Sylvia Plath - Identitätsverlust und Todessehnsucht

Die Selbstmord- und Todesthematik in autobiografischen und fiktionalen Texten von Sylvia Plath


Masterarbeit, 2012

70 Seiten

N. Mackowiak (Autor:in)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1 SYLVIA PLATH UND GESELLSCHAFTSPOLITISCHE KONTEXTE
1.1 BIOGRAFISCHES
1.2 IDEOLOGIE UND GESELLSCHAFT
1.3 DER ROLLENKONFLIKT ALS KRISENHERD

2 DER TOD IM ROMAN – DIE GLASGLOCKE
2.1 ENTSTEHUNG UND INHALT
2.2 DIE VORZEICHEN DES TODES: ESTHERS IDENTITÄTSSUCHE
2.2.1 Der Feigenbaum
2.2.2 Die Doubles
2.2.3 Doreen
2.2.4 Dodo und Mrs. Willard
2.3 SELBSTMORD ALS MÖGLICHKEIT
2.3.1 Die Krankheit zum Tode
2.3.2 Der Entschluss
2.3.3 Durchführung und Wiedergeburt
2.3.4 Joan

3 DER TOD ALS CHIFFRE – DIE SPÄTE LYRIK
3.1 SYLVIA PLATH ALS „CONFESSIONAL POET“
3.1.1 Merkmale und Begriffsbestimmung
3.1.2 Die Auflösung des Du
3.2 ARIEL UND DIE GESICHTER DES TODES
3.2.1 Die Wiederbelebung des Du
3.2.2 Identität und Initiation
3.2.3 Wiedergeburt
3.2.4 Reinheit
3.2.5 Der duale Tod

4 DER REALE TOD ALS AUSGANGSPUNKT – DIE TAGEBÜCHER
4.1 TED HUGHES ALS HERAUSGEBER
4.2 DIE SCHWIERIGKEIT DER AUTHENTIZITÄT
4.3 DIE SELBSTMORDTHEMATIK ALS ROTER FADEN
4.3.1 Das Double oder die Distanzierung vom Ich
4.3.2 Liebe
4.3.3 „The air of pressure“
4.4 BRIEFE NACH HAUSE - EIN DEUTUNGSVERSUCH

5 RESÜMEE

LITERATURVERZEICHNIS

Einleitung

Durch den Selbstmord Sylvia Plaths entstand der sogenannte Plath-Kult, ihre Werke wurden deswegen größtenteils biografisch gelesen und interpretiert. Die Gleichsetzung der Autorin mit dem Ich in ihren Werken wurde von Kritikern und Biografen weiter forciert, indem sie in ihren Analysen und Darstellungen Biografisches mit Fiktion gleichsetzten und den Plath-Kult antrieben.

Das zu bearbeitende Thema Identitätsverlust und die Todes- und Selbstmordthematik ist demnach ein sehr brisantes Thema, da der Finger genau in die Wunde gelegt wird. Die Schwierigkeit, über ein Thema zu schreiben, das immer wieder mit dem realen Selbstmord in Verbindung gebracht wurde, erwies sich als äußerst prekär, aber umso spannender. Ausgewählte Schlüsseltexte sind der Roman die Glasglocke, die Ariel- Gedichte und die Tagebücher von Sylvia Plath. In drei verschiedenen Genres soll der Fragestellung nachgegangen werden, wie die Autorin den Themenkomplex des Todes und des Selbstmordes fiktionalisiert und dargestellt hat. Die Tagebücher werden dabei bewusst an das Ende der Arbeit gesetzt. Das mit der Autorin am engsten biografisch verwobene Werk soll die vorliegende Arbeit nicht von Beginn an unter die Prämisse der Biografie stellen und so den Blick der Rezipienten biografisch einfärben.

In den Einleitungen der Kapitel zwei bis vier werden zugunsten einer werkimmanenten Leseart Argumente aufgeführt, die gegen eine Gleichsetzung von Biografie und Werk sprechen. Es wird aufgezeigt, dass weder der autobiografische Roman, die Bekenntnislyrik noch die Tagebücher ein authentisches Abbild realer Gegebenheiten sind. Diese Vorgehensweise erschien zwingend notwendig, da auch die Sekundärliteratur stark von biografischen Bezügen geprägt ist, die den Autoren zur Interpretation der Werke von Sylvia Plath dienen.

Edward Butscher verfasste 1976 die erste Biografie über Sylvia Plath. Es ist ein beispielloses Werk, das Plath als pathologische Person darstellt und ihr Leben als gespaltene Persönlichkeit zum Ausgangspunkt für ihre gesamte Werkrezeption darstellt. Wagner Martin ist in ihrer Biografie 1987 schon etwas distanzierter bei der Betrachtung Sylvia Plaths; sie bezieht als Grundlage auch die Tagebücher und die Briefe nach Hause mit ein. Sie beleuchtet das Leben Sylvia Plaths bedeutend feministischer und knüpft deren Existenzkrise an ihre Depressionen und an

vorherrschende, dominante, männliche Rollenbilder. Stevenson hat mit „Sylvia Plath“

1989 die bisher umfangreichste Biografie verfasst. Wie im Vorwort zu lesen ist, wurde ihr bei der Aufarbeitung des vorliegenden Materials wenig Spielraum gelassen. Es handelte sich um ein Auftragswerk von Olwyn Hughes, die so federführend in die Arbeit von Stevenson eingriff, dass die Biografin im Vorwort schreibt, der Anteil der Mitarbeit von Olwyn Huhges war so entscheidend, dass man von einem gemeinsamen

Werk sprechen müsse.1 Zur Todes- und Selbstmordthematik gibt es besonders in der

Lyrik viel Sekundärliteratur, aber fast ausschließlich von englischen oder amerikanischen Autoren.

