind Luckmann zufolge nicht nur durch ihre relativ festen Bestandteile bestimmt, sondern auch durch systematische Beziehungen untereinander, woraus folgt, dass „in einem Feld von Gattungen (...) Veränderungen einer Gattung Folgen für die anderen Gattungen“25 haben.26

2.1 Strukturmerkmale kommunikativer Gattungen

Luckmann unterscheidet kommunikative Gattungen zunächst hinsichtlich einer Binnen- und Außenstruktur27, fügt diesenjedoch später eine dritte Ebene hinzu, die strukturelle Zwischenebene28, welche Günthner später als interaktive29 bzw. situative30 Realisierungsebene bezeichnet.

Unter der Binnenstruktur versteht Luckmann die Beziehung zwischen der Grundfunktion einer kommunikativen Gattung und der „materialen“ Basis31, sprich den gesellschaftlich verfügbaren Ausdrucksformen und Zeichensystemen.32 Demnach werden Gattungen auf der Binnenstruktur durch verschiedene kommunikative „Codes“ konstituiert, welche zum gesellschaftlichen Wissensvorrat gehören. Bei diesen „Codes“ kann es sich um verschiedenartige sprachliche Elemente handeln, wie etwa um „Worte und Phrasen, Gesamtregister, Formeln und formularische Blöcke, rhetorische Figuren und Tropen, Stilmittel wie Metrik, Reimschemata, Listen, Oppositionen usw., Lautmelodien, spezifische Regelungen der Dialogizität wie Redezugbestimmungen, Reparaturstrategien und Festlegungen von Themen und Themenbereichen“33.34 Hier kann gesagt werden, dass die Binnenstruktur - mit linguistischen Kategorien ausgedrückt - folgende Ebenen umfasst35: „(...) sowohl Phonologie und Prosodie als auch Semantik und Syntax als auch Register und Stilformen einer Sprache und zugleich mimische, gestische und paralingusitische kommunikative Formen“36 Es lässt sich also zusammenfassend festhalten, dass die Binnenstruktur durch verbale und nonverbale Komponenten konstituiert wird37, die „in der Regel als Stil bezeichnet“38 werden.

Als Außenstruktur bezeichnet Luckmann jene Ebene, „die sich aus der Beziehung zwischen kommunikativen Handlungen und Sozialstruktur ableiten lässt“39. Sie wird hinsichtlich ihres kommunikativen Milieus, ihrer kommunikativen Situationen und der Rolle, des Typs sowie der wechselseitigen Beziehung der Interagierenden bestimmt.40 So wird beispielsweise bei der Gattung Vorlesung als soziales Milieu die Universität angegeben und als Rollen die des Dozenten und der Studierenden.41 Günthner meint, dass zu dieser Ebene Makrofaktoren wie Geschlechtszugehörigkeit, kulturelle Zugehörigkeit, Schicht etc. zu zählen sind.42 Luckmann sieht als Verbindung dieser beiden Ebenen die „strukturelle Zwischenebene“43, welche aus „Regelungen der Dialogizität, der Redezugabfolge, der Erfordernisse der Abstimmung und Vorinterpretationen (des recipient design), der Themenfestlegungs- und Entwicklungsrechte und -pflichten, der Notwendigkeit (oder der Mißachtung der Notwendigkeit) des Einsatzes konversationeller Reparaturtechniken usw.“44 besteht. Günthner ordnet dieser Ebene später (bei der Einführung des Begriffs der interaktiven Realisierungsebene) auch das Äußerungsformat und die Identitäten oder Gesprächsrollen zu, welche während des Handlungsablaufs miteinander interagieren.45

In den Strukturebenen werden also, wie wir gesehen haben, „kommunikative Verfestigungen der Gattungen auf der materialen Ebene, in sozialen Milieus und in dialogischen Strukturen“46 verdeutlicht. Durch das Zusammenspiel aller dieser drei Strukturebenen entsteht das Gesamtmuster des gattungsähnlichen und gattungsspezifischen kommunikativen Handelns, wodurch sein Verbindlichkeitscharakter festgelegt wird.47

3. Die Freitagspredigt

Die Freitagspredigt ist Teil des Gesamtrituals des Freitagsgebets. In diesem Kapitel soll untersucht werden, welche Bedingungen sowie wesentliche Elemente für dieses Ritual und speziell für die Predigt gelten. Im Anschluss daran wird erläutert, welchen Stellenwert die Freitagspredigt unter den Muslimen einnimmt.

3.1 Rahmenbedingungen und Hauptmerkmale

Die Teilnahme an dem Freitagsgebet wird den Muslimen im Qur'an in Sure Jumuah, Vers 9 zur Pflicht erklärt:

,, О die ihr glaubt, wenn zum Gebet gerufen wird am Freitag, dann eilt zu Allahs Gedenken und lasst das Kaufgeschäft. Das ist besserfür euch, wenn ihr wisst. “

Allerdings trifft diese Pflicht nicht aufjeden Muslim zu. Aus mehreren Überlieferungen ergibt sich, dass Frauen, Minderjährige, Kinder und Sklaven48 sowie Kriegsgefangene, Kranke und Reisende49 dem Freitagsgebet beiwohnen können, jedoch nicht müssen. Außerdem sind nur jene verpflichtet, das Freitagsgebet zu besuchen, deren Wohnsitz im Umkreis von ca. fünf Kilometer zur Moschee liegt.50

Das Freitagsgebet muss an einem Ort stattfinden, der sich als Gebetsraum eignet. Prinzipiell wird hier die Moschee als Ort des Rituals verwendet. Die Räumlichkeiten müssen dabei so groß sein, dass sämtliche Muslime vor Ort darin Platz haben können.51 Unterwegs auf einer Reise oder im freien Gelände darf das Gebet nicht verrichtet werden.52 Der Zeitpunkt des Freitagsgebets ist derselbe wie der des Dhohrgebets (Mittagsgebets). Es wird empfohlen, direkt nach dem Gebetsruf die Predigt zu beginnen, wobei eine Verzögerung das Gebet nicht ungültig macht, solange es noch vor Abenddämmerung verrichtet wird.53 Was die Mindestanzahl Betender für das Freitagsgebet angeht, sind die Gelehrten unterschiedlicher Meinungen. Konsens ist, dass das Gebet in der Gemeinschaft verrichtet werden sollte. Doch ab wie vielen Personen kann man von Gemeinschaft sprechen? Die gängigste Meinung hierzu ist, dass das Gebet schon ab zwei Teilnehmern gültig ist. Andere wiederum meinen, dass mindestens 3, 12 bzw. 40 Leute anwesend sein müssen, damit das Freitagsgebet seine Gültigkeit erlangt.54

Die Predigt selbst („Khutba“55 ) muss in zwei Teilen erfolgen und wird von dem Iqama (dem Ruf zum Aufstehen zum Gebet) und dem eigentlichen Gebet56, welches im Gegensatz zum normalen Mittagsgebet nur aus zwei statt vier Gebetseinheiten („Raka“) besteht, gefolgt. Somit ersetzt die Predigt im Prinzip die zwei fehlenden Raka des Mittagsgebets. Diese Substitution bedingt die Einhaltung der gleichen Vorschriften, die auch für das Gebet gelten. So sind z.B. während der Predigt das Sprechen und anderweitige Ablenkungen untersagt.57 Die beiden Abschnitte der Predigt werden stehend auf dem Minbar (dem Podest/der Kanzel) gehalten, zwischen diesen beiden Predigten setzt sich der Prediger („Khatib“58 ) ihr einige Sekunden auf den Minbar.59 Es wird empfohlen, die Predigt kurz zu halten und das Gebet lang zu verrichten. Hierzu wurden mehrere Hadithe überliefert, auf Grund derer die Mehrheit der Gelehrten sich einig ist, dass es empfohlen ist, die Predigt kürzer zu halten als das darauffolgende Gebet.60 Die Freitagspredigt kann prinzipiell in jeder Sprache gehalten werden, wobei bevorzugt die Sprache zu wählen ist, die von der Mehrheit der Anwesenden verstanden wird. Es wird allerdings dazu angehalten, einige Elemente der Predigt auf Arabisch auszusprechen, nämlich: ,„Al-Hamdu lillah‘ (Gelobt sei Allah), die ,Schahada‘ (das doppelte islamische Glaubensbekenntnis), die Segenswünsche für den Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm, also die ,Salawaat‘, die ,Ermahnung‘ und ,Gute Botschaft4, Verse des Qur’an, einen ,Aufruf zur Taqwa61 ‘, wobei ein Qur’anvers wie zum Beispiel, ,0 ihr Leute mit Iman62, habt Taqwa vor Allah!4 ausreicht, und eine abschließende ,Dua‘ (Bittgebet) (...)“63.

