Nur wenige Herrscher des Mittelalters werden mit so vielen lobenden Worten bedacht wie Karl der Große (747 - 814). So wird der "Vater Europas" beispielsweise in zahlreichen Schulbüchern als "Hüter, Mehrer und Ordner des Reiches" dargestellt. Er prägte das Frühmittelalter wie kein zweiter und erhielt seinen Beinamen "der Große" deshalb wohl nicht (nur) aufgrund seiner Körpergröße. Vielmehr spielt dieser Terminus, der in einigen Sprachen direkt mit seinem Namen verschmolzen ist , auf seine "historische Größe" an. Dabei war Karl nicht nur ein großer Krieger und kämpfte beispielsweise gegen erfolgreich gegen unter anderem die Langobarden, Awaren und Sachsen; eine der größten Leistungen lag in seiner Reformtätigkeit, die er besonders im bildungskulturellen Bereich vorantrieb.
Um seine Ziele zu erreichen, veranlasste er umfangreiche Neuerungen im Bereich der Bildung, die (wie im Mittelalter im Allgemeinen üblich) unmittelbar an die Kirche bzw. an das geistliche Leben in Klöstern gebunden war. Greifbar wird diese "Bildungs- und Kirchenreform", die in der Literatur vereinzelt auch als "karolingische Renaissance" bezeichnet wird, vor allem in der Admonitio generalis.
In ähnlicher Weise war auch sein Sohn Ludwig der Fromme bestrebt, das Reich mittels intensiver Reformtätigkeit weiter voranzutreiben.Trotzdem wirdd er in der literarischen Beurteilung meist weit hinter seinen Vater zurückgesetzt. Obwohl dieses einseitig gezeichnete Bild von der Forschung an einiger Stelle inzwischen korrigiert wurde, folgen noch heute einige Autoren dem Stereotyp Ludwigs als bildungsfeindlichen Herrscher, der sich in seine Gottesfürchtigkeit flüchtete und die Regierungstätigkeit mehrheitlich seinen Räten überließ.
In der vorliegenden Arbeit sollen sowohl Vater, als auch Sohn hinsichtlich ihrer Auffassungen zu den Themen Bildung und Kirche analysiert und ihre konkreten Reformen in diesem Bereichen beschrieben werden.
Inhalt
1 Einleitung
2 Die Bildung der Antike und der Verfall im Mittelalter
3 Karl der Große und Ludwig der Fromme
3.1 Vater und Sohn im Portrait
3.2 Das (jeweilige) Verhältnis zu Bildung und Kirche
4 Die Reformtätigkeit Karls des Großen
5 Das Fortführen durch Ludwig den Frommen
6 Schluss
Quellen- und Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Karl der Große als „Vater Europas“ bezeichnet?
Er prägte das Frühmittelalter durch seine Eroberungen und umfassende Reformen in Bildung und Kirche maßgeblich.
Was war die „karolingische Renaissance“?
Eine Bildungs- und Kirchenreform Karls des Großen, die das geistliche Leben in Klöstern erneuerte und die antike Bildung wiederbelebte.
Wie wird Ludwig der Fromme in der Literatur bewertet?
Oft wird er als schwächerer Herrscher im Schatten seines Vaters dargestellt, doch die neuere Forschung korrigiert dieses Bild und betont seine Fortführung der Reformen.
Was ist die „Admonitio generalis“?
Ein bedeutendes Kapitular Karls des Großen von 789, das die Richtlinien für die Kirchen- und Bildungsreform im Frankenreich festlegte.
Wie war das Verhältnis von Bildung und Kirche im Mittelalter?
Bildung war unmittelbar an das geistliche Leben gebunden; Klöster waren die zentralen Orte des Wissenserhalts und der Lehre.
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- C. Zierold (Author), 2012, Karl der Große und Ludwig der Fromme , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202874