Die Beschäftigung mit den Menschen und den einzelnen Individuen ist seit langer Zeit eine zentrale Auseinandersetzung mit der Menschheit. Aufgrund von Migration - „jede Ortsveränderung von Personen“ (Hoffmann-Nowotny 1970:107) und der Vielfältigkeit unserer Welt sowie der zunehmenden Globalisierung kommt es wiederum vermehrt zu Wanderbewegungen von Menschen. Solche Bewegungen führen viele Menschen in andere als ihre ursprünglichen Bereiche der Erde und zu teilweise freiwilligen, teilweise unfreiwilligen Niederlassungen.
Zur Zunahme der Migrationsbewegungen laut Population Referenze Bureau:
„There were 214 million international migrants in 2010, meaning that 3 percent of the world's almost 7 billion people left their country of birth or citizenship for a year or more. The number of international migrants almost doubled between 1985 and 2010“. (vgl.prb.org)
Diese Bewegungen von Menschen führen die Familien und insbesondere deren Kinder oft in komplexe Lagen und Zustände, weil sich das gesamte Familiensystem in einer neuen Gesellschaft mit der erwarteten Struktur, den Normen und Werten neu zu orientieren und zu identifizieren hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Abgrenzung der Problemstellung
2. Begriffsdefinition und Interpretationsbreite
2.1. Identitätsentwicklung
2.1.1. Der klassische Erklärungsversuch
2.1.2. Die psychologische Sichtweise
2.1.3. Ein unabschließbarer dynamischer Prozess
2.1.4 Ein Teilbereich eines lebenslangen Prozesses
2.2. Was bedeutet Familie
2.2.1. “Migrationsfamilie“
3. Theoretischer Hintergrund
3.1. Die Identität nach George Herbert Mead
3.2. Die Identität nach Ervin Goffmann
3.2.1. Die Präsentation des Selbst im Alltag
3.3. Die Identität nach Erik H. Erikson
3.3.1. Identität als Lebenslange Entwicklung
4. Die kulturelle Identität und der Sozialisationsprozess
4.1. Was bedeutet „Kultur“?
4.2. Identität als Teil der Sozialisationsprozesses
5. Die Rolle der Familie im Sozialisationsprozess
5.1. Allgemeines
5.2. Spezifika im Sozialisationsprozess der Migrationsfamilie
6. Fazit / Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle, welche die Familie bei der Identitätsentwicklung von Kindern in Migrationsfamilien einnimmt, und analysiert hierbei die komplexen Herausforderungen der Doppelidentität im Spannungsfeld zwischen Herkunfts- und Aufnahmegesellschaft.
- Grundlagen der Identitätsentwicklung und deren theoretische Einbettung
- Die Familie als primäre Instanz des Sozialisationsprozesses
- Kulturelle Identität und der Einfluss von Migrationshintergrund
- Modelle zur Identitätskonstruktion nach Mead, Goffman und Erikson
- Herausforderungen der Erziehung und Sozialisation in Migrationsfamilien
Auszug aus dem Buch
1.1. Abgrenzung der Problemstellung
Die Beschäftigung mit den Menschen und den einzelnen Individuen ist seit langer Zeit eine zentrale Auseinandersetzung mit der Menschheit. Aufgrund von Migration - „jede Ortsveränderung von Personen“ (Hoffmann-Nowotny 1970:107) und der Vielfältigkeit unserer Welt sowie der zunehmenden Globalisierung kommt es wiederum vermehrt zu Wanderbewegungen von Menschen. Solche Bewegungen führen viele Menschen in andere als ihre ursprünglichen Bereiche der Erde und zu teilweise freiwilligen, teilweise unfreiwilligen Niederlassungen.