Allgemein soll die Predigt bestimmte Zwecke erfüllen, wie etwa das Unterrichten der Gemeinde über ihre religiöse Pflichten, die Erinnerung an Allah64, sowie die Ermahnung der Gläubigen, Gutes zu tun und sich an die Gebote Allahs zu halten65. Diese Ermahnungen und Erinnerung werden meist durch das Anführen von Hadithen und Qur'anversen gestützt66. Die genaue Wahl des Themas hängt davon ab, in welchen Umständen die Gesellschaft, in der die Gemeindemitglieder leben, sich befindet. Das Thema sollte also so gewählt werden, dass es „nicht weit von der Realität einer Gemeinschaft entfernt“67 ist. Zu weiteren häufig behandelten Themen gehört beispielsweise noch die Rede über das Jenseits oder das Hervorheben der Besonderheit der Schöpfung.68 Zu den empfohlenen Dingen im Kontext des Freitagsgebets zählt das Baden/Duschen am Morgen vor dem Gebet („Ghusl“), sowie das Benutzen des Miswaks (eine Art Zahnbürste aus Holz) und Parfüms. Zudem wird empfohlen, die Segenswünsche auf den Gesandten Mohammed zu sprechen, die Sure Al Kahf zu rezitieren, sowie früh zum Freitagsgebet aufzubrechen.69

3.2 Der Stellenwert der Freitagspredigt unter Muslimen

Die Freitagspredigt bzw. das Freitagsgebet ist insofern für die Muslime von großer Bedeutung, als dieser Tag als wöchentlicher Feiertag70 gesehen wird, der viele Vorzüge birgt, von denen nun einige genannt werden sollen.

Zunächst einmal geht aus den Überlieferungen hervor, dass alle kleinen Sünden71 der vergangenen Woche jenen Muslimen vergeben werden, die sich für das Freitagsgebet waschen/duschen, falls möglich Parfüm benutzen, die Moschee besuchen und ihren Platz einnehmen, ohne die Anwesenden durch das Schreiten durch die Reihen oder anderweitig zu stören, dem Prediger aufmerksam zuhören und danach das Gebet verrichten.72 Allah hat nach islamischer Auffassung diesem Tag noch weitere Attribute zugeschrieben, die dem Gläubigen dazu ermuntern sollen, an der Freitagspredigt und dem Gebet in der Moschee teilzunehmen. So wird beispielsweise derjenige, der zum Freitagsgebet aufbricht, mit dem Paradies belohnt undjeder Schritt in Richtung Moschee an diesem Tag ist wie eine Tat, die ein Jahr lang durchgeführt wurde. Es wurde ebenfalls berichtet, dass die Stufe am Tag des Jüngsten Gerichts von der Zeit abhängt, zu der der Gläubige zum Freitagsgebet aufgebrochen ist.

Zudem gibt es noch weitere Vorzüge, die sich allgemein auf den Tag „Jumuah“ (Freitag) beziehen. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass dieser Tag nach islamischer Vorstellung als bester Tag der Woche gilt, was Abu Huraira in folgendem Hadith begründet73:

„Der beste Tag, an dem die Sonne erstrahlt und sich zeigt, ist derFreitag. An ihm ist Adam erschaffen worden, an ihm ist er in das Paradies (Djanna) eingeführt und ausgeführt worden, und der Tag des Gerichts wird nicht beginnen außer an einem Freitag. “74

Dies wird von vielen Gelehrten auch als Grund angegeben, weshalb Allah gerade den Freitag als Feiertag der Muslime ernannte, wobei als weiterer Grund hierfür die Abgrenzung von den Feiertagen der Christen und Juden betrachtet wird.75 Überdies gibt es am Freitag eine Zeitspanne, in der, wenn man Allah um etwas bittet, diese Du'a (dieses Bittgebet) angenommen wird.76 Der genaue Zeitpunkt ist unbekannt, jedoch wird unter den Gelehrten vermutet, dass dies dann ist, wenn der Imam sich zwischen seinen beiden Ansprachen auf den Minbar setzt.77 Es wurde außerdem überliefert, dass derjenige, der in der Nacht zum Freitag oder am Freitag selbst stirbt, von der Strafe im Grab befreit ist. Genauso wie es Anregungen dazu gibt, das Freitagsgebet in der Gemeinschaft zu verrichten, wird an anderen Stellen des Qur'ans und der Sunnah davor gewarnt, sich von seiner Pflicht, dem Ritual beizuwohnen, loszusagen. In einem Hadith überliefert Abu-Dzada, dass der Prophet sagte:

,, Wer das Freitagsgebet drei Mal ohne einen triftigen Grund unterlässt, dem wird Allah sein Herz verhärten (ein Siegel darüber setzen).“78

Sogar wird in einem weiteren Hadith berichtet, dass derjenige, der drei Mal hintereinander am Freitagsgebet nicht teilnimmt, ein Heuchler sei.79 Ähnlich sagt hierzu Ibn Abbas in einem Hadith:

,, Wer drei Freitagsgebete aufeinanderfolgend unterlässt, der hat seinen Islam aufgegeben. “80

Anhand dieser Ausführungen konnte nun gezeigt werden, dass der Freitag, insbesondere das Freitagsgebet, worin die Freitagspredigt, die in dieser Arbeit behandelt wird, eingeschlossen ist, einen sehr hohen Stellenwert unter den Muslimen einnimmt. Jedem Muslim wird empfohlen oder ist sogar dazu verpflichtet, an dem Freitagsgebet teilzunehmen, wobei er bei Einhaltung eine große Belohnung erhält. Das Unterlassen des Gebets81 hingegen zieht wiederum viele negative Folgen nach sich.

4. Die Freitagspredigt als kommunikative Gattung

Susanne Günthner erwähnt in ihrem Buch „Diskursstrategien in der interkulturellen Kommunikation“ unter einigen Beispielen kommunikativer Gattungen auch die der Predigt. Bei Hubert Knoblauch82 und Thomas Luckmann83 wird diese ebenfalls bereits als typisches Beispiel einer kommunikativen Gattung genannt. Auch wenn Günthner, Knoblauch und Luckmann den Begriff Predigt in ihren Ausführungen nicht weiter einengen, lässt sich zunächst einmal daraus schließen, dass auch die in dieser Arbeit behandelten Freitagspredigt als kommunikative Gattung zu betrachten ist, also, um in Luckmanns Worten zu sprechen, als „historisch und kulturell spezifische, gesellschaftlich verfestigte und formalisierte Lösung kommunikativer Probleme“84. In diesem Teil der Arbeit soll demzufolge also nicht untersucht werden, ob bzw. bewiesen werden, dass es sich bei der Freitagspredigt um eine kommunikative Gattung handelt, sondern es soll vielmehr skizziert werden, welche musterhaften Handlungsweisen und wiederkehrende Stilmittel in den von mir aufgezeichneten Predigten vorzufinden sind, durch die wiederum die Gattung „Freitagspredigt“ konstituiert wird.

4.1 Methodisches Vor gehen und Datenmaterial

Um sich der Antwort dieser Frage anzunähem, galt es als ersten Schritt, Datenmaterial für die Untersuchung zu verschaffen. Freitagspredigten sind zwar im Internet zur Genüge zu finden, jedoch zog ich es vor, meine Daten selbst aufzuzeichnen, da so gewährleistet wird, dass ich zum einen beobachten kann, was vor und nach der Aufnahme geschieht, und zum anderen auch selbst bestimmen kann (mit Absprache der Verantwortlichen der Moschee), wann die Aufnahme beginnen und enden soll. Zudem kann die Kameraperspektive selbst eingestellt werden und auch die Anzahl der Kameras kann nach eigenem Bedarf ausgewählt werden. Durch eine Anfrage im Islamischen Zentrum Bayreuth erhielt ich die Bestätigung, meine Untersuchung in ihrer Moschee durchführen zu dürfen. Um Vergleichsmaterial zu bekommen, fragte ich auch in anderen Moscheen nach, ob eine Aufnahme in ihrer Moschee möglich sei, bekam jedoch nur Absagen. Da sich aber im Juni 2010 ein Gastprediger aus Wuppertal in dem Islamischen Zentrum ankündigte, der an einem Freitag die Khutba halten sollte, nutzte ich die Gelegenheit und zeichnete diese, nach Einwilligung des Gastpredigers, ebenfalls auf. So wurden insgesamt audio-visuelle Aufzeichnungen sechs verschiedener Predigten durchgeführt, wobei alle im Islamischen Zentrum Bayreuth abgehalten wurden - fünf davon von dem regulären Prediger (Imam) der Moschee (A. F.), die letzte Predigt von Gastprediger A. J. Ich entschied mich dafür, das Geschehen mit zwei Kameras aufzuzeichnen: Mit der einen sollte der Prediger selbst aufgenommen werden, wobei die Kamera in einer solchen Entfernung zum Prediger platziert wurde, dass zu erkennen ist, wo sich der Prediger genau befindet und welche Gestiken usw. ausgeführt werden, und gleichzeitig aber auch so nah dran, dass auch Mimiken deutlich sichtbar sind. Mit einer anderen Kamera wurden von der Perspektive des Predigers aus die Zuhörer gefilmt.85 86 Allerdings konnten hier nicht immer alle Teilnehmer aufgenommen werden, da sich nichtjeder dazu bereiterklärte, auch während der Predigt sich aufzeichnen zu lassen. Diese begaben sich dann während der Predigt in einen anderen Teil des Gebetsraums und wurden nur zum Gebet gefilmt. Bereits eine Woche vor der ersten Aufzeichnung wurde nach dem Freitagsgebet von dem Imam der Moschee angekündigt, dass in den kommenden Wochen Aufzeichnungen, die für eine wissenschaftliche Arbeit verwendet werden, stattfinden. Auch vorjeder Predigt wurde erneut explizit daraufhingewiesen.

