Kartoffelprojekt im Sachunterricht der Grundschule


Unterrichtsentwurf, 2002

66 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1 Sachanalyse

2 Methodische Analyse

3 Didaktische Analyse
3.1 Begründung der Lernaufgabe
3.2 Bedeutsamkeit der Unterrichtinhalte für die Schüler
3.4 Stellung des Unterrichts im größeren Zusammenhang

4 Vorraussetzungen für den Unterricht
4.1 Innere Vorraussetzungen (Vorraussetzungen bei den Schülern)
4.2 Äußere Voraussetzungen

5 Lernziele
5.1 Grobziele
5.2 Feinziele

6 Überlegungen zur Unterrichtsmethodik
6.1 Einstiegsmöglichkeiten
6.2 Artikulation
6.3 Sozial-rund Aktionsformen
6.4 Medien
6.5 Unterrichtsprinzipien

7 Geplanter Unterrichtsverlauf

8 Reflexion

Literaturverzeichnis

1 Sachanalyse

Allgemeines:

,,Die Kartoffel (Solanum tuberosum L.) gehört, wie die Tomate, Tollkirsche, Tabak u.a. zur Familie der Nachtschattengewächse.“ (Springer, S.17),, Der wissenschaftliche Name Solanum für Nachtschatten stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Trost oder Beruhigung. Alle Nachtschattengewächse enthalten in unterschiedlicher Menge das Gift Solanin oder Atropin, das bei uns zu Schweißausbrüchen, Durchfall und Krämpfen, ja sogar zum Tod durch Atemlähmung führen kann.“( Fischer-Nagel, S.14) Bei der Kartoffel sind, die grünen Beeren (Kartoffeläpfel) und die vom Sonnenlicht getroffenen ergrünten Knollen, die giftigen Teile.

Die Kartoffel ist ein besonders wertvolles Grundnahrungsmittel, da sie alle Bestandteile enthält, die wir für unsere Ernährung brauchen. Sie enthält unter anderem hochwertiges Eiweiß, Vitamine, Stärke, Mineralien und Spurenelemente. ,,Schon zwei Kartoffeln enthalten so viele Vitamine, wie ein Erwachsener pro Tag braucht“ ( Fischer-Nagel, S.22)

Geschichte:

Die Geschichte der Kartoffel beginnt nicht, wie oft erwartet, in Europa, sondern in Peru, dem Land der Inkas. Dort wachsen viele verschiedene Wildkartoffelarten. Als vor etwa 500 Jahren spanische Eroberer in das Land kamen, lernten sie diese fremdartige Frucht kennen und brachten sie nach Europa. Von Spanien aus kam die neu entdeckte Knolle ca. Ende des 16. Jahrhunderts nach Deutschland. Sie wurde damals wegen ihrer schönen Blüten hauptsächlich als Zierpflanze in den Gärten der Adligen angebaut. ,,Es waren die Reichen, die Könige und Kaiser, die den Wert der Kartoffel als Nahrungsmittel zuerst erkannten und viel Mühe darauf verwendeten, die oft hungernde Bevölkerung vom Nutzen der Pflanze zu überzeugen.“ (Fischer-Nagel, S.11) Für die Menschen war diese Knolle fremd und eigenartig. Sie merkten schnell, dass die Kartoffel im rohen Zustand ungenießbar war und konnten sich so nicht mit ihr anfreunden. Erst König Friedrich II, auch bekannt als der, Alte Fritz“, gelang es mit einer List die Bauern für die Kartoffel zu interessieren: Er ließ Kartoffelfelder zum Schein streng bewachen. Die neugierigen Bauern schlichen nachts auf die Felder und wollten wissen, was es dort wertvolles gäbe. Sie schlichen sich an den sich schlafend stellendenden Wachen vorbei, stahlen körbeweise die Knollen und pflanzten sie auf ihren eigenen Feldern an. Genau dies wollte der König erreichen. Die Menschen gewöhnten sich nun an das Nahrungsmittel und vor allem in Hungersnöten lernten sie den Wert der Kartoffel schätzen.

Wachstum und Vermehrung:

Das Wachstum der Kartoffel findet unter und über der Erde statt. Aus den kleinen Vertiefungen der Schale, den Augen, wachsen im Frühjahr kleine Triebe heraus. Aus einem Teil davon entwickeln sich oberirdisch Stängel und Blätter, auch Staude genannt, und aus dem anderen Teil werden unterirdisch die Wurzeln gebildet. Während des oberirdischen Wachstums verdicken sich unter der Erde die Ausläufer zu Knollen, den neuen Kartoffeln. Durch die festen Schalen, welche die Knollen umgeben, werden sie vor Austrocknung geschützt. Im Sommer blüht die Pflanze mit rosa oder weißen Blüten. Daraus entwickeln sich dann die grünen, giftigen Beeren, die viele Samen enthalten.

