Lernschwierigkeiten bei 10-15-Jährigen


Diplomarbeit, 2002

206 Seiten, Note: Sehr Gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen
2.1. Lernen
2.2. Lernschwierigkeit
2.3. Lernbehinderung

3. Allgemeine Verursachungsbedingungen
3.1. Endogene Ursachen
3.2. Exogene Ursachen

4. Arten von Lernschwierigkeiten
4.1. Legasthenie
4.1.1. Definition
4.1.2. Verursachungsbedingungen
4.1.3. Erscheinungsformen
4.1.4. Hilfestellungen
4.2. Konzentrationsstörungen
4.2.1. Definition
4.2.2. Verursachungsbedingungen
4.2.3. Erscheinungsformen
4.2.4. Hilfestellungen
4.3. Schulangst
4.3.1. Definition
4.3.2. Verursachungsbedingungen
4.3.3. Erscheinungsformen
4.3.4. Hilfestellungen
4.4. Sprachschwierigkeiten
4.4.1. Sprachentwicklung
4.4.2. Definition
4.4.3. Verursachungsbedingungen
4.4.4. Erscheinungsformen
4.4.4.1. Stammeln
4.4.4.2. Lispeln
4.4.4.3. Näseln
4.4.4.4. Stottern
4.4.5. Hilfestellungen

5. Empirische Forschung
5.1. Häufigkeiten ganze Gruppe
5.2. Häufigkeiten nach Schulen
5.3. Häufigkeiten nach Alter
5.4. Häufigkeiten nach Geschlecht
5.5. Häufigkeiten nach sozialen Aspekten
5.6. Interpretation und Conclusio

6. Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Leider gibt es nach wie vor eine große Anzahl an Kindern und Jugendlichen, die entweder akut oder chronisch von Lernschwierigkeiten betroffen sind, dadurch indirekt auch deren familiäres Umfeld.

Lernschwierigkeiten werden nur allzu oft kurzsichtigerweise von Lehrern als auch Eltern auf monokausale Ursachen wie Dummheit oder Faulheit zurückgeführt, ohne die wahren Ursachen, die dahinter stecken, zu hinterfragen. Erschwerend kommt hinzu, dass Lernprobleme eine Reihe von unterschiedlichen Erscheinungsformen und Ursachen aufweisen und dem gemäß von verschiedensten Faktoren beeinflusst werden.

Hartnäckig hält sich der Irrglaube, dass die Gründe für Lernstörungen alleine in der Verantwortung der betroffenen Person selbst liegen. Lernschwierigkeiten werden jedoch, abgesehen von den Einwirkungen des sozialen Umfelds auf den mentalen und psychischen Zustand des Kindes, auch von den dem Erfahrungsbereich zuzuordnenden Faktoren, wie etwa fehlenden Lerntechniken, beeinflusst.

Lernstörungen können nicht vermieden werden, da sie Hand in Hand mit schulischem Misserfolg einhergehen. Tritt ein solches Versagen jedoch zu häufig auf, können aus diesen Lernschwierigkeiten kontinuierlich massive Schulprobleme oder sogar im schlimmsten Fall ein unausweichliches, irreversibles Scheitern im Schulbereich resultieren.

Nicht selten werden Lernschwierigkeiten als solche erst dann erkannt, wenn sich die Note „Nicht Genügend“ bei Prüfungen häuft und der Aufstieg in die nächste Klasse gefährdet scheint.

Klassenwiederholungen und Schulwechsel gehören immer häufiger zu den primärem Auswirkungen massiver Lernstörungen.

Eltern sehen in Verkennung der schulischen Lage ihres Kindes in Nachhilfestunden alleine nicht selten die erhoffte Lösung für die gegenwärtige Lernkrise – akute Lernprobleme haben aber oft unbeachtete Ursachen in der Vergangenheit, die auch auf teilweise unbedeutend anmutenden, nicht aufgearbeiteten Problemen beruhen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, einen Schüler bei Lernschwierigkeiten nicht isoliert zu beobachten, sondern ebenso sowohl sein familiäres und schulisches Umfeld als auch gegebenenfalls Lernbegleitungsinstitute.

Diese kurze Einleitung meiner Diplomarbeit erlaubt einen kurzen, aber meines Erachtens konzisen, Einblick in die Problematik, die mit dem Thema „Lernschwierigkeiten“ verbunden ist. Immer mehr Kinder und Jugendliche sind davon betroffen, immer häufiger streben Eltern, Lehrer und auch die Jugendlichen selbst nach Antworten – Antworten auf die Fragen nach dem „Woher?“, dem „Warum?“, und dem „Was tun?“.

Genau diese Fragen werde ich versuchen in dieser Abhandlung zu thematisieren und zu beantworten. Völlig zufriedenstellende Antworten und Strategien kann es nie geben, denn bei jedem Kind treten individuelle Erscheinungsformen, Ausprägungen und Symptome von Lernschwierigkeiten auf – eben der unnachahmlichen Individualität jedes einzelnen Kindes entsprechend.

Doch nun zu den wichtigsten Fragestellungen, die ich im Zuge dieser Arbeit behandeln möchte:

- Was bedeutet „richtig lernen“ eigentlich?
- Was versteht man unter dem Begriff „Lernschwierigkeiten“?
- Welche Arten von Lernschwierigkeiten gibt, wie erkennt man sie, welche Ursachen haben sie und welche möglichen Hilfestellungen gibt es, wobei ich im Lauf dieser Arbeit die Legasthenie, die Konzentrationsstörungen, die Schulangst und die Sprachstörungen genauer betrachten werde.

Im Zuge einer empirischen Forschung mit Hilfe von Fragebögen an vier Wiener Bundesgymnasien möchte ich zusätzlich feststellen, mit welchen Lernschwierigkeiten Jugendliche, insbesondere 10- bis 15jährige, zu kämpfen haben.

Gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen, zwischen Mädchen und Buben oder zwischen den Altersgruppen?

Lässt sich ein „allgemeiner Trend“ erkennen?

Inwieweit beeinflusst das soziale Umfeld die Schulsituation, also auch die Schwierigkeiten in der Schule?

Diese und noch weitere Fragen werden im zweiten Teil meiner Diplomarbeit, im Kapitel 5, an Hand der Auswertung mittels SPSS der 314 Fragebögen mit Hilfe von Tabellen und Graphiken, welche die Interpretation der Resultate der beantworteten Fragen veranschaulichen sollen, beantwortet.

Doch nun zu den, für das Verständnis dieser Thematik unerlässlichen Fragen, die begriffsnotwendig am Beginn dieser Diplomarbeit stehen müssen.

Was bedeutet „Lernen“ und was versteht man unter „Lernschwierigkeiten“?

2. Begriffsdefinitionen

2.1. Lernen

Zimbardo versteht unter Lernen eine „auf Erfahrungen beruhende relativ permanente Veränderung im Verhalten oder im Verhaltenspotential.“[1]

Lernen vollzieht sich demnach durch die Assoziation von Ideen.

Laut Rollett (1994) ist die Hauptaufgabe des Gedächtnisses nicht das Behalten, sondern das „Gezielte Vergessen“.[2]

Unser Gehirn kann angesichts der vehementen Informationsflut nicht alles, was an es herangetragen wird, behalten, weshalb es die Aufgabe hat zu selektieren, um wichtige Informationen von den unwichtigen zu trennen.

Man kann zwischen dem Incidentiellen Lernen und dem Geplanten Lernen unterscheiden:

- Incidentielles Lernen:

Im Säuglings- und Kleinkindalter reagieren Kinder mit großem Interesse auf ihre Umwelt und das Lernen erfolgt auf spielerische Art und Weise. Dieser Lernprozess wird von den Reaktionen der Umwelt auf das Verhalten der Kinder gesteuert. Kinder suchen Situationen, die positive Gefühle auslösen auf und versuchen solche, die mit negative Emotionen verbunden sind, zu vermeiden.

Laut Zimbardo streben alle Organismen nach angenehmen Empfindungen und danach, Schmerzen zu vermeiden. Er spricht in diesem Zusammenhang vom „Prinzip des adaptiven Hedonismus“.[3]

Je häufiger Situationen verbunden mit entweder positiven oder negativen Gefühlen auftreten, desto eher tritt ein Lerneffekt ein und desto fester prägt sich dieses Verhalten ein.

- Geplantes Lernen:

In der Schule werden Lernaufgaben an das Kind gestellt, deren Zweck für die Kinder oftmals nicht erkennbar ist. Sie merken sich das Wichtige nicht mehr von selbst, und müssen deshalb „Lernen lernen“.

Geplantes Lernen braucht feste Pläne, nach denen Lernstrategien eingesetzt werden, da es nicht absichtslos erfolgen kann.[4]

Vorbereitung, Aneignung und Wiederabrufen bilden die drei Teilprozesse des Lernens:

- Vorbereitung:

Der zu lernende Stoff sollte in handliche Formen, am besten in appetitgerechte, portionierte Häppchen, gebracht werden. Dies geschieht zum Beispiel durch die Verwendung von Symbolen oder durch das Zusammenfassen mehrerer Bedeutungseinheiten zu einem Stichwort. Diese Fähigkeit den Lernstoff zu gliedern, um sich die Einheiten rasch einzuprägen, ist schon früh entwickelt, wobei es hierbei keine relevanten Unterschiede zwischen Grundschulkindern und Jugendlichen gibt.

- Aneignung:

Dies bezieht sich vor allem auf die Bemühungen der Lernenden sich Inhalte einzuprägen.