Zwar ist nicht das komplette Freitagsgebet Untersuchungsgegenstand meiner Arbeit, sondern lediglich der 2. Teil der Predigt, der in allen Fällen auf Deutsch gehalten wurde, doch dennoch entschied ich mich dafür, die komplette Predigt aufzunehmen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch unschlüssig war, ob der arabische Teil der Predigt auch im Analyseteil der Arbeit relevant sein könnte, z.B. bei einem Vergleich zwischen dem deutschen und dem arabischen Teil der Predigt. Neben der Predigt an sich wurde außerdem noch das darauffolgende Gebet aufgenommen, sowie teilweise auch die Zeit nach dem Gebet, in der verschiedene Dinge durchgeführt wurden, wie beispielsweise Tasbih (Lobpreisungen), Ad'iya (Bittgebete) und Sunnah-Gebete (freiwillige Gebete). Auch begrüßten sich hier diejenigen, die zu spät zur Predigt gekommen sind, da während der Predigt es nicht gestattet ist, zu reden, also auch nicht, sich zu begrüßen.

Die ersten fünf Predigten stellen eine Art Serie dar, welche das Themengebiet Heuchelei abdeckt. Die sechste Predigt befasst sich thematisch mit den sieben Gruppen, die nach islamischer Lehre am Tag des Jüngsten Gerichts unter dem Schatten des Throns Allahs sein werden. Die Predigten dauern je insgesamt zwischen 25 und 40 Minuten, wobei der arabische und der deutsche Teil sich zeitlich gesehen in etwa die Waage halten.

Zum Schluss möchte ich noch einen Aspekt erwähnen, der mir bei der Datenerhebung einige Probleme bereitete. Da in der Moschee in der Regel eine Geschlechtertrennung herrscht, war es mir nicht möglich, selbst die Kameras zu installieren, weshalb also einem Mann die Aufgabe übertragen wurde. Dies führte allerdings zu einem weiteren Problem, nämlich, dass es während der Predigt nicht gestattet ist, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen und einfach nur „nebenbei zuzuhören“., und da die Teilnahme an der Freitagspredigt für Männer Pflicht ist, konnte hier keine Ausnahme gemacht werden. Somit konnte während der Predigt die Kamera weder bewegt werden, noch konnte gezoomt werden usw., ich musste mich also voll und ganz aufjemanden verlassen, der noch vor der Predigt die Kamera korrekt einstellt. Leider führte dies dazu, dass die Aufnahmen teilweise nicht korrekt aufgezeichnet wurden. Zwar wurden meine Anweisungen folgegeleistet, die Kamera an bestimmten Positionen aufzustellen etc. Doch bei zwei Freitagspredigten gelang es nicht, die Zuhörergruppe aufzunehmen, da beide Male während der Predigt der Speicherplatz frühzeitig voll war.

Nachdem ich die Videos der Predigten auf meinen Computer übertragen hatte, fertigte ich mit Hilfe des Transkriptionsprogramms F4 Grobtranskripte der sechs Predigten an.87 Zusätzlich wurde die erste Predigt nach GAT-Konventionen (nach Selting et. al., 1998) feiner transkribiert88, und zwar nur so fein, wie für meine Analyse nötig war. Nonverbale Ausdrücke wurden nicht transkribiert, da meines Erachtens nach dies zu umfangreich gewesen wäre und den Textfluss massiv unterbrochen hätte, zumal während der Predigt vor allem gestische Bewegungen sehr häufig durchgeführt wurden.

4.2 Analyse

Um mit der Analyse der Freitagspredigten beginnen zu können, musste zunächst einmal eine Übersicht geschaffen werden über alle sechs Predigten. Hierfür wurden drei Synopsen angefertigt, in denenjeweils die Grobtranskripte aller sechs Predigten in einer Tabelle nebeneinander in sechs Spalten aufgeführt wurden.89 In einem nächsten Schritt wurden die Predigten mehrere Male durchgelesen und detaillierter angeschaut, bis eine grobe Gliederung dieser möglich wurde. So stellte ich fest, dass jede Predigt durch bestimmte Bestandteile konstituiert wird: durch eine Einleitungs- und Schlussformel, durch eine Einführung des Themas, gefolgt von dem Hauptteil, in dem das Thema ausgeführt wird, sowie durch die Beendigung des Themas, dem Schlusswort. Diese fünf Elemente gliederte ich durch das Einfügen von Zeilen in meine drei angefertigten Synopsen ein. Nun ging es darum, die Predigten noch expliziter auf rekurrente Muster hin zu untersuchen und mögliche kommunikative Subgattungen zu herauszuarbeiten. Ich stellte fest, dass tatsächlich verschiedene sprachliche Einheiten sich immer wiederholten. Diese sind zum einen das Anfuhren von Qur'anversen und Hadithen, zum anderen aber auch Erklärsequenzen und die Vermittlung von Moralität. Was mir bei der Beschreibung der interaktiven Realisierungsebene aufgefallen ist, ist, dass, obwohl der Prediger zu einer Gruppe spricht, die Anredeform „ihr“ (2. Person Plural) nur äußerst selten verwendet wird. Vielmehr werden andere Anredeformen bevorzugt, welche im Verlauf dieser Arbeit noch aufgezeigt werden. Neben dem Wechsel der Anredeformen ist bei dieser Ebene noch der Wechsel in eine andere Perspektive durch wörtliche Rede zu bemerken. Außerdem konnte das Anführen von Fragen als weiteres Merkmal dieser Gattung identifiziert werden. All diese Aspekte, als auch die Realisierung der Einleitungs- und Schlussformel sowie der Vorstellung und Beendigung des Themas, werden nun in den folgenden Kapiteln näher beleuchtet. Dabei sollen neben morphologischen, prosodischen, syntaktischen und semantischen Merkmalen auch paralinguistische, kinetische, gestische und mimische Komponenten dieser Subgattungen herausgearbeitet und beschrieben werden. Anschließend werden dann Hypothesen bezüglich der Funktion ihrer wiederkehrenden Musterhaftigkeit/Regularität generiert. Um die Analyse und Charakterisierung der einzelnen Aspekte zu erleichtern, wurden Kollektionen der oben genannten kommunikativen Aufgaben bzw. Subgattungen erstellt, indem ich zunächst einmal die einzelnen Subgattungen in den Synopsen jeweils farblich markierte und diese dann der Übersicht halber geordnet in ein separates Textdokument einfügte.90 Nach Möglichkeit wurden dann die einzelnen Passagen weiteren Untergruppen zugeordnet, wobei die Grenzen zwischen diesen teilweise fließend verliefen und deshalb die Zuordnung in eine der Gruppen nicht immer eindeutig ablief. Da auch der para- und nonverbale Charakter dieser Passagen beschrieben werden soll, wurde anschließend zu jeder Kollektion ein Video angefertigt, in dem die einzelnen, geordneten Ausschnitte einer jeweiligen Kategorie hintereinander abgespielt werden.91 Durch die Erstellung dieser Textdokumente und Videos konnte nicht nur eine Übersicht verschafft werden über die jeweiligen Ausschnitte einer Kategorie, sondern auch der direkte Vergleich der Passagen ermöglicht werden, denn nur so lässt sich erkennen, ob innerhalb der wiederkehrenden Subgattungen weitere rekurrente, eingebettete Kleinstformen vorzufinden sind.

4.2.1 Übersicht

Bevor ich in die Analyse der Predigten eintauche, möchte ich vorher noch kurz einen Überblick geben über den Ablauf des Gesamtrituals, in dem der deutsche Teil der Freitagspredigt I, die bei der Analyse im Mittelpunkt stehen wird, eingebettet ist.