Feinde der Kartoffel:

Als besondere Bedrohung der Kartoffelpflanze ist der gelb-schwarz gestreifte Kartoffelkäfer zu nennen. ,,Sowohl Larven als auch erwachsene Käfer richten großen Schaden an. ( Fischer-Nagel, S.20) Ein Kartoffelkäferweibchen legt mehr als 2500 orangerote Eier in Gruppen an die Unterseite der Blätter aus denen sich gefräßige Larven entwickeln. Die Larven sind rötlich mit je einer Reihe schwarzer Punkte an den Seiten. Die Larven und Käfer fressen zuerst Löcher in die Blätter, dann den Rest von den Blättern und schließlich die Stängel. ,,Ohne Blätter kann die Pflanze keine lebenswichtige Stärke mehr bilden. Die Folge sind verkümmerte, kleine oder gar keine Kartoffelknollen.“(Fischer-Nagel)

2 Methodische Analyse

Warum wird immer häufiger das Arbeiten in Projekten durchgesetzt? Diese Frage beruht auf viele Veränderungen der Schüler und der Schule und ist somit eine logische Konsequenz um diesen Veränderungen gerecht werden zu können. ,,Ausgegangen wird dabei von aktuellen Motivations- und Lernschwierigkeiten an unseren Schulen, die als eine wichtige Konsequenz verlangen, dass stärker als bisher die erfahrungs- und handlungsorientierte Unterrichtsarbeit betont wird. „Durch Erfahrungen lernen” oder „Lernen durch kreatives Tun”, so kann das entsprechende pädagogische Motto umschrieben werden.” (Klippert, S. 9) Viele Lernbedürfnisse der Schüler werden von den Lehrern nicht beachtet, was zur Folge hat, dass für die Schüler der Unterricht uninteressant und langweilig wird. Diese Bedürfnisse sind zum Beispiel ,, das Bedürfnis nach lebensnaher Auseinandersetzung mit bedeutsamen Themen, das Bedürfnis nach aktivem, selbständigem und erfahrungsbetontem Lernen, das Bedürfnis nach Kommunikation und sonstigen sozialen Kontakten, [...] und das Bedürfnis nach vertrauenserweckenden, überschaubaren Lernbereichen und Lerngruppen, [...]. ”(Klippert, S. 11) Durch Projekte beschäftigen sich die Schüler mit realitätsnahen Themen aus ihrer Lebenswelt. Auch können in einem Projekt mehrere Fächer integriert werden, was als fächerübergreifender Unterricht bezeichnet wird. Der Lehrer wechselt seine Rolle vom Alleinunterhalter und reinen Wissensvermittler zum ,, Berater, Partner, Mit-Lernende[n].” ( Klippert, S. 15 ) Er hat so die Möglichkeit, die Schüler besser und auf unterschiedlichen Gebieten zu beobachten und zu bewerten. Projekte sind für die Schüler auch ansprechender, weil sie z.b. bei der Vorplanung mitentscheiden können und ihre Interessen miteinbeziehen können, sie bei der Durchführung selbständig und bewusst Dinge erfahren und erarbeiten können, und sie die Ergebnisse begründen und einordnen können. Sie sind nicht, wie bisher darauf angewiesen, Tatsachen und Fakten einfach hinnehmen und lernen zu müssen ohne konkreten Zusammenhang. Das Gruppengefühl bzw. Wir-Gefühl wird natürlich dadurch gestärkt, dass die Arbeiten im Projekt meistens in enger Zusammenarbeit mit allen Mitschülern gearbeitet werden. Jeder Schüler kann seine Kenntnisse und sein Können individuell einbringen, so dass vielfältige Ergebnisse erzielt werden können und die Schüler voneinander lernen. ,,Projekte sprechen den ganzen Menschen an! Sie verbinden die Arbeit am Projektthema mit gemeinsamem, Leben’ (Essen, Freizeitaktivitäten, [...]). Gefragt ist nicht nur der Kopf, sondern Herz, Hand und Fuß.” ( Klippert, S. 15 ) Vielleicht schafft man es auch, die Schüler privat für Dinge zu interessieren. Sie können möglicherweise im Projekt Erlerntes für den Alltag nutzen und mit Sicherheit eher längere Zeit im Gedächtnis speichern, als nur stur auswendig Gelerntes, da sie im Gedächtnis Zusammenhänge knüpfen und Ursachen, Umstände, Tatsachen, Ergebnisse besser einordnen und speichern können. Zusammenfassend lässt sich sagen: Projekte machen den Kindern Spaß, wecken deren Interesse, führen zu erhöhter Motivation bei den Schülern und sprechen sie in weit höherem Maße an, als lehrergelenkter Unterricht.