Hier gibt es große Altersunterschiede: Jugendliche erkennen, welche Lernstoffe leichter und welche schwerer zu erlernen sind. Sie haben schon verschiedenste Lernmethoden erprobt, können sie den Inhalten anpassen und ihre Anstrengungen dementsprechend dosieren, wo hingegen jüngere Kinder diese Erfahrungen noch nicht gesammelt haben.

Für diesen Lernprozess ist aktive Selbsterkenntnis notwendig, damit das Lernen angemessen geplant werden kann. In dieser Phase setzen sich die Jugendlichen mit der Umwelt auseinander und entwickeln ihr „Mnemonisches Selbst“.

- Wiederabrufen:

Das gezielte Wiederabrufen von Informationen, genau dann wenn man sie braucht, ist ebenso wichtig wie das Einlernen.

Einlernen und Wiederabrufen sind zwei unterschiedliche Prozesse, weshalb man neben dem Einlernen auch das Wiederabrufen einplanen und erarbeiten muss.[5]

Schüler mit Lernschwierigkeiten haben häufig Probleme bei einem der beiden oder gar bei beiden dieser Prozesse.

Im Folgenden möchte ich nun näher auf einzelne Lernschwierigkeiten eingehen.

Es gibt eine große Anzahl an Definitionen zu den Begriffen Lernstörungen und Lernschwierigkeiten. Ich möchte hier nun einige anführen.

2.2. Lernschwierigkeit

Unter Lernschwierigkeiten versteht man Lernprobleme durchschnittlich begabter Kinder und Jugendlicher.

Sie beschreiben das Absinken von Lernleistungen unter das Niveau, das durch die Entwicklung angedeutet ist.[6]

Das Phänomen Lernschwierigkeit kann auch mit den Begriffen Schulleistungsschwierigkeit, Lernhemmung, Lernstörung oder Lernschwäche umschrieben werden.

Gemeint ist dabei meist eine vorübergehende Störung beim Lernen, die durch mangelnden Lernerfolg erkennbar ist.

Schulleistungsschwierigkeiten liegen dann vor, wenn die Leistungen eines Schülers unterhalb der tolerierbaren Abweichungen von institutionellen, sozialen oder individuellen Bezugsnormen liegen.[7]

Laut Rollett (1994) handelt es sich bei Lernschwierigkeiten um folgendes:

„Unter Lernschwierigkeiten versteht man allgemeine Störungen des Aneigungsprozesses bestimmter, vom Individuum bzw. der Gesellschaft erwünschter Kompetenzen.“[8]

Zielinski (1998) definiert Lernschwierigkeiten folgend:

„Von Lernschwierigkeiten spricht man im allgemeinen, wenn die Leistungen eines Schülers unterhalb der tolerierbaren Abweichungen von verbindlichen institutionellen, sozialen und individuellen Bezugsnormen (Standards, Anforderungen, Erwartungen) liegen oder wenn das Erreichen (bzw. Verfehlen) von Standards mit Belastungen verbunden ist, die zu unerwünschten Nebenwirkungen im Verhalten, Erleben oder in der Persönlichkeitsentwicklung des Lernenden führen.“[9]

Kastner sieht Lernschwierigkeiten als:

- „Störungen im Erwerb und in der Verfügung über Kulturleistungen
- Störungen psychischer und physischer Teilfunktionen
- Störungen im Verlaufsgeschehen des Lernvorgangs“[10]

2.3. Lernbehinderung

„Als lernbehindert gelten Kinder und Jugendliche, die umfänglich und langdauernd in ihrem Lernen beeinträchtigt sind und dadurch deutlich von der Altersnorm abweichende Leistungs- und Verhaltensformen aufweisen.“[11]

Kastner bezeichnet einen Menschen, der in seinem Lernen langdauernd und umfänglich so beeinträchtigt ist, dass deutlich normalabweichende Verhaltens-und Leistungsformen sichtbar sind, als lernbehindert.[12]

Kinder beziehungsweise Jugendliche mit Lernstörungen werden meistens sehr früh mit Misserfolgserlebnissen konfrontiert.

Häufige Misserfolge haben für die Betroffenen oft erhebliche Konsequenzen. Die Schüler haben häufig Schwierigkeiten sich im Klassenverband zurechtzufinden, was entweder durch eine schlechtere Behandlung seitens der Lehrer oder durch Probleme in den Beziehungen zu den Mitschülern geschehen kann.

Charakteristische Formen von Misserfolgserlebnissen:

- Abwertung von Material und Aufgabe
- Abwertung der eigenen Person
- Ausweichshandlungen
- Scherzhaftes Verhalten

Treten diese Misserfolgserlebnisse und die damit verbundene Frustration über einen längeren Zeitraum hinweg auf, entsteht ein Zustand der Dauerfrustration.

Außerdem kann es zu folgenden Auswirkungen des Misserfolges kommen:

- Aggressive Haltung: Hass gegen Lehrer und Schule
- Resignation: Passivität
- Rückzug in sich selbst[13]

Um dieser Dauerfrustration vorzubeugen, müssen Lernschwierigkeiten rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Doch nun stellt sich die Frage, aus welchen Gründen Lernschwierigkeiten auftreten.

Die Antwort darauf möchte ich im nächsten Kapitel geben, in dem ich auf die allgemeinen Verursachungsbedingungen von Lernschwierigkeiten eingehen möchte.

3. Allgemeine Verursachungsbedingungen von Lernschwierigkeiten

3.1. Endogene Ursachen

Endogen Ursachen bezeichnen jene Ursachen, die in der Person selber liegen.

Man spricht laut Ortner & Ortner von Behinderungen körperlicher, psychischer und geistiger Art, welche auf folgende Störungsbereiche zurückgeführt werden:[14]

- Chromosal bedingte Behinderungen:
- Praenatale Behinderungen (durch Vorfälle während der Schwangerschaft entstandene Behinderungen)
- Peri- und postnatale Behinderungen (durch Vorfälle während und nach der Geburt entstandene Behinderungen)
- Entwicklungsstörungen
- Störungen der endokrinen Drüsenfunktionen

3.2. Exogene Ursachen

3.2.1. Familie

- Ungünstige Wohnverhältnisse[15]

Diese Kinder kommen häufig mit unrealistischen Erwartungen in die Schule und sind deshalb aufgrund ihrer Erwartungshaltung nicht selten auf die sozialen Anforderungen des Unterrichts weniger gut vorbereitet.

- Wirtschaftliche Verhältnisse/Beruf der Eltern

Ein gewisser Rahmen wird durch die ökonomischen Möglichkeiten vorgegeben, zum Beispiel ob private Förderangebote genutzt werden können oder nicht.

- Schul- bzw. Ausbildung der Eltern

Geringe Schulbildung und fehlende Berufsbildung sind die Gründe für die mit niedrigem Einkommen verbundenen Tätigkeiten.

- Familienzusammensetzung

Scheidungsfamilien und eine höhere Anzahl an Geschwistern erhöhen das Risiko.

- Erziehungsverhalten der Eltern

Erziehungsverhalten der Eltern beeinflussen schulische Fortschritte der Kinder.

- Berufstätigkeit der Mutter

- Fernsehverhalten der Familie

Häufiges Fernsehen beeinflusst die Entwicklung der Lesefähigkeit negativ.

3.2.2. Schulsituation

- Klassenfrequenz[16]

Eine hohe Klassenfrequenz erschwert manchmal die soziale Integration.

- Leistungsdruck

Manche Kinder sind dadurch überfordert und können den Anforderungen nicht gerecht werden.

- Veränderungen der Schulsituation

Schulwechsel oder Lehrerwechsel können manche Kinder aus ihrem seelischen Gleichgewicht werfen.

- Unterrichtsstil

Der Unterrichtsstil kann zu einem Belastungsfaktor werden, wenn durch ihn individuelle Begabungsstrukturen und Persönlichkeitsmerkmale des Kindes vernachlässigt werden.

- Lehrerverhalten:

Persönliche Eigenarten des Lehrers können positive wie negative Auswirkungen in Bezug auf das soziale Zusammenleben innerhalb der Klasse haben. (Gefühlslagen, Stimmungen, Gereiztheit, autoritäres Verhalten, usw.)

Wie man erkennen kann, gibt es verschiedenste Verursachungsbedingungen für ein Auftreten von schulischen Problemen. Genauso unterschiedlich sind auch die Formen der Lernschwierigkeiten, die bei Kindern und Jugendlichen auftreten können.

Im weiteren Verlauf meiner Arbeit werde ich deshalb auf vier Arten von Lernschwierigkeiten eingehen, sowohl auf die Erscheinungsformen, die Ursachen als auch auf mögliche Hilfestellungen. Beginnen werde ich mit der Legasthenie.

4. Arten von Lernschwierigkeiten

4.1. Legasthenie

4.1.1. Definition

Legasthenie ist eine anlage- oder entwicklungsbedingte Teilleistungsstörung des Gehirns.

Es ist eine isolierte, umschriebene, spezifische oder entwicklungsbedingte Lese-Rechtschreib-Störung.[17]

1951 definiert die Schweizer Psychologin Maria Linder die Legasthenie als „eine spezielle und aus dem Rahmen der übrigen Leistungen fallende Schwäche im Erlernen des Lesen bei sonst intakter Intelligenz.[18]

Perfetti gibt 1985 folgende Definition: „A dyslexis is a child, who is normal or above at least in nonverbal IQ, two years behind in reading achievement, and with a reading disability that is not axplainable primarily by social, economis, motivational or emotional factors.“[19]

Die Internationale Klassifikation psychischer Störungen, herausgegeben von der Weltgesundheitsorganisation, definiert die Lese-Rechtschreibstörung als eine umschriebene Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten.