„Chapters in a Mythology: The Poetry of Sylvia Plath“ von Judith Kroll ist ein viel zitiertes, dezidiert ausgearbeitetes Werk, das 1976 erschien. Kroll sieht von einer biografischen Herleitung weitgehend ab. Sie setzt den Tod in den Gedichten als Stufe in den nächst hochwertigen Seins-Zustand. Wiedergeburt, Initiation und Mythologie seien der einheitsstiftende Hintergrund der Gedichte Sylvia Plaths. Robert Phillips erkennt in jeglicher Äußerung Plaths einen Inzest-Schuld-Komplex, er versucht, die psychologische Verfassung Plaths in ihren Gedichten nachzuweisen. David Holbrook vergisst Sylvia Plath als herausragende Lyrikerin aufzuzeigen und stellt sie lediglich als paranoide Frau dar. Wolfgang Werth stellt mit seinem Werk „Ikonographie des Entsetzens. Die Todeslyrik der Sylvia Plath“ eine differenzierte Todesmetaphorik in ihrer Lyrik vor, die auf eine Verknüpfung mit dem realen Leben verzichtet. Seine Arbeit dient im Lyrikkapitel oftmals als Interpretationsansatz.

Mit der Selbstmordthematik setzt sich außerdem Deborah Gentry in „The art of dying. Suicide in the works of Kate Chopin and Sylvia Plath” differenziert auseinander. Sie entfaltet den Gedanken des Identitätsverlustes in der Glasglocke und zeichnet die Todessehnsucht in den Gedichten nach. Auch dieses Werk dient vorliegender Arbeit an wichtigen Stellen als Anknüpfungspunkt. Bronfen hat eine zusammenstellende Analyse autobiografischer und fiktionaler Texte von Sylvia Plath im Jahre 1998 zusammengestellt. Sie bezieht auch die Briefe nach Hause und die Tagebücher mit ein. Die Thematik des Todes ist nicht der Bezugspunkt ihrer Analyse, doch hat sie mitunter sehr innovative Interpretationsansätze, die in den nachfolgenden Kapiteln

immer wieder angesprochen und vorgestellt werden. Die aktuellste Arbeit über die

Werke Sylvia Plaths ist „The Cambridge Introduction to Sylvia Plath“ von Jo Gill aus dem Jahr 2008. Die Darstellung ist allen Arbeiten bezüglich der Konzentration auf eine werkimmanente Analyse der Texte voraus, zudem erläutert Gill die gesellschaftspolitischen Kontexte und verbindet die Einflüsse mit den Texten.

Es gibt bisher keine Arbeit über das Themengebiet Identität, Tod und Selbstmord in autobiografischen und fiktionalen Texten. Auffallend selten gibt es Arbeiten, die die Texte ausschließlich als fiktionale Werke begreifen und die brisanten Themengebiete allein unter literaturwissenschaftliche Betrachtung setzen – ohne diese in irgendeiner Form auf das Leben der Autorin umzumünzen. Tatsächlichem Forschungsdesiderat soll durch vorliegende Arbeit ein Stück entgegengewirkt werden.

Ein einleitendes Kapitel zur Biografie Sylvia Plaths und die Zuordnung gesellschafts- politischer Kontexte sind für die Interpretation der Werke zwingend notwendig und gehen der Arbeit voraus. Die auf Konformität bedachte amerikanische Gesellschaft der 1950er Jahre sowie die Rolle der Frau in Beruf und Ehe sind hierbei die beiden wichtigsten Kontexte, um die Thematik der Existenzkrise im weitesten Sinne differenziert beleuchten zu können. Es wird aufgezeigt werden, wie auch gesellschaftliche Verhältnisse auf das Leben der Protagonistin Esther in der Glasglocke einwirken und die Lebenskrise katalytisch beeinflussen. Politische Motive, wie der Holocaust und die Verbrechen an den jüdischen Opfern, werden auch in den Ariel-Gedichten benutzt, um Bilder des Bösen zu evozieren. In den Tagebüchern wird dann der Bogen wieder geschlossen und insbesondere die eingeschränkte Rolle der Frauen thematisiert, unter der die Autorin gelitten hat und die ihre Todessehnsucht vorantrieb.

Die Themen Identität und Tod werden in den Werken unterschiedlich gewichtet. So steht das Thema des Identitätsverlustes im zweiten Kapitel im Mittelpunkt. In dem Roman die Glasglocke sind Identitätsverlust und die gescheiterte Suche nach einer neuen eigenen Identität das Hauptmotiv für den Selbstmordversuch der Protagonistin Esther, was anhand der sogenannten Doubles, der weiblichen Rollenvorbilder, aufgezeigt werden wird. Hierzu müssen aber auch entscheidende Aspekte gesellschaftspolitischer Strukturen benannt werden, die auf das Leben der Protagonistin Esther einwirken.

Das literarische und lyrische Ich spielt im dritten und vierten Kapitel eine entscheidende Rolle. Es ist das Element, das die Werke und die Darstellung des zu bearbeitenden Themenkomplexes „Identität und Tod“ voneinander unterscheidet und selten verbindet. Im Vorwort des Lyrik-Kapitels wird von einem künstlerischen Kniff die Rede sein. Es handelt sich dabei um eine Ende der 1950er Jahre auftauchende Art der Lyrik, der confessional poetry, der Sylvia Plath zugehörig war und die ihre Lyrik so autobiografisch erscheinen lässt. Diese Art der Poesie war die Antwort auf Konsum und Konformität und entwickelte sich auch aufgrund von gesellschaftspolitischen Faktoren der amerikanischen Gesellschaft in den 1950er Jahren. Im weiteren Verlauf des Lyrik-Kapitels wird dargelegt, dass Sylvia Plath die Betonung des Ich zusätzlich durch ein lyrisches Du potenzierte, welches sie lediglich zur Bestärkung des Ich einsetzte. Mit dieser „Technik“ schafft sie es, sehr intensive Bilder zu konstruieren, die das lyrische Ich als omnipräsentes Zentrum darstellen und eine äußerst intensive, subjektive Ausdrucksform der Todessehnsucht und Identitätskrise nach sich ziehen.