3 Didaktische Analyse

3.1 Begründung der Lernaufgabe

Das Projektthema „Die Kartoffel“ lässt sich laut Lehrplan Sachunterricht für Rheinland- Pfalz für die Grundschule in Erfahrungsbereich 6 „Pflanzen“, genauer gesagt dem Teilbereich „Wachstum, Vermehrung und Pflege von Pflanzen“ einordnen. Für das dritte Schuljahr ist speziell kein Thema zum Teilbereich “Wachstum, Vermehrung und Pflege von Pflanzen“ vorgesehen, jedoch entschieden wir uns nach Vorschlag der Lehrerin und mit Absprache derer für dieses Projektthema.

3.2 Bedeutsamkeit der Unterrichtinhalte für die Schüler

Die Kartoffel ist für uns eines der wichtigsten Nahrungsmittel und zählt mittlerweile zu unseren Grundnahrungsmitteln.

Fast täglich nehmen wir die Kartoffel in irgendeiner Form zu uns. Doch viele Schüler und Schülerinnen erkennen nicht, dass die Kartoffel auch z. b. in Chips enthalten ist. Oft ist es ihnen auch nicht bewusst, dass wir die Kartoffel oder Teile der Kartoffel auf viele verschiedene Arten konsumieren.

Viele Schüler und Schülerinnen werden bestimmt schon einige Informationen über die Kartoffel kennen, da sie gewissermaßen von Kartoffelfeldern umgeben sind und somit fast täglich mit ihr in Berührung kommen. In dieser Gegend werden auch privat in vielen Gärten Kartoffeln angebaut.

Doch oft beinhalten die Kenntnisse bzw. das Vorwissen der Kinder falsche Informationen/kleine Fehler; daher ist es Aufgabe des Sachunterrichts das bereits vorhandene Wissen aufzugreifen, zu kontrollieren und zu festigen.

Wie bereits erwähnt, zählt die Kartoffel zu unseren Grundnahrungsmitteln. Wir essen Kartoffel auf irgendeine Art und Weise fast täglich. Wir nehmen Kartoffeln mal in der Form von z.b. Kartoffelsuppe, Kartoffelsalat oder Kartoffelchips zu uns. Auch Stoffe der Kartoffel, wie z.b. Stärke werden über bestimmte Produkte von uns aufgenommen, doch oftmals ist uns nicht bewusst, dass wir dadurch mit der Kartoffel in Berührung kommen. Ebenso ist das bereits vorhandene Wissen der Kinder nicht immer richtig und auch lückenhaft.

Viele Kinder wissen zwar, dass Kartoffel unterirdisch waschen; wir also die Knollen zu uns nehmen und nicht den Teil, der oberirdisch wächst. Aber oft ist es den Kinder nicht bekannt, dass alle oberirdischen Teile der Kartoffelpflanze für uns giftig sind. Die Kartoffel ist eine vielfältige Pflanze, die sehr viel Wissen vermitteln kann. Sie eignet sich sehr zu Experimenten und Beobachtungen, darum lässt sie sich im Projektunterricht gut als Thema einsetzen.

Auf diesem Weg lernen die Kinder eine Pflanze ihres unmittelbaren Lebensraumes näher kennen. Sie können ihr bereits vorhandenes Wissen erweitern und noch mehr Informationen, die ihnen sehr nützlich sein können, sammeln.

3.3 Didaktische Reduktion

Im Allgemeinen sollen die Kinder bei diesem Projekt lernen, dass die Kartoffel eine wichtige und vielfältige Nutzpflanze ist. Im Laufe der Zeit haben wurde ihr Wert schätzen gelernt und sie hat sich zu einem unserer wichtigsten Grundnahrungsmitteln entwickelt.

In diesem Projekt geht es für uns konkret darum, dass die Kinder einige auf die Kartoffel zutreffende und wichtige Aspekte aus den Bereichen Wachstum, Geschichte, Entwicklung, Bestandteile, Verwendung und Feinde der Kartoffel kennen lernen und wiedergeben können.