Die Hauptmerkmale stellen eine eindeutige Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefähigkeit dar, das Abweichen der Leseleistung vom allgemeinen Intelligenzniveau und die Möglichkeit, dass mit der Lesestörung auch Probleme der Rechtschreibung auftreten können.

Legasthenie und Lese-Rechtschreibschwäche sind nicht dasselbe. Legasthenische Kinder sind „lese-rechtschreibschwach“, aber sie unterscheiden sich erheblich von den Kindern, die „besondere Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesen und Rechtschreibens“ haben.[20]

Eine Lese-Rechtschreibschwäche kann vorübergehend sein, während die Legasthenie schon als Anlage mitgebracht wird oder in der frühen Kindheit entsteht und über Jahre anhält.

Legasthenie ist eine Störung und keine Schwäche, sie beeinträchtigt nur die schriftsprachlichen Lernfunktionen, weshalb man von einer Teilleistungsschwäche spricht.

4.1.2. Verursachungsbedingungen

Um von Legasthenie sprechen zu können, müssen viele Erscheinungsformen gemeinsam auftreten, das heißt verschiedenste Hauptursachen, die wiederum mit Sekundärursachen verbunden sind, treffen zusammen. Die Ursachenfrage erweist sich bei der Lese- und Rechtschreibschwäche als sehr vielschichtig.[21]

Im folgenden Unterkapitel möchte ich versuchen, verschiedene Ansätze zur Erklärung der Ursachen der Legasthenie beschreiben:

4.1.2.1. Medizinischer Ansatz

- Defizite im körperlichen und psychisch-geistigen Bereich:

Laut Ortner/Ortner fallen unter Defizite im körperlichen Bereich Seh- und Hörschädigungen, organische Schwächen des Sprechapparates und organisch bedingte Minderleistungen des Gehirns infolge prä-, peri- oder postnataler Schädigungen.

Als Defizite im psychisch-geistigen Bereich nennen sie eine angeborene Linksdominanz, psychisch-geistige Unreife und eine Schwäche bestimmter kognitiver Funktionen.[22]

„Der Grund, warum legasthene Menschen anders empfinden als andere, liegt darin, dass die Gehirnfunktionen abweichend arbeiten. Dies wiederum hat nichts mit der individuellen Intelligenz des jeweiligen Menschen zu tun.“ (Kopp-Duller)[23]

Zwischen legasthenen und nicht legasthenen Menschen gibt es Unterschiede bei den Gehirnaktivitäten. Legastheniker verfügen ihr Leben lang über ein bildhaftes Gedächtnis, das heißt nach Hören eines Wortes erscheint im Gegensatz zu nicht legasthenen Menschen nicht die Buchstabenfolge des Wortes, sondern nur ein Bild.

Nehmen wir zur besseren Veranschaulichung das Wort „Haus“.

Nicht legasthene Menschen sehen nach Hören des Wortes, zum Beispiel im Rahmen eines Diktates, zuerst die Buchstabenabfolge des Wortes und dann erst das Haus im Hintergrund. Legasthenikern erscheint sofort und nur das Bild des Hauses.

Dies ist einer der Gründe, weshalb Legastheniker Mühe haben Wörter zu speichern.

- Auditive Wahrnehmung

Bei legasthenischen Kindern als auch Erwachsenen ist die auditive Raumorientierung nicht vorhanden. Betroffene Kinder fallen im Unterricht in regelmäßigen Abständen durch eine von ihnen ausgehende Unruhe und Unaufmerksamkeit auf.

Den Grund dafür findet man wahrscheinlich darin, dass sie sich wegen ihres gestörten Richtungshörens orientieren müssen, da sie nicht wissen woher die Lehrerstimme kommt. Legastheniker können Laute nicht richtig wahrnehmen und harte von weichen Konsonanten nicht unterscheiden. Eine Folge könnte sein, dass legasthenische Kinder ähnliche Wörter wie Haus und Maus verwechseln.

- Visuelle Wahrnehmung

Legasthenische Kinder können oft das Wichtige aus einer Fülle von Informationen nicht entnehmen, da sie Probleme mit der optischen Figur-Grund-Differenzierung haben.

Legastheniker sind bei für sie interessanten Tätigkeiten sehr aufmerksam dabei, doch beim Auftauchen von Symbolen lässt ihr Interesse sofort nach.

Schreiben und Erkennen von Buchstaben ist für legasthenische Kinder äußerst schwierig, da für sie die Buchstaben nur Symbole sind. Symbole werden von ihnen nicht nur schwer aufgenommen, sondern auch nicht bzw. unzureichend gespeichert.

- Funktionsschwächen:

Ortner und Ortner nennen folgende Funktionsschwächen, die in einem engen Zusammenhang mit ererbten oder erworbenen grundlegenden Defiziten im körperlichen und psychisch-geistigen Bereich stehen:

- Wahrnehmungsschwächen
- Gestaltsschwächen
- Speicherschwächen
- Sprachliche Schwächen
- Konzentrationsschwäche
- Raumlagelabilität[24]

4.1.2.2. Pädagogischer Ansatz

Gemäß dem pädagogischen Ansatz wird von einem prozesshaften Verlauf ausgegangen. In der Schule werden Defizite häufig ignoriert, es wird vom Lehrer bereits neuer Unterrichtsstoff vermittelt, obwohl die Schüler den bereits durchgenommenen Lehrstoff nicht verarbeitet haben.

- Milieutheoretischer Ansatz

Nach herrschender Lehre ist anzunehmen, dass es einen Zusammenhang zwischen Misserfolg in der Schule und ungünstigen Lebensverhältnissen gibt.

Zu den entwicklungshemmenden Faktoren zählen wie bei den allgemeinen Verursachungsbedingungen für Lernschwierigkeiten folgende Aspekte:

- Ungünstige Wohnverhältnisse
- Wirtschaftliche Verhältnisse/Beruf der Eltern
- Schul- bzw. Ausbildung der Eltern
- Familienzusammensetzung
- Erziehungsverhalten der Eltern
- Berufstätigkeit der Mutter
- Fernsehverhalten der Familie
- Schulische Situation

Von großer Bedeutung ist, wie das Kind die Schule erlebt, wie es in das Lernen eingeführt wird und wie das Miteinander in der Klassengemeinschaft gestaltet wird.

Besonders wichtig sind in diesem Kontext ermutigende Äußerungen und animierende positive Gesten für Kinder, die merken, dass sie das, was allen anderen spielend gelingt, nur unter größter Anstrengung oder gar nicht schaffen.

Demgegenüber können negative Erwartungshaltungen von Lehrern und Eltern Mutlosigkeit und Widerwillen, was die Schule betrifft, zur Folge haben.

An dieser Stelle nun drei Grundprinzipien, die als Voraussetzung für Lernerfolge gelten:

- „Die Lehrer müssen ihre Schüler in bezug auf ihre Fähigkeiten, ihr Wissen, ihre Interessen und ihre Erfahrungen gut kennen.
- Den Schülern muss geholfen werden, einen persönlichen Bezug zu ihren Arbeiten herzustellen.
- „Die Klassen müssen so gestaltet sein, dass die Schüler zu Mitarbeit und Sich-Bemühen angeregt werden.“ (Handbuch der UNESCO)[25]

4.1.3. Erscheinungsformen

Legasthenische Kinder zeigen häufig ein erhöhtes soziales Einfühlungsvermögen, eine Verständnis-, Toleranz- und Hilfsbereitschaft, die über jenes beziehungsweise jene gleichaltriger hinausgehen. Ebenso gut entwickelt sind oft die sportlichen, handwerklichen, künstlerischen und technischen Fähigkeiten. Legasthenische Schüler fassen das auf, was man nicht durch Lesen, aber durch Hören, Erleben, Tun und Beobachten lernen kann, kurzum, sie verfügen über eine besser entwickelte Auffassungsgabe, ähnlich wie bei behinderten Menschen, bei denen andere Sinne kompensatorisch besser funktionieren, um die Behinderung einigermaßen wettzumachen . Darüber hinaus kann man sich ausgezeichnet mit ihnen unterhalten, da sie ihr Wissen, ihre Fragen und auch ihre Erkenntnisse verbal sehr gut ausdrücken können.

Das eigentliche Problem der Legasthenie offenbart sich bei den Kindern erst ab dem Zeitpunkt der Einschulung, da es sich um eine Teilleistungsstörung im Bereich der Schriftsprache handelt, und der Vorgang der Lesens und Schreibens erst im Schulalter erlernt wird.

Vielen Schülern gelingt es ihre Lesestörung mehrere Schuljahre hindurch zu verbergen.[26]

Sie vermögen diese Schwäche umso leichter zu kaschieren, je größer die Schulklassen sind und je eher Eltern und Lehrer bereit sind die Schwäche fälschlicherweise auf mangelndes Interesse, Reiferückstand oder Dummheit zurückzuführen.

