Geschlossene Fonds als Anlagemöglichkeit für Private Banking-Kunden


Seminararbeit, 2012

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

1. Einleitung

2. Private Banking in Deutschland

3. Geschlossene Fonds: Definition und Arten

4. Gründe für die Beimischung von geschlossenen Fonds
4.1 Portfoliodiversifikation mit geschlossenen Fonds am Beispiel des Portfolios der Universität Yale
4.2 Renditeoptimierung und Risikoreduzierung
4.3 Steuerliche Optimierung
4.4 Optimierte Vermögensübertragung: Erbschafts- und Schenkungssteuer

5. Risiken bei der Investition in geschlossene Fonds

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1 - Asset Allocation des Portfolios der Universität Yale (Quellen: The Yale Endowment 2010: http://www.yale.edu/investments/Yale_Endowment_10.pdf [Zugriff 20.11.2011] und R. Eller, Re|peat – Jahrbuch Treasury und Private Banking 2009. 1. Ausgabe 2009 http://www.treasuryworld.de/sites/default/files/Kapitel%20F%202_Gerd%20Bennewirtz.pdf [Zugriff am 20.11.2011])

Abbildung 2 - Geschlossene Fonds in Krisenzeiten - Quelle: http://www.munich-finance.de/Information_Geschl._Fonds [Zugriff am 04.12.2011]

Abbildung 3 - Ausgewählte Freibeträge - Quelle: OPC-GmbH: Auslandsfreibeträge http://www.opc-fonds.de/auslandsfreibetraege.php [Zugriff am 06.01.2012], E. Pelikan (2007), S.58

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

„Das Geld gibt’s erst mit 107“[1] lautet der Beitrag der SternTV-Reportage vom 02. November 2011. In der Sendung ging es um eine jetzt einundneunzigjährige Dame, die Private Banking-Kundin einer großen deutschen Privatbank war und auf Anraten Ihrer Bankberaterin vor 4 Jahren EUR 40.000,- in einem geschlossenen Fonds investiert hat. Sie möchte Ihr Geld zurück, jedoch ist dieses in dem geschlossenen Fonds bis 2027 fest angelegt. Die Rentnerin fühlt sich von Ihrer Bank schlecht beraten, klagt auf Falschberatung und Schadensersatz, da sie die Anlage für sich als unpassend empfindet.

Der Vorstand der betreffenden Bank stellte sich den Vorwürfen persönlich in der Sendung vom 09. November 2011 um zu begründen, warum die Investition in dem geschlossenen Fonds zum damaligen Zeitpunkt für die Kundin sinnvoll und richtig war. Die investierten EUR 40.000,- entsprachen laut dem Vorstand der Bank 5% des Anlagevolumens der älteren Dame. Da sie keine Nachkommen hat, soll ein Teil Ihres Vermögens, unter anderem auch die investierten EUR 40.000,-, an eine Stiftung übergehen. Für erbschaftssteueroptimierte Vermögensübertragungen stellen geschlossene Fonds aufgrund Ihrer Konstruktion eine interessante Anlageoption dar.

Aufgrund der SternTV-Berichterstattungen[2],[3] stellt sich nun für viele Menschen die Frage, für wen eine Anlage in geschlossenen Fonds überhaupt geeignet ist.

Diese Arbeit hat das Ziel die Frage zu klären. Des weiteren soll sie einen Einblick in das Private Banking in Deutschland gewähren, klären was geschlossene Fonds überhaupt sind, welche Arten es von Ihnen gibt und welche Vor- und Nachteile sie dem Anleger bieten.

2. Private Banking in Deutschland

Die Belegung des Begriffes „Private Banking“ ist sowohl in der Praxis als auch in der Literatur uneinheitlich definiert.

Private Banking stellt ein Dienstleistungsangebot für vermögende Privatkunden dar. Doch was ist genau unter einem vermögenden Privatkunden zu verstehen?

Die Abgrenzung zum standardisierten Privatkundengeschäft, dem sog. Retail Banking, erfolgt hierbei meist über das liquide Vermögen der Kunden, welches das Barvermögen, die Einlagen und das Wertpapiervermögen umfasst. Die Einstiegshürde in das Private Banking ist je nach Institut sehr unterschiedlich. Das am häufigsten genannte liquide Mindestvermögen liegt bei EUR 275.000,-. In diesem Bereich wird auch die Mehrheit der Kunden betreut. Private Banking Kunden werden auch als High Net Worth Individuals (HNWIs) bezeichnet. Zu den Kerndienstleistungen des Private Banking zählen die Vermögensverwaltung und die Anlagenberatung.

Es geht vor allem um ein umfassendes Beratungskonzept, welches auf jeden einzelnen Kunden speziell abgestellt wird, um individuelle und qualitativ hochwertige Lösungen für die konkreten Problemstellungen des vermögenden Privatklientels zu finden bzw. dieses dabei zu unterstützen. Private Banking geht weit über das standardisierte Dienstleistungsangebot im Retail Banking hinaus.[4]

In Deutschland ist der Private Banking Markt stark umworben, er ist einer der größten Onshore-Märkte in Europa.[5] Onshore-Geschäfte sind Dienstleistungen, die im Heimatland in Anspruch genommen werden, im Ausland bezogene Dienstleistungen bezeichnet man als Offshore-Geschäfte. „Mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von etwa fünf Prozent trotz Krise“[6] ist er auch künftig attraktiv.