Bsp. :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.4 Stellung des Unterrichts im größeren Zusammenhang

Das Thema unseres Projekts lautet “Die Kartoffel“. Sie lässt sich in das Thema “Pflanzen/ Wachstum, Vermehrung und Pflege von Pflanzen“ unterordnen. Im Allgemeinen schließt dieses Thema an kein vorheriges Thema an oder leitet ein anderes ein, sondern wird so gesehen einfachintegriert. Sicherlich beschäftigen sich die Kinder auch außerhalb des Projektes mit dem Thema “Die Kartoffel“; z.b bei der Essenszubereitung.

Da wir verschiedene Bereiche (Geschichte, Wachstum, Verwendung,...) bearbeiten möchten, können wir auch andere Fächer mit einbeziehen. Ebenso beschäftigt sich die Lehrerin außerhalb unseres Projekts mit diesem Thema.

Wir werden u.a. einen Kartoffeldruck durchführen, Teile der Geschichte zur Kartoffel lesen und die verschiedenen Länder an einer Weltkarte zeigen lassen. Somit decken wir auch ein wenig die Bereiche Deutsch, Kunst, Geschichte und Geographie (wobei die letzteren zwei unter Sachunterricht fallen) mit ab. Wie bereits erwähnt, beschäftigt sich ebenfalls die Lehrerin mit dem Thema „Kartoffel“, z.b. in Mathematik (kg und t Aufgaben) und in Englisch bzw. Deutsch (Fremdwörter: Begriff Kartoffel in anderen Sprachen) wird das Thema aufgegriffen.

Unser Projekt umfasst insgesamt etwa fünf Tage. Wir sind an verschiedenen Tagen der Woche, meistens an 2 Tagen der Woche, für mehrere Stunden anwesend.

Insgesamt werden wir 10-15 Stunden für unser Projekt an dieser Schule benötigen.

Wir wählten das Thema Kartoffel, da die Kinder diese Pflanze noch nicht näher kennen gelernt haben. Da die Kartoffel aber eine Pflanze aus dem unmittelbaren Lebensraum der Kinder ist und sie oft mit ihr in Berührung kommen, werden sie sicherlich großes Interesse an dem Thema zeigen. Die Kinder kommen aus einer Region in der neben Mais, Getreide und Wein auch noch Kartoffel zu den Hauptanbauarten zählen. Viele Kinder pflanzen sogar im eigenen Garten Kartoffeln an. Des weiteren wählten wir die Kartoffel, da das Thema in unseren Augen sehr gut fächerübergreifend einsetzbar ist. Außerdem wählten wir das Thema, weil bei den Kindern ein fehler- oder lückenhaftes Wissen vorhanden zu sein scheint..

Da wir dieses Thema als Projekt durchführen, lässt sich die Zeit gut einteilen und man kann Themen, die an einem Projekttag nicht mehr angesprochen werden können bzw. nicht beendet werden können auf den nächsten Projekttag verlegt werden. Falls sich zeigen sollte, dass man die angesetzten Themen nicht mehr alle zeitlich durchführen kann oder sich Organisationsprobleme ergeben sollten, kann man mit der Durchführung der Themen variieren. Des weiteren lässt sich so auch das bereits erworbene Wissen nochmals wiederholen und die Schülerinnen und Schüler verinnerlichen auf diesem Weg noch einmal die neuen Kenntnisse.

4 Vorraussetzungen für den Unterricht

4.1 Innere Vorraussetzungen (Vorraussetzungen bei den Schülern)

Die Klasse 3 der Grundschule Essingen ist zusammengesetzt aus 10 Mädchen und 10 Jungen. Ein Junge ist von ausländischer Herkunft. Das Alter der Kinder bewegt sich bei 9 bis 10 Jahren. Die Klasse ist allgemein sehr leistungsstark, das bedeutet, die Leistungen bewegen sich im mittleren bis oberen Leistungsbereich. Die meisten Kinder der Klasse arbeiten gut im Unterricht mit, wobei einige stillere Kinder den Eindruck erwecken, als hätten sie zu wenig vertrauen in die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten. Sie müssen sich gegenüber noch sicherer werden und ihr Selbstbewusstsein muss gefördert werden. Die Klasse ist allgemein unruhig und in selbständigen Arbeitsphasen sehr laut.