Wie in dem Video zu erkennen ist, beginnt das Ritual mit dem Friedensgruß, den der Prediger an die Anwesenden richtet. Diese antworten teilweise auf den Gruß, indem sie den Friedensgruß zurückgeben. Anschließend setzt sich der Imam auf den Minbar und es folgt der Gebetsruf, der von einem Teilnehmer gerufen wird (gewöhnlich gibt es in jeder Moschee eine feste Person, die den Gebetsruf ausführt, doch im Falle, dass dieser zur Gebetszeit noch nicht anwesend ist, kann der Ruf auch von einer anderen Person ausgeführt werden). Nach dem Gebetsruf spricht der Imam einige Wörter vor sich her, was wohl möglicherweise ein Bittgebet sein könnte. Einige Sekunden später steht er auf und beginnt mit dem ersten Teil der Predigt, die auf Arabisch abgehalten wird. Als die Predigt beginnt, sind noch nicht alle Teilnehmer angetroffen. Es ist zu beobachten, dass während der gesamten Predigt immer wieder Leute in den Gebetsraum einkehren. Einige dieser Leute ziehen sich im Gebetsraum noch ein Gewand über. Ferner ist zu erkennen, dass ein Großteil derjenigen, die gerade eingetroffen sind, ein freiwilliges Gebets verrichtet (zwei Gebetseinheiten). Insgesamt sind vermutlich ca. 25 Personen bei dem Ritual anwesend, wobei nur, wie ich im Frauenbereich beobachten konnte, vier davon Frauen sind. Nach etwa 15 Minuten beendigt der Imam diesen Teil der Ansprache und setzt sich erneut auf den Minbar. Einige Sekunden später setzt er die Predigt mit der Ansprache auf Deutsch fort, die ebenfalls ca. 15 Minuten dauert. Danach steigt der Imam von der Kanzel herunter und dreht die Kamera so, dass die Teilnehmer des nächsten Rituals - des Gebets - zu sehen sind. Währenddessen erfolgt der Ruf zum Aufstellen zum Gebet durch die gleiche Person, die bereits den Gebetsruf ausführte. In dieser Zeit bereiten die Teilnehmer sich darauf vor, indem sie Gebetsreihen bilden, welche durch den Imam kontrolliert werden. Nach

Beendigung des Gebets, das von derselben Person geleitet wurde wie die Predigt, begrüßen sich die Leute und setzen teilweise ihre gottesdienstlichen Handlungen fort.

4.2.2 Beschreibung der Strukturebenen

In den folgenden Kapiteln werden nun anhand von Beispielen aus dem zweiten, deutschsprachigen Teil der Freitagspredigt I die Kategorien der drei Strukturebenen der kommunikativen Gattung „Freitagspredigt“ illustriert. Ziel dabei ist es, durch Typisierungen einiger sprachlicher Einheiten auf die Funktion der Verwendung dieser Einheiten zu schließen.

4.2.2.1 Binnenstruktur

a) Einleitungs- und Schlussformel

Da sich die Einleitungs- und Schlussformel auf92 Grund ihres formelhaften Charakters ziemlich ähneln, habe ich mich dafür entschieden, beide Abschnitte der Predigt in eine Kategorie zusammenzufassen.

Zunächst befasse ich mich mit der Einleitungsformel:

TS#1 EINLEITUNGSFORMEL

1 alles lob gebührt allah dem herrn der welten-
2 und friede und segnung mögen auf dem propheten ruhen-
3 sowie auf seiner familie und seinen gefährten-
4 wenn alLAH jemanden rechtleitet der ist der rechtgeleitete-
5 und wenn alLAH jemanden in die irre führen lässt für den findest du keinen wegweiser-
6 und ich bezeuge dass ni:emand das recht hat angebe=et zu werden=außer=allah, und ich bezeuge dass moHAMmed sein gesandter und diener ist.

Wie schon im Transkript zu erkennen ist, zeichnet sich diese Passage sehr stark durch ihre Monotonie und Einfachheit aus, was an mehreren Punkten festzumachen ist. Zunächst einmal ist festzustellen, dass bis auf das Ende der Einleitungsformel weder eine steigende, noch eine fallende Endintonation vorhanden ist. Erst am Ende (Z. 6), nach den Lobpreisungen (Z. 1-3) und dem Qur'anvers (Z. 4-5), geht die Intonation nach dem ersten Glaubensbekenntnis nach oben, ganz am Ende, nach dem zweiten Glaubensbekenntnis, dann wieder nach unten. Diese steigende und darauf folgende fallende Endintonation weist auf das Beenden einer Aussage hin und schließt somit den Abschnitt der Einleitungsformel ab. Weiterhin ist zu bemerken, dass in den ersten Zeilen der Einleitungsformel mit Ausnahme des Wortes „Allah“ (Z. 4 und 5) keinerlei Betonungen zu finden sind. In Z. 6 dagegen betont der Prediger die Wörter „niemand“ (durch die Vokalverlängerung des Vokals „i“), „Allah“ (durch die darauf folgende steigende Intonation) und „Mohammed“ (durch Betonung der zweiten Silbe). Dadurch, dass in dem ersten Teil der Einleitungsformel kaum Betonungen vorzufinden sind, fällt die Änderung dieser Prosodie in Z. 6 besonders auf, wodurch der Eindruck erweckt wird, dass dem Glaubensbekenntnis besondere Achtung geschenkt wird. Dass dieses Glaubensbekenntnis eigentlich jedem Muslim bekannt sein sollte, da dieses in der Regel mehrmals am Tag im Gebet ausgesprochen wird, dürfte auch eine Erklärung dafür sein, weshalb es, im Gegensatz zum Rest der Einleitungsformel, Verschleifungen innerhalb eines Wortes bzw. zwischen Wörtern gibt.

Weitere Merkmale dieses Abschnitts sind zum einen die durchschnittliche, gleichbleibende Lautstärke und Geschwindigkeit, zum anderen aber auch die Monotonie der Bewegungen des Predigers. Es fällt auf, dass sich seine rechte Hand immer um den rechten Balken des Minbars dreht, teilweise wird der Balken richtig festgehalten, teilweise nur leicht berührt. Während dieses „object-adaptors“ blickt er in aufrechter Körperhaltung durch eine horizontale Bewegung des Kopfes von rechts nach links in Richtung Zuhörer.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.

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2.

Lediglich während des Aussprechens des Glaubensbekenntnisses ändert dieser leicht seine Gestik, indem er den rechten Zeigefinger hebt, der die Einheit Gottes symbolisiert. Diese Bewegung scheint jedoch eine Ausnahme darzustellen, da sie in den anderen Predigten nicht erscheint.

Die Schlussformel weist im Vergleich zur Einleitungsformel, was die Intonation angeht, ähnliche Strukturen auf: die Intonation bleibt bis zum Ende hin relativ gleichbleibend, erst zum Schluss ist drei Mal eine leicht steigende Endintonation zu erkennen (Z. 197-199), darauf folgend dann am Ende der Formel eine fallende Intonation (Z. 200):

TS#2 SCHLUSSFORMEL

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Auch hier wird wieder, was die Betonung angeht, größtenteils das Wort „Allah“ betont, bzw. in die - sem Fall, das Wort „Allah“ in Verbindung mit „humma“, was zusammen so viel bedeutet wie „Oh Allah“, also einer Einleitung eines Bittgebets entspricht. Im Vergleich zu den anderen Schlussteilen ist auffallend, dass einige der vorgetragenen Bittgebete fester Bestandteil der Schlussformel sind, andere wiederum frei formuliert werden. Neben Bittgebeten wird hier außerdem noch der Friedens­gruß an den Propheten, an seine Familie und seine Gefährten ausgerichtet (Z. 183, 197), was allge- mein bei Vorträgen etc. ausgesprochen wird, um seine Rede zu beenden. Durch den Befehl, zum Gebet aufzustehen (Z. 200), wird die Predigt endgültig beendet.

Auch in diesem Abschnitt hebt der Prediger wieder seinen rechten Zeigefinger, wobei es sich dies­mal um ein Phänomen handelt, welches in allen sechs Predigten ausgeführt wird, wohl deshalb, um dem Vorbild des Propheten Mohammeds zu folgen, welcher ebenfalls diese Gestik während der Bittgebete am Ende seiner Predigt anwandte.

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...und ich bezeuge...

