Bis auf wenige Ausnahmen ist die Ungleichheit in den letzten 20 Jahren in Europa, den USA und Asien stark angestiegen (Jaumotte et al., 2008, S. 6). Da diese Periode auch verbunden wird mit der Zunahme des internationalen Handels und dem Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen, steht die Globalisierung als Übeltäter im Fokus vieler Debatten. Doch welche Dimensionen umfasst die Globalisierung?
David Dollar (2001) erklärt: „ I define globalization as the growing integration of economies and societies around the world as a result of flows of goods and services, capital, people, and ideas.”
Globalisierung ist hier als zunehmende Verflechtung von sozialen, ökonomischen und politischen Dimensionen zu verstehen, wobei sie keinen Zustand, sondern einen wachsenden Prozess darstellt. Da hier die Wirkung der ökonomischen Globalisierung betrachtet wird, soll der Begriff nun enger gefasst werden: „ economic globalization is a phenomenon by which economic agents in any given part of the world are much more affected by events elsewhere in the world than before”.
Anne Krueger (2000) beschreibt hier die enge Verflechtung aller wirtschaftlichen Akteure, so kann ein Ereignis, wie zum Beispiel die zunehmende Liberalisierung des Handels Auswirkungen für große Teile der Welt haben.
Während viele von den Gewinnen der Globalisierung profitieren, gibt es in den Industrie- und Entwicklungsländern Sorgen über die gerechte Verteilung der Gewinne. Es scheint als seien die Spitzenverdiener üppig belohnt worden, wohingegen geringer qualifizierte Arbeiter, mit weniger guten Arbeitsplätzen nur begrenzte Gewinne gesehen haben (IMF, 2007, S. 32). Durch zunehmende Integration in die internationale Arbeitsteilung weisen viele Entwicklungsländer ein hohes reales Wachstum auf, jedoch verlieren eine Vielzahl von Kleinunternehmen, da sie gegen große, ausländische Billigproduzenten keine Chance mehr haben (Rübel, 2008, S. 243). Zwar profitieren die Industrieländer von günstigen Preisen für Ihre Kleidung und elektronische Artikel, doch bringen Ihnen die steigenden Importe aus Niedriglohnländern die Gefahr von Arbeitsplatzverlusten und sinkenden Reallöhnen für einen Teil Ihrer Arbeitnehmer.
Inhaltsverzeichnis
I. Thematik
II. Relevanz und Motivation
III. Einordnung in die Literatur
IV. Aufbau und Zielformulierung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der ökonomischen Globalisierung auf die Einkommensungleichheit innerhalb von Ländern, indem sie die Wirkungskanäle des internationalen Handels und der ausländischen Direktinvestitionen auf Basis aktueller wirtschaftswissenschaftlicher Studien analysiert.
- Definition und Indikatoren der ökonomischen Globalisierung
- Theoretische Grundlagen des Einflusses auf die Einkommensverteilung
- Anwendung des Stolper-Samuelson-Theorems
- Auswirkungen der Aktivitäten multinationaler Unternehmen
- Vergleichende Analyse aktueller Studien zur Ungleichheitsentwicklung
Auszug aus dem Buch
I. Thematik
Bis auf wenige Ausnahmen ist die Ungleichheit in den letzten 20 Jahren in den Ländern Europas, Asiens und den USA stark angestiegen (Jaumotte et al., 2008, S. 6). Da diese Periode auch verbunden wird mit der Zunahme des internationalen Handels und dem Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen, steht die Globalisierung als Übeltäter im Fokus vieler Debatten. Anne Krueger (2000) definiert die ökonomische Globalisierung, die durch den internationalen Handel und die ausländischen Direktinvestitionen auf die Einkommensungleichheit wirkt, als:
„a phenomenon by which economic agents in any given part of the world are much more affected by events elsewhere in the world than before”.
Hierbei führt die enge Verflechtung aller wirtschaftlichen Akteure zum Ergebnis, dass ein Ereignis, wie zum Beispiel die zunehmende Liberalisierung des Handels Auswirkungen für große Teile der Welt haben kann.
