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Lebens- und Arbeitsalltag der Wärter in der Irrenpflege im Hospital Haina

Psychiatrische Pflege im 19. Jahrhundert

Title: Lebens- und Arbeitsalltag der Wärter in der Irrenpflege im Hospital Haina

Diploma Thesis , 2008 , 84 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Axel Eierdanz (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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In dieser Abfassung wird zunächst die Geschichte und die Funktion der vier Hospitäler in Hessen im 19. Jahrhundert in ihren Grundstrukturen dargestellt. Insbesondere wird das Hospital Haina im 19. Jahrhundert und seine Insassen detailliert beschrieben. Im Weiteren wird ein allgemeines Bild des Wärters in Deutschland mit Hilfe der Sekundärliteratur formuliert. Es erfolgen Darstellungen unterschiedlicher Hospitalshausordnungen als grundlegendes formales Regelwerk für die Aufgaben der Wärter.
Die Wärter im Hospital Haina werden mit ihren Eigenschaften, Rahmenbedingungen und ihrer Organisation ausführlich vorgestellt.
Anhand einer Personalakte eines Wärters, der 39 Jahre im Hospital Haina seinen Dienst verrichtete, wird der Hospitalsalltag eines Wärters unter Berücksichtigung seiner Sichtweise mittels einer Fallstudie rekonstruiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 FRAGESTELLUNG DIESER ARBEIT

