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Existenzvernichtungshaftung der Gesellschafter einer GmbH

Haftungstatbestand, Rechtsfolgen und Anwendungsfälle

Titel: Existenzvernichtungshaftung der Gesellschafter einer GmbH

Seminararbeit , 2012 , 45 Seiten , Note: 14

Autor:in: Jörg Bartz (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Entwicklung der Rechtsprechung zur Existenzvernichtungshaftung wird in Anlehnung an Homer als „Irrfahrt“ bezeichnet. In der Tat könnte man den BGH mit dem listenreichen Odysseus vergleichen, der jahrelang mit seinen Gefährten Abenteuer bestehen muss und am Ende doch auf sich allein gestellt in die Heimat zurückkehrt. Auch nach der zentralen „Trihotel“ Entscheidung, in der der BGH keinem der zuvor vorgeschlagenen Literaturansätze folgte, sondern ein eigenes Konzept entwickelte, gab es sowohl Zustimmung als auch Ablehnung.

Inhaltlich soll die Existenzvernichtungshaftung Fälle erfassen, in denen Gesellschafter Maßnahmen vornehmen, die unter Missachtung der gesetzlichen Regeln das zum Zwecke der Gläubigerbefriedigung gebundene Gesellschaftsvermögen schädigen und zur Insolvenz der Gesellschaft führen.

Diese Arbeit zeichnet den Gang der Rechtsprechungsentwicklung nach, erläutert Tatbestand und Rechtsfolgen dieses richterrechtlich geprägten Instituts und geht auf einige problematische Anwendungsfälle ein. Insbesondere diskutiert wird die Frage, ob Cash Pooling Systeme oder Levereaged Buyout Transaktionen vom Tatbestand der Existenzvernichtungshaftung erfasst werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Problemstellung

2. Gang der Untersuchung

II. Haftungstatbestand

1. Dogmatische Herleitung der Existenzvernichtungshaftung

a) Entwicklung der Rechtsprechung

aa) Haftung nach qualifiziert faktischem Konzern

bb) Existenzvernichtungshaftung als eigenständiges Institut

cc) Fallgruppe des § 826 BGB

b) Literaturansichten

aa) Modelle mit Innenhaftung

(1) Haftung wegen pflichtwidriger (faktischer) Geschäftsführung

(2) Gesellschaftsrechtliche Sonderverbindung

bb) Modelle mit Außenhaftung

(1) Durchgriffshaftung

(2) Deliktsrechtliche Grundlage

c) Stellungnahme

2. Tatbestandsvoraussetzungen

a) Objektiver Tatbestand

aa) Entzug von Vermögenswerten

bb) Keine Kompensation

cc) Eintritt oder Vertiefung der Insolvenz

dd) Sittenwidrigkeit

b) Subjektiver Tatbestand

III. Rechtsfolgen

1. Innenhaftung

2. Schadensersatz

a) Schadensumfang

b) Haftungsbegrenzung

3. Konkurrenzen

4. Haftungsadressat

IV. Anwendungsfälle

1. Entzug von Gesellschaftsvermögen

2. Sonstige bilanzunwirksame Maßnahmen

a) Entzug von Geschäftschancen

b) Entzug von Betätigungsfeldern und Personal

3. Cash Pooling

4. LBO-Transaktionen (Besicherung von Gesellschafterdarlehen)

5. „Aschenputtel“-Konstellationen

6. Anwendbarkeit auf EU-Auslandsgesellschaften

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die dogmatischen Grundlagen, die Voraussetzungen und die Rechtsfolgen der Existenzvernichtungshaftung bei einer GmbH. Das primäre Ziel ist es, die Entwicklung der Rechtsprechung – insbesondere die „Trihotel“-Entscheidung – kritisch zu analysieren und die kontroversen Ansätze in der Literatur sowie die Konsequenzen für die Praxis, wie bei LBO-Transaktionen oder Cash Pooling, aufzuzeigen.

  • Dogmatische Herleitung der Existenzvernichtungshaftung
  • Tatbestandsvoraussetzungen (objektiv und subjektiv)
  • Rechtsfolgen der Existenzvernichtungshaftung
  • Anwendungsbereiche wie Cash Pooling und LBO-Transaktionen
  • Anwendbarkeit auf EU-Auslandsgesellschaften

