In dieser Hausarbeit werde ich mich mit dem Thema „ Hilfe als Hilfe zur Selbsthilfe - Das Subsidiaritätsprinzip und seine Bedeutung für die Soziale Arbeit“ auseinandersetzen. Ich habe mich für dieses Thema entschieden, da das Subsidiaritätsprinzip in vielen Bereichen eine sehr große Bedeutung zugeschrieben wird.So ist dieses Ordnungsprinzip, wie sich noch zeigen wird, unter anderem für die katholische Soziallehre, für die Gesellschaft und vor allem auch für die Soziale Arbeit grundlegend. Im zweiten Abschnitt dieser Hausarbeit möchte ich zunächst in wenigen Worten darstellen, was der Begriff „Subsidiarität“ eigentlich bedeutet und in welcher Form das Subsidiaritätsprinzip angewandt wird. Danach werde ich kurz auf die Geschichte dieses Prinzips eingehen. Hierbei werde ich aufzeigen, inwieweit ein subsidiäres Denken vor seinem erstmaligem Erscheinen in den Sozialenzykliken vorhanden war. Anschließend stelle ich das Prinzip der Subsidiarität anhand von drei ausgewählten Enzykliken dar. Dabei werde ich mich auf die päpstlichen Lehrschreiben „Rerum novarum“, „Quadragesimo anno“ und „Centesimus annus“ beschränken. Im vierten Kapitel werde ich dann aufzeigen in welchen Bereichen das Subsdiaritätsprinzip zur Anwendung kommt. Da dieses Prinzip auf eine Vielzahl von Gebieten anwendbar ist, werde ich nur jene behandeln, die auch für die Soziale Arbeit von Bedeutung sind. Im letzten Teil der Hausarbeit werde ich schließlich darstellen, welche Gewichtigkeit es für die Soziale Arbeit hat. Dazu möchte ich zunächst kurz aufzeigen, was Soziale Arbeit ist und welche Ziele sie sich gesetzt hat. Im Anschluss werde ich dann beschreiben inwieweit es in der Sozialen Arbeit eine Rolle spielt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition “Subsidiarität”
3. Geschichte des Subsidiaritätsprinzips
3.1 Subdsidiäres Verständnis vor seiner Begrifflichen Bestimmung
3.2 Das Subsidiaritätsprinzip in den Sozialenzykliken
3.2.1 Rerum Novarum (1891)
3.2.2 Quadragesimo anno (1931)
3.2.3 Centesimus annus (1991)
4. Anwendungsbereiche des Subsidiaritätsprinzipes
4.1 Subsidiaritätsprinzip im Grundgesetz
4.2 Subsidiaritätsprinzip in den Sozialgesetzbüchern
4.3 Subsidiaritätsprinzip in derFamilie
4.4 Subsidiaritätsprinzip in den Wohlfahrtsverbänden
5. Bedeutung für die Soziale Arbeit
5.1 Aufgaben und Ziele der Sozialen Arbeit
5.2 Welche Rolle spielt das Subsidiaritätsprinzip in der Sozialen Arbeit?
6. Schlussgedanke
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendung des Subsidiaritätsprinzips im Kontext der Sozialen Arbeit, mit dem primären Ziel aufzuzeigen, wie das Prinzip als ethische und fachliche Grundlage zur Förderung der Eigenständigkeit von Klienten beiträgt, statt diese durch institutionelle Übermacht zu schwächen.
- Historische Herleitung des Subsidiaritätsprinzips von der antiken Philosophie bis zur katholischen Soziallehre.
- Analyse der Bedeutung des Prinzips in zentralen Sozialenzykliken (Rerum Novarum, Quadragesimo anno, Centesimus annus).
- Darstellung der gesetzlichen Verankerung im Grundgesetz sowie den Sozialgesetzbüchern.
- Untersuchung der praktischen Umsetzung und Notwendigkeit des Prinzips in der professionellen Sozialen Arbeit.
- Förderung der Selbsthilfekräfte durch den Empowerment-Ansatz im Kontrast zur Fremdbestimmung.
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Quadragesimo anno (1931)
Die wohl klassischste und ausdrücklichste Formulierung des Subsidiaritätsprinzips ist in der 1931 von Papst Pius XI veröffentlichten Sozialenzyklika „Quadragesimo anno“ zu finden. In diesem päpstlichen Rundschreiben wird nicht nur erstmalig von dem Begriff „Subsidiarität“ gesprochen, sondern es wird auch erstmals offiziell als oberes Prinzip der Sozialphilosphie bezeichnet. Ganz eindeutig erkennen lässt sich der direkte Bezug auf die 1891 verfasste Enzyklika „Rerum novarum“ daran, dass „Quadragesimo anno“ exakt vierzig Jahre nach dem Rundschreiben von Papst Leo XIII erschienen ist.