Manche Kinder müssen noch lernen, formulierte Aufgabenstellungen genauer bzw. überhaupt durchzulesen und nicht den Nachbar fragen, um den Sinn der Aufgabe zu erfassen. Mit der Rechtschreibung haben fast alle Kinder mittlere bis große Schwierigkeiten. Auch die Schrift lässt zu wünschen übrig. Sie ist bis auf wenige Ausnahmen sehr schlecht, unsauber und unleserlich. Das laute Lesen bereitet ebenfalls vielen Schülern noch große Probleme. Es ist auffällig, dass der ausländische Junge kaum noch sprachliche Probleme hat. Zum einen wird das wohl daran liegen, dass er schon längere Zeit in Deutschland lebt und zum anderen liegt es daran, dass die Klassenkameraden von Anfang an bereit waren, ihn bei auftretenden sprachlichen Problemen zu unterstützen. Er ist jedoch sehr schüchtern und beteiligt sich fast nicht am mündlichen Unterrichtsgeschehen. Ein weiteres Kind ist verhaltensauffällig. Er ist ständig vorlaut, will immer im Mittelpunkt stehen und hat Probleme sich auf eine Sache länger zu konzentrieren. Seine Schrift, sowie seine Heftführung ist sehr unordentlich und unsauber, und lesen kann er nur mit vielen Unterbrechungen. Bei ihm wurde das ADS-Syndrom festgestellt und ist deswegen auch in Behandlung.

Die Begriffe Ordnung und Sauberkeit sind für manche Schüler immer noch Fremdwörter. Sie sind zum Beispiel nicht in der Lage, Blätter ordentlich einzuheften oder ihren Platz sauber zu halten. Sie fühlen sich nach praktischen Arbeitsphasen einfach nicht zuständig für das Sauberhalten ihres Saales bzw. ihrer Tische und verschwinden lieber in die Pause.

Sehr positiv ist uns die Klassengemeinschaft aufgefallen. Es werden keine Kinder ausgestoßen oder gehänselt. Jeder akzeptiert den anderen und ist auch bereit mit jedem zu arbeiten. Die Lehrerin nutzt diese Eigenschaften, indem sie die Klasse öfter umsetzt und so immer neue Arbeitsgruppen bildet. Die Kinder sind mit verschiedenen Sozialformen vertraut, wie Partnerarbeit, Gruppenarbeit, usw.. Die Unterrichtsform Stationenarbeit ist ihnen ebenfalls bekannt. Bei Aufträgen, die selbständig ausgeführt werden sollen, sind fast alle in der Lage, dies zu tun. Einige suchen jedoch immer noch die Hilfe des Nachbarn. Im Allgemeinen stehen die Kinder neuen Arten bzw. allen Arten von Arbeitsformen offen gegenüber, führen diese mit Freude durch und lassen sich für viele neue Themen begeistern.

4.2 Äußere Voraussetzungen

Die Schule befindet sich mitten im Dorf und ist ein älteres Gebäude. Sie wird einzügig geführt. Es gibt 5 Lehrkräfte und einen Pfarrer für katholische Theologie. Im Musiksaal der Schule befindet sich ein Fernsehgerät mit Video. Als Turnraum wird die nahe gelegene Dahlberghalle genutzt. Im Lehrerzimmer steht eine kleine Küchenzeile zur Verfügung.

Der Klassenraum ist sehr geräumig und ist mit 5 Computern ausgestattet, mit denen die Kinder in Freiarbeitsstunden verschiedene Lernprogramme ausprobieren können. Diese stehen etwas abseits der Tische und Stühle, von Schränken umringt, in einer hinteren Ecke. In den Schränken befinden sich Fächer, in denen die Kinder ihre Utensilien einlagern können und so nicht alles mit nach Hause nehmen müssen. Auch eine Klassenbücherei steht den Kindern zur Verfügung. Weitere Materialien, wie Landkarten, Overheadprojektor und CD-Spieler sind auch im Klassensaal vorhanden. Ebenso befindet sich ein Klavier und ein Waschbecken im Raum. An den Wänden hängen viele selbstgearbeitete Bilder der Schüler. Die Bänke stehen in zwei großen Gruppentischen und 4 – 5 Einzeltischen. Die unruhigen Kinder bekommen allein einen Tisch ganz hinten. Es wurde in der Klasse ein Blumengießdienst eingeführt und auch mit der Mülltrennung sind die Schüler vertraut. Sie wenden diese sorgfältig an. Einmal im Monat geht die Klasse zusammen mit einer anderen Klasse der Grundschule in Hochstadt ins Hallenbad zum Schwimmunterricht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 66 Seiten

Details

Titel
Kartoffelprojekt im Sachunterricht der Grundschule
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Grundschulpädagogik)
Veranstaltung
Projekte im Sachunterricht
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
66
Katalognummer
V20282
ISBN (eBook)
9783638242103
Dateigröße
670 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kartoffelprojekt, Sachunterricht, Grundschule, Projekte, Sachunterricht
Arbeit zitieren
Nicole Laqué (Autor), 2002, Kartoffelprojekt im Sachunterricht der Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20282

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