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Zur Geschichte der Frauenbewegung in Russland (ženskij vopros)

Titel: Zur Geschichte der Frauenbewegung in Russland (ženskij vopros)

Hausarbeit , 2010 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Mariann Kissig (Autor:in)

Russistik / Slavistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Frauenfrage und die damit verbundene Frauenbewegung sind nicht einfach aus dem Nichts entstanden, sondern sind das Ergebnis verschiedener historischer und gesellschaftspolitischer Umstände. Doch inwieweit haben die damaligen Traditionen, Normen sowie historischen Ereignisse das Entstehen sowie den weiteren Verlauf der Emanzipationsbewegung beeinflusst?
Welche Ziele haben die russischen Frauenkämpferinnen verfolgt und wurden sie tatsächlich erreicht?
Diese Fragestellungen bilden den Schwerpunkt der Hausarbeit. Außerdem soll eine möglichst umfassende Darstellung des historischen Kontextes bezüglich der Entstehung der Frauenfrage in Russland sowie die Frauenbewegung mit ihren sehr vielfältigen Ausprägungen vorgenommen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der historische Kontext hinsichtlich der Entwicklung der Frauenfrage

2.1 Die Stellung der Frau in der vorrevolutionären Zeit

2.2 Geschichtliche Ereignisse der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts

2.3 Die „gesellschaftliche Mitte“ als Träger der Frauenbewegung

3 Das Aufkommen der Frauenfrage (ženskij vopros)

4 Die frühe russische Frauenbewegung

5 Die politische Frauenbewegung bis 1917

6 Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Entstehung und Entwicklung der Frauenbewegung in Russland im 19. und frühen 20. Jahrhundert, um die gesellschaftlichen Bedingungen und politischen Kämpfe zu analysieren, die zur Emanzipation der Frau führten.

  • Die patriarchale Stellung der Frau im vorrevolutionären Russland.
  • Der Einfluss gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse und der Intelligenzija.
  • Die Entstehung der Frauenfrage und die Rolle der Belletristik als Katalysator.
  • Die Differenzierung in feministische, nihilistische und radikale Strömungen.
  • Der Übergang zur organisierten politischen Massenbewegung und der Kampf um das Wahlrecht.

Auszug aus dem Buch

3 Das Aufkommen der Frauenfrage (ženskij vopros)

Mit der Suche nach dem Typus des „neuen Menschen“ kam auch die Frauenfrage (ženskij vopros) auf.

Nach Nikolai Gavrilovič Černyševskij, einer der bekanntesten Kritiker des zaristischen Systems, „war die Befreiung der Gesellschaft nur über die vollständige Befreiung der Frau aus den Fesseln der traditionellen, patriarchalischen Familie denkbar, da die Struktur der Familie als kleinste Einheit der Gesellschaft symptomatisch für das Ordnungsprinzip des ganzen Staates sei.“

Er stellte in seinem 1863 erschienenen Roman „Was tun?“ den Typus des „neuen Menschen“ vor. Ganz bewusst wählte er für den Helden der Handlung das weibliche Geschlecht in Form der Vera Pavlovna Rosalskaja. Dieser Prototyp wurde mit dem Erscheinen des Werkes zum Sinnbild für die radikale Frauenbefreiung.

Bereits in den Sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde die Lösung der aufgekommenen Frauenfrage weitläufig thematisiert. Černyševskij zeigt die „Selbstentfaltung auf der Grundlage kollektiver Arbeits- und Lebensformen und den selbstlosen, konspirativen Einsatz an der Seite des unterdrückten Volkes für die ‚heilige Sache’ des revolutionären Kampfes gegen die Autokratie“ als Weg zur einer neuen Gesellschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der Frauenbewegung und legt den Fokus auf die historischen und gesellschaftlichen Faktoren, die zur Emanzipation russischer Frauen führten.

2 Der historische Kontext hinsichtlich der Entwicklung der Frauenfrage: Dieses Kapitel beleuchtet die patriarchale Struktur der russischen Gesellschaft durch den Domostroj und die Auswirkungen der großen Reformen Alexanders II.