Einen Überraschungseffekt erlebt der Rezipient dann bei den Tagebüchern. Hier kommt ein neues Element hinzu. Die Ausbildung eines Du als übergeordnetes Ich. Die starke Stellung außer etwas anderem als dem Ich kommt sonst in keinem der Texte vor. In den Tagebüchern wird das Du eine besondere starke Rolle übernehmen und das Ich sanktionieren.

Es gibt Motive, die alle Werke miteinander verbinden. Die Reinheit, die Wiedergeburt und die Rolle der Frau spielen in allen Texten eine Rolle, auch das wird an evidenten Textstellen deutlich gemacht. Denn auch sie tragen zum Themenkomplex der Identität und des Todes im weitesten Sinne bei, was zu beweisen sein wird.

1. Sylvia Plath und gesellschaftspolitische Kontexte

1.1 Biografisches

Otto Emil Plath wurde 1885 in Grabow, einer Stadt an der deutsch-polnischen Grenze geboren. Mit 16 Jahren wanderte er nach Amerika aus. Dort wurde er Bienenspezialist2 und arbeite als Professor für Biologie an der Boston University. Hier lernte er seine Frau Aurelia Schober3 kennen, deren Eltern österreichischer Herkunft waren. Sie unterrichtete nur kurze Zeit Deutsch und Englisch an einer High School in Brookline. Nach der Heirat

1932 gab sie ihre Stelle als Lehrerin auf4, um sich ganz auf die Arbeit als Hausfrau und

Mutter konzentrieren zu können. In dem Vorwort zu den Briefe(n) nach Hause, die sie nach dem Tod Sylvia Plaths herausgab, schrieb sie: „Dann fügte ich mich dem Wunsch meines Mannes, nur noch Hausfrau zu sein.“5

Sylvia Plath wurde am 27. Oktober 1932 in Boston/Massachusetts geboren, ihr Bruder Warren kam 1935 zur Welt. In der Erziehung war Anerkennung durch Leistung bedingt. Ingeborg Gleichauf verweist in diesem Zusammenhang auf Horatio Alger, ein zeitgenössischer, populistischer Schriftsteller, dessen Maß aller Dinge Leistung und Erfolg durch harte Arbeit waren6, und der die Atmosphäre dieser Zeit prägte. Sylvia entwickelte schon früh ihre Leidenschaft für das Schreiben und veröffentlichte bereits im Kindes- und Jugendalter Gedichte7 und Kurzgeschichten. Den Tod des Vaters 1941, als Sylvia8 Jahre alt war, verarbeitete sie noch als erwachsene Frau in mehreren Psychotherapien.

1950 erhielt Sylvia ein Stipendium für das Smith College in Northampton. Überdurchschnittliche Erfolge am College und ein Volontariat bei der Zeitung

1945 und 1946. 1950 wurde ihre Kurzgeschichte „And Summer Will Not Come Again“ im Seventeen

Magazin veröffentlicht.

Mademoiselle, das sie durch einen Kurzgeschichtenwettbewerb8 gewann, waren die erfolgreichen Seiten der jungen Collegejahre Sylvia Plaths. Sie litt aber auch an depressiven Schüben und konsultierte aufgrund von starker Schlaflosigkeit den Collegearzt.

Im Sommer 1953 verübte sie ihren ersten Selbstmordversuch. Die wenigen noch vorhandenen Tagebucheintragungen vor ihrem Suizidversuch deuten die destruktive Stimmung bereits an.9 Nach langer Therapie bei Dr. Beuscher, die sie zeitlebens betreuen wird, kehrte sie im Winter 1953 ans Smith-College zurück und graduierte 1955 mit summa cum laude.

Sie erhielt ein Fullbright-Stipendium für Cambridge, zog mit freudiger Erwartung nach Europa und lernte dort ihren späteren Ehemann kennen. Ted Hughes war kein typischer Cambridge-Student, er hatte als Funker in der RAF gedient10 und 1954 in Anthropologie am Pembroke College abgeschlossen. Aber vor allem war er Dichter und schon so bekannt, dass Sylvia Plath seine Gedichte kannte und seine schriftstellerische Fähigkeit

verehrte.

„Als Ted Hughes 1956 Sylvia Plath kennenlernte, wußte er mit Bestimmtheit, daß er sein Leben der Dichtung widmen wollte; andere Dinge wie Arbeit, Geld, Freundinnen waren zweitrangig.“11

Sie heirateten 1956 und siedelten 1957 in die USA über. Plath kehrte zum Smith College zurück und unterrichtete dort Literatur, doch sie kam mit der Doppelrolle als Lehrerin und als nebenberufliche Künstlerin nicht zurecht. „Plath indeed find contradictory demands of roles of teacher and creative writer exhausting.“12 Das Paar entschied sich, die Lehrtätigkeiten aufzugeben. Während Plath Geld mit Teilzeitjobs verdiente, belegte sie auch gleichzeitig ein Seminar bei dem Bekenntnisdichter Robert Lowell13 an der

Boston University. Sylvia und Ted kehrten nach Europa zurück.

