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Dysgrammatismus. Erscheinungsbild, Ursachen, Diagnose, Therapie

Title: Dysgrammatismus. Erscheinungsbild, Ursachen, Diagnose, Therapie

Term Paper , 2001 , 38 Pages , Grade: 3

Autor:in: Isabel Stamer (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Der Begriff "Dysgrammatismus" umschreibt eine sehr differenzierte und variantenreiche Störung der Sprachentwicklung. Nicht alle Dysgrammatiker haben ein klar umreißbares Erscheinungsbild. Übergreifend gesprochen verfügen sie über ein nicht der Norm entsprechendes Morphologie-, Syntax- und Phonologiesystem. Sie haben keine generelle mentale Retardierung, keine Hör-, Seh-, Motorik- oder massive emotionale Störung, keine neurologischen Schädigungen o.ä. Sie erweitern jedoch später oder langsamer ihren Wortschatz und holen diesen Rückstand auch im Laufe der Entwicklung nicht mehr auf. Oft hat dies eine schwindende Kommunikationstätigkeit zur Folge. Das vorliegende Buch gibt zunächst Einblicke in die verschiedenen Erscheinungsbilder. Anschließend wird sowohl aus nicht-linguistische aber doch schwerpunktmäßig aus linguistischer Sicht den unterschiedlichsten Erklärungsansätzen nachgegangen. Um das Bild abzurunden, soll zusätzlich ein Überblick über Möglichkeiten der Diagnose und Therapie gegeben werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Begriffsklärung und Erscheinungsbild

2 Ursachen

2.1 Nicht-linguistische Ansätze

2.1.1 Ursachen im Bereich der Umweltsprache

2.1.2 Biologische Beeinträchtigungen

2.1.3 Kognitive Beeinträchtigungen

2.2 Linguistische Ansätze

2.2.1 Oberflächen-Struktur-Hypothese

2.2.2 Feature-Defizit-Hypothese

2.2.3 Fehlende Grammatische Kongruenz-Hypothese nach CLAHSEN

2.2.4 Fehlende Grammatische Kongruenz-Hypothese nach BARTKE

3 Diagnose

4 Therapie

5 Schlussbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Dysgrammatismus bei Kindern und beleuchtet dessen Erscheinungsbild, Ursachen, diagnostische Möglichkeiten sowie therapeutische Ansätze. Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis für diese spezifische Sprachentwicklungsstörung zu schaffen und aufzuzeigen, wie diagnostische Verfahren und therapeutische Interventionen auf Grundlage aktueller linguistischer und psycholinguistischer Erkenntnisse optimiert werden können.

  • Definition und Erscheinungsformen von Dysgrammatismus
  • Analyse nicht-linguistischer und linguistischer Ursachenansätze
  • Kritische Betrachtung diagnostischer Testverfahren
  • Methoden und Strategien der Sprachtherapie im Vorschulalter
  • Bedeutung der Einbindung von Eltern als Ko-Therapeuten

Auszug aus dem Buch

Begriffsklärung und Erscheinungsbild

Die Vorsilbe `Dys´ [griechisch] lässt laut Lexikon darauf schließen, dass es sich bei dem Begriff Dysgrammatismus um eine Zusammensetzung mit der Bedeutung „abweichend [von der Norm], übel, schlecht, miß..., krankhaft“ handelt (Meyers Grosses Taschenlexikon, 1981, Bd. 6: 19). `Grammatik´ [griechisch] ist „...im engeren Sinne die Lehre von der Wortbildung und –flexion (Morphologie) sowie von der Verwendung der Wörter im Satz (Syntax); im weiteren Sinne ergänzt durch die Lautlehre (Phonetik und Phonologie)“ (Bertelsmann Discovery´98; Hervorhebungen im Original). Verbunden mit der lateinischen Nachsilbe `...ismus´, der die Bedeutungen „Lehre, System, Richtung“ (ebd.) zukommen, würde sich für sog. Dysgrammatiker ergeben, dass sie über ein nicht der Norm entsprechendes Morphologie-, Syntax- und Phonologiesystem verfügen.

