Besonderheiten der Geschichtstheorie von Eduard Meyer anhand der Einleitung des Werkes „Geschichte des Altertums“


Hausarbeit, 2012
15 Seiten, Note: 1.3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Informationen zur Persönlichkeit Eduard Meyer
1.1. KurzerbiografischerAbriss
1.2. „Geschichte des Altertums“ als Lebenswerk

2. Geschichtstheorie Eduard Meyers anhand der Einleitung des Werkes „Geschichte des Altertums"
2.1. Bedeutung der Einleitung für das Fach Alte Geschichte
2.2. Staat als Ausgangspunkt
2.3. Geschichte und Anthropologie: Das Recht auf eigene Geschichtsschreibung

2.4. Rolle des Zufalls in der Geschichte

2.5. Subjektivität in der Geschichtsschreibung

Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die moderne Geschichtswissenschaft besteht aus zahlreichen Fachgebieten. Beispielsweise gehört dazu der Bereich der Archäologie, der sich wiederum in mehrere Forschungszweige wie Klassische Archäologie, Biblische Archäologie, Prähistorische Archäologie, Römische sowie Provinzialrömische Archäologie und Christliche Archäologie unterteilen lässt. Diese Liste kann man nach Manfred Eggert problemlos fortsetzen.1 Das Gleiche gilt auch für die Antike Geschichte. Im Laufe der Zeit bildeten sich aus ihr Ägyptologie, Hethitologie und weitere Disziplinen als eigenständige Fächer heraus. Zu dieser Entwicklung kam es, weil die ständig anwachsenden Forschungserkenntnisse Spezialisierungen erforderten. Ende des 19. Jahrhunderts war dagegen eine andere Situation vertreten. Persönlichkeiten wie Johann Gustav Droysen oder Theodor Mommsen verkörperten mehrere Berufsfelder: Ihr wissenschaftliches Interesse reichte von der Geschichte bis zur Sprachwissenschaft sowie vom römischen Recht bis zur Soziologie und Politologie. Zu solchen Universalgelehrten kann man auch Eduard Meyer zählen.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit seiner Geschichtsschreibung. Zur Analyse steht die Einleitung seines Werkes „Geschichte des Altertums“, welche grundlegende Aussagen zu seinen Geschichtstheorien enthält. Als Primärquellen dienen die Kurzfassung von 18842 sowie die überarbeitete Version von 19103, die auf dem gleichem Gedankengut beruhen. Auf dieser Basis leitet sich folgende Grundstruktur ab: Im ersten Abschnitt erfolgt eine kurze biografische Darstellung Eduard Meyers, um dem Leser einen ersten Eindruck von dieser Persönlichkeit zu vermitteln. Anschließend wird auf die Bedeutung seiner wissenschaftlichen Abhandlung „Geschichte des Altertums“ für das Fachgebiet der Alten Geschichte eingegangen. Eine Darstellung seiner wichtigsten Thesen wird im zweiten Teil thematisiert. Der Hauptaugenmerk liegt dabei auf vier Punkten: die überbetonte Rolle des Staates, der Unterschied zwischen Geschichte und Anthropologie, die Bedeutung des Zufalls in der Geschichte sowie ihre subjektive Betrachtung.

Für wertvolle Hinweise geht ein Dankeschön an Herrn Jun. Prof. Dr. Alexander Weiß.

1. Informationen zur Persönlichkeit Eduard Meyer

1.1. KurzerbiografischerAbriss

Das frühe Interesse Eduard Meyers an alte Sprachen sowie Geschichte resultierte aus dem beruflichen Hintergrund seines Vaters, der Griechisch und Latein an der Gelehrtenschule des Hamburger Johanneums unterrichtete. Er begeisterte ihn nicht nur für das Studium der Antike, sondern gab ihm auch die dafür nötigen Eigenschaften auf den Lebensweg mit: „Drang zur Arbeit und zum Schaffen [...], [...] Sinn für die nüchterne Beurteilung der gegebenen Tatsachen [,..]".4

Die klassische Sprachausbildung während der Schulzeit stärkte den Wunsch Meyers, ein Studium in Fach Alte Geschichte aufzunehmen. Des Weiteren entfachten die Vorträge von Barthold Georg Niebuhr und der persönliche Kontakt zum Altphilologen Johannes Classens sein Vorhaben, eine Universalgeschichte des Altertums zu verfassen und seinem Ziel „dauernd treu [zu] bleiben.“5