Weder als Amerikanerin noch als wirkliche Europäerin wollte sie leben, ständig auf der

Suche nach ihrer echten, kulturellen Heimat.14

Im Jahr 1960 gebar Plath in England ihre Tochter Frieda. In diesem Jahr veröffentlichte sie auch ihren ersten Gedichtband The Colossus.15 Sylvia bekam im August 1961 ihr zweites Kind Nicholas, und das Paar lebte auf dem Land in Devon Village North Tawton. Obwohl sie in den Briefen nach Hause an ihre Mutter stets die Landschaft und ihr Leben dort positiv hervorhob, zeigen ihre Tagebucheintragungen eine ambivalente Haltung gegenüber ihrer neuen Umgebung auf. „[…] she paints a different picture, despairing at

the constant interruptions, the strange manners of the locals and the pressures to conform to village life.“16

Positiv entfaltete sich Sylvias Fähigkeit zu schreiben, sie entwickelte eine neue Schreibroutine17 und veröffentlichte zu dieser Zeit ihr dramatisches Gedicht Three Women für die BBC. In einem Eintrag von Aurelie Plath in den Briefen nach Hause18 spricht sie von wahrgenommen Spannungen zwischen dem Ehepaar. Das hatte einen Grund, denn Ted Hughes hatte eine Affäre mit Assia Wevill. Als Sylvia durch einen

Zufall das Verhältnis aufdeckte, wollte sie die Trennung. Sie zog mit den beiden Kindern später nach London. Anne Stevenson schreibt über die Anfangszeit von Sylvia in

London:

„Zunächst spornte Sylvia alles an, energisch und tüchtig zu sein. Sie ging mit Frieda und Nicholas in den Zoo, und nahm mit Alvarez Verbindung auf und zeigte ihm das fertige Manuskript von ‚Ariel‘.“19

Sie nennt zwei Aspekte, die Sylvia Plath in den folgenden Monaten begleiten werden. Ihre ungeheure Produktivität in ihrer Tätigkeit als Dichterin20 und der Kontakt zu A. Alvarez, dem sie die neu entstanden Gedichte vorlas. Sylvia Plath hatte zwischen 1962 und bis vor ihrem Selbstmord im Februar 1963 ihre produktivste Phase, sie schrieb

unaufhörlich Gedichte, zumeist morgens, als die Kinder noch schliefen. Ihre berühmt

gewordenen Gedichte Daddy und Lady Lazarus21 entstanden während dieser Zeit. Sylvia las sie Alvarez laut vor, der in seinem Vorwort über Sylvia Plath später resümierend schreiben wird: „Ich war entsetzt. […] Ich hatte auf die erste brutale Wirkung überempfindlich reagiert und seine sonderbare, unheimliche Eleganz nicht verstanden.“22

Er war es auch, der eine Veränderung an ihr bemerkte, als er sie im kältesten Winter seit über 150 Jahren in ihrer neuen Wohnung besuchte. Ihr Haar hing lose, sie verströmte einen animalischen Geruch und ihre Gestalt glich dem Aussehen einer „erschöpften Priesterin.“ Am 11. Februar 1962 vergiftete sich Sylvia Plath in ihrer Wohnung, indem sie den Gasofen anstellte und den Kopf hineinsteckte.

Durch ihren Freitod bekamen ihre Werke eine neue Möglichkeit der Rezeption, die der biografischen Ableitung. Diese Arbeit soll jener Art der Rezeption entgegenwirken. Sie wird keine biografischen und gesellschaftlichen Bezüge verleugnen, da sie wichtige Einflüsse ihrer Zeit enthalten. Bedeutsam dabei ist, sie nicht als monolithischen, motivgeschichtlichen Horizont zu benutzen.

1.2 Ideologie und Gesellschaft

Der historische und ideologische Zusammenhang, in dem Sylvia Plath aufwuchs und kreativ tätig wurde, ist konstitutiv für ihr Werk und die nachfolgenden Interpretationen. Die Einflüsse tragen unmittelbar zum Weltempfinden der Protagonistin Esther und auch Sylvia Plaths in ihren Tagebüchern bei. Thematische Bezüge zu Politik und die Rolle der Frau werden auch in den Gedichten hergestellt. Für den Identitätsverlust und den Hang zum Tode werden nicht selten gesellschaftliche Aspekte mit in die Verantwortung gezogen. Daher sind eine kurze Zuordnung gesellschaftlicher Strukturen, und im speziellen die Rolle der Frau, unerlässlich.

Der 1946 einsetzende Wirtschaftsboom, der die amerikanische Wirtschaft in den 1950er

Jahren kontinuierlich wachsen ließ23, brachte eine neue, breite Mittelklasse, die new middle class, hervor, zu der auch Sylvia Plath und ihre Familie zählte. Die Etablierung

einer breiten Wohlstandsklasse reflektierte sich aber auch in neuen sozialen und politischen Einstellungen der Gesellschaft wider. Die Hinterlassenschaft des Zweiten Weltkrieges und die Verbrechen des Holocaust zählen zu wichtigen politischen Ereignissen, die auf das Leben Sylvia Plaths Einfluss nahmen. Sie zählte zu den confessional poetrys, im gleichen Zuge sah sie sich selbst aber nicht ausschließlich als Dichterin, sondern suchte ihre wahre Berufung in der Arbeit als Schriftstellerin und als Künstlerin im Allgemeinen.

Die Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges und die Verarbeitung des Nationalsozialismus sind bedeutsam für das kulturelle und literarische Milieu, in dem Plath aufwächst und arbeitet. Ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Kalten Krieg war der Bau der Atombombe in den USA. In diesem Zusammenhang kann auf Ethel und Julius Rosenberg verwiesen werden, die hingerichtet wurden, da sie beschuldigt wurden, amerikanische Geheimpapiere über Atomwaffen an die Sowjetunion weitergegeben zu haben.

