Analyse eines Erziehungsratgebers


Hausarbeit, 2008
16 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.Vorstellung der Autorinnen

2. Rat geben – was heißt das?

3.Vorstellung des Erziehungsratgebers

4. Warum braucht ein Kind Grenzen?

5. Warum es Eltern schwer fällt, Kindern Grenzen zu setzen

6. Grenzen setzen, aber wie?

7. Fazit und kritische Stellungnahme

8.Literaturverzeichnis

Einleitung

„Die Einstellung Kindern gegenüber und die Frage, was Kinder an Erziehung und Förderung brauchen, um lebenstüchtige Menschen zu werden, hat sich über die Jahrhunderte hinweg grundlegend geändert.

Der Einstellungswandel und der Wandel der Erziehungsvorstellungen verliefen immer parallel zu entsprechenden gesellschaftlichen Umbrüchen und Veränderungen und waren häufig ein Spiegelbild gesellschaftlicher Prozesse oder deren Auswirkungen.

Auch in der aktuellen gesellschaftlichen Situation, die gekennzeichnet ist durch eine starke Konsumorientierung, durch stark individuumsbezogene Werteveränderungen und ein hohes Maß an Individualisierung ist die Frage, was Kinder an elterlicher Unterstützung brauchen, sinnvoll und notwendig.

Gerade bezogen auf das Thema Grenzen, Strafen und Konsequenzen erleben viele Eltern eine große Unsicherheit ihrer eigenen Rolle. Diese Unsicherheit führt dann oft zu widersprüchlichen, unklaren Hinweisen und Verhaltensweisen, die Kinder keine Orientierung geben, sondern verunsichern.“ (www.fischer-erziehungshilfen.de) Besser auf den Punkt bringen kann man dieses Thema nicht, demnach habe ich mich entschieden, diese Zitation für meine Einleitung vergleichsweise zu übernehmen.

Gegenstand dieser Arbeit wird eben dieses Thema sein, erläutert und diskutiert an einem Erziehungsratgeber. Es soll ebenfalls versucht werden zu diskutieren, ob ein Erziehungsratgeber Eltern ihre Unsicherheit nimmt und sie in ihrer Erziehungsverantwortung unterstützen kann. Dabei werde ich es mir nicht zur Aufgabe machen, jede Einzelheit des Ratgebers zu analysieren, sondern vielmehr drei zentrale Themen herausarbeiten und diese erörtern. Die Arbeit wird mit einer kritischen Stellungnahme abschließen.

1. Vorstellung der Autorinnen

Cornelia Nitsch und Cornelia von Schelling sind Journalistinnen und bekannte Buchautorinnen zahlreicher Elternratgeber. Ebenso wird über sie gesagt, dass sie „als praxiserprobte Mütter vielfältige praktische Erfahrungen im Umgang mit großen und kleinen Familienkonflikten haben.“ (vgl. Nitsch, von Schelling)

Recherchen ergaben, dass Cornelia von Schelling in Kolumbien und Brasilien aufwuchs und ihre Themenschwerpunkte, neben Familie und Erziehung, in Reisen und Kultur liegen.[1]

2. Rat geben – was heißt das?

Seitdem Menschen in Kommunikation und Interaktion stehen, gehört eben zu dieser Kommunikation auch der Austausch über Schwierigkeiten und Probleme, die sich ergeben. Dazu gehört auch, dass die Menschen um Rat fragen und auch Rat erteilen, auch was Erziehungsfragen und Erziehungsprobleme angeht.

Das Thema „Rat geben“ wirft zu Beginn immer dieselben Fragen auf. Denn in erster Linie muss ich mich fragen, wem ich Rat geben möchte. Zu welchem Nutzen soll ich den Rat geben? Welchen Zweck soll der Rat haben? Eine wichtige Frage ist zudem auch noch, mit welcher Legitimation der Rat gegeben wird?

Schaut man auf die Wortherkunft, so stammt das Wort „Rat“ aus Vorrat. Vorrat bedeutet zugleich vorhandene Mittel zu etwas haben. So entwickelte sich das Wort „Rat“ zu etwas, aus dem man schöpfen kann, im Sinne von „Hilfe“ und „Fürsorge“.

„Erziehungsberatung ist eine diagnostische, beratende und gegebenenfalls therapeutische Hilfestellung für Kinder, Jugendliche und ihre Erziehungs- bzw. Sorgeberechtigten in pädagogischen, psychologischen und sozialen (gelegentlich auch medizinischen) Fragen der Erziehung und der persönlichen Beziehungen im häuslichen wie außerhäuslichen Umfeld", soweit die Definition.[2] (vgl. Brockhaus 2001)

3. Vorstellung des Erziehungsratgebers

In dieser Arbeit beziehe ich mich auf den Erziehungsratgeber „Kindern Grenzen setzen - wann und wie? Mit Liebe konsequent sein“ von Cornelia Nitsch und Cornelia von Schelling.[3]

In dem Buch selber wird beschrieben, dass „dieser liebevolle und patente Ratgeber (…) Eltern bei der Lösung typischer Konflikte hilft und zeigt, wie viel Konsequenz nötig ist, um (…) Kinder zu liebevollen, selbstständigen und verantwortungsbewussten Menschen zu erziehen. Es ist ein Buch, das Eltern Gelassenheit und Sicherheit gibt.“

Ich habe diesen Ratgeber ausgewählt, weil er überschaubar aufgebaut und kurzweilig zu lesen ist. Auf gut 124 Seiten werden hier sowohl Theorie und praktische Beispiele erläutert und beschrieben.

