Frisbee spielen – aber sicher! Wir lernen den (langsamen) Rückhandwurf

4. Klasse, Fach Sport der Grundschule


Unterrichtsentwurf, 2012
11 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Thema der Stunde:

Passen – aber sicher! Wir lernen den (langsamen) Rückhandwurf (Backhand)

Die Schülerinnen und Schüler[1] erlernen mit der Technik des Rückhandwurfs den ersten Standardwurf für das Spiel Ultimate Frisbee und versuchen durch Variation verschiedener Wurf-

Parameter[2] das Flugverhalten des Spielgerätes dahingehend zu optimieren, dass mit Blick auf das Handlungsprodukt ein sicheres Passen und Fangen der Frisbee ermöglicht wird.

26.09.2012

1. Thema der Unterrichtsreihe: „Zeit, dass sich was dreht!“­ – Wir erwerben das Frisbee-Diplom

Eine handlungs- und erlebnisorientierte Unterrichtsreihe zur Aneignung des großen Sportspiels Ultimate Frisbee, mit dem Ziel, die für dieses Spiel erforderlichen koordinativen Fähigkeiten und spielspezifischen motorischen Fertigkeiten zu erlernen und weitergehend grundlegende taktische Verhaltensweisen anzubahnen.

2. Kurzdarstellung der Unterrichtsreihe

1. Frisbee spielen? Was wir schon können und was wir noch lernen wollen!

Sammeln erster Spiel- und Bewegungserfahrungen im Umgang mit dem Spielgerät und Aneignung verschiedener Fangtechniken zum sicheren Umgang mit der Frisbee mit Blick auf das Ziel der Unterrichtsreihe und zur Minimierung von Verletzungsrisiken.[3]

2. Passen – aber sicher! Wir lernen den (langsamen) Rückhandwurf (Backhand)

Die SuS erlernen mit der Technik des Rückhandwurfs den ersten Standardwurf für das Spiel Ultimate Frisbee und versuchen durch Variation verschiedener Wurf-Parameter[4] das Flugverhalten des Spielgerätes dahingehend zu optimieren, dass mit Blick auf die Zielform Ultimate Frisbee ein sicheres Passen und Fangen der Frisbee ermöglicht wird.

3. Passen für Experten: Wir lernen den (schnellen) Vorhandwurf (Sidearm)

Vertiefung der Bewegungsabläufe beim Rückhandwurf und Erwerb der technischen Voraussetzungen für das Spielen eines (schnellen) Vorhandpasses zur Steigerung der taktischen Variabilität bei kleineren, mannschaftsbasierten Übungsformen, welche das große Sportspiel Ultimate Frisbee schrittweise anbahnen sollen.

4. Täusche deinen Gegner! Wir lernen verschiedene Trickwürfe

Selbstständige, materialgestützte Aneignung weiterer Wurf-Varianten (z.B. des Overhead -Wurfs) zwecks Verbesserung der motorischen Fähigkeiten und Steigerung der taktischen Tiefe bei o.g. mannschaftsbasierten Übungsformen.

5. Spirit of the Game – Miteinander gegeneinander spielen

Einführung der Übungsform „Zehner-Frisbee“ zwecks spielerischer Einführung in das Regelwerk von Ultimate Frisbee, welches als oberste Prämissen unbedingte Fairness und den Respekt vor dem Gegner einfordert.

6. Wir spielen Ultimate Frisbee (I)

Unter Rückgriff auf die bereits erworbenen (motorischen, taktischen und konditionellen) Fähigkeiten spielen die SuS erstmalig die Zielform Ultimate Frisbee unter Berücksichtigung der international gültigen Spielregeln, um darauf aufbauend die Bedeutung von innerhalb der Mannschaft festgelegten Taktiken zu erfahren und für sich zu reflektieren.

7. Wir spielen Ultimate Frisbee (II)

Die SuS vertiefen den Erwerb taktischer Kenntnisse und sozialer Kompetenzen, indem sie das Spiel Ultimate Frisbee in unterschiedlichsten Mannschaftskonstellationen gegeneinander spielen und hierbei strittige Spielsituationen – gemäß der Spielregeln – eigenständig klären. Mit Blick auf die im Zuge der Reihe erworbenen Kompetenzen erhalten die SuS das sog. „Frisbee-Diplom“.

3. Schwerpunktziel der Stunde

Das übergeordnete Ziel der hier beschriebenen Unterrichtsstunde besteht darin, dass die SuS die notwendigen koordinativen und motorischen Fähigkeiten erwerben, welche sie benötigen, um einen präzisen Rückhandpass spielen zu können, indem sie (möglichst systematisch) Veränderungen hinsichtlich der Wurf-Parameter herbeiführen, etwaige Veränderungen des Flugverhaltens des Sportgerätes wahrnehmen und hierdurch einen Kompetenzzuwachs erfahren, welcher es ihnen ermöglicht, verschiedene Vorformen des Spiels Ultimate Frisbee dergestalt zu bewältigen, dass neben körperlichen Aspekten (Motorik, Ausdauer, Koordination) vor allem auch sozial-emotionale Aspekte wie Spielfreude und Selbstwirksamkeitserfahrungen in den Fokus der kindlichen Wahrnehmung gerückt werden.

