Die moderne Geschichtswissenschaft besteht aus zahlreichen Fachgebieten. Beispielsweise gehört dazu der Bereich der Archäologie, der sich wiederum in mehrer Forschungszweige wie Klassische Archäologie, Biblische Archäologie, Prähistorische Archäologie, Römische sowie Provinzialrömische Archäologie und Christliche Archäologie unterteilen lässt. [...] Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit [Eduard Meyers] Geschichtsschreibung. Zur Analyse steht die Einleitung seines Werkes "Geschichte des Altertums", welche grundlegende Aussagen zu seinen Geschichtstheorien enthält. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Informationen zur Persönlichkeit Eduard Meyer
1.1. Kurzer biografischer Abriss
1.2. „Geschichte des Altertums“ als Lebenswerk
2. Geschichtstheorie Eduard Meyers anhand der Einleitung des Werkes „Geschichte des Altertums“
2.1. Bedeutung der Einleitung für das Fach Alte Geschichte
2.2. Staat als Ausgangspunkt
2.3. Geschichte und Anthropologie: Das Recht auf eigene Geschichtsschreibung
2.4. Rolle des Zufalls in der Geschichte
2.5. Subjektivität in der Geschichtsschreibung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die geschichtstheoretischen Grundannahmen von Eduard Meyer, wie sie in der Einleitung seines Werkes „Geschichte des Altertums“ dargelegt sind, um seine methodische Herangehensweise und sein Verständnis von historischer Forschung zu analysieren.
- Biografische Hintergründe und wissenschaftliche Prägung Eduard Meyers
- Analyse des Werkes „Geschichte des Altertums“ im Kontext der damaligen Geschichtswissenschaft
- Die Rolle des Staates als zentrales Ordnungs- und Ausgangselement in der Geschichtsbetrachtung
- Das Verhältnis von Anthropologie, Zufall und Subjektivität in der historiografischen Praxis
Auszug aus dem Buch
2.4. Rolle des Zufalls in der Geschichte
Ende des 19. Jahrhunderts herrschte in der deutschen Historiografie die Meinung vor, dass im Geschichtsverlauf bestimmte Regelmäßigkeiten auftreten. Diese „Gesetze zu entdecken und in den Einzelvorgängen nachzuweisen“, bildete eine grundlegende Aufgabe des Historikers. Die Geschichtswissenschaft sollte demnach den Naturwissenschaften gleichen. Einen anderen Gesichtspunkt vertritt Meyer. Er meint, dass der freie Wille und der daraus resultierende Zufall die Geschichte beherrschen:
„Die Geschichte lässt sich daher, obwohl sie allgemeinen Gesetzen unterworfen ist, doch niemals auf solche reduzieren oder einfach in Formeln auflösen. Sie ist nothwendig mannigfaltig, kein Abschnitt dem anderen gleich. Während die Anthropologie sich beschränkt, das Gesetzmässige und Allgemeine aufzuweisen, herrscht in ihr daneben der Zufall und der freie Wille des Einzelnen. Die Wissenschaft der Geschichtsschreibung gehört daher nicht zu den philosophischen und naturwissenschaftlichen Disciplinen , und jeder Versuch, sie mit dem Maasse dieser zu messen, ist unzulässig.“
Den Zufall definiert Meyer als eine Kategorie höchst komplizierter Erscheinungen, deren Kausalkette nicht verfolgt werden kann. Folglich benötigt der Geschichtswissenschaftler keine einheitlichen Methoden. Er muss nach eigenen Geboten sowie subjektiv forschen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Informationen zur Persönlichkeit Eduard Meyer: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über den Lebenslauf des Historikers und erläutert die Entstehung seines Hauptwerks „Geschichte des Altertums“.
2. Geschichtstheorie Eduard Meyers anhand der Einleitung des Werkes „Geschichte des Altertums“: Der Hauptteil analysiert Meyers methodische Ansätze, insbesondere seine Sicht auf Staat, Anthropologie, den Zufall und die Subjektivität des Historikers.
Schlüsselwörter
Eduard Meyer, Geschichte des Altertums, Geschichtstheorie, Alte Geschichte, Historiografie, Anthropologie, Staatstheorie, Zufall, Subjektivität, Quellenkritik, Universalgeschichte, methodischer Ansatz, Geschichtswissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der geschichtstheoretischen Einleitung von Eduard Meyers Werk „Geschichte des Altertums“ und untersucht dessen Kernpositionen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Rolle des Staates, das Verhältnis von Geschichte und Anthropologie, der Einfluss des Zufalls sowie die Frage nach der Subjektivität des Historikers.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Grundstruktur von Meyers Geschichtsauffassung freizulegen und seine Bedeutung innerhalb der deutschen Historiografie des frühen 20. Jahrhunderts zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine quellenbasierte Analyse der Einleitung von Eduard Meyers Werk durch, ergänzt durch einen biographischen Abriss und den Vergleich mit zeitgenössischen wissenschaftlichen Tendenzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erörterung der Bedeutung der Einleitung für die Alte Geschichte, die Begründung des Staates als Ausgangspunkt menschlicher Entwicklung und die philosophische Einordnung von Zufall und Subjektivität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Eduard Meyer, Geschichtstheorie, Historiografie, Staat und Subjektivität charakterisiert.
Warum spielt der Staat bei Eduard Meyer eine so entscheidende Rolle?
Für Meyer ist der Mensch ein soziales Wesen, das nur innerhalb eines staatlichen Gefüges existieren kann, weshalb der Staat als Basis für jede kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung dient.
Wie unterscheidet Meyer zwischen historischer Forschung und Anthropologie?
Während die Anthropologie die allgemeinen Grundzüge der menschlichen Entwicklung erforscht, konzentriert sich die historische Forschung auf das konkret Fassbare, zeitlich und räumlich definierte Handeln von Völkern und Individuen.
Warum lehnt Meyer die Anwendung naturwissenschaftlicher Methoden in der Geschichte ab?
Er lehnt dies ab, weil der Geschichtsverlauf durch den Zufall und den freien Willen des Einzelnen geprägt ist, was eine Reduktion auf starre Gesetze oder Formeln unmöglich macht.
Wie bewertet der Autor Meyers Ansichten heute?
Der Autor ordnet Meyers Werk als historisches Dokument ein, das zwar in vielen Aspekten durch den Forschungsfortschritt überholt ist, aber den Anspruch eines talentierten Historikers auf eine umfassende Universalgeschichte eindrucksvoll verkörpert.
- Citation du texte
- Sergey Sitnikov (Auteur), 2012, Besonderheiten der Geschichtstheorie von Eduard Meyer anhand der Einleitung des Werkes „Geschichte des Altertums“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202604