Folgende Störungen lassen sich beim Lernvorgang erkennen:

- Wortbild-Speicherschwäche und Wahrnehmungsschwäche: Legasthenische Kinder können sich Wörter, die sie schreiben möchten nicht vorstellen, sie können sich nicht erinnern wie es aussieht, das heißt, sie können sich die Form von Buchstaben, Zahlen und Zeichen nicht einprägen. Sie verwechseln immer wieder Buchstaben wie d – b, l – t, k – h. o – a, a – e, etc.. Zu der Unsicherheit, was die korrekte Schreibweise betrifft, gesellt sich eine schlecht leserliche Schrift bei Legasthenikern dazu.
- Akustische Differenzierungs- und Erfassungsschwäche: Das Kind kann einzelne Laute aus dem Wort nicht heraushören und ähnlich klingende Laute nicht unterscheiden. Die Laute u – o, i – ü, ö – e, ä – e, klingen für Legastheniker ident. Außerdem können sie den Unterschied zwischen kurzen und langen Laute nicht erkennen.
- Optische Differenzierungsschwäche: Das Kind kann kleine visuelle Unterschiede nicht wahrnehmen. Dadurch können optische Zeichen und ihre Elemente nicht erfasst werden. Ähnliche Buchstaben werden dadurch verwechselt und nicht selten werden Vokale durch Konsonanten ersetzt.
- Umstellungen: Das Kind stellt die Buchstaben innerhalb eines Wortes um, zum Beispiel „Gras“ – „Gars“.
- Leseschwäche und mangelndes Leseverständnis: Lesen ist für Legastheniker sehr mühsam, da sie wie oben ausgeführt, Laute und Silben klanglich nicht zu unterscheiden vermögen und auch Wörter und Buchstaben nicht erkennen können.
- Leseunlust: Das Kind liest und schreibt auffallend ungern und nur sehr langsam.
- Raumlagelabilität: Nur schwer legasthenische Kinder weisen diese Erscheinungsform auf. Solche Legastheniker können sich die Himmelsrichtungen nicht merken und nicht erkennen, wie der Raum aufgeteilt ist. (oben/unten, vorne/hinten, rechts/links). Dadurch entstehen Buchstabenverdrehungen, wie zum Beispiel bei b und d und Schwierigkeiten beim Lesen der Uhr.
- Verbindungsschwäche: Das Kind kann die Buchstaben nicht lautierend zusammenschleifen.
- Sequenzschwäche: Das Kind kann sich zeitliche und räumliche Reihenabläufe schwer einprägen.
- Leistungsschwankungen: Aufmerksamkeit und Leistungen wechseln häufig und scheinbar grundlos. Die Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben wirken sich zusätzlich noch auf andere Schulfächer aus, weshalb sich ein anfangs isoliertes Versagen zum umfassenden Leistungsversagen ausdehnen kann.[27]
- Regelfehler: Regeln wie etwa die Groß- und Kleinschreibung sind sehr schwer zu erlernen.[28]

4.3.1.1. Begleiterscheinungen

- Anlagebedingte Erscheinungen:

Bei Legasthenie gibt es typische Begleiterscheinungen, die nicht erst später als seelische Reaktion dazukommen, sondern von Anfang an dabei sind, also anlagebedingt.

Häufig beobachtet wird in diesem Zusammenhang ein evidenter Konzentrationsmangel.

Ein typisches Symptom ist dabei Ruhelosigkeit, die Kinder sind tendenziell redselig, impulsiv, leicht ablenkbar und unfähig zuzuhören.

Außerdem können hier auch Verzögerungen der sprachlichen und motorischen Entwicklung auftreten.

Etwa ein Drittel der legasthenischen Kinder ist hyperaktiv. Diese Hyperaktivität manifestiert sich in einer stets anhaltenden Bewegungsunruhe und in groben Defiziten, was die Aufmerksamkeit im Unterricht betrifft..

Bei einer großen Anzahl von lerngestörten Kindern treten Legasthenie und Hyperaktivität gemeinsam auf, obwohl beide als eigenständige Entwicklungsstörungen betrachtet werden müssen.

- Später auftretende Begleiterscheinungen

Hierzu zählen seelische Probleme und Verhaltensschwierigkeiten, psychosomatische und psychosoziale Schwierigkeiten.

Bereits im frühen Schulalter treten symptomatisch emotionale Probleme auf. Außerdem haben legasthenische Kinder nicht selten ein niedriges Selbstwertgefühl und Anpassungsprobleme in der Schule und in den Beziehungen zu Gleichaltrigen.

Die Begleiterscheinung, die am häufigsten bei Legasthenie auftritt ist die Angst:

- Angst zu versagen
- Angst sich zu blamieren
- Angst die Eltern zu verlieren
- Angst vor einer Bloßstellung im Klassenzimmer
- Angst vor der Zukunft
- Angst ein Außenseiter zu werden
- Angst, dass alles noch schlimmer wird
- Angst für dumm gehalten zu werden

Zu den Begleiterscheinungen psychosomatischer Art zählen psychosomatische Auswirkungen auf den Körper.

Frustration und Ausweglosigkeit können zu Bauchschmerzen vor der Schule führen, ebenso zu Kopfschmerzen vor Schularbeiten, zu Alpträumen, zu Esssucht oder Essunlust, zu Schlaflosigkeit und vielen anderen Beschwerden, für die keine substanziellen körperlichen Ursachen festgestellt werden können.

Ein Phänomen, das den psychosozialen Problemen zuzuordnen ist, ist die Tatsache, dass legasthenische Kinder von innen heraus auf ihr Versagen reagieren und zudem noch auf die Reaktionen der Mitmenschen reagieren muss. Es handelt sich hier also um eine Doppelbelastung, die von innen und von außen kommt, das heißt sowohl endogene als auch exogene Ursachen hat.

Als Reaktion auf das Versagen, sozusagen als Ausdruck einer niedrigen Aggressionsschwelle und Frustrationstoleranz, entladen sich die aufgestauten Gefühle und bringen zerstörte Beziehungen mit sich, wodurch sich das Kind oft minderwertig und alleingelassen fühlt.

Die schulischen Lernstörungen können somit ein Versagen in mehreren Schulfächern bewirken, zu Schulunlust führen und sich generell zu Verhaltensstörungen entwickeln.

Legastheniker, die sich isoliert fühlen, sind in Gefahr sich aufzugeben, und somit mit der Zeit auch auf eine gesellschaftlich und persönlich verfehlte Laufbahn zu geraten.[29]

4.1.4. Hilfestellungen

4.1.4.1. Allgemeine Hilfestellungen

Diese Übungen können von Eltern als auch Lehrern angewandt werden, um Legastheniker zu fördern:

- Entspannungsübungen:[30]

Bei Entspannungsübungen kann versucht werden den ganzen Körper anzuspannen und wieder zu lösen. Die Muskelpartien werden angespannt, gehalten um schließlich die Muskelkontraktionen wieder zu lösen, wodurch der Effekt einer muskulären Entspannung erzielt werden kann.

- Psychomotorische Übungen:

Auf pychomotorische Übungen sollte man dann zurückgreifen, wenn das Kind Probleme bei der Fein- oder Graphomotorik, Störungen mit der Raumlage, dem Hinhören oder der Konzentration hat.

- Fein- und graphomotorische Übungen:

Diese Übungen sollten dann eingesetzt werden, wenn das Kind Schwierigkeiten beim Schreiben hat beziehungsweise langsam oder ungeschickt schreibt. Hierzu eignen sich vortrefflich Übungen, die das Handgelenk lockern, zum Beispiel das Werfen und Fangen von Ringen.

- Lautgebärden:

Die Kinder lernen hier mit allen Sinnen, es werden sowohl die Motorik, die Sprechfähigkeit, das akustische Vernehmen als auch die visuelle Fähigkeit geschult, um die Buchstaben zu erlernen.

4.1.4.2. Schulische Hilfe

Wünschenswert wäre es, dass alle Lehrkräfte über ein Grundwissen die Legasthenie betreffend verfügen, um zumindest den Unterschied zwischen Legasthenie und einer Lese-Rechtschreib-Schwäche erkennen zu können.

Dieses Grundwissen sollte so weit reichen, dass sie bei Verdacht auf Legasthenie bei Kindern und Jugendlichen ebendiesen und deren Eltern den weiteren Weg weisen können. Das heißt, dass sie bei leichteren Fällen zu schulinternen Fördermaßnahmen raten, und bei schwereren Fällen den Weg zur schulpsychologischen Klärung nahe legen.[31]

Ich möchte nun abrissartig drei Aspekte der schulischen Hilfestellung erläutern:

- Förderkurse:

Leider gibt es nur wenige Schulen, die Förderkurse für legasthenische Schüler anbieten. Solche Förderangebote sollten Konzentrationsübungen, psychomotorische Übungen, Lautanalysen und Lautgebärden beinhalten.

Bennat bestimmt folgende Kriterien, welche für Förderkurse nötig sind:[32]

- Ruhe, Zeit und ansprechende Umgebung
- Arbeit- und Spielphasen
- Konzentrations-, Bewegungs- und Kommunikationsspiele
- Achten auf buchstabengetreues Lesen bei langsamem Lesetempo
- Bildung neuer Wörter
- Gliederungshilfen
- Mitsprechen beim Schreiben

Neben der Diagnose in der Schule ist eine Testung außerhalb der Schule, zum Beispiel durch einen Psychologen, ratsam, da so entschieden werden kann, ob ein Förderkurs an der Schule ausreichend ist oder psychologische Unterstützung dauerhaft erforderlich ist.

- Lehrer-Kind-Beziehung

Lehrer, die Legastheniker betreuen, sollten sich bemühen bestehende Vorurteile gegenüber Legasthenikern abzubauen. Sie sollten ihre Leistungen objektiv feststellen um die Leistungen der Kinder gerecht beurteilen zu können.

In der Legasthenikerförderung ist die Lehrerpersönlichkeit von großer Bedeutung, da Unterricht und Unterrichtserfolg immer von den pädagogischen und fachlichen Fähigkeiten beziehungsweise dem Grad der persönlichen Motivation sowie dem Einfühlungsvermögen des Lehrers abhängig sind. Den legasthenischen Kindern sollte mehr zeitliche Zuwendung gewidmet werden, wobei eine Klassengröße von nicht mehr als 25 Schülern dienlich wäre.