Der Ratgeber beginnt mit der allgemeinen Theorie der Abgrenzung. Es wird in kleinen Paragraphen erklärt, warum es wichtig ist, dass eine Abgrenzung stattfindet und erläutert, dass Nähe und Distanz ein ewiges Wechselspiel sind. Daraus resultieren die Autorinnen, dass Eltern lernen sollten, frühzeitig los zu lassen, denn „Erziehung heißt mehr, als Liebe, Zärtlichkeit, Unterstützung, Verständnis und Geduld aufzubringen. Erziehung heißt auch, Grenzen festzusetzen, nicht in Besitz zu nehmen, sondern das Kind als eigenständiges Wesen zu achten.“ (Nitsch/von Schelling 2004 S.8) Diese Feststellung wir dadurch untermauert, als das die Autorinnen eindringlich aufführen, dass jedes Kind, jeder Mensch, selbst jedes Neugeborene eine eigene, einmalige und unverwechselbare Persönlichkeit ist. Denn „wer sein Kind annimmt und liebt, seine Persönlichkeit sieht und respektiert, akzeptiert auch, dass die Nähe zum Kind Grenzen hat. (…) Sie lernen dadurch auch, sich selbst auch von Mitmenschen abzugrenzen.“ (ebd. S.9)

Zu diesem Thema wird weiterhin beschrieben, dass Erziehung ein mühevoller und anstrengender Prozess ist, dass das Loslassen auch wehtun kann. Es wird dafür plädiert, mit den Entwicklungsphasen des Kindes Schritt zu halten, was bedeutet, dass der Ablösungsprozess zwischen Eltern und Kindern sich über Jahre hin zieht und einem dauernden Wandel unterzogen ist. Mit jedem neuen Entwicklungsschritt der Kinder ändern sich auch das Familienleben und somit auch die Regeln, die dieses bestimmen. Eltern sollten Vertrauen zu ihren Kindern entwickeln, mit ihnen im Gespräch bleiben, denn nur dadurch entwickeln sie sich zu selbstbewussten und selbstständigen Personen.

Ängstliche Eltern, „die sich dauernd um das Wohl (…) ihres Nachwuchses sorgen, übertragen ihre Unsicherheit auf ihr Kind. Damit entstehen dann gerade die Probleme, die die Eltern so fürchten: weil sich das Kind ständig unter Beobachtung fühlt, beginnt das Kind Schwierigkeiten zu machen.“ (vgl. Nitsch/von Schelling 2004 S.12)

Durch Pfleilmarkierungen wird nun kurz und bündig dargestellt, was gegen eine solche Lage unternommen werden kann. Die Eltern werden dazu ermuntert, den eigenen Standpunkt zu überprüfen und häufiger selbstkritisch zu fragen:

- Welche Erwartungen habe ich eigentlich an unser Kind? Und warum sind mir bestimmte Vorstellungen so wichtig?
- Welche Werte will ich vermitteln, und was bedeuten diese Werte für mein Kind und für mich?
- Welche Erziehungsziele sind mir wichtig? Warum verfolge ich gerade diese Ziele?
- Wie verhalte ich mich eigentlich? Wie gehe ich mit meinem Sohn oder mit meiner Tochter um?

(ebd. S.12) Selbstkritik zu üben, mit sich selber in ein Gespräch zu kommen, fällt vielen Eltern schwer. Daher bieten die Autorinnen bestimmte Muster in Form von Fragen:

- Was läuft zu Hause täglich mit Kind und Kegel ab?
- Welche Rolle spiele ich? Welche Rolle spielen die anderen Familienmitglieder?

(ebd. S.13)

Dieser erste Abschnitt im Erziehungsratgeber bildet sozusagen die Basis für das weitere Vorgehen. Die Eltern werden durch das Lesen aufgefordert ihren eigenen Standpunkt kritisch zu hinterfragen, neue Perspektiven kennen zu lernen und werden sich darüber bewusst, wo sie auf ihrem Weg stehen.

Im Folgenden möchte ich nicht das Buch in seiner Gesamtheit beschreiben, sondern mir drei Basisthemen vornehmen, die auch im Ratgeber selbst angesprochen werden, und versuchen herauszuarbeiten, wie die Autorinnen das Thema erörtern, welche Kritikpunkte es geben könnte und ob die Eltern, die den Ratgeber lesen, hinterher über neues Wissen verfügen und das Gelesene in die Praxis umzusetzen wissen.

[...]


[1] www.randomhouse.de/09.03.09, leider ließen sich keine weiteren Angaben über die Autorinnen finden.

[2] Brockhaus CD-Rom 2001

[3] Nähere Erläuterungen im Literaturverzeichnis

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Analyse eines Erziehungsratgebers
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Veranstaltung
Pädagogik der frühen Kindheit
Note
2
Autor
Jahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V203224
ISBN (eBook)
9783656300991
ISBN (Buch)
9783656301547
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analyse, erziehungsratgebers
Arbeit zitieren
Wiebke Schröder (Autor), 2008, Analyse eines Erziehungsratgebers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203224

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