Jedes Parteimitglied wünscht sich mehr oder weniger Erfolg der Partei, in unserem Fall die Deutschen Zentrumspartei. Jedoch mit dem Erfolg tun sich die meisten Kleinparteien schwer, manche sind hoffnungsvoll gestartet, wie z.B. die Statt-Partei oder die Schill-Partei und sind wieder in der Versenkung verschwunden oder haben sich gar aufgelöst. Da stellt sich die Frage nach dem Warum?
Viele Funktionäre kleinerer Parteien haben zum einen nicht den „richtigen Biss“ oder sie sind „beratungsresistent“ – sie wollen nicht erkennen, dass man sich den Erfolg hart erarbeiten muss, Gesetze und Verordnungen genau befolgen muss und langsam aufbauen sollte, als mit einem zuschnellen Erfolg Glücksritter und Politclowns an sich zuziehen. Ferner erreicht „Wir sind auch lieb und nett“, niemanden – ein klares Profil muss aktiv herausgestellt werden und man muss seine politischen Gegner auch angreifen.
Ebenso fehlt die Erkenntnis, dass man mit anderen Methoden, Medien, Strategien arbeiten soll – im Zweifelsfall macht man alles, wie immer und wundert sich, dass man keinen Erfolg hat.
Oder ein nettes einfaches Grundsatzprogramm, dass aus mehr als drei komplexen Sätzen bestehen sollte oder irgendwelche schönen Worthülsen oder Flyer, die einem selbst gefallen, aber aus marketingstrategischen Gründen eine Lachnummer sind.
Dieses Buch soll politischen Laien eine Hilfestellung oder ein Überblick über die wichtigsten Dinge zu sein, damit das „politische Grundwerkszeug“ erst mal verstanden wird, bevor man sich in Illusionen und Träumen verstrickt.
Inhaltsverzeichnis
0. Einführung
1. Die Presse
1.1. Die Pressemitteilung
1.2. Die Presseanfrage und das Interview
1.3. Nachdem Interview ist vor dem Interview
1.4. Die Pressekonferenz
1.5. Allgemeines im Umgang mit der Presse
2. Der Infostand
2.1. Die Vorbereitung
2.2. Die Organisation und Rechtliches
2.3. Der Standort
2.4. Die Kommunikation nach Außen
2.5. Das Personal am Informationsstand
2.6. Die Technik
2.7. Der Stand
2.7.1. Dekoideen
2.7.2. Material
2.7.3. Give-Aways
2.8. Durchführung des Infostandes
2.8.1. Auftreten des Standpersonals (gilt auch beim Unterschriften sammeln!)
2.8.2. Ansprache
2.8.3. Die Kommunikation am Infostand
2.8.4. Praktische Argumentationshilfen
2.9. Verhalten am Infostand
2.10. Mögliche Fehler
3. Der Stammtisch
3.1. Namensgebung
3.2. Der richtige Termin und Ort
3.3. Werbung/Bekanntmachung
3.4. Zwingendes Personal am Treffen
3.5. Material am Zentrumstisch
3.6. Die „praktische“ Durchführung
3.7. Grundsätzliches zum Sozialverhalten
3.8. Nachbereitung und Auswertung
4. Die Veranstaltung
4.1. Wie läuft eine gelungene Veranstaltungsorganisation ab?
4.2. Checkliste für eine erfolgreiche Veranstaltung?
5. Die Unterschriftensammlung
5.1. Grundlegendes
5.2.1. Kreiswahlvorschlag (DIREKTKANDIDATEN)
5.2.2. Landesliste (Zweitstimmen)
5.3. Europawahlen
5.4. Kommunal- und Landtagswahlen
5.5. Die Sammlung an sich
5.6. Leute pro-aktiv ansprechen
5.7. Anredesprüche
5.8. Praxis
5.9. Sonstiges
6. Verteilen von Flyern
7. Finanzen und Geld
7.1. Rechtliche Grundlagen
7.2. Der Rechenschaftsbericht
8. Mustervorlagen
8.1. Einladung „Wahlkandidatennominierung
8.2. Einladung „Vorstandssitzung“
8.3. Einladung „Andere Veranstaltungen“
8.4. E-Mail an Wahlamt
8.5. E-Mail an Restaurant oder Veranstaltungslokalität
8.6. Spendenbescheinigung
Zielsetzung und Themen
Dieses Handbuch zielt darauf ab, politischen Laien ein praxisorientiertes Grundwerkzeug an die Hand zu geben, um erfolgreich politische Arbeit im Umfeld einer Kleinpartei zu leisten, ohne sich in unrealistischen Illusionen zu verlieren.