Während viele von den Gewinnen der Globalisierung profitieren, gibt es in den Industrie- und Entwicklungsländern Sorgen über die gerechte Verteilung der Gewinne. Es scheint als seien die Spitzenverdiener üppig belohnt worden, wohingegen geringer qualifizierte Arbeiter, mit weniger guten Arbeitsplätzen nur begrenzte Gewinne gesehen haben (IMF, 2007, S. 32). In den OECD Staaten liegt heute das Einkommen der Reichsten 10% im Verhältnis zu den Ärmsten 10% bei 9:1. In Japan, Korea, den USA und Italien sogar bei 10:1. Innerhalb der Periode von 1980 bis 2008 stieg der Gini Koeffizient in 17 von 22 OECD-Staaten.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Thematik: Dieses Kapitel führt in die Problematik der weltweit gestiegenen Einkommensungleichheit ein und stellt den theoretischen Zusammenhang zur zunehmenden Globalisierung her.
II. Relevanz und Motivation: Hier werden die quantitative Zunahme des Welthandels und der Direktinvestitionen dargelegt und die Forschungsfrage nach deren Einfluss auf die Lohnentwicklung unqualifizierter Arbeiter abgeleitet.
III. Einordnung in die Literatur: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand und identifiziert zentrale Studien, die den Einfluss von Handel und Investitionen auf die Ungleichheit beleuchten.
IV. Aufbau und Zielformulierung: Dieses Kapitel strukturiert die geplante Bachelorarbeit und definiert die Leitfragen zur Beantwortung des Gesamtziels.
Schlüsselwörter
Ökonomische Globalisierung, Einkommensungleichheit, Internationaler Handel, Ausländische Direktinvestitionen, Gini-Koeffizient, Stolper-Samuelson-Theorem, OECD-Staaten, Lohnungleichheit, Multinationale Unternehmen, Welthandel, Arbeitsmarkt, Einkommensverteilung, Struktureller Wandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem ökonomischen Zusammenhang zwischen der zunehmenden globalen wirtschaftlichen Verflechtung und der beobachteten Zunahme der Einkommensschere innerhalb einzelner Staaten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Analyse des internationalen Warenexports, die Rolle ausländischer Direktinvestitionen sowie die theoretische und empirische Betrachtung von Lohnentwicklungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, auf Basis existierender wirtschaftswissenschaftlicher Literatur zu klären, inwieweit die ökonomische Globalisierung kausal für die steigende Einkommensungleichheit verantwortlich gemacht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um ein Exposé, das eine Literaturanalyse und eine theoretische Herleitung auf Basis anerkannter Modelle wie dem Stolper-Samuelson-Theorem vorbereitet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Handels beleuchtet, gefolgt von einer Analyse der Auswirkungen multinationaler Unternehmen und einem Vergleich aktueller empirischer Studien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Globalisierung, Gini-Koeffizient, Direktinvestitionen, Lohnungleichheit und Welthandel.
Welche Bedeutung hat das Stolper-Samuelson-Theorem für die Argumentation?
Es dient als theoretisches Erklärungsmodell, um zu verstehen, wie sich der internationale Handel auf die relativen Preise von Produktionsfaktoren und somit auf die Löhne unqualifizierter Arbeit auswirkt.
Warum wird China in der Arbeit gesondert betrachtet?
China wird als Fallbeispiel angeführt, da es der größte Empfänger von Direktinvestitionen ist und dort zwischen 1980 und 2008 ein besonders starker Anstieg des Gini-Koeffizienten verzeichnet wurde.
Welchen Einfluss haben multinationale Unternehmen laut der Arbeit auf die Ungleichheit?
Sie können die Ungleichheit beeinflussen, indem sie beispielsweise höhere Löhne zahlen als lokale Firmen oder durch das Abwerben hochqualifizierter Arbeitskräfte das Lohngefüge verändern.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Science Wirtschaftspädagogik Lorraine Möller (Autor:in), 2012, Wie beeinflusst die ökonomische Globalisierung die Einkommensungleichheit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203000