Spitzensport als Beratungsmodell

Sportmanagement


Seminararbeit, 2010

18 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Parallelen von Spitzensport und Business
1.1 Vorbereitung
1.2 Wettkampf
1.3 „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“

2. Die Arbeitswelt der Zukunft
2.1 Leidenschaft und Begeisterung
2.2 Ausdauer und Disziplin
2.3 „Kämpfen“ können
2.4 Selbstvertrauen und Selbstverwirklichung
2.5 Siegermentalität und Konzentration

3. Rowingteam- Teamentwicklung auf dem Wasser
3.1 Die besonderen Merkmale von Rowingteam
3.2 „Wir sitzen alle in einem Boot“
3.3 Systemischer Ansatz
3.4 Einbindung aller Teammitglieder mit ihren verschiedenen Kompetenzen
3.5 Die Strukturen in einem Rudervierer
3.6 Individuelle Angebote für den Kunden
3.7 Transformation der Anforderungen aus der Arbeitswelt ins Business

4. Literaturverzeichnis

Einleitung

Diese Arbeit versucht, den Spitzensport für die Arbeitswelt nutzbar zu machen. Wieso soll es sich für die Arbeitswelt überhaupt lohnen, Konzepte aus dem Spitzensport zu übernehmen?

Die Übertragung von Prozessen aus dem Spitzensport auf die Arbeitswelt fällt unmittelbar ins Auge. Spitzensportler vereinen alle Eigenschaften in sich, die für Erfolg im Busienss ebenfalls gebraucht werden. Einige von ihnen sollen im ersten Teil dieser Arbeit vorgestellt werden

Dabei wird versucht, die bekannten Eigenschaften von Spitzensportlern genauer zu beschreiben und so greifbarer in ihrem Nutzen für außersportliche Bereiche zu ma- chen.

Schließlich wird auch der Versuch unternommen, die Anforderungen einer zukünftigen Arbeitswelt zu skizzieren. Diese bestehen in unserer Wissensgesellschaft immer weni- ger in Produkten, sondern immer mehr in Kreativität, Ideen und Innovationsfähigkeit. Spitzensportler verfügen über Ausdauer, Disziplin, Siegermentalität, Konzentrationsfä- higkeit, Teamfähigkeit und Passion, um nur die wichtigsten Eigenschaften zu nennen. Wie können solche Eigenschaften aus dem Sport ins Business der Zukunft transferiert werden? Damit befasst sich der zweite Teil der Arbeit, in welchem mit einem konkreten Geschäftsmodell eine Methode der Teamentwicklung vorgestellt werden soll, die die- sen Versuch unternimmt, den Sport für das Business in seinen verschiedenen Dimen- sionen nutzbar zu machen.

1. Parallelen von Spitzensport und Business

Karl Adam beschreibt in seinem Buch: „Leistungssport als Denkmodell“ eindrucksvoll das Prinzip, dass Leistung, egal in welchem Bereich, immer die gleiche Struktur hat. Im Spitzensport wird die gesamte Struktur von Leistung am deutlichsten sichtbar.1 Im Folgenden sind in einem Modell die Prozesse im Spitzensport dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Teamgeist entwickeln

Entnommen aus: Creutzmann, „Spitzensport als Erfolgsmodell für Berater“, S. 30

1.1 Vorbereitung:

Gute Vorbereitungen bzw. Ziele zeichnen sich durch die SMART Formel aus: Sie sind (S)pecific, (M)easureable, (A)ttainable, (R)elevant und (T)imerelevant. Diese Eigen- schaften treffen sowohl auf den Leistungssport als auch auf die meisten Geschäfts- zweige zu. Allerdings sind die Eigenschaften von guten Zielen nirgendwo so offensichtlich wie im Sport, was im Folgenden kurz ausgeführt werden soll:

- Jeder Spitzensportler hat einen bestimmten Wettkampf als Ziel, dem sich alles andere unterordnet. Die können die Olympischen Spiele, Weltmeisterschaften, nationale Meisterschaften oder andere Wettbewerbe sein. Immer jedoch gibt es ein genaues, ein spezifisches Ziel.