Die Begriffsklärung vollzieht sich allerdings nicht ganz problemlos, denn es herrscht eine äußerst hohe interindividuelle Varianz innerhalb der Gruppe der Dysgrammatiker. So stellt CLAHSEN fest, „…daß dysgrammatisch sprechende Kinder weder hinsichtlich des beobachtbaren Verhaltens, noch in bezug auf die beeinträchtigten Erwerbs- und Verarbeitungsprozesse eine homogene Gruppe darstellen“ (Clahsen 1988: 111). Auch FÜSSENICH muss feststellen, „...daß es „den“ Entwicklungs-dysgrammatismus als ein relativ einheitliches Erscheinungsbild mit vergleichbaren Entwicklungstrends nicht gibt“ (Füssenich 1987: 153). CRYSTAL unterscheidet (1976) einige verschiedene grammatische Retardierungsmuster. So zeigte sich bei einigen Kindern eine relativ elaborierte Phrasenstruktur, jedoch kaum die Kombination mehrerer funktionaler Satzelemente (z.B. Subjekt, Objekt, Adverbial etc.), wohingegen andere Kinder zwar die Satzelemente kombinierten, aber die Phrasenstrukturen kaum elaborierten. Bei wieder anderen Kindern zeigten sich die eben angesprochenen Muster als relativ fortgeschritten, jedoch bestanden bei ihnen Probleme im Bereich der Morphologie, insbesondere bei den Flexionen und Wortableitungen, was bei einer wieder anderen Gruppe genau umgekehrt anzutreffen war.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Begriffsklärung und Erscheinungsbild: Das Kapitel definiert den Begriff Dysgrammatismus etymologisch und verdeutlicht die hohe interindividuelle Varianz bei betroffenen Kindern, die ein einheitliches Erscheinungsbild ausschließt.

2 Ursachen: Es werden verschiedene Ansätze zur Ursachenforschung diskutiert, unterteilt in nicht-linguistische Faktoren (Umwelt, Biologie, Kognition) und linguistische Theorien zur Erklärung spezifischer Defizite.

3 Diagnose: Dieses Kapitel analysiert aktuelle diagnostische Verfahren, kritisiert deren mangelnde Fundierung und plädiert für eine differenzierte Diagnostik, etwa mittels Profilanalysen.

4 Therapie: Es wird erörtert, wie Sprachtherapie heute weniger als Drill, sondern als Teil sozialer Interaktion verstanden wird, wobei die Einbeziehung der Eltern als Ko-Therapeuten kritisch beleuchtet wird.

5 Schlussbemerkungen: Die Autorin betont die Notwendigkeit einer frühzeitigen, interdisziplinären Intervention, um weitreichende negative Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung und schulische Laufbahn zu verhindern.

Schlüsselwörter

Dysgrammatismus, Sprachentwicklungsstörung, Morphologie, Syntax, Spracherwerb, Sprachtherapie, Sprachdiagnose, Profilanalyse, Interaktion, Late Talkers, Sprachverarbeitung, Entwicklungsdysphasie, Kongruenzmorphologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der spezifischen Sprachentwicklungsstörung Dysgrammatismus bei Kindern und analysiert deren Erscheinungsbild, Ursachen sowie therapeutische Möglichkeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Definition des Störungsbildes, der Suche nach Ursachen in kognitiven und linguistischen Bereichen, der kritischen Überprüfung von Diagnoseinstrumenten und der Bewertung aktueller Therapiemethoden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs zum Dysgrammatismus zusammenzufassen und aufzuzeigen, wie eine fundierte Diagnostik und Therapie gestaltet werden kann, die sich am individuellen Entwicklungsstand des Kindes orientiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, bei der aktuelle theoretische Modelle und empirische Studien zum Spracherwerb und zu Sprachentwicklungsstörungen kritisch gegeneinander abgewogen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ursachen (nicht-linguistisch und linguistisch), eine kritische Auseinandersetzung mit Standard-Diagnoseverfahren sowie eine detaillierte Diskussion therapeutischer Ansätze, insbesondere der Arbeit mit Eltern als Ko-Therapeuten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Dysgrammatismus, Sprachverarbeitung, Morphologie, Syntax, Profilanalyse, Sprachdiagnose und Sprachtherapie.

Warum ist die Abgrenzung von "Late Talkers" zu Dysgrammatikern wichtig?

Die Abgrenzung ist essenziell, da ein Teil der späten Wortlerner ihren Rückstand bis zum dritten Lebensjahr aufholt, während bei Dysgrammatikern strukturelle Defizite bestehen bleiben, die eine frühe und gezielte Intervention erforderlich machen.

Warum wird die elterliche Mitarbeit in der Therapie kritisch hinterfragt?

Die Mitarbeit wird kritisch gesehen, da Eltern teilweise eine Vorwurfshaltung einnehmen können, wenn das Kind trotz der angewandten Programme nicht die gewünschten Fortschritte macht, was die natürliche Kommunikation und die Qualität der Eltern-Kind-Interaktion negativ beeinflussen kann.

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Details

Title
Dysgrammatismus. Erscheinungsbild, Ursachen, Diagnose, Therapie
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Grade
3
Author
Isabel Stamer (Author)
Publication Year
2001
Pages
38
Catalog Number
V20261
ISBN (eBook)
9783638241946
ISBN (Book)
9783638680905
Language
German
Tags
Dysgrammatismus Erscheinungsbild Ursachen Diagnose Therapie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabel Stamer (Author), 2001, Dysgrammatismus. Erscheinungsbild, Ursachen, Diagnose, Therapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20261
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