3 Das Aufkommen der Frauenfrage (ženskij vopros): Hier wird die Rolle der Literatur und des „neuen Menschen“ bei der Thematisierung der Frauenemanzipation durch Kritiker wie Černyševskij analysiert.

4 Die frühe russische Frauenbewegung: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung informeller Zirkel (kružki) und die ideologische Aufteilung in feministische, nihilistische und radikale Gruppierungen.

5 Die politische Frauenbewegung bis 1917: Der Fokus liegt auf der Entwicklung zur Massenbewegung, dem Streben nach Wahlrechten und der Rolle sozialistischer Akteurinnen vor und während der Revolution.

6 Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Frauenbewegung wesentlich von der Intelligenzija getragen wurde und trotz rechtlicher Fortschritte in der Praxis mit andauernden patriarchalen Strukturen konfrontiert blieb.

Schlüsselwörter

Frauenbewegung, Russland, Frauenfrage, Emanzipation, Intelligenzija, Zirkel, Feminismus, Nihilismus, Sozialismus, Frauenwahlrecht, Reformpolitik, Alexander II., Gesellschaft, Gleichberechtigung, Zarenreich

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Entstehung und Entwicklung der russischen Frauenbewegung sowie die damit verbundene „Frauenfrage“ (ženskij vopros) vom 19. Jahrhundert bis zur Russischen Revolution 1917.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die patriarchalen gesellschaftlichen Strukturen, den Einfluss der zaristischen Reformpolitik, die Rolle der literarischen Vordenker sowie die politische Organisation von Frauen in verschiedenen Gruppen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, den historischen Kontext der Frauenemanzipation in Russland darzustellen und zu untersuchen, welche gesellschaftlichen Bedingungen und Akteure den Weg zur Gleichberechtigung geebnet haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse, um historische Ereignisse und sozialpolitische Theorien zur Frauenfrage in Russland systematisch auszuwerten.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen Kontextes (Zarismus, Reformen), der Rolle der Intelligenzija, die Bedeutung der frühen Zirkel und die Entwicklung der politischen Massenbewegung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zentrale Begriffe sind Frauenbewegung, Intelligenzija, Emanzipation, Zarenreich, Frauenwahlrecht und gesellschaftlicher Wandel.

Welche Bedeutung hatte die Literatur für die Frauenemanzipation?

Werke wie „Was tun?“ von Černyševskij dienten als intellektuelle Basis und schufen Identifikationsfiguren wie die „neue Frau“, die junge Generationen zu einer kritischen Haltung gegenüber traditionellen Werten anregten.

Warum konnte sich keine bürgerliche Frauenbewegung wie im Westen entwickeln?

Aufgrund der autokratischen Herrschaft und der staatlichen Unterdrückung politischer Vereinigungen konnte sich keine klassische bürgerliche Mitte etablieren; stattdessen trug die „Intelligenzija“ die Bewegung.

Wie unterschieden sich Feministinnen von Sozialistinnen innerhalb der Bewegung?

Feministinnen kämpften vorrangig für Bürgerrechte, Bildung und rechtliche Gleichstellung, während Sozialistinnen die Frauenfrage eng mit der proletarischen Revolution und der Aufhebung ökonomischer Ausbeutung verknüpften.

Wie wurde die Rolle der Frau in der frühen bolschewistischen Partei bewertet?

Obwohl Frauen für die Revolution als notwendig erachtet wurden, wurde ihre Parteiarbeit in den „Frauenabteilungen“ oft von männlichen Genossen als zweitrangig oder als Zeitverschwendung abgetan.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur Geschichte der Frauenbewegung in Russland (ženskij vopros)
Hochschule
Universität Potsdam  (Slavisitik)
Veranstaltung
„Kurica- ne ptica, a baba- ne čelovek: Die Frau in der russischen Gesellschaft
Note
1,3
Autor
Mariann Kissig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V202496
ISBN (eBook)
9783656286127
ISBN (Buch)
9783656287469
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschichte frauenbewegung russland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mariann Kissig (Autor:in), 2010, Zur Geschichte der Frauenbewegung in Russland (ženskij vopros), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202496
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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