Am 19. Juni 1953 reflektiert Plath in ihrem Tagebuch über der Hinrichtung der Rosenbergs, die ihr sehr nahe geht. Der größte Schrecken ist für Plath die Gleichgültigkeit ihrer Umwelt. Die spürbarste emotionale Reaktion in den ganzen Vereinigten Staaten „wird ein […] unendlich gelangweiltes, lässiges und

selbstzufriedenes Gähnen sein“24, schreibt sie angewidert in ihr Tagebuch. Die

Rosenbergs finden in der Glasglocke Erwähnung und stehen dort in Verbindung mit Esthers eigener Todessehnsucht. Pat Mcpherson sieht den Zusammenhang zwischen der Protagonistin Esther und den Rosenbergs in der Elektroschockbehandlung von Esther. “Like Plath´s, Esthers response to the execution of the Rosenberg is not only political but also psychological.“25 Die ECT-Therapie stellt für Esther eine Bestrafung für ihre

„Nichtkonformität in gesellschaftlichen Konventionen“ dar. Esther sieht in den

Rosenbergs ihr eigenes Schicksal – entweder sie wird eine andere oder sie muss sterben.26

Die Zeit der Dissoziation etablierter Werte warf die Verantwortung des Individuums zunächst auf die eigene Identität und das eigene Selbstwertgefühl. Bei Plath wird die Lost

Generation zum Lost Individual. Die unterschwellige Hysterie der personae Plaths, die Werth in ihrer Lyrik und Bronfen in ihren Tagebüchern aufdeckt, ist Ausdruck einer Gesellschaft, die in der Nachkriegszeit aufwuchs: „Identifikationsprobleme und Orientierungslosigkeit zeichnete die Jugend aus „[…] deren soziale Identitätsfindung

immer mehr individualisiert wurden.“27

Die Nachkriegszeit ist geprägt durch eine erstaunliche kulturelle Einförmigkeit28, die durch den Einfluss der Massenmedien zu allgemeinen Standardisierungen der Lebensgewohnheiten führte. Die Steigerung der Produktivität, die durch den Stopp der Produktion von Kriegsgütern zugunsten von Konsumgütern unternommen wurde, prägen die Leitbilder der Gesellschaft neu, indem eine Konsumkultur, wie sie auch in der Glasglocke beschrieben wurde, entsteht. Zunehmende bürokratische Standards entstehen,

„[…] deren grundlegendes Charaktermerkmal der Konformismus ist.“29 Die zusätzliche

Eindimensionalität im beruflichen Umfeld erfordert eine weitere Einschränkung individueller Autonomie und die Erfüllung präziser Rollenerwartungen. Die neue Ausprägung konformer Lebensweisen30 wird vor allem in dem Geschlechterverhältnis und in der neuen Rolle der Frau ersichtlich und es scheint sinnvoll, einige signifikante Aspekte nachfolgend herauszustellen.

1.3 Der Rollenkonflikt als Krisenherd

In den 1940er und 1950er Jahren herrschte immer noch der Konsens in Amerika vor, Frauen seien dazu geboren, Mutter und Hausfrau zu sein. Das allgemeine Frauenwahlrecht wurde 1920 in den Vereinigten Staaten beschlossen, brachte jedoch nicht die erhoffte Veränderung. Frauen waren von der Mitgliedschaft in politischen Organisationen weitgehend ausgeschlossen, zudem engagierten sie sich eher in kirchlichen Kreisen und wählten, wenn sie zur Wahl gingen, wie ihre Ehemänner und

Väter.“31 Während des Zweiten Weltkrieges herrschte Männermangel und viele Stellen

waren unbesetzt, Frauen besetzten nun die freien Stellen. Nach Kriegsende sollten die

Frauen ihre Arbeitsstellen wieder aufgeben, aber das wollten die wenigsten.32 „Von

März 1940 bis April 1950 nahmen die weiblichen Erwerbpersonen um über 5.25

Millionen zu […] Ende 1951 waren fast ein Drittel aller Erwerbspersonen Frauen […].“33

Vergleicht man die Zahlen der erwerbstätigen Frauen in akademischen und gehobenen Berufen in den USA im Jahre 1940, so ist ersichtlich, wie wenige akademische Berufe amerikanischen Frauen offen standen.34 Betrachtet man den Familienstand der erwerbstätigen Frauen, überwiegen in den akademischen Berufen bei Weitem die Anzahl der ledigen Frauen. 1950 arbeiteten 15,6 % der ledigen Frauen in akademischen Berufen und nur 9,5 % waren verheiratet und gleichzeitig in akademischen Bereichen tätig. In der Entwicklung bis 1962 ist festzustellen, dass proportional mehr Frauen als Männer einen Highschool-Abschluss machten und ein College besuchten. Das Verhältnis der College- Abschlüsse bei Frauen und Männern lag jedoch bei 5,8 % zu 9,7 %.35 Frauen brachen das College oft vorzeitig ab, zugunsten einer Eheschließung.