- Effektive Pressearbeit und Medienstrategien
- Organisation und Durchführung von Infoständen
- Management von politischen Stammtischen und Bürgertreffen
- Methoden zur professionellen Unterschriftensammlung für Wahlen
- Rechtliche Grundlagen der Parteienfinanzierung
Auszug aus dem Buch
1. Die Pressemitteilung
Kurze und aussagekräftige Sätze machen Ihre Pressemitteilung lebendiger, sind für den Redakteur wesentlich einfacher zu lesen und leichter zu verstehen als lange Schachtelsätze – verwenden Sie aussagekräftige Hauptsätze oder übermäßig viele Fremdwörter.
Eine hilfreiche Regel lautet: Pro Aussage einen Satz formulieren. Eine weitere: Hauptaussagen gehören in Hauptsätze und nicht in untergeordnete Nebensätze.
Jede Pressemitteilung muss die 6-W-Fragen beantworten:
• Um was geht es?
• Wer ist daran beteiligt oder steht damit im Zusammenhang?
• Wann hat oder wird sich was ereignen?
• Wie hat oder wird sich was ereignen?
• Warum hat oder wird sich was ereignen?
• Wo hat oder wird sich was ereignen?
Auf jeden Fall ist es wichtig vor dem Versenden, den Text noch mal Korrektur zulesen, bzw. einen Dritten noch mal zu bitten drüber zulesen. Grobe Rechtschreib- und Grammatikfehler sind eher peinlich und erhöhen nicht gerade Ihre Glaubwürdigkeit. Achten Sie auf die neue Rechtschreibung, ob Sie diese mögen oder nicht.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einführung: Der Autor erläutert die Herausforderungen für Kleinparteien und betont die Notwendigkeit von Professionalität und einer klaren Strategie statt bloßer Theorie.
1. Die Presse: Dieses Kapitel bietet Anleitungen für die Erstellung von Pressemitteilungen, die Durchführung von Interviews und Pressekonferenzen nach dem GUN-Prinzip.
2. Der Infostand: Hier werden alle logistischen und rechtlichen Schritte von der Planung bis zur pro-aktiven Ansprache von Passanten detailliert beschrieben.
3. Der Stammtisch: Es wird erklärt, wie man Bürgertreffen konzipiert, bewirbt und strukturiert, um langfristig Interessierte zu binden.
4. Die Veranstaltung: Ein Leitfaden für die Organisation von Versammlungen inklusive einer Checkliste für den Erfolg.
5. Die Unterschriftensammlung: Detaillierte Informationen zu den rechtlichen Voraussetzungen und praktischen Tipps zur Gewinnung von Unterstützungsunterschriften für Wahlen.
6. Verteilen von Flyern: Ein Vergleich verschiedener Methoden zur Verbreitung von Informationsmaterial mit Vor- und Nachteilen.
7. Finanzen und Geld: Erläuterungen zu den Säulen der Parteienfinanzierung sowie zu den strengen Anforderungen an Rechenschaftsberichte.
8. Mustervorlagen: Praktische Vorlagen für Einladungen, E-Mails und Spendenbescheinigungen für den täglichen Parteialltag.
Schlüsselwörter
Parteiarbeit, Kleinparteien, Pressearbeit, Infostand, Stammtisch, Veranstaltungsorganisation, Unterschriftensammlung, Wahlkampf, Parteienfinanzierung, Mitgliederwerbung, Kommunikation, Parteisatzung, Strategie, Politische Arbeit, Organisationsstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Handbuch grundsätzlich?
Das Handbuch bietet eine praktische Hilfestellung für Mitglieder kleinerer Parteien, um die tägliche politische Arbeit professioneller und erfolgreicher zu gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf Pressearbeit, Infostand-Management, der Organisation von Treffen und Veranstaltungen sowie den rechtlichen Anforderungen für Unterschriftensammlungen und Finanzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, politischen Laien ein "Grundwerkszeug" zu vermitteln, damit sie die wichtigsten Aspekte ihrer Parteiarbeit verstehen und effektiver umsetzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen praxisorientierten Leitfaden, der auf der Erfahrung des Autors als Funktionär sowie auf gesetzlichen Rahmenbedingungen und bewährten Strategien (wie dem KISS- oder GUN-Prinzip) basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in operative Anleitungen zu Presse, Infoständen, Stammtischen, Veranstaltungen und rechtlichen Pflichten wie der Rechenschaftslegung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Parteiarbeit, Kleinparteien, Wahlkampf, politische Kommunikation und Organisation sind die zentralen Begriffe.
Warum betont der Autor die Bedeutung von "KISS"?
Das "Keep it short and simple"-Prinzip ist essenziell für die Pressearbeit, da kurze, knappe Informationen von Redakteuren eher verarbeitet und vom Publikum verstanden werden.
Welche Ratschläge gibt der Autor zur Unterschriftensammlung?
Er empfiehlt eine pro-aktive, aber unaufdringliche Ansprache und betont, dass man Interessenten nicht bedrängen sollte, um ein positives Image der Partei zu wahren.
- Arbeit zitieren
- Marius Augustin (Autor:in), 2012, Auf dem Weg zum Erfolg – Handbuch für die praktische politische Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202505