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Lohnt sich der Wahlkampf?

Eine empirische Untersuchung des Einflusses direkten und medial vermittelten Wahlkampfes auf ausgewählte Kenngrößen zum individuellen Wahlverhalten

Titel: Lohnt sich der Wahlkampf?

Masterarbeit , 2012 , 105 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Tobias Wolfanger (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit setzt sich mit den Effekten des direkten Parteienwahlkampfs und des medial vermittelten Wahlkampfs auf das individuelle Wahlverhalten auseinander. Auf Grundlage des Nachwahl-Querschnittsdatensatzes der German Longitudinal Election Study (GLES) zur Bundestagswahl 2009 findet eine empirische Überprüfung von Hypothesen zum Einfluss des Wahlkampfs auf ausgewählte Kenngrößen statt, die aus gesamtgesellschaftlicher oder Parteienperspektive als erstrebenswert angesehen werden. Darunter finden sich die Wahlbeteiligung, Wählermobilisierung, Wahlentscheidung sowie Einstellungen zu Kandidaten, Sachfragen und die Leistungsbewertung der Bundesregierung. Die Generierung von Hypothesen erfolgt durch theoretische Einbettung des Wahlkampfs in das sozialpsychologische sowie das Rational-Choice-Erklärungsmodell des Wahlverhaltens.
Die empirischen Ergebnisse offenbaren den wichtigen Beitrag, welchen der Wahlkampf als Aggregat für die politische Information der Bürger leistet. Mediale Berichterstattung vereinfacht die Entwicklung von Präferenzen für einen Kanzlerkandidaten. Das Ausmaß des erfahrenen Wahlkampfs erhöht die Wahrscheinlichkeit der Wahlbeteiligung sowie die Fähigkeit, die Lösungskompetenz für politische Probleme einer Partei zuzuschreiben.
Auf Ebene der Parteien finden sich Hinweise einer mobilisierenden Wirkung von Wahlkampfkontakten auf die Anhängerschaften von Parteien. Viele Anhänger der Linken hätten ohne Parteikontakte im Wahlkampf nicht an der Bundestagswahl teilgenommen, für die SPD hätte die Bundestagswahl ohne Wahlkampf in einem wahrscheinlich noch schlimmeren Ergebnis geendet. Von deren schlechter Ausgangssituation profitierten insbesondere die kleineren Parteien, denen es gelang, durch den Wahlkampf Anhänger der SPD für die eigene Sache zu gewinnen. Es deutet sich an, dass Wanderungsbewegungen im linken Lager durch den Wahlkampf forciert wurden.
Das starke Abschneiden der FDP bei der Bundestagswahl 2009 wurde durch die Wahlkampfbemühungen der Partei unterstützt. Diese begünstigten die Wahlentscheidung von Anhängern der Unionsparteien zugunsten der Liberalen und ließen Spitzenkandidat Westerwelles Ansehen bei den keiner Partei verhafteten Wählern steigen.
Die vorliegende Arbeit unterscheidet sich von der im Prüfungsverfahren vorgelegten durch wenige an Orthographie, Interpunktion und Layout vorgenommene Korrekturen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Literaturübersicht