Weitere Ähnlichkeiten zwischen diesem Abschnitt der Predigt und der Einleitungsformel sind die Körperposition und die Körper- und -Kopfbewegungen, welche sich durch das aufrechte Stehen so - wie durch das Blicken nach rechts und links auszeichnen. Allerdings scheint der Prediger ein wenig unruhiger dabei zu sein, als bei der Einleitungsformel, was vermutlich damit zusammenhängt, dass hier viel schneller gesprochen wird.

b) Begrüßung/Einführung des Themas und Schlusswort

Vergleicht man alle Predigten miteinander, so fällt auf, dass injeder93 Einleitung ein Hadith oder ein Qur'anvers angeführt wird, auf den die restliche Predigt aufbaut. Im Falle der Freitagspredigt I erfolgt zunächst eine allgemeine Einführung in das Thema, die zu dem Hadith hinführt, worauf die restliche Khutba basiert. In diesem Fall wurde das Thema Heuchelei besprochen. Dabei erwähnt der Prediger nicht direkt das Wort Heuchelei, sondern bezeichnet sie zunächst metaphorisch als Krankheit, und beschreibt sie anschließend:

TS#3 EINFÜHRUNG DES THEMAS 2

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Rhetorisch fallt bei diesem Abschnitt auf, dass der Prediger einen Spannungsbogen aufbaut, indem eine Konstruktion gewählt wird, welche die Keminformation seiner Aussage, nämlich die Auflösung der Krankheitsmetaphorik, bis zum Schluss zurückhält (Z. 25). Doch wodurch genau entsteht auf paraverbaler Ebene diese Spannung, durch die die Aufmerksamkeit des Zuhörers erregt werden soll? Zum einen fällt sehr stark auf, dass der Prediger mit der Lautstärke arbeitet, indem er an manchen Stellen eine laute Stimme einsetzt, an anderen dagegen eine leise Stimme, wobei anzumerken ist, dass gerade auch durch die leise Stimme die Aufmerksamkeit erreicht wird, obwohl in der Regel die Lautstärke der Stimme nur dann runtergeht, wenn Informationen weniger relevant sind. Ferner ist festzustellen, dass der Einsatz des Lautstärkenwechsels insofern auch mit dem Inhaltlichen zusammenhängt, als beide Gegensätze verdeutlichen. (vgl. Z. 10-11 und Z. 12-13) Darüber hinaus unterstreichen Antithesen (Z. 12-16) die Relevanz des Themas. Es wird davor gewarnt, wie gefährlich die Krankheit ist, die einen zum scheinbar Guten „bringt“ (vgl. Z. 12 und 14) und doch in Wirklichkeit zum Üblen führt. Durch die Wiederholung derselben Satzstruktur in Z. 12-16 (Parallelismus), in Verbindung mit der steigenden und fallenden Lautstärke, wir eine Art Dramatik bewirkt, durch welche ebenfalls die Wichtigkeit des Themas betont werden soll.

Ab Z. 17 beginnt der Imam, die Wahl des Themas zu begründen und sich dabei gleichzeitig zu verteidigen (Z. 17-18) und seine Absichten klarzustellen (Z. 24).

In Z. 26 leitet ein inszenierter Dialog die Rechtfertigung des Themas ein, welche in den darauffolgenden Zeilen weitergeführt wird. Hier wird auch der Hadith genannt, auf den sich die restliche Predigt stützt:

TS#4 EINFÜHRUNG DES THEMAS 2

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An dieser Stelle möchte ich noch nicht im Detail auf die gestischen und mimischen Ausführungen der einzelnen Passagen eingehen, da Teile dieses Ausschnitts in den weiteren Kapiteln näher beleuchtet werden.

Im Folgenden soll nun das Schlusswort der Predigt analysiert werden:

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Was hier deutlich auffällt, ist, dass jede der Predigten mit einem Bittgebet endet, welches sich auf das Thema bezieht, das in der Predigt behandelt wurde. (Z. 178-179) Paraverbal hebt sich dieses Bittgebet, und somit auch das gesamte Schlusswort, dadurch von den vorausgehenden Ausführungen ab, dass es schneller ausgesprochen wird, als der Satz davor. Auch inhaltlich lässt sich hier ein neuer Abschnitt erkennen, indem sich das Bittgebet nicht direkt auf das unmittelbar zuvor Geäußerte bezieht, sondern allgemein auf die gesamte Predigt. Zudem wird in Z. 180 metakommunikativ angedeutet, dass die Predigt sich dem Ende nähert, insbesondere auch durch die Verwendung des Präteritums „sollte“. Die Betonung auf „dies“, gefolgt von dem betonten „nächste“ in der darauffolgende Zeile verweist ebenfalls auf das Ende der Predigt, welches durch eine leiser werdende Stimme sowie eine fallende Intonation erfolgt, bevor im Anschluss daran durch die Schlussformel die Predigt endgültig abgeschlossen wird.

c) Erklärungen

Ein wesentlicher Bestandteil der94 Freitagspredigt sind Erklärungen, was wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass unter der Zuhörergruppe große Wissensasymmetrien vorhanden sind. Doch wie formuliere ich nun eine Predigt so, dass jene mit viel Wissen nicht gelangweilt werden durch die vielen Erklärungen, und jene mit weniger Wissen nicht mit dem Inhalt der Predigt überfordert sind? Um herausfinden zu können, wie der Prediger dieses Problem löst und wo er in diesem Fall die Grenzen setzt bei seinen Bedeutungserklärungen, ist es nicht nur von Interesse herauszuarbeiten, welche Begriffe er für erklärungsbedürftig hält und mit welchen Techniken er diese erklärt. Auch ist von Interesse, welche Begriffe er eben nicht erklärt. Mit diesem Aspekt möchte ich auch gleich beginnen. Wie dem Anhang I zu entnehmen ist, gibt es bestimmte Begriffe, die zwar sehr häufig genannt, und doch nie erklärt werden. Es handelt sich bei all diesen Begriffen um Fremdwörter aus dem Arabischen, die im islamischen Kontext Verwendung finden. Die Tatsache selbst, dass viele dieser Begriffe in den Predigten häufig gebraucht werden, weist darauf hin, dass sie wahrscheinlich auch im Alltag häufig auftauchen. Dies mag zunächst einmal daran liegen, dass es jedem Muslim eine Pflicht oder zumindest stark empfohlen ist, einige dieser Begriffe in bestimmten Situation zu verwenden. Als Beispiel möchte ich folgende Ausdrücke anführen: „salla Allahu aleihi wa salam“, „inshallah“, „aleihimassalam“, „subhana wa ta'ala“, „ta'ala“, „radiyallahu anhu“. Wer ursprünglich aus einem islamisch geprägten Land stammt, dem dürften diese Begriffe ohnehin sehr geläufig sein. Wer hier in Deutschland aufgewachsen ist, jedoch in häufigem Kontakt zu Muslimen steht, wird schnell die Bedeutung dieser Begriffe lernen und in der Regel auch in seinen eigenen, alltäglichen Sprachgebrauch übernehmen. Genauso verhält es sich mit anderen Begriffen, die in der Predigt nicht erklärt werden, da sie, zumindest nach Meinung der Prediger, zum kollektiven Wissen gehören sollten. Als Beispiel hierfür sei das Wort „halal“ genannt, was dem Muslim spätestens beim Kauf von „Halal-Fleisch“ - von „erlaubtem“ Fleisch - begegnen dürfte.

Doch nun möchte ich mein Augenmerk darauf richten, was erklärt wird und wie dies geschieht. Bei der Analyse aller Ausschnitte, die eine Erklärung beinhalten, ist mir aufgefallen, dass, was die Technik der Bedeutungserklärung angeht, sich mehrere Kategorien bilden lassen, von denen ich hier folgende vorstellen möchte: Erklärung durch Übersetzung, Erklärung durch Definition und Erklärung durch Paraphrase.Beginnen möchte ich hier mit einer Erklärung, die durch eine einfache, direkte Übersetzung erfolgt:

TS#6 ERKLÄRUNG 1

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Diese Erklärung weist ein bestimmtes Merkmal auf, welches kennzeichnend ist für diese Erklärtechnik, da es in fast all den Beispielen dieser Kategorie vorkommt: Die Wiederholung der Wörter, in die das Explanandum eingebettet ist. Es wird also bei der Erklärung durch Übersetzung nicht nur das zu erklärende Wort an sich übersetzt, vielmehr werden auch jene Wörter, die das erklärte Wort umgeben, wiederholt. Meist handelt es sich bei diesen Wörtern um Präpositionen, Artikel und/oder Pronomen. Es können aber auch ganze Nebensätze sein, die wiederholt werden, oder wie in diesem Fall sogar ein ganzer Hauptsatz. Die Funktion davon ist meines Erachtens zum einen, dass der Erzählfluss nicht unterbrochen wird, zum anderen, dass die Erklärung eindeutig als solche identifiziert wird. Weiterhin ist festzustellen, dass die Wiederholung nicht nur auf lexikalischer Ebene stattfindet, sondern auch auf paraverbaler und teilweise sogar auf nonverbaler Ebene, was bei unserem Beispiel sehr gut erkennbar ist: Der Prediger betont das Wort „Nifaq“, indem er die zweite Silbe langzieht. Auch das Wort „Heuchlerei“ wird betont, wobei beides, „Nifaq“ sowie „Heuchlerei“, mit einer fallenden Intonation endet. Was die Gestik betrifft, werden zwar nicht exakt die gleichen Bewegungen ausgeführt, doch ist zu sehen, dass die Gestiken, die jeweils für „Krankheit“ angewandt werden, in einem ähnlichen Verhältnis stehen zu den jeweiligen Gestiken „Nifaq“ und „Heuchlerei“:

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Diese Krankheit...

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...ist Heuchlerei.

Wie auf den Bildern gut zu erkennen ist, ändert der Prediger seine Körperausrichtung bei der Erklärung des Begriffs und wendet sich der Zuhörergruppe der anderen Seite des Raums zu. Dies ist ebenfalls ein Phänomen, das häufig bei dieser Art der Erklärung auftritt.

Als nächstes soll ein Beispiel präsentiert werden, bei dem das Explanandum via Definition erklärt wird:

TS#7 ERKLÄRUNG 2

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Anhand dieses Ausschnitts lässt sich beispielhaft zeigen, dass Erklärungen, die durch eine Definition erfolgen, häufig als solche sprachlich markiert werden, und zwar durch die Verwendung von Ausdrücken wie „das heißt“, „das bedeutet“, „kommt von“ oder einfach nur durch die Konjunktion „dass“. Zudem handelt es sich bei definitorischen Erklärungen häufig um Aufzählungen von Bestandteilen dessen, was erklärt wird. Bei unserem Beispiel werden die Komponenten der Glaubenslehre aufgelistet, begleitet von gestischen Bewegungen, die ebenfalls eine Aufzählung symbolisieren.

Die dritte Art von Erklärung, die hier vorgestellt wird, ist die der Paraphrasen. Nach eingehender Überprüfung jener Textstellen, die Paraphrasen beinhalten, lässt sich feststellen, dass solche Erklärtechniken meist dann angewandt werden, wenn es darum geht, einen Hadith bzw. Qur'anvers oder Teile davon zu erklären. Dies scheint deshalb der Fall zu sein, weil es auf Grund des

Zeitmangels nicht immer möglich ist, ganze Kontexte von Hadithen bzw. Qur'anversen zu erläutern. Häufig wird beispielsweise lediglich ein Teil eines Hadiths angeführt, wobei in der Einleitung des Hadiths oder auch in anderen Stellen der Sirah (der Biographie des Propheten Mohammed) der Kontext des Prophetenausspruchs näher erklärt wird. Um diese lange Erklärung zu vermeiden, zieht es der Prediger an manchen Stellen vor, nur einige Aspekte des Hadiths, die für den Gesamtkontext der Predigt wichtig sein könnten, näher zu erläutern. Eine weitere Erklärung dafür, weshalb einige Stellen eines Hadiths durch Paraphrasen erklärt werden, ist, dass der Prediger bei der Übertragung des Hadiths aus seiner Muttersprache (die gleichzeitig auch die Originalsprache des Hadiths ist, Arabisch) in die Deutsche Sprache eine möglichst genaue Übersetzung erzielen möchte, wasjedoch durch eine reine Übersetzung nicht immer möglich ist. In einem solchen Fall bietet es sich an, durch eine Paraphrase die Bedeutung des ursprünglichen, arabischen Wortes zu vermitteln. Nun möchte ich ein Beispiel zeigen, bei dem meiner Meinung nach beide Motivationen, den Begriff zu erklären, zusammentreffen:

TS#8 ERKLÄRUNG 3

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Das Wort, das hier erklärt wird, ist „erwischt“, die Erklärung schließt direkt daran an und endet in Z. 36. Es fällt auf, dass das Wort „erreicht“ zunächst durch ein Synonym erklärt wird („erwischt“), dann erst durch einen weiteren Einschub, durch eine Paraphrase. Interessant ist hier, dass in der Paraphrase die Syntax des eigentlich zu erklärenden Satzes sich nicht ändert und auch das Subjekt nicht von der 1. zur 3. Person wechselt. Hierdurch entsteht der Eindruck, dass die Paraphrase noch Teil des Hadiths ist, was dazu führt, dass die Erzählung nicht unterbrochen wird. Dass es sich dennoch um eine Paraphrase handelt, die nicht zum Hadith gehört, lässt sich an der Prosodie erkennen, nämlich an den steigenden Intonationen in Z. 35 und 36 sowie an der Betonung des wiederholten Wortes „dreißig“ in Z. 37. Doch auch durch das nonverbale Verhalten wird zu erkennen gegeben, dass es sich um eine Paraphrase handelt. Bevor der Prediger nämlich mit dieser beginnt, nimmt er eine bestimmte Körperhaltung und Gestik ein, die während der Paraphrase unterbrochen wird und sich ändert, und direkt nach der Erklärung (in Z. 37) wieder einsetzt.

Während der Erklärung wechselt er seine Körperausrichtung, indem er sich wieder den Zuhörern in der anderen Seite des Raums zuwendet, und wendet teilweise ikonische Gestiken an, die seine Erklärung unterstützen.

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... Lebenszeit...

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...„dreißig (...)'

d) Das Anfuhren -von Qur'anversen

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der95 Freitagspredigt sind Zitate aus den beiden heiligen Quellen des Islam, aus dem Qur’an und aus der Sunnah. Obwohl der Qur’an als Primärquelle der Muslime gilt, fällt auf, dass in den von mir untersuchten Freitagspredigten häufiger Hadithe angeführt werden als Qur’anverse. Nichtsdestotrotz darf nicht außer Acht gelassen werden, dass es keine Predigt gab, in der, wenn nicht direkt, dann indirekt auf den Qur’an verwiesen wurde.

An dieser Stelle soll anhand folgenden Ausschnitts gezeigt werden, wie der Prediger auf direkte Weise aus dem Qur’an zitiert:

TS#9 QUR'ANVERS

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Bezüglich der Syntax lässt sich festhalten, dass Qur'anverse, wie auch in diesem Fall, häufig auf folgende Art und Weise eingeleitet wird: „Allah sagt über X:“, wobei X eine bestimmte Personengruppe repräsentiert, sei es, wie in diesem Fall, die Gemeinschaft der Muslime, oder aber andere Gruppen (Heuchler, Ungläubige, Gläubige, Leute der Schrift etc.) bzw. bestimmte Personen (wie Gefährten des Propheten, Könige, Herrscher, Propheten etc.). Das Verb „sagt“ kann wiederum ersetzt werden durch eine bestimmte Sprechhandlung, die Allah in dem Qur'anvers vollzieht, wie beispielsweise „loben“, „erniedrigen“, „schwören“, „versprechen“, „bloßstellen“ etc., wobei hierauf Formulierungen wie „indem er sagt“ oder „wo er sagt“ folgen. Durch das Verwenden solcher Verben wird der Vers, der folgt, im Voraus schon interpretiert. Durch eine zusätzliche Betonung des Verbs (in unserem Fall: „gelobt“) soll indirekt erreicht werden, andere Interpretationsmöglichkeiten auszuschließen.

Der Qur'anvers selbst hebt sich prosodisch von dem zuvor Gesagtem ab, indem der Sprecher mit einer Zitierstimme bzw. „Singsongintonation“ den Vers zitiert. Dies ist an zwei Punkten festzumachen: Zum einen wird in etwa jede zweite Silbe betont, zum anderen ändert er beim Einsetzen des Verses die Sprechgeschwindigkeit, indem er den Vers langsam und zudem klar und deutlich ausspricht. Was in Z. 21 geschieht, ist ebenfalls ein typisches Merkmal, welches auch in anderen Beispielen wiederzufinden ist: die direkte Wiederholung des Verses in deutscher Übersetzung mit ähnlicher Prosodie (Wechseln von betonten und unbetonten Silben).

Überdies ist die leichte Änderung der Körperposition beim Zitieren des Qur'anverses auffallend: Der Prediger streckt sich, um größer zu wirken (vielleicht auch durch das Stehen auf Zehenspitzen?), und hebt den Kopf.