Der deutsche Private Banking Markt wird auch in den nächsten Jahren weiter wachsen. Gründe hierfür finden sich im Anstieg der privaten Vermögen aufgrund der gleichbleibenden hohen Sparquote sowie im demographischen Wandel, welcher zu einer Zunahme des vererbten Vermögens führen wird.[7]

3. Geschlossene Fonds: Definition und Arten

Geschlossene Fonds sind unternehmerische Beteiligungen, die zur Finanzierung großer Investitionsobjekte aufgelegt werden. Sie bündeln das Kapital vieler Anleger, was den Vorteil bietet, dass man bereits mit kleineren Beträgen in den Genuss von Anlagemöglichkeiten kommen kann, die sonst nur institutionellen Anlegern vorbehalten sind. Geschlossene Fonds dienen der Finanzierung eines klar definierten Investitionsobjektes. Überwiegend handelt es sich dabei um Sachwertanlagen.[8] Die meistgenutzten Projekte für geschlossene Fonds sind in folgenden Bereichen anzutreffen:

- Immobilien (bspw. Einkaufszentren, Fußballstadien, Büroimmobilien),
- Mobilien (bspw. Containerschiffe, Flüssiggastanker, Flugzeugleasingfonds),
- erneuerbare Energien (bspw. spezielle Energie-Branchenfonds, Windkraftanlagen, Solarparks, Biogasanlagen),
- Wälder (in Form von Holzaufbereitung, -ernte und -verkauf),
- Infrastruktur (bspw. Trink-und Abwassernetze, Wasseraufbereitungsanlagen, mautfinanzierte Autobahnen),
- Lebensversicherungen (in Form vom Zweitmarkthandel der Versicherungspolicen) sowie
- Unternehmensbeteiligungen (Private Equity in Form von bspw. Venture-Capital- oder Mezzanine-Capital-Beteiligungen).[9]

Bei den verschiedenen Projekten gibt es unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten. So wird ein Flugzeug meist als Leasingfonds, ein Schiff meist als Charterfonds und eine Immobilie meist als Vermögensverwaltungsfonds, der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt, angeboten.

Selbst bei sog. „Blind Pools“, bei denen dem Anleger zum Zeitpunkt der Emission die Objekte, in die der Fonds investieren wird, noch nicht genau bekannt sind, gibt es im Vorhinein klar definierte Rahmenbedingungen in Form von Investitionskriterien, an die sich die Fondsinitiatoren zu halten haben. Diese Form trifft man häufig bei Private Equity Fonds an.[10] Das Gesamtinvestitionsvolumen in Form von Eigenkapital und Fremdkapital ist von Anfang an festgeschrieben. Sobald das benötigte Eigenkapital durch Gesellschafterbeitritte zur Verfügung steht, wird der Fonds für weitere Einzahlungen geschlossen. Dadurch ist die Anzahl der Anteilseigner begrenzt. Mit der Zeichnung eines Anteils geht der Anleger eine Langfristanlage von i.d.R. 10 bis 25 Jahren ein. Das Mindestinvestitionsvolumen liegt je nach Fonds zwischen EUR 5.000,- und EUR 100.000,-. Im Gegensatz hierzu stehen Private Placements, bei welchen speziell für einen oder einige wenige Anleger eine gesamte Emission aufgelegt wird. Hier liegt die Mindestbeteiligung deutlich höher.[11]

[...]


[1] Stern.de: http://www.stern.de/tv/sterntv/seniorin-fuehlt-sich-bei-geldanlage-von-bank-betrogen-das-geld-gibts-erst-mit-107-1745712.html

[2] Vgl. Stern.de: http://www.stern.de/tv/sterntv/seniorin-fuehlt-sich-bei-geldanlage-von-bank-betrogen-das-geld-gibts-erst-mit-107-1745712.html

[3] Vgl. Stern.de: http://www.stern.de/tv/sterntv/aerger-mit-geldanlagen-zockt-die-commerzbank-rentner-ab-1748631.html

[4] Vgl. M. Rudolf/K. Baedorf (2011), S. 13ff.

[5] Vgl. Oliver Mihm / Thomas Wollmann,http://www.investors-markting.de/data/investors_marketing/
media/doc/10_2010_04_01_Zeitschrift_fuer_das_Kreditwesen__Die_Zukunft_des_Private_
Banking_in_Deutschland.pdf

[6] Oliver Mihm / Thomas Wollmann, http://www.investors-markting.de/data/investors_marketing/
media/doc/10_2010_04_01_Zeitschrift_fuer_das_Kreditwesen__Die_Zukunft_des_Private_
Banking_in_Deutschland.pdf

[7] Vgl. Oliver Mihm / Thomas Wollmann,http://www.investors-markting.de/data/investors_marketing/
media/doc/10_2010_04_01_Zeitschrift_fuer_das_Kreditwesen__Die_Zukunft_des_Private_
Banking_in_Deutschland.pdf

[8] Vgl. K. Barth/ T. Barth (2005), S. 161 ff.

[9] Vgl. Lüdicke/ Arndt,(2009), S. XII ff.

[10] Vgl. E. Pelikan (2007), S.11 ff.

[11] Vgl. K. Barth/ T. Barth (2005), S. 161 ff.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Geschlossene Fonds als Anlagemöglichkeit für Private Banking-Kunden
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V203201
ISBN (eBook)
9783656292913
ISBN (Buch)
9783656293378
Dateigröße
569 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschlossene, fonds, anlagemöglichkeit, private, banking-kunden
Arbeit zitieren
Jana Weber (Autor), 2012, Geschlossene Fonds als Anlagemöglichkeit für Private Banking-Kunden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203201

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