1.2 BEGRIFFE, ABBILDUNGEN

1.3 AUFBAU DER ARBEIT

1.4 LANDESHOSPITÄLER IN HESSEN IM 19. JAHRHUNDERT

1.5 WÄRTER IM 19. JAHRHUNDERT

1.5.1.1 Hausordnungen und Dienstanweisungen als Grundlage für die Aufgabenbeschreibung

2 UNTERSUCHTE MATERIALIEN UND ANGEWANDTE METHODEN

2.1 UNTERSUCHTE MATERIALIEN

2.2 ANGEWANDTE METHODEN

3 ERGEBNISSE

3.1 HOSPITAL HAINA ALS PFLEGE- UND VERSORGUNGSANSTALT IM 19. JAHRHUNDERT

3.1.1 Lage, Bau und Ausstattung

3.1.2 Organisation der Anstalt

3.1.3 Pfleglinge

3.1.4 Behandlung der Pfleglinge

3.2 WÄRTER IM HOSPITAL HAINA IM 19. JAHRHUNDERT

3.2.1 Rekrutierung, Wärteranzahl und Fluktuation

3.2.2 Organisationsstruktur des Wärterdienstes

3.2.3 Heiratsverbot und „Heiratsconsens“

3.2.4 Entlohnung und Pension

3.2.5 Arbeitszeit, Freizeit und Urlaub

3.2.6 Kost und Logis, Dienstkleidung

3.3 DIENSTANWEISUNGEN ALS AUFGABENBESCHREIBUNG FÜR DIE WÄRTER IM HOSPITAL HAINA IM 19. JAHRHUNDERT

3.3.1 Ordnung für das Hospital Haina

3.3.2 „Dienstinstruction“ der Wärter aus dem Jahr 1800

3.3.3 Dienstanweisung für die Wärter aus dem Jahr 1828

3.3.3.1 Erstes Kapitel

3.3.3.2 Zweites Kapitel

3.3.3.3 Drittes Kapitel

3.3.4 Dienstanweisung für die Wärter aus dem Jahr 1854

3.3.4.1 Allgemeine Unterschiede zur Dienstanweisung aus dem Jahr 1828

3.3.4.2 Kapitel I, Dienstanweisung für den Oberwärter

3.3.4.3 Kapitel II, Dienstanweisung für die Wärter und „Wärtergehülfen“

3.3.4.4 Kapitel III, Dienstanweisung für die Wärter bei den Tobsüchtigen und Irren

3.3.4.5 Kapitel IV, Dienstanweisung für den Kranken- und Lazarethwärter und Bader sowie für den Badergehilfen

3.3.4.6 Kapitel V, Besondere Vorschriften für die Wärtergehilfen

3.3.5 Ausblick: Dienstanweisung für das Pflegepersonal aus dem Jahr 1902

3.4 FALLSTUDIE EINES WÄRTERS IM HOSPITAL HAINA AUS DEM 19. JAHRHUNDERT

3.4.1 Erstes Bittschreiben zum „Heiratsconsens“ des Wärters Wiegand

3.4.2 Zweites Bittschreiben zum „Heiratsconsens“ des Wärters Wiegand

3.4.3 Nebenbeschäftigungen des Wärters Wiegand im Hospital Haina

3.4.4 Bestellung des Wärters Wiegand zum Oberwärter

4 DISKUSSION

4.1 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE

4.2 DISKUSSION DER VERWENDETEN METHODE

4.3 VERGLEICH DER ERGEBNISSE MIT VORANGEGANGENEN STUDIEN

4.4 DISKUSSION DER KONSEQUENZEN DER ERGEBNISSE

5 FAZIT UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Aufgaben, Tätigkeiten und Lebensumstände des Wärterpersonals im Hospital Haina während des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, auf Basis primärer Quellen den Wärteralltag, die formellen Regelwerke sowie die soziale Position dieser "stummen" Berufsgruppe zu rekonstruieren und ihre Rolle innerhalb der psychiatrischen Pflege dieser Zeit zu beleuchten.

  • Historische Analyse der Wärteraufgaben und der organisatorischen Strukturen im Hospital Haina.
  • Vergleichende Untersuchung der Dienstanweisungen aus den Jahren 1828 und 1854.
  • Fallstudie eines Wärters zur Rekonstruktion des Berufs- und Lebensalltags.
  • Untersuchung informeller sozialer Mechanismen, wie etwa des Umgangs mit dem Heiratsverbot.
  • Darstellung der psychiatrischen Pflegepraxis im 19. Jahrhundert anhand von Primärquellen.

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Erstes Bittschreiben zum „Heiratsconsens“ des Wärters Wiegand

In dem folgenden Schreiben an das Obervorsteheramt schilderte Wiegand seine Situation als Wärter im Hospital in auffällig ungünstiger Weise. Vermutlich wollte er damit auf seine „leidvolle Situation“ auf eindrucksvolle Weise aufmerksam machen, um die Heiratserlaubnis vom Obervorsteher zu erhalten. Wörtlich schrieb er:

„Der Wärter Ludwig Wiegand im Landes- Hospital Haina bittet um Ertheilung der Erlaubnis zur Heirat.

Das drückende Verhältnis als Wärter im hiesigen Hospital, wo wie bekannt, jedes nur erdenkliche Gebrechen der Menschheit zu finden, wo der Anblick schon hier reicht, jeden gesünderen Menschen wehmütig zu stimmen, wie niederschlagend ist es für den alleinstehenden Wärter, seine traurige Pflicht gewissenhaft zu erfüllen und mit den armen Unglücklichen zu verkehren. Der Dienst mit so manchen Geschäften und Unannehmlichkeiten verknüpft, macht es dem unverheirateten Wärter unmöglich, den, ihm zur Pflege anvertrauter Unglücklichen genügend zu beaufsichtigen, zu warten und zu reinigen, hierzu kommen Arbeiten, welche sich besser für weibliches Geschlecht eignen, besonders die gründliche Reinigung der Lokalität, dass, das Verlangen, eine treue Gefährtin zur Seite zu haben, von jedem, der mit unser traurigen und schweren Pflicht vertraut ist, billigen wird.

Ich glaube, während meines Hierseins als Wärter die Pflichten als solcher zur Zufriedenheit meiner Vorgesetzten erfüllt zu haben, jedoch würde es mir mit der erforderlichen weiblichen Hülfe besser geglückt sein.

Demzufolge wende ich mich an Kurfürstliches Obervorsteheramt mit der ganz gehorsamsten Bitte, mir die Erlaubnis zu meiner Verheiratung gütigst erteilen zu wollen. Indem ich dadurch in den Stand gesetzt werde, meine Pflicht gewissenhaft erfüllen zu können und mich dem Interesse des Dienstes und der Pflege der mir anvertrauten Unglücklichen mehr und mehr zu widmen.