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Was auch auf diesem Bild (rechts) gut zu erkennen ist, ist der gehobene Zeigefinger. Dieser, in Verbindung mit der restlichen Körperposition, erweckt meiner Meinung nach den Eindruck einer Belehrung (oder auch Ermahnung) und trägt insofern einen ikonischen Charakter, als Allah nach muslimischem Verständnis über seiner Schöpfung steht (wobei dies nicht nur metaphorisch gemeint ist, sondern auch physisch, da sich Allah nach islamischem Verständnis über den sieben Himmeln über seinen Thron erhebt).

e) Das Anfuhren -von Hadithen

Die größte kommunikative Subgattung der Gattung96 Freitagspredigt ist die des Anführens von Hadithen. Diese der Gattung kommt der des Erzählens nahe, was u.a. an folgendem Ausschnitt belegt werden kann:

TS#10 HADITH

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In diesem Auszug erwähnt der Prediger drei verschiedene Überlieferungen, die alle den Charakter des Gefährten Omar beschreiben (Z. 86-93, Z. 94-99, Z. 100-105). Alle diese Hadithe werden bereits in Z. 85 angekündigt und beziehen sich auf den Hadith, den der Prediger zu Beginn seiner Predigt nennt, in dem jene Gefährten aufgezählt werden, die Angst vor Nifaq haben (Z. 32-46). Demnach stellen sie eine weitere Erklärung des ersten Hadiths dar, sowie eine Rechtfertigung der rhetorischen Frage, die in Z. 47-48 geäußert wird. Bevor der Prediger die ersten beiden Hadithe erwähnt, nennt er zunächst einmal die Person, die in diesen Aussprüchen im Mittelpunkt steht (hier: Omar), sowie die Person, die den Hadith ausgesprochen hat (hier: Mohammed)97. In manchen Fällen werden diese Informationen noch durch weitere Angaben ergänzt, beispielsweise durch den Namen des Überlieferers des Hadiths und die Hadithsammlung, in dem der Spruch aufgeführt wurde. Außerdem wird häufig noch betont, ob der Hadith sahih („stark“, „gesund“, „authentisch“) oder da'if („schwach“) ist.

Was nun folgt sind zwei Hadithe, die durch inszenierte Dialoge „vorgespielt“ werden. Dabei nimmt der Prediger die Rollen derjenigen ein, die hierin beteiligt sind, nämlich zum einen „Mohammed“, zum anderen „die“ (eine Menschengruppe, die nicht weiter definiert wird). Was diese beiden Stellen auszeichnet, ist, dass der Prediger nicht nur den Dialog wörtlich wiedergibt, indem er u.a. die

Perspektive beibehält (1. Person Singular), sondern dass auch die Gestiken das Geäußerte illustratorisch wiedergeben:

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...eine Vision gesehen...

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.bis ihre Brüste...

Dadurch wird erzielt, dass die Rezipienten den Eindruck gewinnen, eine Reise in die Vergangenheit gemacht zu haben und nun direkt am Ort des Geschehens die Szene miterleben.

Der letzte Hadith, der in dem Ausschnitt genannt wird, unterscheidet sich darin von den vorherigen Hadithen, dass er in eine Art Erzählung eingebettet ist. Diese Erzählung basiert auf mehrere verschiedene Hadithe aus der Sirah, welche zusammengefasst nacherzählt werden, um den Kontext des genannten Hadiths zu verdeutlichen. Was dabei auffällt, ist ein Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit des Erzählens und dem Inhalt: Es wird beschrieben, wie ein Gefährte von Mohammed namens Omar erfährt, dass Mohammed Hudaifat Ibnul Yamaan die Namen der Heuchler verraten hat. Aus Angst, zu diesen Heuchlern zu gehören, läuft er daraufhin zu Hudaifat Ibnul Yamaan (Z. 105), um zu erfragen, ob er auch unter den Heuchlern erwähnt wurde. (Z. 100­104) Diese Eile und Panik, die in der Erzählung deutlich wird, wird auch paraverbal geäußert, indem der Prediger mit einer sehr hohen Geschwindigkeit die Situation beschreibt. Doch auch nonverbal werden die Gefühle, Eindrücke und Handlungen Omars durch Illustratoren (deiktische Bewegung, Kinetograph) vermittelt, was auf folgenden zwei Bildern deutlich wird:

[...]


1 vgl. Luckmann, Thomas (2002): Zur Methodologie (mündlicher) kommunikativer Gattungen. In: Hubert

Knoblauch/Jürgen Raab/Bernt Schnettler. (Hg.): Wissen und Gesellschaft. Ausgewählte Aufsätze 1981-2002.

Konstanz: UVK VerlagsgesellschaftmbH, S. 183-200, S. 183ff.

2 bzw. allgemein dem Freitagsgebet, in dem die Predigt eingebettet ist

3 Die DVD mit den Videos ist in dieser Arbeit nicht enthalten.

4 vgl. Birkner, Karin: Bewerbungsgespräche mit Ost- und Westdeutschen. Eine kommunikative Gattung in Zeiten gesellschaftlichen Wandels. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2005, S. 34

5 vgl. Müller, Andreas: Sprache und Arbeit: Aspekte einer Ethnographie der Unternehmenskommunikation. Gunter Narr Verlag, Tübingen 2006, S. 141

6 Keim, Inken (2009): Gesprächstyp und Stil/Conversatiuon Type and Style. In: Ulla Fix/Andreas Gardt/Joachim Knape (Hg.): Rhetorik und Stilistik /Rhetoric and Stylistics. Berlin, New York: de Gruyter Verlag, S. 1648-1668,

S. 1653

7 vgl. Pache, Ilona: Gefährdete Reziprozität. Kommunikative Praktiken in Bewerbungsgesprächen. DUV, Wiesbaden 2004, S. 39

8 Luckmann, Thomas (1986): Grundformen der gesellschaftlichen Vermittlung des Wissens: Kommunikative Gattungen. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft, 27, S. 191-211, S. 194

9 vgl. ebd. S. 35f

10 Birkner: Bewerbungsgespräche mit Ost- und Westdeutschen. Eine kommunikative Gattung in Zeiten gesellschaftlichen Wandels. S. 36

11 vgl. Luckmann, Thomas/Günthner, Susanne (2002): Wissensasymmetrien in Interkultureller Kommunikation. In: Helga Kotthoff: Kultur(en) im Gespräch. Tübingen: Gunter Narr Verlag, S. 213-244, S. 223

12 Luckmann, Thomas (1988): Kommunikative Gattungen im kommunikativen „Haushalt“ einer Gesellschaft. In: Gisela Smolka-Koerdt/Peter M. Spangenberg/Dagmar Tillmann-Bartylla (Hg.). Der Ursprung von Literatur. München: Wilhelm Fink Verlag, S. 279-288, S. 282

13 vgl. Birkner: Bewerbungsgespräche mit Ost- und Westdeutschen. Eine kommunikative Gattung in Zeiten gesellschaftlichen Wandels. S. 36

14 vgl. Hormuth, Julia: Erfahrungsweitergabe unter Auslandsentsandten - Eine gesprächsanalytische Studie am Beispiel deutscher Manager in Spanien. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009. S. 83

15 vgl. Heinze, Annett: Interkulturelle Erstinteraktionen als kommunikative Gattung - Ein Vergleich von face-to-face- Situationen und Dialogen in Lehrwerken. Universität Bayreuth, Bayreuth 2006, S. 26

16 Hormuth: Erfahrungsweitergabe unter Auslandsentsandten - Eine gesprächsanalytische Studie am Beispiel deutscher Manager in Spanien. S.83

17 vgl. Heinze: Interkulturelle Erstinteraktionen als kommunikative Gattung - Ein Vergleich von face-to-face- Situationen und Dialogen in Lehrwerken. S. 30

18 Günthner, Susanne (1995): Gattungen in der sozialen Praxis. In: Deutsche Sprache 23, S. 123-143, S. 199

19 vgl. Heinze: Interkulturelle Erstinteraktionen als kommunikative Gattung - Ein Vergleich von face-to-face- Situationen und Dialogen in Lehrwerken. S. 28

20 vgl. Keim: Gesprächstyp und Stil/Conversatiuon Type and Style. S. 1654

21 vgl. Luckmann: Grundformen der gesellschaftlichen Vermittlung des Wissens: Kommunikative Gattungen. S. 205

22 vgl. Keim: Gesprächstyp und Stil/Conversatiuon Type and Style. S. 1654

23 vgl. Luckmann: Kommunikative Gattungen im kommunikativen „Haushalt“ einer Gesellschaft. S. 284

24 Birkner: Bewerbungsgespräche mit Ost- und Westdeutschen. Eine kommunikative Gattung in Zeiten gesellschaftlichen Wandels. S. 39

25 Luckmann: Kommunikative Gattungen im kommunikativen „Haushalt“ einer Gesellschaft. S. 285

26 vgl. ebd.

27 vgl. Luckmann: Grundformen der gesellschaftlichen Vermittlung des Wissens: Kommunikative Gattungen. S. 204

28 vgl. Luckmann, Thomas (2002): Der kommunikative Aufbau der sozialen Welt und die Sozialwissenschaften. In: Hubert Knoblauch/Jürgen Raab/Bernt Schnettler. (Hg.): Wissen und Gesellschaft. Ausgewählte Aufsätze 1981-2002. Konstanz: UVK VerlagsgesellschaftmbH, S. 157-182, S. 166

29 vgl. Günthner, Susanne (2001): Kulturelle Unterschiede in der Aktualisierung kommunikativer Gattungen. In: Info DaF InformationenDeutsch als Fremdsprache, 28, 1, S. 15-32, S.18

30 vgl. Günthner: Gattungen in der sozialen Praxis. S. 203ff.