- Besonders im Sport besteht eine große Messbarkeit bezüglich eines geplanten Ziels. Dies besteht im einfachsten Fall aus „Gewonnen oder nicht gewonnen“, kann aber auch eine bestimmte Platzierung, Punktezahl oder einen Tabellen- platz bedeuten. Vielleicht liegt gerade in dieser so offensichtlichen und für jeden Laien nachvollziehbaren Messbarkeit auch der Fluch des Sportes. Wenn näm- lich nur noch in den genannten Dimensionen gemessen und damit Athletesn bewertet werden, dann können leicht die anderen Bereiche, in denen der Sport seine einmaligen Wirkungen entfalten kann, vergessen werden (Teamfähigkeit, Verlieren lernen etc.).

- Besonders Profisportler können die Erreichbarkeit eines Ziels meist sehr reali- stisch einschätzen, da sie sich täglich in ihrem Sport bewegen und somit die größten Experten bezüglich der Schwierigkeit von Wettkämpfen und Gegnern sind. Und dennoch: Der Sport würde seinen kompletten Reiz verlieren, hätte er nicht auch immer das Element des Unberechenbaren in sich, würde er nicht die Möglichkeit des Unmöglichen in sich bergen. Ziele, an denen man nicht auch scheitern kann, Visionen, die kalkulierbar sind, all das wäre kein Sport mehr. Deshalb muss ein richtiges Ziel immer auch etwas unerreichbar scheinen.

- Vielfach haben sportliche Erfolge heute eine große Relevanz. Sei es für ganze Industrie- und Werbezweige, für das staatliche Prestige oder für eine Bevölkerung: Es ließen sich zahlreiche Beispiele für die enorme Wichtigkeit von sportlichen Erfolgen anführen. Erinnert sei an dieser Stelle an die Fussballweltmeisterschaft 2006, an den Medaillienspiegel bei Olympischen Spielen oder die enormen Werbeumsätze in einigen Sportarten. Und aus den gleichen Gründen ist vielleicht auch für den Sportler selbst sein Sport relevant. Wobei hoffentlich am Ende immer ein anderer Grund als monetäre Anreize, öffentliche Aufmerksamkeit oder Medaillien entscheidend sind:

„ Somewhere behind the Athlete, you ’ ve become, the hours of practice, the coa- ches who push you, the teammates who believe in you and the fans who cheer for you, there is the little boy who fell in love with the game and never looked back. Play for him. “ 2

- Leistungssportler gehören heute sicherlich zu den Menschen mit den am mei- sten durchgeplanten Tagesabläufen. Oft wissen Sportler schon Jahre voraus, wann welcher Wettkampf, welches Trainingslager und welcher Trainingsblock stattfinden wird. Aufgrund eines meist sehr engen Wettkampfkalenders, immer besseren Erkenntnissen bezüglich Trainingswirkungen und gleichzeitigen An- forderungen in Beruf oder Ausbildung ist ein hervorragender Umgang mit der Ressource Zeit bei Leistungssportlern heute eine wichtige Bedingung für Er- folg. Alle sportlichen Ziele sind terminlich fest verankert und es gibt im Leben eines jeden Spitzensportlers einige definitive Höhepunkte, die ein intensives Er- leben von Augenblicken, also Zeit, erfahrbar machen.

Was diesen ersten Punkt der Vorbereitung als nötige Eigenschaft von Spitzensportlern angeht, kann die Arbeitswelt mit Sicherheit vom Spitzensport lernen. Geht es doch auch im Business um definierte Ziele, Kennzahlen, Zeitschienen und Relevanzen.

1.2 Wettkampf

„Konzentration von Gedanken und Taten“, „Tunnelblick“, „Richtige Strategien und Taktiken“ und „Hürden und Krisen überwinden“; Man braucht nicht lange in den Nachrichten oder Medien darauf zu warten, bis genau diese Redewendungen des Sports auch in der Politik oder Wirtschaft fallen.