- Schulklima

Legasthenische Kinder gehen tendenziell nicht genauso gerne in die Schule wie ihre Mitschüler. Sie entwickeln immer mehr Abwehrmechanismen gegen den Zwang der Schule, da sie merken, dass sie die erforderlichen Leistungen im Unterricht nicht erbringen können.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass während des Unterrichts eine lockere und vor allem entspannte Atmosphäre herrscht, die es den Betroffenen ermöglicht, sich trotz ihrer durch die Legasthenie bedingten Schwäche frei zu entfalten und zu reüssieren. Um dies zu bewerkstelligen wäre der regelmäßige Einsatz von Schulpsychologen und schulpsychologischen Diensten absolut empfehlenswert und wie ich meine auch zielführend.

4.1.4.3. Außerschulische Hilfe

- Eltern:

Zusätzlich zu der Hilfe der Fachkräfte ist die Unterstützung von Seiten der Eltern sehr wichtig, und es kommt immens darauf an, wie Eltern sich auf die Lernstörung ihres Kindes einstellen und wie sie mit dem Kind und auch den pädagogischen Fachleuten umgehen. Entscheidend ist die Art, wie sie mit ihrem Kind leben. Ein Kind mit Lernschwierigkeiten, ein sogenanntes „Problemkind“, zu haben, ist nie leicht. Die Legasthenie zu verleugnen oder die Verantwortung an Schule und Psychologen abzutreten ist keinesfalls die richtige Strategie.

Die „Schuld“ beim Ehepartner zu suchen und sich gegenseitig Erziehungsfehler vorzuwerfen ist zwar nachvollziehbar, stellt jedoch sicher keinen hilfreichen Lösungsversuch dar.

Ebenso kann eine Lösung des „Problems“ nicht mit Gewalt erzwungen und sofort herbeigeführt werden. Mit Sicherheit ist es effizienter sich über die Legasthenie zu informieren, um so sein Kind mit seinen Lernschwierigkeiten und Problemen besser verstehen zu können. Das Kind muss das Gefühl haben, dass seine Eltern mit ihm gemeinsam gegen die Legasthenie ankämpfen, dass sie sich des Problems zusammen mit dem Kind annehmen und bewusst eine Problemlösungsstrategie entwickeln. Informationen zur Förderung von legasthenischen Kindern können Eltern entweder bei Psychologen beziehungsweise Pädagogen einholen oder sich an Hand von Literatur aneignen.[33]

- Pädagogen & Psychologen

Sobald die Legasthenie soweit fortgeschritten ist, dass das Kind den Schulalltag nicht mehr bestreiten kann, ist der Weg zum Psychologen ratsam. Es gibt eine Reihe von Diplompsychologen und Ärzten, die Hilfe für Legastheniker anbieten. Diese Hilfestellung kann entweder diagnostischer, beratender oder behandelnder Art sein.

Da es eine Voraussetzung ist, dass die legasthenischen Kinder ein Vertrauensverhältnis zum Psychologen aufbauen, hat es mit Sicherheit keinen Sinn, dass Eltern, selbst wenn sie nach bestem Wissen und Gewissen, im Glauben es gut zu meinen und das Richtige zu tun, ihre Kinder zu einer psychologischen Betreuung drängen oder sogar zwingen.

Sowohl beim Psychologen als auch beim Pädagogen ist die Förderung in Einzeleinheiten am effizientesten, da sich der Therapeut dergestalt am Besten auf die individuellen Schwächen des legasthenischen Kindes einstellen kann.

Einen wichtigen Faktor in der Förderung stellt die Anerkennung jedes Fortschritts dar. Der Pädagoge und auch Psychologe sollte auf jeden noch so kleinen Fortschritt mit Lob und Anerkennung reagieren und die Bemühung des Kindes honorieren.

4.1.4.4. Trainingsprogramme

Lundberg benutzt für Leseschwierigkeiten folgende Aufgabensammlung:[34]

- Reimtest: Aus Bildern ist dasjenige herauszufinden, das sich auf das Wort reimt, das der Untersucher vorspricht
- Satzsegementierung: Das Kind muss für jedes Wort, das der Untersucher vorspricht eine Plastikmarke setzen
- Phonemauslassung: Der erste Laut eines Wortes, das auf einem Bild gezeigt wird, ist auszulassen
- Phonemsynthese: der Untersucher präsentiert dem Kind jedes Wort phonemweise separiert. Das Kind muss anschließend das gemeinte Wort auf einer Karte mit mehreren Bildern herausfinden.

Ball und Blachmann beobachteten, dass ein Segementierungstraining um so erfolgreicher ist, je mehr es Buchstaben einbezieht.

Dieses Training besteht aus drei Komponenten:[35]

- Phonemsegmentierung: Das Kind muss vorgesprochene Wörter nachsagen und in ihre Phoneme zerlegen.
- Lautkategorisierung: Das Kind muss aus mehreren Bildern diejenigen Objekte heraussuchen, deren Namen sich reimen oder mit dem gleichen Buchstaben beginnen.
- Graphen-Phonem-Training: Spielerische Elemente wie Bildkarten werden eingesetzt, um die häufigsten Graphem-Phonem-Verbindungen zu trainieren.

Das Trainingsprogramm von Breuer und Weuffen umfasst folgende Aufgaben:[36]

- Das Kind soll erkennen, ob ein Laut am Anfang oder Ende eines genannten Wortes steht.
- Das Kind soll „Wörter verzaubern“. Das Kind soll zum Beispiel bei Hase das a gegen ein o austauschen, bei Hund das u gegen ein a, usw.
- Das Kind soll Reimwörter bilden, zum Beispiel Nase – Hase, Reise – leise, usw.
- Das Kind soll Wörter mit gleichen Anfangsbuchstaben finden.
- Das Kind soll Unterschiede zwischen ähnlich klingenden Wörtern finden, zum Beispiel Unterschied zwischen Baum und Raum.
- Das Kind soll Wörter erraten, zum Beispiel –ach (Dach, Fach).

4.2. Konzentrationsschwäche/Konzentrationsstörungen

4.2.1. Definitionen

4.2.1.1. Definition Konzentration

Konzentration und Aufmerksamkeit sind eng miteinander verbunden, da die Konzentration eine spezielle Form der Aufmerksamkeit darstellt. Die Aufmerksamkeit umfasst die gesteuerte Regulierung der Wahrnehmungsprozesse, während die Konzentration die aktive Regulierung der Aufmerksamkeit über ausgedehntere Zeiträume von Minuten bis Stunden einschließt.[37]

Das Wort Konzentration kommt aus dem Lateinischen und setzt sich aus „con“ und „centrum“ zusammen. Dies bedeutet die Sammlung, eine Bündelung auf einen Mittelpunkt, eine Zusammenfassung und Vereinigung.

„Konzentration erleben wir als ein Potential, das uns in der Bewältigung unserer Aufgaben mehr oder weniger stark zur Verfügung steht und uns befähigt, inneren und äußeren Störungen zu begegnen. Dabei geht die Konzentration mit dem Willen darauf aus, unser Denken und Tun gegen Störfaktoren durchzusetzen.“ (Kirchhoff, Pietrovicz)[38]

Horn gibt fünf Definitionen zur Konzentration:

- „Konzentration bedeutet die Disziplin, sich aufmerksam mit einem bestimmten Projekt zu beschäftigen und irrelevante Dinge zu ignorieren.“[39]
- „Konzentration ist Interesse an einer Aktion“[40]
- „Konzentration ist die Macht, dem Gehirn einen Befehl zu erteilen und für seine Ausführung zu sorgen.“[41]
- „Konzentration bedeutet, den Mut aufzubringen, Menschen, Zeiträumen und Ereignissen unsere Entscheidung darüber aufzuzwingen, was wichtig ist und an erster Stelle stehen soll.“[42]
- „Konzentration ist geistige Hartnäckigkeit.“[43]

Nach Lauster umfasst Konzentration Ausdauer, Geduld, Gedächtnisleistung, Merkfähigkeit und konsequente Arbeitshaltung, da er mit dem Begriff Konzentration die Fähigkeit meint, sich mit einer Aufgabe über einen längeren Zeitraum hindurch auseinanderzusetzen.[44]

Wolfram versteht unter Konzentration die individuelle Leistungspotenz, die für eine richtige Aufgabenlösung angemessene innere Aktivierung über einen längeren Zeitraum hinweg aufrecht zu erhalten.[45]

Mierke beschreibt Konzentration als eine „Höchstleistungsform der Aufmerksamkeit“.[46]

4.2.1.2. Definition Konzentrationsschwäche

Konzentrationsschwäche und Konzentrationsstörungen sind nicht dasselbe:

Konzentrationsschwäche ist eine, über einen längeren Zeitraum andauernde Unfähigkeit der konzentrierten Zuwendung von Aufmerksamkeit.

Da laut Mierke Konzentration eine „Höchstleistungsform der Aufmerksamkeit“ ist, kann unter Konzentrationsschwäche „eine Kümmerform der Aufmerksamkeitsfähigkeit“ verstanden werden.[47]

Konzentrationsschwächen sind von situativen Einflüssen unabhängig und deshalb beständiger als Konzentrationsstörungen.

Sie führen zu einer enormen Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit, da sie chronisch und langfristig stabil sind

4.2.1.3. Definition Konzentrationsstörungen

Konzentrationsstörungen sind partielle temporäre Beeinträchtigungen der Konzentrationsfähigkeit.[48]

Diese Störungen können als Verhaltensfehler oder schlechte Angewohnheiten angesehen werden, die korrigierbar sind.

Unter Konzentrationsstörungen fallen folgende Aspekte:[49]

- Unfähigkeit, sich über längere Zeit mit einer Sache zu beschäftigen
- Ständige Unaufmerksamkeit
- Oberflächlichkeit
- Trödeln beziehungsweise bewusstes Zeittotschlagen (zum Beispiel bei den Hausaufgaben)
- Hektisches Arbeitsverhalten

4.2.2. Verursachungsbedingungen

4.2.2.1. Konzentrationsschwäche

Konzentrationsschwächen können angeboren sein oder durch Fehlprägung hervorgerufen werden. Eine Sonderform der Konzentrationsschwäche stellt die traumatische Ausprägung dar.[50]

- Angeborene Konzentrationsschwäche

Defekte, Ausfälle oder Integrationsstörungen im Anlagebestand können zu solchen angeborenen Schwächen führen. Diese werden durch Störungen im Zentralnervensystem oder einer Fehlfunktion der Schilddrüse verursacht.

Werden Teilleistungsstörungen sowie Sinnesschwächen nicht rechtzeitig erkannt, kommt es zwingend zu einer chronischen Beeinträchtigung der Konzentration. Häufig erkennen Kinder nicht, dass sie an einer Sinnesschwäche leiden, da ihnen an sich selbst kein anderer Zustand bekannt ist. Schwierigkeiten können zum Beispiel dann entstehen, wenn ein kurzsichtiges Kind in der letzten Reihe sitzt und aufgrund seiner Beeinträchtigung nicht lesen kann, was auf der Tafel steht. Dadurch erleidet das Kind Misserfolgserlebnisse, wobei der Abfall der Leistung die Konzentrationsfähigkeit negativ beeinflusst. Deshalb sollten Eltern bei eventuellen Sehbeeinträchtigungen oder Hörschäden ihres Kindes nicht davor zurückschrecken, einen Facharzt aufzusuchen.

Folgende Ursachen können zu Konzentrationsschwäche führen:[51]

- Frühkindliche hirnorganische Schädigung
- Epilepsie
- Allergien
- Chronische Krankheiten
- Nervosität
- Übermäßige Ermüdbarkeit
- Angstbereitschaft
- Geprägte Konzentrationsschwächen

Werden Kinder von ihren Eltern vernachlässigt, können sie sich nicht adäquat entwickeln, was eine mangelnde Schulung ihrer Aufmerksamkeitsfähigkeit und Aufnahmefähigkeit zur Folge hat.

Eine dauerhafte Entmutigung, Verängstigung oder Überforderung kann zu einer gestörten Selbsteinschätzung und mangelndem Selbstvertrauen führen, was wiederum die Konsequenz einer verminderten Leistungsfähigkeit zeitigen kann.

Funktionalisierungstendenzen, wie etwa der Spieltrieb, sollten nicht unterbunden werden, da das Kind sonst keinen Bezug zur Arbeit aufbauen kann und sich daher nicht auf das Spiel oder die Arbeit konzentrieren kann. Ein mangelhaftes Training des Konzentrationsvermögens in der Vorschulzeit kann Konzentrationsschwierigkeiten mitverursachen.

Unterdrückte Kinder, denen die Leistungsanforderungen zu hoch sind, aber auch Kinder, deren Eltern sämtliche Schwierigkeiten an ihrer statt auf sich nehmen und sich stellvertretend damit konfrontieren, und somit die Herausbildung eines, dem Entwicklungsstand des Kindes entsprechenden Problemlösungsverhaltens unterbinden, zeigen häufig Leistungsabfall und Konzentrationsunlust. Dies kann wiederum, ohne ein notwendiges Eingreifen von außen, sei es von den Eltern oder Lehrern, zu einer Konzentrationsschwäche führen.

Weitere Ursachen:[52]

- Unharmonische Verhältnisse in der Familie
- Bevorzugung von Geschwistern
- Ehrgeiz der Eltern
- Verwöhnung

Diese Faktoren können zu Willensschwäche oder intellektuellen Hemmungen führen. Bedenkt man, dass der Wille und der Intellekt die Hauptfaktoren der Konzentration sind, kann man begreifen, dass hier positive Konzentrationsleistungen nicht mehr möglich sind.

- Traumatische Formen:

Darunter versteht man Konzentrationsschwächen, die vorübergehend, zumeist in Folge einer Krankheit, Erschöpfungszuständen oder belastenden Ereignissen auftreten.

4.2.2.2. Konzentrationsstörungen

- Familiäres Umfeld[53]

Die Familie ist der wichtigste Lebensrahmen für Kinder.

Knehr und Krüger erkennen die Ursache für Konzentrationsstörungen im erzieherischen Fehlverhalten der Eltern, vor allem in der frühen Kindheit. Das spätere Konzentrationsvermögen wird zum Beispiel durch unüberlegte Störungen beim Spielen, vor allem durch die direkten Bezugspersonen, beeinträchtigt.[54]

Die Größe der Familie, also auch die Anzahl der Geschwister, beeinflussen das Arbeitsverhalten der Kinder. Je höher die Geschwisterzahl, desto häufiger treten Konzentrationsstörungen bei Kindern auf.

Oftmals führt der daraus entstehende Zeitmangel der Eltern, der nicht zuletzt auch aus beruflichen Gründen entsteht, zu einer Vernachlässigung des Kindes, wodurch es zu Fehlentwicklungen kommen kann. Berufstätige Eltern geraten daher nur allzu oft in einen Konflikt zwischen den Bedürfnissen des Kindes nach Zuwendung und den wirtschaftlichen Bedürfnissen der Familie. Ebenso können Krisen innerhalb der Familie den Gemütszustand des Kindes negativ beeinflussen beziehungsweise stören und demgemäß als Auslöser für Konzentrationsstörungen gesehen werden.

Eine Scheidung zum Beispiel mindert das Gefühl der Geborgenheit und führt meistens zu einer Leistungsminderung in der Schule, da die Kinder, bedingt durch die belastende familiäre Situation, dazu neigen, unkonzentriert, zerstreut und geistesabwesend zu sein.

Kinder brauchen in ihren Entwicklungsstufen den Halt und die Unterstützung der Eltern – wird ihnen dieser Halt nicht gegeben, kann die Aufmerksamkeitsfähigkeit der Kinder darunter stark leiden. Konzentrationsstörungen können aber auch durch Über- oder Unterforderung der Kinder hervorgerufen werden.

Ebenso bedeutend sind die körperlichen Bedürfnisse der Kinder, auf die die Eltern eingehen sollten. Darunter fallen zum Beispiel gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, gute Arbeitsbedingungen, etc.

- Schule

Ebenso wie im Elternhaus kann es auch in der Schule zu zu hohen beziehungsweise zu niedrigen Anforderungen der Kinder kommen.

Dies kann durch ein zu hoch angesetztes Leistungsniveau, zu hohen Erwartungen seitens der Lehrer, durch zu viele Hausübungen oder durch zu mangelhaftes Üben des Lehrstoffes erfolgen.

Unzureichende Konzentrationsleistungen können aber auch durch eine ungünstige Arbeitsumgebung, zu kleine Klassenräume oder zu hohe Schülerzahlen begünstigt werden.

Auch Angstgefühle, welche zum Beispiel durch ein zu autoritäres Auftreten des Lehrers hervorgerufen werden, können dazu führen, dass sich die Konzentrationsfähigkeit vermindert.

Unter anderem beeinflussen folgende Faktoren die Entwicklung von Konzentrationsstörungen:[55]

- Verfrühte Einschulung
- Überlastung der Lehrer
- Häufiger Wechsel der Lehrmethoden
- Übertriebene Lockerung der Klassendisziplin
- Langweiliger Unterricht
- Häufung von Lehrstoffen
- Schul- und Methodenwechsel
- Leistungsdruck
- Lehrstoffüberlastung
- Zu große Klassen etc.
- Entwicklungskrisen

Häufig kann es in den sogenannten „kritischen Perioden“ der Entwicklung zu Veränderungen der Konzentrationsleistung kommen, die aber durch die Reifung meist wieder optimiert werden.

Besonders in der Vorpubertät und der Pubertät schwankt die Konzentrationsleistung stark.

Die Pubertät stellt eine Phase der Veränderung dar – diese äußert sich abgesehen von körperlichen Veränderungen auch an einem erhöhten Energieaufwand zur Problem- und Konfliktlösung.

Eine Folge daraus kann eine verminderte Konzentrationsfähigkeit sein, wofür das Abschweifen der Gedanken in Tagträumereien beispielhaft ist, was wiederum dazu führt, dass eine konzentrierte Aufmerksamkeit auf gestellte Aufgaben in hohem Grade erschwert wird.

4.2.3. Erscheinungsformen

Kinder mit Konzentrationsproblemen zeigen unterschiedliche Symptome.

Häufig kommt es vor, dass diese Kinder von ungewöhnlicher Unruhe getrieben werden. Sie haben eine geringe Ausdauer und ermüden viel schneller als ihre Klassenkollegen. Außerdem sind sie sehr leicht ablenkbar und schwanken in ihrem Arbeitstempo. Auch ihre Leistungen variieren sehr stark, darüber hinaus erwecken sie häufig den Eindruck zerstreut und verspielt zu sein. Konzentrationsschwache Kinder können Gedankengängen nur mit größter Mühe folgen, da ihre Gedanken leicht abschweifen. Unsicherheit und Nervosität sind weitere Symptome von Konzentrationsproblemen.

