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Der Dandy und die Konsumkultur in Oscar Wildes "The Picture of Dorian Gray"

Title: Der Dandy und die Konsumkultur in Oscar Wildes  "The Picture of Dorian Gray"

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Markus Wörner (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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Das viktorianische Zeitalter war gekennzeichnet von zahlreichen Innovationen und kulturellen Veränderungen. Dazu zählen industrieller Fortschritt, die Möglichkeit durch Druckerzeugnisse eine breite Masse von Lesern zu erreichen, wie auch die daraus resultierende Entstehung einer modernen Konsumkultur. Kennzeichen einer modernen Konsumkultur sind der Wunsch nach mehr Annehmlichkeiten und Produkten, die einen reinen Gebrauchscharakter übersteigen, sowie die Möglichkeit eines Individuums seine Identität über Konsum auszudrücken und zu definieren. Konsum als identitätsstiftendes Merkmal ist ein Aspekt, den sich beispielsweise die Werbung im 19. Jahrhundert zu Nutze machte, der sich aber auch in der Literatur dieser Zeit wiederfindet. Besonders die mit dem Fin de Siècle verbundene Figur des Dandys macht sich Konsum und den ästhetischen und nicht wirtschaftlichen Charakter von Gütern zu Nutze um seine Identität auszudrücken. Dabei handelt dieser in manchen Bereichen nach Prinzipien der modernen Konsumkultur, steht ihr aber in anderen auch kritisch gegenüber.
Im Folgenden soll die ambivalente Beziehung des Dandys zum Konsum unter zu Hilfenahme einschlägiger Fachliteratur herausgearbeitet werden. Die Darstellung des Dandys wird deshalb auf seine für den Konsum relevanten Eigenschaften und Vorstellungen eingegrenzt. Dabei wird auf die Prinzipien des Ästhetizismus und des New Hedonism sowie auf das Streben des Dandys nach Exklusivität und Originalität eingegangen werden. Auf Grundlage dessen wird die Figur des Dorian Gray aus Oscar Wildes The Picture of Dorian Gray auf sein Konsumverhalten und den Umgang mit Gütern hin analysiert werden. Hierbei soll die Frage beantwortet werden, inwieweit sich Dorian Konsum zu Nutze macht um seine Identität als Dandy herauszustellen, wie sich Dorians Konsum letztendlich auf seine eigene Identität auswirkt und ob sein Konsumverhalten letztendlich als dandyhaft beschrieben werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Konsum im 19. Jahrhundert

2.1 Industrialisierung und Massenproduktion

2.2 Beginn der modernen Einkaufskultur

3. Konsum und Dandyismus

3.1 Ästhetizismus

3.2 New Hedonism

3.3 Exklusivität und Originalität

4. Konsum in The Picture of Dorian Gray

4.1 Dorian Grays Konsumverhalten

4.2 Dorians Umgang mit den erworbenen Objekten

4.3 Dekadenz

4.4 Entartung des Konsums

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ambivalente Beziehung des Dandys zum Konsum im viktorianischen Zeitalter anhand von Oscar Wildes Roman "The Picture of Dorian Gray". Ziel ist es zu analysieren, inwiefern Dorian Gray den Konsum zur Identitätsstiftung als Dandy nutzt und wo er dabei die Grenze zur dekadenten, suchtähnlichen Entartung des Konsumverhaltens überschreitet, wobei das Spannungsfeld zwischen ästhetischer Kritik an der Massenkultur und dem modernen Antrieb des "immer mehr" beleuchtet wird.

  • Historischer Kontext der Konsumkultur im 19. Jahrhundert
  • Dandyismus als ästhetische und exklusive Lebensweise
  • Analyse des Konsumverhaltens von Dorian Gray
  • Die Entwicklung von Ästhetizismus hin zu Dekadenz und Sucht
  • Kritik an industrieller Massenproduktion vs. moderne Konsumzwänge

Auszug aus dem Buch

4.1 Dorian Grays Konsumverhalten

Dorian ist eine Figur aus der oberen Gesellschaftsschicht. Ohne finanzielle Probleme hat er die Möglichkeit zu nahezu unbegrenztem Konsum. Seine Unabhängigkeit machte es ihm möglich seine Freizeit komplett nach seinen Vorstellungen zu gestalten ohne Rücksicht auf andere Personen nehmen zu müssen. Hiermit besitzt er die idealen Voraussetzungen zum Lebensstil eines Dandys. Dorian konsumiert Güter, die eine Betrachtung seiner Person von anderen voraussetzen oder zumindest ihrem Nutzen nach implizieren. Dazu gehören beispielsweise Kleidung oder Juwelen. Als Dandy versucht er sein Inneres durch Kleidung aber auch durch Dekorationen in seinem Haus auszudrücken. „Dorian’s ‘wild longing’ to refashion the world for his own pleasure—via objects that produce authentic pleasure and beauty—is a wholesale embracing of the ideology that sustains modern consumer society, which, as Baudrillard asserts, requires individuals to complete themselves in and through commodities.” (Glick 143) Dorians Konsumverhalten ist damit geprägt von den Vorstellungen des Dandyismus. Er beurteilt Objekte nach ihrem ästhetischen Wert und stellt in der Auswahl seiner zu konsumierenden Güter Form über Inhalt.