„Die Rollen der erwachsenen Frau als Hausfrau und als Erwerbstätige wurden in jenen der reizvollen ‚Dame der Gesellschaft‘ einerseits, und der erfolgreichen ‚Berufsfrau‘ andererseits idealisiert; damit ist der Zwiespalt dramatisiert worden.“36

In dem oben genannten Zwiespalt befand sich auch Sylvia Plath. Sie hatte in den Anfangsjahren ihrer Ehe panische Angst davor, schwanger zu werden. Ein Kind zu bekommen, bedeutete für sie das Ende ihrer angestrebten Karriere als Schriftstellerin. Das Problem eine Karriere einzuschlagen, die eine akademische Laufbahn beinhaltet und trotzdem die gesellschaftlichen Normen zu erfüllen, Mutter und eine gute Ehefrau zu sein, brachten viele Frauen in eine Identitätskrise. Betty Friedan stellt in ihrem Werk Der Weiblichkeitswahn oder die Selbstbefreiung der Frau das typische Dilemma heraus, das Vorstadtfrauen in Amerika der 1950er und auch die Protagonisten Esther in der Glasglocke und Sylvia Plath selbst betraf:

„Die Freiheit, das eigene Leben zu führen und zu planen, ist erschreckend, wenn man es noch nie getan hat. Es ist erschreckend, wenn eine Frau schließlich erkennt, dass es keine andere Antwort auf die Frage

‚Wer bin ich?‘ gibt als die innere Stimme. Sie mag Jahre auf der Couch

des Psychoanalytikers verbringen und an ihrer ‚Anpassung an die weibliche Rolle‘ und der Beseitigung der Hindernisse für die ‚Erfüllung als Ehefrau und Mutter‘ arbeiten. Und doch mag ihre innere Stimme immer noch sagen: ‚Das ist es nicht.‘“37

Die Gasglocke ist Spiegel dieser gesellschaftlichen Strukturen und zeigt die schwierige

Rolle der Frau, insbesondere die Rolle als Mutter, auf. Man kann den Roman als

„matrophobia“38-Roman lesen. Der Hass der Protagonistin Esther in der Glasglocke auf ihre Mutter entspringt einer frauenfeindlichen Version von Mutterschaft, die destruktiv und potenziell tödlich ist. Es ist ein Bild von Mutterschaft in einem Amerika der 1950er Jahre, das die Ängste und den Hass der Mütter (in ihrer Rolle) verleugnet und gleichsam projiziert. Die Angst vor der Mutterrolle durch die Gewissheit, ihr individuelles Leben dafür aufgeben zu müssen, war eine zentrale Erfahrung weiblicher, junger Erwachsener im Amerika der 1950er Jahre.39

Esther spricht für eine ganze Generation, wenn sie ihre Mutter meint und sagt: „Ich hasse sie.“40 Und damit meint Esther nicht nur ihre eigene Mutter als individuelle Person, sondern die Rolle, die sie erfüllt und die Esther verabscheut, aber annehmen muss, wenn sie gesellschaftlichen Konventionen genügen will.

2. Der Tod im Roman – Die Glasglocke

2.1 Entstehung und Inhalt

Der Roman Die Glasglocke wurde erstmalig 1963 in England unter dem Pseudonym Victoria Lucas veröffentlicht. Erst nach ihrem Tod erschien Sylvia Plaths einziger Roman unter ihrem richtigen Namen, 1967 in England und 1971 in Amerika. Eine deutsche Übersetzung wurde 1977 vom Suhrkamp Verlag herausgegeben. Die zunächst größtenteils werkimmanente Rezeption der Glasglocke veränderte sich mit der zweiten Veröffentlichung zugunsten einer biografischen Leseart. Der große Bekanntheitsgrad der

Autorin war ihrem Selbstmord 1963 geschuldet, der großes Aufsehen erregte.

„Suddenly, Plath was marketable on both sides if the Atlantic. […]

identifying the author as Sylvia Plath for the first time; between 1966 and

1977, Faber sold over 140,000 copies of The Bell Jar in hardback and paperback editions.”41

In dem Bewusstsein und mit dem zusätzlichen Wissen um die Person Sylvia Plath und ihren Selbstmord schien Die Glasglocke der direkte Zugang zur lebensmüden Protagonistin Esther Greenwood und gleichzeitig zu Sylvia Plath zu sein.42 Die Öffentlichkeit hatte sich in der Glasglocke die Stimme der toten Autorin erhofft, deren Ende sie durch das autobiografische Werk erfahrbarer machen wollten. Sie hätten Gabriele Wohmann in Ihrem Spiegelbericht von 1979 Glauben schenken sollen, als diese über die Rezeption der Werke Sylvia Plaths schreibt:

„Den Autobiografie-Schnüfflern unter den Lesern kann diese Lektüre, parallel zu Roman und Gedichten, nicht schaden, da sie erkennen müßten, daß sich das sogenannte Leben nie mit seiner Darstellung deckt.“43

Die Glasglocke wurde als autobiografischer Roman veröffentlicht. Trotz seiner biografischen Bezüge kann nie eins zu eins auf das reale Leben der Autorin geschlossen werden. Es handelt sich auch hier um eine fiktionalisierte Welt, einen künstlerischen Kniff.

„Im Gegensatz zum authentischen Selbsterfahrungstext besteht der autobiografische Roman von vornherein auf Fiktionalität. Bewußt stellt die Autorin Distanz zum eigenen Erleben her und entwickelt in der Konzeption ihrer Romanfigur den Beispielcharakter der eigenen Identitätsproblematik.“44

Zudem muss der Annahme widersprochen werden, dass Frauen nur darüber schreiben können, was sie in ihrem eigenen Leben erleben oder erlebt haben. Eine solche Prämisse verbietet es, die Kunst des weiblichen Schreibens als eine Alternative, als Erkenntnistheorie und als sich selbst konstituierende Form des Wissens darzustellen.45

Van Dyne vergleicht die Werke einzelner Biografen Sylvia Plaths. Sie deckt eine

Verfälschung der Lebensdarstellung auf, die aus der Gleichsetzung von Werk und Leben der Autorin resultieren:

„These explanatory plotlines smooth over the contradictions, dissonances and unknowable motivations of the life in order to narrate a coherent identity unfolding developmentally in time that we as readers recognize as familiar and plausible.“46

Das reale, biografische Erleben der Autorin, insbesondere ihre Selbstmordversuche, war Voraussetzung für die spätere Fiktionalisierung, so Elisabeth Bronfen. Sie bindet nämlich den realen Selbstmordversuch Sylvia Plaths unweigerlich an den fiktiven. Nach Bronfen ist die Entstehung des Romans erst durch die Erfahrung des Todes ermöglicht worden.