Auszug aus dem Buch

1. Problemstellung

Die Entwicklung der Rechtsprechung zur Existenzvernichtungshaftung wird in Anlehnung an Homer als „Irrfahrt“ bezeichnet. In der Tat könnte man den BGH mit dem listenreichen Odysseus vergleichen, der jahrelang mit seinen Gefährten Abenteuer bestehen muss und am Ende doch auf sich allein gestellt in die Heimat zurückkehrt. Die Entwicklung der Existenzvernichtungshaftung begann 1985 mit der Entscheidung „Autokran“ und endete vorerst mit „Trihotel“ 2007. Obgleich nach einem ersten großen Rechtsprechungswechsel 2001 Übereinstimmung hinsichtlich der Tatbestandsmerkmale herrschte, war die dogmatische Grundlage der Haftung weiterhin umstritten. Auch nach der „Trihotel“ Entscheidung, in der der BGH keinem der vorgeschlagenen Literaturansätze folgte, sondern ein eigenes Konzept entwickelte, gab es sowohl Zustimmung als auch Ablehnung. Inhaltlich soll die Existenzvernichtungshaftung Fälle erfassen, in denen Gesellschafter Maßnahmen vornehmen, die unter Missachtung der gesetzlichen Regeln das zum Zwecke der Gläubigerbefriedigung gebundene Gesellschaftsvermögen schädigen und zur Insolvenz der Gesellschaft führen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Rechtsprechung zur Existenzvernichtungshaftung ein und umreißt die Forschungsfrage und den Aufbau der Untersuchung.

II. Haftungstatbestand: Hier werden die dogmatische Herleitung, die verschiedenen Rechtsprechungslinien sowie die objektiven und subjektiven Tatbestandsvoraussetzungen detailliert analysiert.

III. Rechtsfolgen: In diesem Kapitel wird die Ausgestaltung als Innenhaftung, die Schadensberechnung sowie die Konkurrenz zu anderen Ansprüchen und die Haftungsadressaten beleuchtet.

IV. Anwendungsfälle: Dieser Teil erörtert praxisrelevante Szenarien, darunter Vermögensentzug, Cash Pooling, LBO-Transaktionen sowie die Problematik von „Aschenputtel“-Konstellationen und Auslandsgesellschaften.

V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und betont die Festigung der „Trihotel-Doktrin“ als deliktische Innenhaftung.

Schlüsselwörter

Existenzvernichtungshaftung, GmbH, Gesellschafterhaftung, Trihotel, § 826 BGB, Gläubigerschutz, Innenhaftung, Außenhaftung, Cash Pooling, LBO-Transaktionen, Unterkapitalisierung, Insolvenz, Vermögensentzug, Durchgriffshaftung, Rechtsprechung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Haftung von GmbH-Gesellschaftern, die durch ihr Handeln die Existenz der Gesellschaft gefährden oder vernichten, und untersucht, wie die Rechtsprechung dieses Haftungsrisiko dogmatisch begründet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentral sind die dogmatische Einordnung der Haftung als Innen- oder Außenhaftung, die Anforderungen an den Tatbestand sowie die Anwendung dieser Grundsätze auf komplexe wirtschaftliche Vorgänge wie Konzernfinanzierungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie die Existenzvernichtungshaftung nach dem aktuellen Stand der Rechtsprechung (Trihotel) dogmatisch zu verankern ist und wie sie sich in das bestehende Gesellschaftsrecht einfügt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Analyse, die vor allem auf der Auswertung höchstrichterlicher Rechtsprechung (BGH) sowie der kontroversen Diskussion in der einschlägigen rechtswissenschaftlichen Literatur basiert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Haftungstatbestands, die Bestimmung der Rechtsfolgen sowie die Erörterung diverser Anwendungsfälle aus der Unternehmenspraxis.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind die Existenzvernichtungshaftung, die GmbH, der Gläubigerschutz, § 826 BGB sowie die dogmatische Einordnung als Innenhaftung.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle des BGH bei der Existenzvernichtungshaftung?

Die Arbeit beschreibt die Entwicklung des BGH als einen langen Prozess mit zahlreichen „Rechtsprechungswechseln“, der schließlich mit dem Urteil „Trihotel“ eine neue, wenn auch kritisch diskutierte, dogmatische Grundlage fand.

Was ist das zentrale Problem bei „Aschenputtel“-Gesellschaften im Kontext der Haftung?

Hier besteht das Problem darin, dass der Gesellschaft meist von Anfang an kein Vermögen entzogen wird, sondern sie von vornherein unterkapitalisiert startet, weshalb fraglich ist, ob der Tatbestand des Eingriffs erfüllt ist.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Existenzvernichtungshaftung der Gesellschafter einer GmbH
Untertitel
Haftungstatbestand, Rechtsfolgen und Anwendungsfälle
Hochschule
Universität zu Köln
Note
14
Autor
Jörg Bartz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
45
Katalognummer
V202719
ISBN (eBook)
9783656291015
ISBN (Buch)
9783656293361
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Existenzvernichtung Trihotel GmbH GAMMA Unterbilanzhaftung Aschenputtel Cash Pooling Leveraged Buyout
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jörg Bartz (Autor:in), 2012, Existenzvernichtungshaftung der Gesellschafter einer GmbH, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202719
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  45  Seiten
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