Literatur als Spiegel der Gesellschaft

Verdeutlicht anhand des autobiografischen Romans „Alice im Hungerland“ von Marya Hornbacher


Referat / Aufsatz (Schule), 2009
12 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist eine Essstörung?
2.1 Anorexia Nervosa
2.2 Bulimia Nervosa
2.3 Ursachen: Soziokulturelle Faktoren

3. Marya Hornbacher – Alice im Hungerland
3.1 Kurzbiografie
3.2 Verlauf der Krankheit
3.3 Der Aspekt des autobiografischen Schreibens

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang

1. Einleitung

Hermann Hesse schrieb bereits in seinem Buch „Der Weltverbesserer“: „ Nichts ist gefährlicher und seelenmordender als die beständige Beschäftigung mit dem eigenen Wesen und Ergehen, der eigenen einsamen Unzufriedenheit und Schwäche.“ [1]

Die heutige Gesellschaft scheint sich genau diesem Zitat angepasst zu haben: Nichts ist heute so wichtig wie der perfekte Körper und die damit zusammenhängende Beschäftigung mit sich selbst. Hochglanzmagazine haben nur noch ein Thema: Diäten. Dabei sind die Redakteure der Zeitschriften sehr kreativ und somit ist scheinbar für jeden etwas dabei: Die „Bild der Frau“ hat beispielsweise die „Trauben-Blitz-„ oder die „Nudel-Diät“ im Angebot, sogar an Kochmuffel hat man mit der „Blitz Diät ohne Kochen“ gedacht.[2]

Es erscheint demnach sehr einfach Gewicht zu verlieren und damit den Grundstein zu einem erfüllteren und glücklicheren Leben zu legen. Dem Irrglauben durch die Beherrschung seines Körpers seinen Problemen entfliehen zu können ist beispielsweise Marya Hornbacher aufgesessen, die in ihrer bewegenden Autobiografie ihren Kampf gegen die Essstörung beschreibt.

Bei solch einem „Schlankheitswahn“ vergessen daher viele, dass eine Diät oftmals der Einstieg in eine Essstörung bedeuten kann. Daher möchte ich zunächst folgende Fragen klären: Was ist überhaupt eine Essstörung, welche Formen und Ursachen gibt es?

2. Was ist eine Essstörung?

Als Essstörung bezeichnet man eine psychisch bedingte und gesundheitlich belastende Verhaltensstörung, bei welcher das Essverhalten von der Norm abweicht und es zur Veränderung des Körpergewichts kommt. Gekennzeichnet ist dies durch die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit dem Thema „Essen“.

Im Wesentlichen werden unter diesem Begriff drei Krankheitsbilder unterschieden: Anorexia Nervosa (Magersucht), Bulimia Nervosa (Ess-Brech-Sucht) und Binge-Eating-Disorder (Essanfälle).[3]

Im Folgenden werde ich mich lediglich mit der Magersucht und der Bulimie auseinander-setzen, da nur diese im Buch erwähnt werden.

2.1 Anorexia Nervosa

Die Anorexia Nervosa – auch Magersucht genannt – ist eine seelisch bedingte Essstörung, deren Anzeichen vor allem extremes Hungern, radikale Gewichtsabnahme und ständige Gewichtskontrolle sind. Die Erkrankung kann im Extremfall zum Tod führen.[4]

Anorexia stammt aus dem neulateinischen und bedeutet „Appetitlosigkeit“, der Zusatz „nervosa“ weist auf die psychischen Ursachen hin. Jedoch ist die Bezeichnung irreführend, da Betroffene oft nicht an Appetitverlust leiden, sondern versuchen den Hunger aus Angst vor Gewichtszunahme zu unterdrücken.[5]

Die meisten Betroffenen leiden an einer Körperschemastörung, was bedeutet, dass sie sich trotz Untergewicht als zu dick wahrnehmen und ihren körperlichen Zustand daher nicht realistisch einschätzen können.[6]

Die Kriterien des internationalen Diagnosemanuals ICD-10 legen fest, dass das tatsächliche Gewicht mindestens 15 % unterhalb des Normalgewichtes liegen oder ein Body-Mass-Index (BMI) von 17,5 oder weniger vorhanden sein muss.[7]

Magersucht ist eine der am häufigsten vorkommenden Essstörungen. Oft tritt die Erkrankung schon in der frühen Jugend ein. Die Hauptgruppe der an Magersucht Leidenden bilden Frauen zwischen dem 15. und dem 25. Lebensjahr. Lediglich etwa 5 % der Betroffenen sind Männer.[8] Allerdings gibt es keine zuverlässigen Statistiken, da sich viele Menschen wegen ihrer Erkrankung schämen und daher versuchen sie zu verstecken. Außerdem erkennen Ärzte die Krankheit oft nicht (oder zu spät) und so erhalten wahrscheinlich nur etwa 10 % der Menschen mit Essstörung eine angemessene Diagnose und Behandlung.[9]

[...]


[1] Hesse, Hermann: Der Weltverbesserer: Sämtliche Erzählungen 1910-1918. Frankfurt/M.: Suhrkamp 2006

[2] http://www.bildderfrau.de/diaet-und-ernaehrung/diaetrezepte.html [Zugriff: 13.11.2009, 17:15]

[3] Mucha, Sabine: Essstörungen. Erkennen, verstehen, überwinden. Stuttgart: TRIAS Verlag 1998. S. 14

[4] http://www.magersucht-online.de/info.htm [Zugriff: 05.11.2009, 14:27]

[5] http://www.magersucht-online.de/info.htm [Zugriff: 05.11.2009, 14:27]

[6] http://www.magersucht.de/krankheit/diagnose.php [Zugriff: 05.11.2009, 14:28]

[7] http://de.wikipedia.org/wiki/Anorexia_nervosa#Diagnose [Zugriff: 05.11.2009, 14:28]

[8] http://www.magersucht-online.de/haeufig.htm [Zugriff: 05.11.2009, 14:36]

[9] http://www.web4health.info/de/answers/ed-other-incidence.htm [Zugriff: 05.11.2009, 14:40]

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Details

Titel
Literatur als Spiegel der Gesellschaft
Untertitel
Verdeutlicht anhand des autobiografischen Romans „Alice im Hungerland“ von Marya Hornbacher
Autor
Jahr
2009
Seiten
12
Katalognummer
V202469
ISBN (eBook)
9783656360629
Dateigröße
567 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
literatur, spiegel, gesellschaft, verdeutlicht, romans, alice, hungerland, marya, hornbacher
Arbeit zitieren
Lisa Klaus (Autor), 2009, Literatur als Spiegel der Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202469

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