Ehrfurchtsvoll verharrt Kurfürstlichen Obervorsteheramt ganz gehorsamster Ludwig Wiegand 8. Dezember 1855“

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der psychiatrischen Pflegegeschichte und Definition der Fragestellung zur Rolle des Wärterpersonals.

2 UNTERSUCHTE MATERIALIEN UND ANGEWANDTE METHODEN: Erläuterung der verwendeten Primärquellen aus dem Archiv Haina und der methodischen Vorgehensweise bei der pflegehistorischen Analyse.

3 ERGEBNISSE: Detaillierte Darstellung der Geschichte des Hospitals, der Organisation des Wärterdienstes und der Entwicklung der Dienstanweisungen bis zur Fallstudie.

4 DISKUSSION: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Einordnung in den wissenschaftlichen Kontext und Vergleich mit anderen Anstalten.

5 FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Identifikation weiterer Forschungsbedarfe.

Schlüsselwörter

Hospital Haina, Irrenpflege, Wärter, Psychiatriegeschichte, Dienstanweisung, 19. Jahrhundert, Pflegepraxis, Zwangsmittel, Personalakte, Sozialgeschichte, Krankenpflege, Arbeitstherapie, Heiratserlaubnis, Hospitalordnung, Psychiatriemuseum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der psychiatrischen Pflege im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert am Beispiel des Hospitals Haina, mit Fokus auf die Rolle und Aufgaben der dort tätigen Wärter.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Arbeits- und Lebenswelt der Wärter, deren formale Aufgabenbeschreibungen durch Dienstanweisungen sowie ihr sozialer Status im Gefüge einer Irrenanstalt.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie die Arbeit der Wärter konkret aussah, wer diese Personen waren, wie ihre Arbeitsbedingungen geregelt waren und wie der Alltag zwischen offiziellen Normen und tatsächlicher Praxis aussah.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine pflegehistorische Untersuchung, die primär auf der Analyse von Archivalien wie Personalakten, Geldrechnungen und offiziellen Dienstanweisungen aus dem Archiv in Haina basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die detaillierten Dienstanweisungen von 1828 und 1854 sowie eine Fallstudie, die den Werdegang und die sozialen Aushandlungsprozesse eines spezifischen Wärters rekonstruiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Irrenpflege", "Hospital Haina", "Dienstanweisungen", "Wärter", "Sozialgeschichte" und "Psychiatriegeschichte" charakterisiert.

Wie unterschied sich die Dienstanweisung von 1854 von der von 1828?

Die Dienstanweisung von 1854 war wesentlich konkreter strukturiert, organisatorisch professioneller gegliedert und enthielt spezifische, detaillierte Kapitel für verschiedene Dienstgrade und für den pflegerischen Umgang mit Tobsüchtigen.

Welche Rolle spielte der "Heiratsconsens" für die Wärter?

Das Heiratsverbot war eine zentrale formale Restriktion, deren Umgehung oder Aufhebung im Einzelfall – wie in der Fallstudie gezeigt – für die Wärter von großer persönlicher Bedeutung war und oft geschickte informelle Verhandlungen erforderte.

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Details

Title
Lebens- und Arbeitsalltag der Wärter in der Irrenpflege im Hospital Haina
Subtitle
Psychiatrische Pflege im 19. Jahrhundert
College
University of Applied Sciences Frankfurt am Main
Grade
1,3
Author
Axel Eierdanz (Author)
Publication Year
2008
Pages
84
Catalog Number
V203239
ISBN (eBook)
9783656359166
ISBN (Book)
9783656359739
Language
German
Tags
Geschichte Pflege Psychiatrie Psychiatrische Pflege Pfleglinge Wärter Aufwärter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Axel Eierdanz (Author), 2008, Lebens- und Arbeitsalltag der Wärter in der Irrenpflege im Hospital Haina, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203239
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