Sylvia Plath bietet eine Version ihres todähnlichen Selbst47, das aus dem Tod heraus

schreibt. Plath greift damit, und das wird in ihren Gedichten noch deutlicher, den Topos der toten Frau als Muse auf.48

„[…] ihrer Genesung in der Form eines autobiografischen Romans, widerspricht der Entscheidung für den Tod, ist aber nur möglich, nachdem sie den Selbstmord gewählt hat und zu den Lebenden zurückgekehrt ist.“49

Die Glasglocke ist nicht nur ein Roman mit autobiografischen Bezügen und für Sylvia Plath “An autobiographical apprentice work which i had to write in order to free myself from the past.“50 Darüber hinaus zeigt der Roman exemplarisch ein Frauenleben in einem Amerika der 1950er Jahre auf. Die Todesstrafe, unterdrückte Sexualität, die Rolle der Frau und gängige Elektroschockbehandlungen bei Frauen sind nur einige der Themen, die die Glasglocke über ein biografisches Offenlegen von Stationen im Leben Sylvia Plaths hinaus preisgibt. Pat Macpherson stellt die thematischen Kontexte der Glasglocke sehr treffend dar:

“This is the story of The Bell Jar, of Esther Greenwood´s paranoid relationship to the repressive norms of the 1950s. […] the novel “point up the controlling presence of the medical, corporate or legal collective gaze at the woman´- so inquisitional, so often punishing in the McCarthy era – […] a heroine´s contest with the terms defining her life and self.”51

Es ist 1953 und Esther ist aus der Vorstadt in der Nähe von Boston nach New York gekommen. Sie wurde mit elf weiteren Mädchen für einen Monat zu einem Volontariat

bei einer Zeitschrift in New York eingeladen. Während sich die anderen Mädchen in das Großstadtleben stürzen, weiß Esther, dass irgendetwas mit ihr diesen Sommer nicht stimmt.51 Die prophetische Gewissheit wird sich im Laufe des Romans immer stärker manifestieren und in einem Selbstmordversuch kulminieren.

[...]


1 Vgl. Stevenson, Anne (1989): Sylvia Plath. Frankfurter Verlagsanstalt GmbH. Frankfurt am Main. Aus dem Vorwort.

2 Er schrieb 1934 das Standardwerk „Bumblebees and Their Ways.“

3 Aurelia Plath kam aus sozial schwachem Hause, nachdem sie ihre Eltern überredet hatte, Englisch und Deutsch zu studieren, denn sie wollte unbedingt Highschool-Lehrerin werden, musste sie sich das Studium selbst erarbeiteten. Im Zuge etlicher Teilzeitarbeitsstellen wurde sie die Sekretärin von Prof. Dr. Otto Plath, ihrem späteren Mann und Vater von Sylvia Plath.

4 Vgl. Stevenson (1989), S. 32 f.

5 Plath, Aurelia (Hrsg.) 1979: Plath, Sylvia, Briefe nach Hause 1950-1963. München,Wien. S. 14.

6 Vgl. Gleichauf, Ingeborg (2003): Ich habe meinen Traum. Sieben Dichterinnen und ihre

Lebensgeschichte. Beltz Verlag. Weinheim, Basel, Berlin. S. 233.

7 Im Boston Herald vom 10. August 1941 und im Phillipian, einer lokalen Zeitung der Phillips Akademie,

8 Der Titel lautete „Sunday at the Mintons.“ Aus der gesamten USA bekamen nur 20 Mädchen die Chance, bei der Moderedaktion zu volontieren.Vgl. hierzu: Hetmann, Frederik (1988): So leicht verletzbar unser Herz. Die Lebensgeschichte der Sylvia Plath. Beltz & Gelberg. Weinheim und Basel. S. 41 ff.

9 Eine ausführliche der Darstellung ihrer Todessehnsucht und Identitätssuche folgt im Kapitel 4, das die

Tagebücher Sylvia Plaths zum Inhalt hat.

10 Vgl. Wagner-Martin, Linda (1990): Sylvia Plath. Insel Verlag. Frankfurt am Main. S. 165 f.

11 Stevenson (1989), S. 148.

12 Gill, Jo (2008): The Cambridge Introduction to Sylvia Plath. Cambridge University Press. New York. S. 8.

13 Robert Lowell findet hier Erwähnung, da er durch sein Werk Life Studies ein Schriftsteller der confessional poetry war, zu der auch Sylvia Plath gezählt wurde. Hierauf wird im Lyrik Kapitel näher eingegangen.

14 Vgl. Gill (2008), S. 14 ff.

15 Plath, Sylvia (1960): The Colossus And Other Poems. Der Band umfasst auch Gedichte von 1956 bis 1959.

16 Gill (2008), S. 11.

17 Vgl. Briefe nach Hause. 4 März. 1962. S. 474.

18 Vgl. Briefe nach Hause. S. 487.

19 Stevenson (1989), S. 470.

20 Die Gedichtsammlung Ariel wurde zum ersten Mal von Ted Hughes herausgegeben, der aber die von Sylvia Plath geplante Editierung ignorierte. 2004 erschien die erste deutsch-englische Ausgabe, von Plaths Tochter Frieda herausgegeben, die sich an die Originalzusammenstellung der Mutter gehalten hatte und die als Grundlage für das Kapitel 3 in dieser Arbeit benutzt wird.