Der Sportler im Wettkampf ist meist auf einige wenige elementare Handlungen und Gedanken reduziert. Dadurch kann er sich diesen jedoch umso intensiver und damit erfolgreicher widmen. Alles andere wird ausgeblendet:

„ Oliver Kahn beschreibt dieses Zustand im Champions League Finale 2001 beim Elf- meterschie ß en wie folgt: Ich nahm au ß er dem Ball und dem Sch ü tzen nichts mehr wahr. Ich befand mich wie in einem leeren, stillen Raum. Von den 80.000 Zuschauern im Stadion bekam ich nichts mehr mit. Ich ü berlie ß alles nur noch meiner Intuition. Ich war vollst ä ndig im Flow. “ 3

Sich voll und ganz auf eine Aufgabe oder Tätigkeit konzentrieren zu können, ist besonders in einer Arbeitswelt, in der täglich unzählige Nachrichten, Meinungen und Einflüsse am Arbeitsplatz einwirken, von unschätzbarem Vorteil. Wenn der Transfer dieser Charakteristik des Spitzensports in die Arbeitswelt gelänge, würde der Sport auch diese seiner Eigenschaften gewinnbringend vermarkten können.

1.3 „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“

„Erfolge und Niederlagen analysieren“, „Ergebnisse zur Vorbereitung auf den nächsten Wettkampf nutzen“, „Regeneration“; Dies sollten die Vorgehensweisen nach dem Erreichen oder Nichterreichen eines Ziels sein. Paradoxerweise sollte man dabei besonders für Fehler bzw. sogar Niederlagen manchmal dankbar sein:

„ Erfolg ist das Ergebnis richtiger Entscheidungen!

Richtige Entscheidungen sind das Ergebnis von Erfahrung! Erfahrung ist das Ergebnis falscher Entscheidungen! “ 4

So sehr sowohl Sportler als auch Manager oder Politiker nach perfekten, fehlerlosen Ergebnissen und Vorgehensweisen streben- Erfolgreich wird man nur durch Fehler und die Integration ihrer Lehren in den Trainings- oder Arbeitsprozess: „ Zum Erfolg geh ö rt immer auch das Scheitern. “ 5

Gerade Sportler sind dann erfolgreich, wenn sie regelmäßig neue Elemente in den Trainingsplan einbauen. Dies zeigt sich oft bei Trainerwechseln oder Erfolgen nach einer Verletzung oder Krankheit. Nichts wäre schlimmer, als nach einem Erfolg oder einem Sieg genauso weiterzumachen wie bisher. Norbert Warnatzsch, Trainer von Britta Steffen, ändert in jedem Jahr 10% der Inhalte vom Trainingsplan.6 Oder, um es mit einem politischen Zitat auf den Punkt zu bringen:

„ Ein falsch verstandener Sieg verleitet die V ö lker zum Ü bermut und zum Irrtum und tr ä gt in sich schon den Keim k ü nftiger Niederlagen “ 7

Siege und Niederlagen realistisch einschätzen, Methoden, Instrumente und Personal systematisch auf den Prüfstand stellen und zwar sowohl nach jedem Sieg als auch nach jeder Niederlage- Dies wäre sowohl für den Spitzensport als auch für die Arbeitswelt ein nachhaltiges Konzept.

[...]


1 Siehe hierzu: Adam: „Leistungssport als Denkmodell“, S. 22ff

2 http://aflrockies.mlblogs.com/archives/2008/10/playingforthelittleboyins.html, eingesehen am 10.3.2010

3 Creutzmann, S. 31

4 http://www.multimaxx.eu/html/angebot.html, eingesehen am 10.3.2010

5 Ernest Shackleton, gefunden unter http://www.zeit.de/1998/49/MessnersWelt?page=all, am 13.3.2010

6 Persönliches Gespräch in der Hochschule für Gesundheit und Sport am 11.2.2010

7 http://www.zeit.de/1994/35/Erst-Dampfwalze?page=all, eingesehen am 11.3.2010

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Spitzensport als Beratungsmodell
Untertitel
Sportmanagement
Hochschule
Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport (vormals H:G Hochschule für Gesundheit & Sport, Technik & Kunst)
Note
1,5
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V203165
ISBN (eBook)
9783656296232
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Business und Spitzensport, Arbeitswelt der Zukunft, Parallelen von Leistungssport und Business
Arbeit zitieren
Paul Langner (Autor), 2010, Spitzensport als Beratungsmodell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203165

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Spitzensport als Beratungsmodell



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden