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Die inner-jüdische Gruppierung der Essener: Eine Charakterisierung anhand antiker Quellen und ein Vergleich mit Pharisäern und Sadduzäern

Titel: Die inner-jüdische Gruppierung der Essener: Eine Charakterisierung anhand antiker Quellen und ein Vergleich mit Pharisäern und Sadduzäern

Hausarbeit , 2009 , 30 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Martin Mehlhorn (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Es gibt bei den Judäern drei Arten von philosophischen Schulen; die eine bilden die Pharisäer, die andere die Sadduzäer, die dritte, die nach besonderes strengen Regeln lebt, die so genannten Essener“.

Der jüdische Historiker Flavius Josephus öffnete mit dieser Bemerkung ein Fenster in das Judentum im 1. Jahrhundert nach Christus. Seine Berichte sind es, die Einblicke in die innere Struktur Judäas erlauben und das soziale und religiöse Gefüge der Zeit beleuchten.
Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, die Essener als Teil dieses Gefüges darzustellen. Woher kommt diese Bewegung? Welche Glaubensinhalte hatten ihre Angehörigen, die „mehr als die anderen durch Liebe verbunden“ waren? Diese Fragen sollen beantwortet werden, um die essenische Bewegung umfassend charakterisieren zu können.
Zunächst sollen aber die antiken Berichte über die Essener befragt werden, die bis zu den Funden von Qumran die einzige Quelle waren, die über diese Gruppierung existierten. Dabei wird oft vergessen, dass Josephus, obwohl er der wichtigste Berichterstatter ist, nicht der einzige war, der über die Gemeinschaft der Essener berichten konnte. Daher sollen auch andere Quellentexte erwähnt werden. Selbstzeugnisse der Essener existierten nicht, bis in der Mitte des 20. Jahrhunderts in den Höhlen von Qumran Schriftrollen gefunden wurden, die wertvolle Einblicke in das Selbstverständnis der „philosophischen Schulen“ und in die Geschichte des Frühchristentums liefern konnten. Entsprechend dieser Bedeutung sollen vor allem die Schriftrollen beleuchtet werden, die zweifelsfrei den Essenern zugeordnet werden können. Nachdem Einblick in die Quellenlage gewährt wurde, sollen die Essener hinsichtlich Entstehungsgeschichte, Organisationsform und Glaubensinhalte charakterisiert werden, um ein besseres Verständnis der Gruppe zu ermöglichen. Den Abschluss der Hausarbeit bildet ein kurzer Vergleich der Essener mit den Pharisäern und Sadduzäern, aus dem das Spezifische dieser Gruppierung hervorgehoben werden soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Essener, Pharisäer und Sadduzäer in antiken Quellen

1.1 Flavius Josephus

1.2 Die Essener bei Philo von Alexandrien und Plinius dem Älteren

1.3 Das neue Testament

1.4 Die Schriftrollen von Qumran - Selbstzeugnisse der Essener

2. Charakterisierung der Essener hinsichtlich ausgewählter Kriterien

2.1 Terminologie

2.2 Entstehungsgeschichte

2.3 Organisationsform

2.4 Alltag und Theologie der Qumran-Essener

2.4.1 Aufbau und Geschichte der Anlage von Khirbet Qumran

2.4.2 Aufnahmeverfahren

2.4.3 Gemeinschaftsmahl und Gütergemeinschaft

2.4.4 Waschungen der Essener als Vorstufe zur christlichen Taufe?

2.4.5 Glaubensgrundsätze

3. Vergleich der Essener mit den Pharisäern und Sadduzäern

3.1 Die Pharisäer im Vergleich

3.2 Die Sadduzäer im Vergleich

Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, die inner-jüdische Gruppierung der Essener anhand antiker Quellen und der Schriftrollen von Qumran umfassend zu charakterisieren, ihre Lebensweise sowie Theologie zu beleuchten und sie in einem Vergleich zu den Pharisäern und Sadduzäern einzuordnen.

  • Analyse antiker Berichte über die Essener (u.a. Flavius Josephus).
  • Untersuchung der Schriftrollen von Qumran als primäre Selbstzeugnisse.
  • Charakterisierung der Organisationsform, Aufnahmeverfahren und Glaubensgrundsätze.
  • Vergleichende Analyse der essenischen Strömung gegenüber Pharisäern und Sadduzäern.
  • Einordnung der Bewegung in die religiöse Heterogenität des Judentums im 1. Jahrhundert.

Auszug aus dem Buch

2.4.4 Waschungen der Essener als Vorstufe zur christlichen Taufe?

Dass der Reinheitsgedanke bei den Essenern eine zentrale Rolle spielt, beweisen Josephus und der archäologische Befund von Qumran, nach dem zahlreiche Tauchbecken in der Anlage gefunden wurden. Der Ursprung einer kultischen Vorstellung von „reinen“ und „unreinen“ Zuständen bezogen auf Menschen und Gegenstände geht auf voraltisraelische Zeit zurück und findet sich auch bei anderen semitischen und nicht-semitischen Völkern. Die Essener stehen damit in einer breiten jüdischen Tradition. Gründe für eine Verunreinigung konnten Sünde, Krankheit, Geburt, Sexualität und Kontakt mit Unreinen (z.B. Heiden) sein.

Josephus weiß von einer täglichen Waschung zu berichten, die Voraussetzung zur Teilnahme am Gemeinschaftsmahl war. Auch im Falle eines zeitweißen Ausschlusses aus der Gemeinschaft von Qumran kamen rituelle Reinigungen zur Wiedereingliederung zur Anwendung. Eine besondere Art der Waschung stellte die Proselytentaufe dar.

Dieses Tauchbad diente neben der Beschneidung zur Aufnahme von Nichtjuden in die Gemeinschaft. Die Bedeutung von Waschungen und Bädern in der Essener-Gemeinde und ihre Rolle bei der Aufnahme in die Bewegung veranlasste Otto Betz eine direkte Verbindung zwischen den Riten der Essener und der christlichen Taufe zu vermuten. Dieser Gedanke scheint nicht abwegig, da es Gemeinsamkeiten der Essener mit Johannes den Täufer gibt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema der Essener als Teil der inner-jüdischen Struktur und Vorstellung der Quellengrundlage.

1. Essener, Pharisäer und Sadduzäer in antiken Quellen: Untersuchung der zeitgenössischen Zeugnisse wie Flavius Josephus, Philo von Alexandrien und der Qumran-Schriftrollen.

2. Charakterisierung der Essener hinsichtlich ausgewählter Kriterien: Detaillierte Analyse der essenischen Terminologie, Geschichte, Organisationsform, Lebensweise und Theologie.

3. Vergleich der Essener mit den Pharisäern und Sadduzäern: Gegenüberstellung der drei Hauptgruppierungen zur Hervorhebung ihrer spezifischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten.

Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Heterogenität des Judentums vor dem jüdischen Krieg.

Schlüsselwörter

Essener, Qumran, Flavius Josephus, Pharisäer, Sadduzäer, Schriftrollen vom Toten Meer, Judentum, Reinheitsvorschriften, Messiaserwartung, Gemeinschaftsmahl, Tempelkult, Apokalyptik, Chassidim, Archäologie, Religion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Charakterisierung der Essener, einer jüdischen Gruppierung des 1. Jahrhunderts, basierend auf antiken Quellen und archäologischen Funden aus Qumran.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die soziale und religiöse Struktur der Essener, ihre Abgrenzung zu anderen jüdischen Schulen sowie ihre Bedeutung für das Verständnis des Judentums dieser Zeit.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein umfassendes Bild der essenischen Bewegung zu zeichnen und ihre spezifischen Merkmale durch einen Vergleich mit Pharisäern und Sadduzäern herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse und einen historischen Vergleich, um die antiken Berichte mit den neueren Funden der Qumran-Schriftrollen abzugleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Quellenanalyse, die systematische Charakterisierung der Essener (Alltag, Theologie, Organisation) und den direkten Vergleich mit Pharisäern und Sadduzäern.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind unter anderem Essener, Qumran, antike Quellen, Pharisäer, Sadduzäer und Messiaserwartung.

Inwiefern beeinflussten die Qumran-Funde das Bild der Essener?

Sie lieferten wertvolle Selbstzeugnisse, die das antike Bild von Josephus bestätigen und tiefere Einblicke in das spirituelle und alltägliche Leben der Gemeinde ermöglichten.

Warum wird der Vergleich zu den Sadduzäern gezogen?

Der Vergleich dient dazu, die extreme Position der Essener hinsichtlich Tempelkult und Jenseitserwartung im Kontrast zu den eher liberalen oder pragmatischen Ansätzen der anderen Gruppen zu verdeutlichen.

Welche Rolle spielt der Reinheitsgedanke bei den Essenern?

Die Reinheit war zentral für ihr Selbstverständnis und manifestierte sich in täglichen Waschungen und strengen Vorschriften für das Leben in der Gemeinschaft.

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Details

Titel
Die inner-jüdische Gruppierung der Essener: Eine Charakterisierung anhand antiker Quellen und ein Vergleich mit Pharisäern und Sadduzäern
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Altertumswissenschaften)
Note
1,7
Autor
Martin Mehlhorn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
30
Katalognummer
V202608
ISBN (eBook)
9783656286035
ISBN (Buch)
9783656287773
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antike Antike Geschichte Essener Pharisäer Sadduzäer Judentum Juden Judäa Heiliges Land Rom Römisches Reich Israel Christentum Urchristentum Qumranrollen Qumran Qumran-Schriftrollen Schriftrollen Höhlen von Qumran Sekte Sekten Gruppierung Gruppen Frühes Judentum Antikes Israel Flavius Josephus Josephus Quellen
Produktsicherheit
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Arbeit zitieren
Martin Mehlhorn (Autor:in), 2009, Die inner-jüdische Gruppierung der Essener: Eine Charakterisierung anhand antiker Quellen und ein Vergleich mit Pharisäern und Sadduzäern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202608
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Leseprobe aus  30  Seiten
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