Wie oben erwähnt treten bei konzentrationsschwachen Kindern unterschiedliche Verhaltensauffälligkeiten auf. Ein Kind kann eine verspielte und infantile Arbeitshaltung aufweisen, es ist kontaktscheu und ängstlich, während ein anderes Kind mit Anzeichen von Konzentrationsstörungen aggressiv und nervös an Aufgaben herangeht.

Nicht selten werden konzentrationsschwache Kinder zu Unrecht als „faul“ und „unwillig“ abgestempelt, jedoch sind die Kinder nicht in der Lage ihr Verhalten selbst zu ändern. Diese Schüler leiden darunter und häufig treten dadurch weitere Verhaltensauffälligkeiten auf.[56]

4.2.4. Hilfestellungen

Kinder müssen lernen sich zu konzentrieren um das Erlernte behalten zu können. Dies ist ein langwieriger Prozess, in dem folgende Faktoren eine wichtige Rolle spielen:

4.2.4.1. Förderung der Motivation

Lernunlust kann häufig als Verursachungsbedingung für Konzentrationsstörungen gesehen werden, weshalb man die Kindern dahingehend unterstützen sollte, Freude am Arbeiten zu gewinnen, wobei diese Freude immer wieder zu fördern ist.

Das Konzept der Motivation erklärt die Frage, was unser Handeln und Verhalten in Gang setzt und aufrechterhält.

„Es bezieht sich generell auf das Ingangsetzen, Steuern und Aufrechterhalten von körperlichen und psychischen Aktivitäten.“[57]

Das heißt, unsere Motivation veranlasst uns zu bestimmten Handlungsweisen.

In Verbindung mit Arbeiten und Lernen spielt die Leistungsmotivation eine wesentliche Rolle. Laut Zimbardo gibt es kein universelles Leistungsmotiv; viele Menschen haben aber ein sehr ausgeprägtes Bedürfnis nach Leistung.[58]

Manche Kinder empfinden eine Art von Befriedigung, wenn sie sich Wissen aneignen, sie haben Spaß am Lernen und sind zum Lernen motiviert. Es handelt sich hier um eine innere Motivation.

Von einer äußeren Motivation spricht man dann, wenn die Kinder durch Belohnung und Anerkennung ihrer Umgebung zum Lernen angeregt werden.

Eine der Hauptaufgaben der Lehrpersonen sollte sein, den Lernstoff möglichst motivierend zu gestalten. Je größer das Interesse der Schüler an einem Schulfach ist, desto mehr werden sie sich damit auseinandersetzen und beschäftigen. Dabei muss beachtet werden, dass die zu lernenden Inhalte den Schülern nicht allzu fremd sein sollten.

Auch die Familiensituation kann einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf die Motivation der Kinder haben, sowohl im positiven als auch negativen Sinn.. Je vielseitiger die Interessen der Eltern sind, desto mehr Anregungen zu Bildung und Wissen können sie ihren Kindern geben.

Durch ein großes Leseinteresse der Eltern zum Beispiel kann schon Kleinkindern eine gewisse Freude am Lesen übermittelt werden.

Für Kinder ist die Umwelt etwas Aufregendes und Interessantes, das ihre Neugier erweckt. Eltern sollten versuchen den Wissensdurst ihrer Kinder zu stillen, auf ihre Fragen einzugehen und ihren Kindern die Möglichkeit zu geben Gegenstände eigenständig auszuprobieren, um selbst herauszufinden, welchem Zweck sie dienen und welche gestalterische Optionen sie dabei haben.

4.2.4.2. Förderung der Eigeninitiative

Kinder müssen ihr Wahrnehmungsvermögen sowie ihr Ausdrucksvermögen schulen und trainieren. Entscheidend ist dabei die Art und Weise, wie das Kind seine Erfahrungen macht, wie es seine Umwelt erlebt.

Von elementarer Wichtigkeit ist in diesem Prozess, dass sich die Kinder ernstgenommen fühlen. Eltern sollten ihrem Kind nie den Eindruck vermitteln, dass es nicht erfolgreich ist oder dass es versagt hat. Von Kindern wird erwartet, dass sie Lerneifer zeigen, durch oben genannten Punkt wird aber dieser Wissensdrang der Kinder stark gebremst oder sogar unterdrückt. Aus diesem Grund sollten Aussagen, die den Leistungswillen und den Wissensdrang der Kinder negativ beeinflussen, von Eltern möglichst vermieden werden.

Die Motivation der Kinder kann aber auch durch ein zu ausgeprägtes Verwöhnen von Seiten der Eltern beeinträchtigt werden.

Kinder brauchen ihren Freiraum, in dem sie ihre Erfahrungen, positive sowie negative, erleben können. Werden ihnen jedoch sämtliche Hindernisse und Probleme von den Eltern aus dem Weg geräumt, sowie alle Wünsche sofort erfüllt, wird der Entwicklungsspielraum sehr eingeengt. Kinder brauchen den Schutz und die Fürsorge der Eltern, sie müssen aber die Möglichkeit haben, ihre Umwelt selbständig kennenzulernen.

4.2.4.3. Konzentrations- und Gedächtnistraining

Auf spielerische Art und Weise lassen sich Konzentrationsstörungen auch von den Eltern zu Hause behandeln. Diese Übungen sollten jedoch auf alle Fälle regelmäßig gemacht werden, da sonst zu wenig Einwirkungsmöglichkeit auf die Störung besteht.

Hier nun einige Beispiele:

- Geschicklichkeitsspiele: zum Beispiel Mikado
- Labyrinth: Der richtige Weg aus einem Labyrinth soll gefunden und mit einem Stift eingezeichnet werden
- Nachfahren von Linien: in einer Menge von Linien muss eine einzelne nachgefahren werden
- Verbinden von Punkten: Einzelne Punkte, die mit Nummern versehen sind, müssen verbunden werden, wobei zum Schluss ein Bild entstehen sollte
- Unterscheidung von Buchstaben: In einem Text werden alle „a“ blau und alle „o“ rot angestrichen
- Tastübungen: Mit verbundenen Augen sollen unterschiedliche Gegenstände an ihrer Form erkannt werden

4.2.4.4. Fachärztliche Hilfestellungen

Besteht der Verdacht, dass die Konzentrationsstörungen durch gesundheitliche Störungen hervorgerufen werden, sollte ein Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie konsultiert werden. Unter diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen fallen zum Beispiel Störungen des Nervensystems oder Kopf- bzw. Hirnverletzungen.

Bei körperlichen Ursachen, wie zum Beispiel hormonellen Störungen, kann man einen Kinderarzt aufsuchen, der einem über die medizinische Behandlung hinaus den Kontakt zu Erziehungsberatungsstellen und Psychologen herstellen kann.

Die genannten Erziehungsberatungsstellen bieten in Zusammenarbeit mit Psychologen Hilfe bei Schulproblemen und Unterstützung bei Konzentrations- und Gedächtnisstörungen an.

4.3. Schulangst

4.3.1. Definition

Angst – sie ist allgegenwärtig und begleitet uns Menschen durch unser ganzes Leben, sie umfasst alle Bereiche der menschlichen Existenz.

Unbekannte neue Situationen rufen bei den meisten Menschen Gefühle der Unsicherheit und Angst hervor. Ängste sind also Bestandteil des menschlichen Lebens und beeinflussen unser Denken und Handeln.

Angst beinhaltet eine ganze Reihe von unterschiedlichen Gefühlen, wobei man mit großer Gewissheit sagen kann, dass das Unlustgefühl im Vordergrund steht.

Menschen versuchen mit ihrer Angst umzugehen und damit zu leben, jedoch wäre es falsch zu behaupten, dass Menschen jemals gänzlich angstfrei sein können.

„Der Mensch muss lernen mit seiner existentiellen Angst zu leben, sie zu bejahen, weil sie nicht zu vermeiden ist. Wo dieser Mut fehlt, kommt es zur Angst vor der Angst, also zu einem neurotischen Angstzustand“.(Correll)[59]

Der Angstbegriff wurde von Freud 1894 in die Psychologie eingeführt. Die lateinischen Worte „Angustus“ und „Angina“ zeigen, dass der Begriff „Angst“ mit dem Wort „Enge“ in Beziehung gebracht werden kann. Der Begriff „Enge“ beschreibt den Gefühlsaspekt der Angst, nämlich die Wahrnehmung der Eingeschränktheit, der Enge.

„Angst ist nicht messbar, man kann sie nur wahrnehmen und beschreiben; was hingegen messbar ist, das sind ihre Auswirkungen“.[60]

4.3.1.1. Allgemeiner Angstbegriff

Nach Gärtner-Harnach gibt es keine allgemein akzeptierte Definition der Angst.[61]

Trotzdem möchte ich nun versuchen, einige Definitionen zum allgemeinen Angstbegriff zu geben:

- Durch den Begriff Angst werden Zustände von Unsicherheit, Schmerz, Trauer, physischer und psychischer Belastung und im allgemeinen seelisches Unwohlbefinden ausgedrückt.[62]
- Angst ist das Gefühl der Hilflosigkeit gegenüber einer potentiell unfreundlichen Welt[63]
- Ängste sind als unbewusste Reproduktion der Geburtsangst zu verstehen[64]
- Angst wird von den betroffenen Personen nicht nur als äußerst unangenehmer Zustand erlebt, sie beeinträchtigt auch viele seiner Verhaltensmöglichkeiten, speziell im Leistungsbereich[65]

4.3.1.2. Schulangst

Kinder, die Angst vor der Schule haben gab es schon immer und wird es auch immer geben.