Zur Zunahme der Migrationsbewegungen laut Population Referenze Bureau: „There were 214 million international migrants in 2010, meaning that 3 percent of the world's almost 7 billion people left their country of birth or citizenship for a year or more. The number of international migrants almost doubled between 1985 and 2010“. (vgl.prb.org)
Diese Bewegungen von Menschen führen die Familien und insbesondere deren Kinder oft in komplexe Lagen und Zustände, weil sich das gesamte Familiensystem in einer neuen Gesellschaft mit der erwarteten Struktur, den Normen und Werten neu zu orientieren und zu identifizieren hat.
P.L. Berger (1977) dazu: „wenn Menschen äußerlich in Bewegung geraten, so verändert sich häufig auch ihr Selbstverständnis. Man denke nur an die erstaunliche Transformation von Selbstbild und Identitätsgefühl, die die Folge einer simplen Wohnsitzveränderung sein kann“ (S. 68)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Migration und deren Einfluss auf das Familiensystem sowie Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes.
2. Begriffsdefinition und Interpretationsbreite: Erörterung zentraler Konzepte der Identitätsentwicklung und eine Definition der Familie im Kontext von Migration.
3. Theoretischer Hintergrund: Darstellung identitätstheoretischer Ansätze von George Herbert Mead, Ervin Goffman und Erik H. Erikson.
4. Die kulturelle Identität und der Sozialisationsprozess: Analyse der Bedeutung von Kultur und der Integration kultureller Identität als Teilbereich des Sozialisationsprozesses.
5. Die Rolle der Familie im Sozialisationsprozess: Betrachtung der spezifischen Funktionen von Familien als primäre Sozialisationsinstanzen, insbesondere unter den Bedingungen von Migration.
6. Fazit / Schlussfolgerung: Zusammenfassende Betrachtung der identitätsbildenden Rolle der Familie und Reflexion über die Herausforderungen für Kinder in Migrationsfamilien.
Schlüsselwörter
Identität, Sozialisation, Migrationsfamilie, Identitätsentwicklung, Migration, Kultur, Familiensoziologie, Doppelidentität, Rollenübernahme, Selbstbild, Integration, interkulturelle Erziehung, Sozialisationsinstanz, Individuum, Gesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und die Rolle der Familie bei der Identitätsbildung von Kindern, die in Migrationsfamilien aufwachsen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf Identitätstheorien, den Prozess der Sozialisation, kulturelle Zugehörigkeit sowie die soziologischen Spezifika von Migrantenfamilien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Familien als primäre Sozialisationsinstanz dazu beitragen können, eine stabile Identität bei Kindern zu fördern, die sich zwischen zwei unterschiedlichen kulturellen Systemen bewegen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse verschiedener soziologischer und psychologischer Ansätze (u.a. von Erikson, Mead und Goffman) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zur Identität, die Definition von Familie, die kulturelle Komponente des Sozialisationsprozesses sowie die spezifische Rolle der Familie bei der Identitätsentwicklung in Migrationskontexten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Identität, Sozialisation, Migrationsfamilie, Kultur und Doppelidentität sind die zentralen Begriffe.
Wie definiert der Autor das Konzept der Migrationsfamilie?
Der Autor versteht darunter Familien, die ihre ursprüngliche Heimat verlassen haben und sich in einem neuen gesellschaftlichen Umfeld mit neuen Normen und Werten identifizieren müssen.
Welche besondere Herausforderung ergibt sich für Kinder in Migrationsfamilien laut der Arbeit?
Die Kinder sind mit der "Doppelidentität" konfrontiert und müssen oft einen Ausgleich zwischen den Werten der eigenen Familie/Herkunftskultur und der Aufnahmegesellschaft finden.
Warum spielt das elterliche Bildungsniveau eine Rolle?
Ein höheres Bildungsniveau der Eltern kann laut Autor die Unterstützung der Kinder bei der Bewältigung gesellschaftlicher Unterschiede und bei der Adaptation an die neue Gesellschaft erleichtern.
- Quote paper
- Eddy Bruno Esien (Author), 2011, Welche Rolle spielt Familie für die Identitätsentwicklung bei Kindern in Migrationsfamilien?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202994