Wie auch schon zur Zeit von „Rerum novarum“ hatten die Menschen um 1931 mit ähnlichen extremen Veränderungen zu kämpfen, wie zum Beispiel mit dem aufkommenden deutschen Nationalsozialismus, dem italienischen Faschismus und Kommunismus, den fortschreitenden Industrialisierungsprozesse und einem somit sich verändernden Wirtschaftssystem. So waren vor allem die Missstände der Bevölkerung Anlass zu diesem Schreiben. Papst Pius XI fordert hierin deutlich, dass höhere Einheiten, wie der Staat den kleineren Gemeinschaften unterstützend zur Seite stehen müssen, sie jedoch keinesfalls aufsaugen oder zerschlagen dürfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung des Subsidiaritätsprinzips ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung sowie die Relevanz des Themas für die Soziale Arbeit.
2. Definition “Subsidiarität”: Es wird die etymologische Herkunft des Begriffs erläutert und die klassische Bedeutung als Hilfe zur Selbsthilfe dargelegt.
3. Geschichte des Subsidiaritätsprinzips: Dieses Kapitel verfolgt die philosophischen Wurzeln von der Antike bis zur Begriffsprägung in den päpstlichen Sozialenzykliken.
4. Anwendungsbereiche des Subsidiaritätsprinzipes: Hier werden die gesetzlichen und gesellschaftlichen Anwendungsfelder, vom Grundgesetz über die Sozialgesetzbücher bis hin zur Familie und Wohlfahrtsverbänden, analysiert.
5. Bedeutung für die Soziale Arbeit: Abschließend wird die Notwendigkeit des Prinzips für die professionelle Sozialarbeit und die Stärkung der Klientenautonomie hervorgehoben.
6. Schlussgedanke: Das Fazit fasst die Bedeutung des Prinzips als grundlegende Arbeitsmaxime zusammen, die Gerechtigkeit fördert und Klienten vor Bevormundung schützt.
Schlüsselwörter
Subsidiarität, Soziale Arbeit, Hilfe zur Selbsthilfe, Sozialenzykliken, Empowerment, Gemeinwohl, Eigenständigkeit, Sozialgesetzbuch, Katholische Soziallehre, Familienförderung, Wohlfahrtsverbände, Autonomie, Staatliche Hilfe, Sozialpolitik, Ethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert das Subsidiaritätsprinzip als ordnungspolitisches Instrument und dessen zentrale Bedeutung für das professionelle Handeln in der Sozialen Arbeit.
Welche Themenfelder sind zentral?
Zentrale Themen sind die historische Genese des Subsidiaritätsgedankens, dessen Rolle in der kirchlichen Soziallehre und die konkrete Ausgestaltung in deutschen Rechtsgrundlagen.
Was ist die Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, welche Bedeutung das Subsidiaritätsprinzip für die Soziale Arbeit hat und wie es als "Hilfe zur Selbsthilfe" professionell angewendet wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Analyse von Primärquellen wie Enzykliken und Gesetzestexten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die gesetzliche Verankerung im Grundgesetz und SGB sowie die Anwendung in der Familienhilfe und Wohlfahrtspflege.
Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Empowerment, Eigenverantwortung, Subsidiarität, Sozialstaat und Hilfebedürftigkeit.
Warum ist das Prinzip der Subsidiarität für die Soziale Arbeit so wichtig?
Es dient dazu, die Selbsthilfekräfte der Klienten zu stärken und eine ineffektive oder bevormundende Überversorgung zu vermeiden, um echte Autonomie zu fördern.
Welche Rolle spielen die Sozialenzykliken für das Verständnis des Prinzips?
Sie lieferten die moralisch-theologische Begründung und die erste offizielle begriffliche Festlegung des Subsidiaritätsprinzips im 20. Jahrhundert.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen staatlicher Hilfe und Hilfe zur Selbsthilfe?
Staatliche Hilfe soll nach dem Prinzip erst greifen, wenn die Ressourcen der kleineren Einheiten (wie Familie oder Individuum) ausgeschöpft sind, um Abhängigkeiten zu vermeiden.
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- Sarah A. Henrichs (Author), 2011, Hilfe als Hilfe zur Selbsthilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202558