Diese Schulangst kann in Form von Angst vor Schularbeiten und Prüfungen, Angst vor Lehrern und auch als Angst vor den Reaktionen der Eltern auf schlechte schulische Leistungen auftreten.

[...]


[1] Zimbardo, Philip G.: Psychologie, 5. Auflage, Berlin Heidelberg, 1992, S. 265.

[2] Vgl Rollett, Brigitte: Einführung in die Pädagogische Psychologie und ihre entwicklungspsychologischen Grundlagen, 4. Auflage, Wien, 1994, S. 99.

[3] Vgl.: Zimbardo, Psychologie, S. 265 f.

[4] Vgl.: Rollett, Brigitte: Lernen und Lehren, Eine Einführung in die Pädagogische Psychologie und ihre entwicklungspsychologischen Grundlagen, 5. Auflage, Wien, 1997, S. 99f.

[5] Vgl.: Rollett, Brigitte, Lernen und Lehren, S. 106ff.

[6] Vgl.: Pils, Astrid: Lernstörungen – und ihre Auswirkungen in der Schule, Dipl.Arb., Wien, 1999, S.8f.

[7] Vgl.: Buchegger, Gaby: Schulleistungsschwierigkeiten – Determinanten, inner- und ausserschulische Massnahmen und Hilfestellungen, Dipl.Arb., Wien, 1997, 2. 20.

[8] Rollett, Brigitte: Einführung in die Pädagogische Psychologie und ihre entwicklungspsychologischen Grundlagen, 4. Auflage, Wien, 1994, S. 200.

[9] Zielinski, Werner: Lernschwierigkeiten, Ursachen – Diagnostik – Intervention, 3. Auflage, Stuttgart, Berlin, Köln, 1998, S. 13.

[10] Vgl.: Pils, Astrid: Lernstörungen, S. 11f.

[11] Liskowetz, Michaela Maria: Symptome, Ursachen und Bedingungen von Schul- und Lernschwierigkeiten sowie deren Behebungsmöglichkeiten, Dipl.Arb., Steyr, 1994, S.3.

[12] Vgl.: Pils, Astrid: Lernstörungen, S. 13.

[13] Vgl.: Handler, Franz und Lamperti, Heinz: Mögliche Ursachen und Folgen von Schulleistungsschwierigkeiten, Dipl.Arb., Graz, 1985, S. 92-98.

[14] Ortner & Ortner: Handbuch Verhaltens- und Lernschwierigkeiten, S. 6-9.

[15] Vgl.: Pregl, Helga: Legasthenie 2000, S.

[16] Vgl.: Ortner & Ortner: Handbuch Verhaltens-und lernschwierigkeiten, S. 11-13.

[17] Vgl.:Klasen, Edith: Legasthenie - umschriebene Lese-Rechtschreib-Störung, Informationen und Ratschläge, München, 1999, S.22.

[18] Dührssen, Sophie-Anette: Lese-Rechtschreibschwäche: Gibt es Subtypen?, Salzburg, 1999, S.8.

[19] Dührssen, Sophie-Anette: Lese-Rechtschreibschwäche, S.9

[20] vgl. Klasen, Edith: Legasthenie - umschriebene Lese-Rechtschreib-Störung, Informationen und Ratschläge, München, 1999.

[21] Vgl.: Pregl, Helga: Legasthenie 2000, S. 22-53.

[22] Ortner, Alexandra & Ortner, Reinhold: Handbuch Verhaltens- und Lernschwierigkeiten, 4. Auflage, Weinheim und Basel, 1997, S. 271 f.

[23] Pregl, Helga: Legasthenie 2000, Ein praxisorientierter Ratgeber mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen für Lehrer und interessierte Eltern, Klagenfurt, 2000, S. 22.

[24] Vgl. Ortner & Ortner, Handbuch Verhaltens- und Lernschwierigkeiten, S. 272.

[25] Pregl, Helga, Legasthenie 2000, S. 49.

[26] Dies gelingt den besonders intelligenten unter den Legasthenikern und den Schülern, die besonders leicht auswendig lernen.

Vgl. Klasen, Edith: Legasthenie, S. 25..

[27] Vgl. Ortner & Ortner, Handbuch Verhaltens- und lernschwierigkeiten, S. 270 f.

[28] Vgl. Klasen, Edith: Legasthenie. S. 26-28.

[29] Vgl.: Klasen, Edith: Legasthenie, S. 35–43.

[30] Vgl.: Pils, Astrid: Lernstörungen und ihre Auswirkungen in der Schule, 112-117.

[31] Vgl.: Klasen, Edith: Legasthenie, S.94-97.

[32] Vgl.: Pregl, Helga: Legasthenie 2000. S. 106f.

[33] In Österreich kann man sich an folgende Adresse wenden, um nähere Informationen über Namen und Adressen von Psychologen und Ärzten zu bekommen: Erster Österreichischer Dachverband Legasthenie – Austrian Dyslexia Association, Bahnhofstrasse 24, A-9020 Klagenfurt , http://www.legasthenie.at

[34] Vgl.: Zielinski, Lernschwierigkeiten, S. 135.

[35] Vgl.: Zielinski, Lernschwierigkeiten, S. 136.

[36] Vgl.: Zielinski, Lernschwierigkeiten, S. 137.

[37] Vgl.: Stadler, Christina: Konzentration im Zusammenhang mit der Familiensituation, Dipl.Arb., Tulln, 1992, S. 11.

[38] Dörr, Ulrike: Konzentration, Theoretische Betrachtungen und praktische Lernmöglichkeiten, Dipl.Arb., Graz, 1991, S. 4.

[39] Horn, Sam: Konzentration, Mit gesteigertem Aufnehme- und Erinnerungsvermögen zum Erfolg, Wien, 1993, S. 8.

[40] Horn, Konzentration, S. 9.

[41] Ebenda, S. 9.

[42] Ebenda, S. 10.

[43] Ebenda, S. 11.

[44] Vgl.: Stadler, Konzentration im Zusammenhang mit der Familiensituation, S. 12.

[45] Vgl.: ebenda, S. 13.

[46] Vgl.: Mierke, K: Konzentrationsfähigkeit und Konzentrationsschwäche, Bern-Stuttgart, 1957, S. 107.

[47] Vgl.: ebenda, S. 107.

[48] Vgl.: Zsifkovits, Christine: Untersuchungen zur verbesserten Diagnostik von Konzentrationsschwächen und Konzentrationsstörungen, Dipl.Arb., Wien, 1990, S. 75.

[49] Vgl.: Pils, Astrid: Lernstörungen, S. 40.

[50] Dörr, Ulrike: Konzentration, Theoretische Betrachtungen und praktische Lernmöglichkeiten, Dipl.Arb., Graz, 1991, S. 41ff.

[51] Vgl.: Stadler, Christina: Konzentration, S. 47f.

[52] Vgl.: Stadler, Christina: Konzentration im Zusammenhang mit der Familiensituation, S. 48.

[53] Vgl.: Dörr, Ulrike: Konzentration, S. 38-40.

[54] Zsifkovits, Christine: Untersuchungen zur verbesserten Diagnostik von Konzentrationsschwächen und Konzentrationsstörungen, S. 78.

[55] Vgl.: Ortner&Ortner: Handburch Verhaltens- und Lernschwierigkeiten, S. 194f.

[56] Vgl.: Ortner&Ortner: Handbuch Verhaltens- und Lernschwierigkeiten, S. 192f.

[57] Zimbardo, Philip G.: Psychologie, 5. Auflage, Berlin Heidelberg, 1992, S. 344.

[58] Vgl.: Zimbardo, Psychologie, 1992, S. 374.

[59] Correll, Werner: Lernstörungen beim Schulkind. Ursachen, Formen, Überwindungsmöglichkeiten, Donauwörth, 1962, S.175.

[60] Huber, Veronika: Dipl.Arb., Schulangst. Entstehung, Auswirkungen und Interventionsmöglichkeiten, Wien, 1996, S.9.

[61] Vgl.: Gärtner-Harnach, V.: Angst und Leistung, Weinheim, 1972, S.11.

[62] Vgl.: Dimitriadis, Dimitri: Diss., Angst. Theorien: Erscheinungsformen und Entstehungsformen. Zürich, 1986, S.2.

[63] Vgl.: Horney, Karen: Neue Wege in der Psychoanalyse. Stuttgart, 1951, S. 207.

[64] vgl.: Rank, Otto: Das Trauma der Geburt und seine Bedeutung für die Psychoanalyse. Frankfurt am Mail, 1988, S.33.

[65] Vgl.: Krohne, H.W.: Angst bei Schülern und Studenten. Entstehungsbedingungen, Konsequenze, präventive und therapeutische Maßnahmen, Hamburg, 1977, S.189.

Ende der Leseprobe aus 206 Seiten

Details

Titel
Lernschwierigkeiten bei 10-15-Jährigen
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Psychologie)
Note
Sehr Gut
Autor
Jahr
2002
Seiten
206
Katalognummer
V20283
ISBN (eBook)
9783638242110
Dateigröße
1107 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Analyse der gängigsten Lernschwierigkeiten (Legasthenie, Konzentrationsstörungen, Schulangst und Sprachstörungen) mit Berücksichtigung einer empirischen Forschung sowie Ansätze zur Problemlösung.
Schlagworte
Lernschwierigkeiten
Arbeit zitieren
Cordula Unterweger (Autor), 2002, Lernschwierigkeiten bei 10-15-Jährigen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20283

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