Ermöglicht durch seinen Reichtum sucht er dementsprechend nach den exklusivsten und seltensten Objekten. „Like other late nineteenth-century dandies, Dorian’s consumption aims to rise above the vulgarity of commodity culture, just as his dandyism aims to rise above the immediate materialities of dress and exterior elegance.” (Glick 140) Hier zeigt sich wie fasziniert Dorian vom Dandyismus ist und wie er von diesem beeinflusst wird. „Wilde depicts Dorian’s seemingly endless appetite for exotic, luxury objects as the exterior manifestation of his inner intellectual and artistic superiority—setting up a continuity between appearance and essence that will eventually be exposed as an ideological fiction.” (Glick 140) Dorians Konsum ist also Ausdruck der inneren ästhetischen Überlegenheit, die er als Dandy für sich beansprucht. Dementsprechend müssen auch die von ihm konsumierten Objekte überlegener und einzigartiger Natur sein. Die Auswahl seiner Objekte spiegelt also in großem Maße sein Selbstbild, oder das was er sich idealerweise darunter vorstellt, wider.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung stellt den theoretischen Rahmen der viktorianischen Konsumkultur vor und definiert die Zielsetzung, die ambivalente Rolle des Dandys in Oscar Wildes Roman zu untersuchen.

2. Konsum im 19. Jahrhundert: Dieses Kapitel erläutert die Auswirkungen der Industrialisierung und Massenproduktion auf die Konsumgewohnheiten der verschiedenen Gesellschaftsschichten.

3. Konsum und Dandyismus: Hier werden die philosophischen Grundlagen des Dandyismus, wie Ästhetizismus und "New Hedonism", im Hinblick auf ihr Konsumverständnis analysiert.

4. Konsum in The Picture of Dorian Gray: Der Hauptteil untersucht detailliert Dorians Konsumverhalten, seine Sammlungen, seine Dekadenz und die zunehmende Entartung seines Konsums.

5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Dorian Gray als ambivalente Figur zwischen dandyhafter Distanz zum Massenkonsum und dekadentem, suchtartigem modernen Konsumverhalten steht.

Schlüsselwörter

Dandyismus, Oscar Wilde, The Picture of Dorian Gray, Konsumkultur, Ästhetizismus, New Hedonism, 19. Jahrhundert, Viktorianisches Zeitalter, Massenproduktion, Dekadenz, Identität, Exklusivität, Konsumverhalten, Sucht, Luxusgüter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Figur Dorian Gray aus Oscar Wildes Roman im Kontext der aufkommenden modernen Konsumkultur des 19. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft historische Aspekte der Industrialisierung und Massenproduktion mit literaturwissenschaftlichen Konzepten des Dandyismus, Ästhetizismus und der Dekadenz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ergründen, ob Dorians Konsumverhalten als Ausdruck eines Dandys oder als frühes Beispiel einer modernen, suchtgeprägten Konsumgesellschaft zu deuten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die unter Rückgriff auf einschlägige Fachliteratur die Romanhandlung mit zeitgenössischen sozioökonomischen Theorien vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Dorians Umgang mit materiellen Gütern, sein Streben nach Ästhetik, seine Abkehr von der Massenkultur sowie seinen schleichenden Verfall in dekadente Suchtmuster.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Dandyismus, Ästhetizismus, Konsumkultur, Dekadenz und die Entartung des Konsums.

Warum nutzt Dorian Konsum als Fluchtmechanismus?

Dorian nutzt den stetigen Erwerb neuer, exklusiver Objekte, um vor seinem inneren moralischen Zerfall und der Angst vor seinem gealterten Portrait in der Realität zu fliehen.

Wie verändert sich Dorians Konsum im Verlauf des Romans?

Während er anfangs durch den Dandyismus noch auf Ästhetik und Stil achtet, verliert er im Laufe der Handlung die Kontrolle und verfällt einer Sucht nach Grenzerfahrungen und Sensationen.

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Details

Title
Der Dandy und die Konsumkultur in Oscar Wildes "The Picture of Dorian Gray"
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Anglistik und Amerikanistik)
Grade
1,3
Author
Markus Wörner (Author)
Publication Year
2009
Pages
22
Catalog Number
V202599
ISBN (eBook)
9783656287063
ISBN (Book)
9783656287896
Language
German
Tags
Oscar Wilde Dandy Dorian Gray Konsum Hedonismus Dandyismus Dekadenz Ästhetizismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Wörner (Author), 2009, Der Dandy und die Konsumkultur in Oscar Wildes "The Picture of Dorian Gray" , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202599
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