21 Beide Gedichte sind wichtig für die Analyse der Todesthematik und werden in Kapitel 3 vorgestellt.

22 Alvarez, A. (1974): Der Grausame Gott. Eine Studie über den Selbstmord. Hoffmann und Campe Verlag. Hamburg. S. 30.

23 Vgl. Kohlpoth, Tanja (2006): Gesellschaftsbild und soziologische Theorie. Talcott Parsons´ Funktionalismus im Kontext der gesellschaftlichen Entwicklung der USA in den 1950er und 1960er Jahren. Diss. Universität Kassel. S. 45.

24 Plath, Sylvia (1997): Die Tagebücher. Frankfurter Verlagsanstalt GmbH. Frankfurt am Main. S. 119.

25 Ferretter, Luke (2010): Sylvia Plath´s fiction. A critical study. CPI Antony Rowe, Chippenham and Eastbourne. Great Britain. S. 104.

26 Vgl. Ferretter (2010), S. 105.

27 Werth, Wolfgang (1990): Ikonographie des Entsetzens. Die Todeslyrik der Sylvia Plath.

Wissenschaftlicher Verlag Trier. Diss. Universität Bochum. S. 49.

28 Vgl. Laski (1948), in: Kohlpoth, Tanja (2006): Gesellschaftsbild und soziologische Theorie. Talcott

Parsons´ Funktionalismus im Kontext der gesellschaftlichen Entwicklung der USA in den 1950er und 1960er Jahren. S. 89.

29 Kohlpoth (2006), S. 71.

30 Diese sind in vielen Lebensbereichen zu finden, wie zum Beispiel in der Architektur, der Wohnkultur und der Freizeitgestaltung. Leider kann im Rahmen dieser Arbeit nicht auf alle Aspekte eingegangen werden. Eine umfassendere Darstellung bieten Kolpoth und Dahrendorf an.

31 Kurth, Rita (1994): Women´s studies und curriculum transformation in den USA. Perspektiven für das bundesdeutsche Hochschulwesen? Centaurus - Verlagsgesellschaft. Pfaffenweiler. S. 22.

32 Kurth (1994), S. 22.

33 Klein, Viola und Myrdal, Alva (1956): Die Doppelrolle der Frau in Familie und Beruf. Kiepenheuer & Witsch. Köln Berlin. S. 86.

34 Vgl. hierzu die ausführlichen Tabellen 18 und 19 auf S. 92 und S. 93 über erwerbstätige Frauen in

Amerika zwischen 1940 und 1950, in: Myrdal/Klein (1956).

35 Vgl. Kohlpoth (2006), S. 63.

36 Klein/Myrdal (1956), S. 181.

37 Friedan, Betty (1996): Der Weiblichkeitswahn oder die Selbstbefreiung der Frau. S. 224.

38 Vgl. Macpherson, Pat (1991): Reflecting on the bell jar. Routledge, Chapman and Hall Inc. London. S. 59 ff.

39 Plath, Sylvia (2005): Die Glasglocke. Suhrkamp Taschenbuch Verlag. S. 59.

40 Ebd., S. 219.

41 Middlebrook, Diane (2003): Her Husband: Hughes and Plath – A Marriage. New York: Viking. S. 227.

42 Vgl. Gill (2008), S. 75.

43 Wohmann, Gabriele: Das sogenannte Leben. Sylvia Plath: Briefe nach Hause 1950 – 1963 in Spiegel Nr.47/1979.

44 Tebben, Karin (1997): Literarische Intimität. Subjektkonstitution und Erzählstruktur in autobiographischen Texten von Frauen. A. Francke Verlag Tübingen und Basel. S. 240.

45 Van Dyne, R. Susan (2006): The problem of biography in: Cambridge University Press. S. 2.

46 Gerisch, Benigna (2003): Die suizidale Frau. Psychoanalytische Hypothesen zur Genese. Vandenhoeck

& Ruprecht.Göttingen. S. 201.

47 Vgl. Bronfen, Elisabeth (1994): Nur über ihre Leiche. Tod, Weiblichkeit und Ästhetik. 2. Auflage.

Verlag Antje Kunstmann GmbH. München. S. 591.

48 Ebd., 573.

49 Ebd., S. 589.

50 Plath, Sylvia. In: Bundtzen, Lynda K. (1983): Plath´s Incarnations. Woman and the creative Process. The university of Michigan press and simultaneously in Rexdale, Canada, by John Wiley & Sons Canada. Limited Manufactuerd in the United States of America. S. 110.

51 Macpherson, Pat (1991): Reflecting on the bell jar. Routledge, Chapman and Hall Inc. London. S. 3.

Ende der Leseprobe aus 70 Seiten

Details

Titel
Sylvia Plath - Identitätsverlust und Todessehnsucht
Untertitel
Die Selbstmord- und Todesthematik in autobiografischen und fiktionalen Texten von Sylvia Plath
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Autor
Jahr
2012
Seiten
70
Katalognummer
V203073
ISBN (eBook)
9783656307679
ISBN (Buch)
9783656308249
Dateigröße
787 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tod
Arbeit zitieren
N. Mackowiak (Autor:in), 2012, Sylvia Plath - Identitätsverlust und Todessehnsucht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203073

Kommentare

  • Gast am 15.11.2012

    Tolles Thema, viel zu selten wird S.Plath als Autorin im wissenschaftlichen Kontext betrachtet. Die Betrachtung Ihrer Biografie versperrt oft den Blick auf ihr literarisches Schaffen.

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