31 vgl. Luckmann: Grundformen der gesellschaftlichen Vermittlung des Wissens: Kommunikative Gattungen. S. 203

32 vgl. Pache: Gefährdete Reziprozität. Kommunikative Praktiken in Bewerbungsgesprächen. S. 40

33 Luckmann: Grundformen der gesellschaftlichen Vermittlung des Wissens: Kommunikative Gattungen. S. 204

34 Es istjedoch anzumerken, dass einige dieser Elemente, wie etwa Aspekte der Dialogizität, später revidiert wurden und der strukturellen Zwischenebene zugeordnet wurden.

35 vgl. Birkner: Bewerbungsgespräche mit Ost- und Westdeutschen. Eine kommunikative Gattung in Zeiten gesellschaftlichen Wandels.S. 37

36 Luckmann: Der kommunikative Aufbau der sozialen Welt und die Sozialwissenschaften. S. 165

37 vgl. Günthner: Gattungen in der sozialen Praxis. S. 201

38 Auer, Peter: Sprachliche Interaktion. Eine Einführung anhand von 22 Klassikern. Niemeyer: Tübingen 1999, S. 225

39 Luckmann, Thomas: Einleitung zu 'Rekonstruktive Gattung'. Manuskript. Universität Konstanz: Fachgruppe Soziologie 1992, S. 194

40 vgl. Luckmann: Grundformen der gesellschaftlichen Vermittlung des Wissens: Kommunikative Gattungen. S. 204

41 vgl. Auer: Sprachliche Interaktion. Eine Einführung anhand von 22 Klassikern. S. 225

42 vgl. Günthner: Gattungen in der sozialen Praxis. S. 204

43 Luckmann: Der kommunikative Aufbau der sozialen Welt und die Sozialwissenschaften. S. 166

44 Luckmann: Der kommunikative Aufbau der sozialen Weltunddie Sozialwissenschaften. S. 168

45 Bei Luckmann werden diese Aspekte teilweise der Außenstruktur zugeordnet (s.o.)

46 Pache: Gefährdete Reziprozität. Kommunikative Praktiken in Bewerbungsgesprächen. S. 40

47 vgl. Luckmann: Der kommunikative Aufbau der sozialen Welt und die Sozialwissenschaften. S. 168

48 vgl. http://www.way-to-allah.com/dokument/Freitagsgebet_Djuma_Namaz_Deutsch.pdf S. 26

49 vgl. Ibn Rassoul, Mohammed: As-Salah - das Gebet im Islam. Islamische Bibliothek, Köln 1982, S. 122

50 vgl. http://www.islamische-zeitung.de/iz3.cgi?id=5413

51 vgl. Beinhauer-Köhler, Bärbel/Leggewie, Claus: MoscheeninDeutschland. C.H. Beck Verlag, München 2009, S. 48

52 vgl. Ibn Rassoul: As-Salah - das Gebet im Islam. S. 123

53 vgl. http://www.islamische-zeitung.de/iz3.cgi?id=5413

54 vgl. http://www.way-to-allah.com/dokument/Freitagsgebet_Djuma_Namaz_Deutsch.pdf S. 52ff.

55 vgl. Fröhlich, Anne-Sophie: Priesterliche Aufgaben im sunnitischen Islam. LIT Verlag, Hamburg 1997, S. 80

56 vgl. Prätor, Sabine (1985): Türkische Freitagspredigt - Studien zum Islam in der heutigen Türkei. In: Klaus Schwarz: Islamkundliche Untersuchungen Band 103. Berlin, Klaus Schwarz Verlag, S. 14

57 vgl. http://www.way-to-allah.com/dokument/Freitagsgebet_Djuma_Namaz_Deutsch.pdf, S. 84ff.

58 vgl. Halm, Heinz: Der Islam - Geschichte und Gegenwart. C. H. Beck Verlag, München 2000, S. 64

59 vgl. http://www.way-to-allah.com/dokument/Freitagsgebet_Djuma_Namaz_Deutsch.pdf S. 78

60 vgl. Fröhlich: Priesterliche Aufgaben im sunnitischen Islam. S. 81

61 Eigene Anmerkung: Gottesfurcht

62 Eigene Anmerkung: Glaube

63 http://www.islamische-zeitung.de/iz3.cgi?id=5413

64 vgl. http://www.way-to-allah.com/dokument/Freitagsgebet_Djuma_Namaz_Deutsch.pdf S. 82

65 vgl. Fröhlich: Priesterliche Aufgaben im sunnitischen Islam. S. 80

66 vgl. Ibn Rassoul: As-Salah - das Gebet im Islam. S. 126

67 vgl. http://www.way-to-allah.com/dokument/Freitagsgebet_Djuma_Namaz_Deutsch.pdf S. 84

68 vgl. Prätor: Türkische Freitagspredigt - Studien zum Islam in der heutigen Türkei. S.19

69 vgl. http://www.way-to-allah.com/dokument/Freitagsgebet_Djuma_Namaz_Deutsch.pdf S. 36 ff

70 vgl. Ibn Rassoul: As-Salah - das Gebet im Islam. S. 121

71 vgl. http://www.way-to-allah.com/dokument/Freitagsgebet_Djuma_Namaz_Deutsch.pdf, S. 22

72 vgl. http://www.islamische-zeitung.de/iz3.cgi?id=5413

73 vgl. http://www.way-to-allah.com/dokument/Freitagsgebet_Djuma_Namaz_Deutsch.pdf S. 22 ff.

74 ebd. S. 22

75 vgl. Halm: Der Islam - Geschichte und Gegenwart. S. 65

76 vgl. http://www.way-to-allah.com/dokument/Freitagsgebet_Djuma_Namaz_Deutsch.pdf, S. 23

77 vgl. http://www.islamische-zeitung.de/iz3.cgi?id=5413

78 http://www.way-to-allah.com/dokument/Freitagsgebet_Djuma_Namaz_Deutsch.pdf, S. 27

79 vgl. ebd. S. 28

80 ebd. S. 28

81 Wobei hier mit Gebet auch die Predigt selbst gemeint ist, da diese die beiden Gebetseinheiten des regulären Mittagsgebets ersetzt

82 vgl. Knoblauch, Hubert: Wissenssoziologie. UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz 2005, S. 175

83 vgl. Luckmann: Zur Methodologie (mündlicher) kommunikativer Gattungen. S. 189

84 Luckmann: Grundformen der gesellschaftlichen Vermittlung des Wissens: Kommunikative Gattungen. S. 256

85 mit Ausnahme der letzten beiden Predigten

86 Diese Aufnahmen wurden durchgeführt, um die interaktive Realisierungsebene besser beschreiben zu können.

87 siehe AnhangB

88 siehe Anhang A

89 vgl. SynopseninAnhangP, QundR

90 vgl. AnhangF

91 Die DVD mit den Videos ist in dieser Arbeit nicht enthalten.

92 Alle Einleitungen und Schlussformeln der sechs Predigten sind Anhang G zu entnehmen.

93 Alle Einführungen und Beendigungen des Themas der sechs Predigten dem AnhangHzu entnehmen

94 Alle Erklärungen, die in den sechs Predigten erscheinen, sind dem Anhang I zu entnehmen

95 Alle Qur’anverse, die in den sechs Predigten erscheinen, sind dem Anhang J zu entnehmen

96 Alle Hadithe, die in den sechs Predigten erscheinen, sind dem Anhang К zu entnehmen

97 Hadithe sind nicht zwangsläufig Aussprüche von Mohammed selbst, sondern können auch Aussprüche anderer Gefährten sein, die über Mohammed berichten

Ende der Leseprobe aus 243 Seiten

Details

Titel
Die Freitagspredigt als kommunikative Gattung. Analyse der Strukturen von verschiedenen Predigten
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
243
Katalognummer
V202396
ISBN (eBook)
9783668088504
ISBN (Buch)
9783668088511
Dateigröße
2832 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit wurde zwar im Rahmen eines religionswissenschaftlichen Studiums angefertigt, befindet sich jedoch eher an der Schnittstelle zwischen Religionswissenschaft, Soziologie und Linguistik.
Schlagworte
freitagspredigt, gattung, analyse, strukturen, predigten
Arbeit zitieren
Sarah Merrett (Autor), 2010, Die Freitagspredigt als kommunikative Gattung. Analyse der Strukturen von verschiedenen Predigten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202396

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