3 Wahlkampf

3.1 Zieldimensionen des Wahlkampfs

3.2 Wahlkampf aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive

4 Bundestagswahlkampf 2009

4.1 Ausgangslage und Wahlergebnis

4.2 Wahlkampf

5 Vorüberlegungen zur Wirkungsweise des Wahlkampfs

5.1 Selektive Wahrnehmung

5.2 Poltisches Interesse und Politisches Wissen

5.3 Direkte Parteikontakte im Wahlkampf

6 Medien im Wahlkampf

7 Theoretische Modelle zum Wahlverhalten

7.1 Mikrosoziologisches Erklärungsmodell

7.2 Sozialpsychologisches Erklärungsmodell

7.2.1 Der Wahlkampf im sozialpsychologischen Ansatz

7.3 Rational-Choice-Ansätze

7.3.1 Wahlkampf im Rational-Choice-Ansatz

8 Hypothesen zur Wirkung des Wahlkampfs auf ausgewählte Größen

8.1 Selektive Wahrnehmung

8.2 Kandidatenorientierung

8.3 Sachorientierung

8.4 Bewertung der Regierungsleistung

8.5 Wahlbeteiligung

8.6 Mobilisierung

8.7 Wahlentscheidung

9 Operationalisierung

9.1 Direkte Parteikontakte (Wahlkampfexposition)

9.1.1 Direkte Parteikontakte

9.1.2 Gesamte direkte Parteikontakte

9.2 Medienrezeption im Wahlkampf

9.3 Parteiidentifikation (PI)

9.4 Kandidatenorientierung

9.5 Sachorientierung

9.5.1 Retrospektive Leistungsbewertung

9.5.2 Prospektive Leistungsbewertung als Problemlösungskompetenz

9.6 Wahlbeteiligung

9.7 Realisierte Parteiidentifikation

9.8 Wahlentscheidung

9.9 Politische Aufmerksamkeit

9.10 Weitere Kontrollvariablen

9.10.1 Unterschied in der Regierung

9.10.2 Unterschied in der Politik

9.10.3 Demokratiezufriedenheit

9.10.4 Wahlnorm

9.10.5 Bewertung einer Partei

10 Überprüfung der Hypothesen in Modellen

10.1 Selektive Wahrnehmung von Wahlkampfeinflüssen

10.1.1 Selektive Wahrnehmung direkter Parteikontakte

10.1.2 Selektive Wahrnehmung medialer Berichterstattung

10.2 Kandidatenorientierung

10.3 Sachorientierung

10.4 Retrospektive Leistungsbewertung

10.5 Wahlbeteiligung

10.6 Mobilisierung

10.7 Wahlentscheidung

11 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der Daten der German Longitudinal Election Study (GLES) den Einfluss von direktem und medial vermitteltem Wahlkampf auf das individuelle Wahlverhalten bei der Bundestagswahl 2009. Ziel ist es, die Wirkungsweise des Wahlkampfs auf Einstellungen und Wahlverhalten zu analysieren und zu klären, ob und inwiefern sich Wahlkampfmaßnahmen für Parteien rentieren.

  • Einfluss von Wahlkampfkommunikation auf politische Einstellungen und Wählerentscheidungen
  • Vergleich zwischen direkten Parteikontakten und medialer Berichterstattung
  • Integration sozialpsychologischer und rational-theoretischer Modelle zum Wahlverhalten
  • Analyse von Mobilisierungs- und Stabilisierungseffekten durch den Wahlkampf
  • Empirische Überprüfung des Bundestagswahlkampfs 2009 als Erkenntnisobjekt

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Wahlen sind das konstituierende Element einer Demokratie. Für viele Bürger bilden sie den einzigen regelmäßig praktizierten Eingriff in die politische Ausgestaltung der Gesellschaft. Vor allem in den westlichen Demokratien lässt sich über die vergangenen Jahrzehnte jedoch ein Rückgang der Wahlbeteiligung beobachten, welcher mitunter durch den Begriff der Politikverdrossenheit zu erklären versucht wird. Dieser impliziert eine Abkehr der Wahlberechtigten von der Politik. Hierfür wird im Allgemeinen eine zunehmende Entfremdung von potenzieller Wählerschaft und politischen Eliten als ursächliche Erklärung angeführt, für welche wiederum unterschiedliche Erklärungsfaktoren einen Beitrag leisten. Hierzu zählen die von vielen Wählern empfundene Konturlosigkeit und mangelnde Abgrenzbarkeit der politischen Parteien hinsichtlich ihrer Inhalte.

Zu den Kritikpunkten gehört unter anderem auch oftmals die besondere Aufmerksamkeit, welche die Parteien dem Volk nur während des Wahlkampfs entgegenzubringen scheinen. Mitunter wird die Institution des Wahlkampfes als Ganzes in ihrer Sinnhaftigkeit hinterfragt. Dies geschieht nicht zuletzt vor dem Hintergrund der finanziellen Aufwendungen, die von den Parteien im Vorfeld einer Wahl getätigt werden. Es wird die Frage gestellt, inwiefern dieser Aufwand gerechtfertigt ist. Heben sich die Wahlkampfanstrengungen der im politischen Wettbewerb stehenden Parteien nicht gegenseitig auf? In Anbetracht der theoretischen Überlegung, dass um eine begrenzte Anzahl von Wählerstimmen konkurriert wird, also faktisch nur um die Verteilung von Anteilen an der Gesamtzahl der zu vergebenen Wählerstimmen, ist diese Frage durchaus berechtigt. Diese Argumentation ist jedoch nur gültig, wenn man die politischen Parteien als ein Kollektiv betrachtet, dessen Mitglieder keiner individuellen Rationalität folgen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Wahlkampfs und dessen Rolle in der modernen Demokratie ein und formuliert die Forschungsfrage der empirischen Untersuchung.

2 Literaturübersicht: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Thema Wahlkampf und Wahlverhalten.

3 Wahlkampf: Hier werden Definitionen und Ziele des Wahlkampfs sowie die kommunikationswissenschaftliche Perspektive erläutert.