4. Didaktische Schwerpunktsetzung

4.1 Bezug zu Richtlinien und Lehrplänen

Mit Blick auf Richtlinien und Lehrpläne kann der Unterrichtsgegenstand anhand der Kompetenzerwartungen im Bereich „Spielen in und mit Regelstrukturen – Sportspiele“ des Lehrplans für das Fach Sport legitimiert werden; als maßgebliche Kompetenzerwartung für die vorliegende Unterrichtsstunde lässt sich anführen, dass die SuS spielspezifische motorische Fertigkeiten, Voraussetzungen sowie grundlegende taktische Verhaltensweisen (für das Spiel Ultimate Frisbee) erwerben sollen.[5] Des Weiteren versucht die vorliegende Stunde der Forderung des Lehrplans gerecht zu werden, schrittweise bei allen SuS die Voraussetzungen für die (erfolgreiche) Bewältigung eines komplexen Regelspiels zu schaffen.[6] Der Rückhandpass stellt sich als ein Wurf da, der selbst mit relativ geringen motorischen Vorerfahrungen dergestalt bewältigt werden kann, dass der Pass seine Zielzone erreicht. Selbstverständlich impliziert dies aber auch, dass die SuS die betreffende Wurftechnik ihrem jeweiligen Leistungsstand entsprechend ausreichend üben müssen, weshalb der Rückhandwurf in den nachfolgenden Stunden immer wieder geübt werden wird. Das für die vorliegende Unterrichtsreihe als Handlungsprodukt ausgewählte große Sportspiel Ultimate Frisbee gewährleistet durch seine besondere Regelstruktur, dass alle Kinder mitspielen, Spielfreude erleben und dem Prinzip des Fair-Spielens folgen können.[7] Damit leistungsstärkere und leistungsschwächere Kinder in heterogenen Spielgruppen erfolgreich zusammen spielen können, spielt die mannschaftsinterne Kommunikation eine entscheidende Rolle; es muss über individuelle Stärken und Schwächen innerhalb einer Spielgruppe kommuniziert werden, daraus resultierend müssen Spielrollen übernommen, akzeptiert und ausgefüllt werden, um mannschaftsdienlich zu spielen.[8]

4.2 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung des Unterrichtsgegenstandes

Der Stundeninhalt stellt sich zunächst als gegenwärtig bedeutsam mit Blick auf das Handlungsprodukt dar: Die Zielform Ultimate Frisbee kann nur dann gespielt werden und den SuS Spielfreude vermitteln, wenn das Sportgerät sicher gepasst und gefangen werden kann; der Rückhandwurf mit einem hohen Spin garantiert – korrekt ausgeführt – eine lange Gleitphase und ein sicheres und verletzungsfreies Aufnehmen der Frisbee aus der Luft.[9] Damit die SuS auch zukünftig Interesse/Neugier gegenüber sportlichen Betätigungen zeigen, eignet sich das angesprochene Spielgerät optimal: Die Frisbee -Scheibe stellt eine gute Alternative zum sportspieldominierenden Ball dar und gibt gerade jenen Lernenden eine neue Chance, die mit dem Ball Schwierigkeiten haben. Der Grundwurf (Rückhandwurf) ist tatsächlich „kinderleicht“. Kinder jeglichen Alters lernen diesen Wurf sehr schnell, womit frühzeitig im Lernprozess erfolgreiches Handeln ermöglicht wird, was Bestätigung und zusätzliche Motivation mit sich bringt.[10] Motivation und Spielfreude entspringen auch im Sportgerät, mit seinen variierenden Flugeigenschaften, selbst; die Möglichkeiten der Frisbee wollen von den Kindern erprobt, und das neue Gerät beherrscht werden. Dieser erlebnisorientierte Ansatz fördert somit nicht nur das Selbstvertrauen der SuS, sondern auch die Neugier auf weitere, ihnen nicht bekannte sportliche Betätigungen.

[...]


[1] Im Folgenden durch den Terminus „SuS“ zugunsten der Lesefreundlichkeit abgekürzt. Aus Gründen der vereinfachten Lesbarkeit wird an entsprechenden Stellen zudem auf die geschlechtsneutrale Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten aber im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für beide Geschlechter.

[2] z.B. Bewegung des Unterarms, Spin der Frisbee, Neigung des Handgelenks

[3] Vgl. bezüglich der potenziellen Verletzungsrisiken beim Umgang mit dem Spielgerät Frisbee: Kunert: Frisbee-Scheiben im Schulsport, S. 16.

[4] z.B. Bewegung des Unterarms, Spin der Frisbee, Neigung des Handgelenks

[5] Vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen: Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen, S. 117.

[6] Vgl. ebd.

[7] Vgl. ebd., S. 129.

[8] Vgl. ebd. S. 138.

[9] Vgl. Scheruga, Peter: „ULTIMATE – Frisbee in der Schule“, S. 3.

[10] Vgl. Böttcher: Ultimate Frisbee - Ein genetisches Unterrichtskonzept, S. 12.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Frisbee spielen – aber sicher! Wir lernen den (langsamen) Rückhandwurf
Untertitel
4. Klasse, Fach Sport der Grundschule
Hochschule
Studienseminar für Lehrämter an Schulen Arnsberg
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
11
Katalognummer
V202628
ISBN (eBook)
9783656365648
ISBN (Buch)
9783656366218
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frisbee, Grundschule, Primarstufe, Rückhandwurf, Coaching, Backhand, Ultimate Frisbee, Passe, Koordination, Motorik, Handlungsorientierung, Wahrnehmen, Beobachten, Genetisches Lernen, koopratives Lernen, soziales Lernen, Erlebnisorientierung
Arbeit zitieren
Dirk Feldmann (Autor), 2012, Frisbee spielen – aber sicher! Wir lernen den (langsamen) Rückhandwurf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202628

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