Nach der Beendigung der Schule entschied sich der 17-jährige Meyer, orientalische Sprachen an der Universität Bonn zu erlernen. Zu diesem Zeitpunkt waren seine Kenntnisse im Bereich der Klassischen Philologie bereits auf einem sehr hohen Niveau, sodass Walter Otto später zu sagen wagte, Meyer war „ein voll ausgebildeter klassischer Philologe und Historiker.“6

Er absolvierte nur ein Semester in Bonn, weil „ihm [...] [das dortige Studium] nicht viel zu geben schien“.7 Daraufhin wechselte er an die Hochschule Leipzig.8 An dieser Bildungseinrichtung fand Meyer die Basis und den Ausgangspunkt für seine wissenschaftliche Karriere. Lehrer wie der Arabist Heinrich Fleischer und der Ägyptologe Georg Ebert begleiteten den jungen Studenten auf seinem Weg. Am 17. März 1875 bestand Eduard Meyer im Alter von 20 Jahren sein Doktorexamen. Das Thema seiner Arbeit „Set­Typhon, eine religionsgeschichtliche Studie“ stammte aus dem Bereich der Religionswissenschaft.9

Da er für seinen Lebensunterhalt selbst aufkommen musste, nahm „der mit materiellen Glücksgütern nicht gesegnete 20-jährige“ die Stelle als Privatlehrer im Haus des englischen Generalkonsuls in Konstantinopel an.10 Dadurch bekam Meyer die Möglichkeit, das Gebiet an der Ägäis sowie das Territorium der Hellas zu bereisen.

Für eine akademische Laufbahn entschied er sich erst nach seiner Rückkehr aus dem Osmanischen Reich. Mit 24 Jahren habilitierte er sich in Leipzig mit dem Thema „Geschichte des Königreichs Pontos", welches „er, wie er schreibt, bereits als Primaner abgefasst hatte.“11 Seine universitäre Karriere setzte Meyer als Privatdozent in Leipzig fort. Im Jahre 1884 erlangte er eine außerordentliche Professur. Anschließend ging er als Ordinarius nach Breslau, „1889 nach Halle, 1902 nach Berlin, wo ihm eine außerordentlich hohe Besoldungsstufe gebilligt wurde.“12 Darüber hinaus war er auch Lehrbeauftragter in den USA.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Niederlage Deutschlands legte er als „ein fanatischer Nationalist [...] seine Ehrendoktorwürde aus den englischen und amerikanischen Universitäten Oxford, Liverpool, St. Andrews, Chicago und Harvard öffentlich nieder.“13 Zur gleichen Zeit ernannte man ihn zum Rektor der Universität Berlin. Dort amtierte er die letzten elf Jahre seines Lebens.14

[...]


1 Vgl., M. K. H. Eggert, Archäologie: Grundzüge einer Historischen Kulturwissenschaft (Tübingen 2006], IX.

2 E. Meyer, Geschichte des Alterthums (Stuttgart 1884].

3 E. Meyer, Geschichte des Altertums3 (Stuttgart/ Berlin 1910].

4 W. Otto, Eduard Meyer und sein Werk. Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft 85,1931, 5.

5 Ebd. - Vgl., G. Lehmann, Meyer Eduard. NDB 17 [Berlin 1993], 309.

6 Otto, 6.

7 Ebd.,5.

8 Ebd.

9 Vgl., W. Nippel [Hrsg.], Über das Studium der Alten Geschichte [München 1993], 185.

10 Otto, 7.

11 G. Fatouros, Eduard Meyer. BBKL V [Herzberg 1993], Spalten 1418-1419.

12 Ebd.

13 Ebd.

14 Vgl., ebd.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Besonderheiten der Geschichtstheorie von Eduard Meyer anhand der Einleitung des Werkes „Geschichte des Altertums“
Hochschule
Universität Leipzig  (Historisches Seminar)
Note
1.3
Autor
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V202604
ISBN (eBook)
9783656287056
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Antike, Eduard Meyer, Historiker, Alte Geschichte, Geschichtstheorie, Altertum
Arbeit zitieren
Sergey Sitnikov (Autor), 2012, Besonderheiten der Geschichtstheorie von Eduard Meyer anhand der Einleitung des Werkes „Geschichte des Altertums“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202604

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