4 Bundestagswahlkampf 2009: Das Kapitel fasst die Ausgangslage, den Verlauf und die Ergebnisse der Bundestagswahl 2009 zusammen.

5 Vorüberlegungen zur Wirkungsweise des Wahlkampfs: Dieses Kapitel beleuchtet theoretische Vorüberlegungen zur selektiven Wahrnehmung und Bedeutung von Wahlkampfkontakten.

6 Medien im Wahlkampf: Es wird die Rolle der Medien und das verfügbare Datenmaterial zu deren Berichterstattung analysiert.

7 Theoretische Modelle zum Wahlverhalten: Darstellung der drei klassischen Theorieschulen (mikrosoziologisch, sozialpsychologisch, Rational-Choice) zur Erklärung des Wahlverhaltens.

8 Hypothesen zur Wirkung des Wahlkampfs auf ausgewählte Größen: Herleitung der konkreten Hypothesen zur Wirkung des Wahlkampfs auf unterschiedliche Einstellungs- und Verhaltensparameter.

9 Operationalisierung: Erläuterung der methodischen Umsetzung der Hypothesen in messbare Variablen.

10 Überprüfung der Hypothesen in Modellen: Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse basierend auf den statistischen Regressionsmodellen.

11 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage zur Effektivität des Wahlkampfs unter Berücksichtigung der Ergebnisse.

Schlüsselwörter

Wahlkampf, Wahlverhalten, Bundestagswahl 2009, Parteiidentifikation, Kandidatenorientierung, Sachorientierung, Medienberichterstattung, Mobilisierung, Wahlbeteiligung, Rational-Choice, sozialpsychologisches Modell, GLES, politische Aufmerksamkeit, direkte Parteikontakte, Regierungsleistung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit von Wahlkämpfen und deren Einfluss auf das individuelle Wahlverhalten der Bürger bei der Bundestagswahl 2009.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Auswirkungen von direkten Parteikontakten und Medienberichterstattung auf verschiedene Kenngrößen wie Wahlbeteiligung, Mobilisierung und Wahlentscheidung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: „Lohnt sich der Wahlkampf?“ und zielt auf die empirische Messung der Effekte von Wahlkampfbemühungen auf die Entscheidungsfindung der Wähler ab.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine quantitative empirische Analyse unter Verwendung der GLES-Datensätze, insbesondere durch logistische und lineare Regressionsmodelle.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung durch klassische Wahlverhaltensmodelle, die Herleitung von Hypothesen, die Operationalisierung der Variablen und die statistische Überprüfung der Wirkungszusammenhänge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wahlkampf, Wahlverhalten, Parteiidentifikation, Kandidatenorientierung, Mobilisierung, GLES und empirische Wirkungsforschung.

Wie definiert die Arbeit den „Wahlkampf“?

Die Arbeit nutzt die Definition von Manfred G. Schmidt und unterscheidet zwischen inhaltlichen, organisatorischen und kommunikativen Gestaltungsdimensionen.

Was ist das Hauptergebnis zur Wirksamkeit des Wahlkampfs?

Das Fazit zeigt, dass Wahlkampf insbesondere zur Mobilisierung der Wähler beiträgt und die Informationsgrundlage verbessert, wenngleich direkte kausale Effekte auf das Wahlverhalten aufgrund der komplexen Struktur der Wählerentscheidungen methodisch schwer zu isolieren sind.

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Details

Titel
Lohnt sich der Wahlkampf?
Untertitel
Eine empirische Untersuchung des Einflusses direkten und medial vermittelten Wahlkampfes auf ausgewählte Kenngrößen zum individuellen Wahlverhalten
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Tobias Wolfanger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
105
Katalognummer
V202982
ISBN (eBook)
9783656289647
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wahlkampf Wahlverhalten Bundestagswahl 2009 Rational-Choice Ann-Arbor-Modell Wahlbeteiligung Mobilisierung Kandidatenorientierung Kanzlerpräferenz Sachorientierung Wahlentscheidung German Longitudinal Election Study GLES Parteiidentifikation SPD CDU Union FDP Grüne Die Linke Regressionsanalyse Merkel Steinmeier Westerwelle Parteikontakte Wahlkampfexposition Medien BTW Stammwähler Sozialpsychologisches Erklärungsmodell zum Wahlverhalten Partei Leistungsbewertung Bundesregierung Wahlforschung Wahlkampfforschung individuelles Wahlverhalten Wahlkampfeffekte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Wolfanger (Autor:in), 2012, Lohnt sich der Wahlkampf?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202982
Blick ins Buch
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