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Der Gesellschaftliche Wertewandel als Voraussetzung für Lean Production

Title: Der Gesellschaftliche Wertewandel als Voraussetzung für Lean Production

Term Paper , 2003 , 52 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marc Behring (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Summary Excerpt Details

„Die Generation Golf gibt es wirklich – Ein soziologischer Nachweis“1, „Einmal im
Leben zählt nicht mehr – Geburtenrückgang bringt Wertewandel“2, „Neue Gestalt der
Arbeit - Welt im Wandel“3, „Gesellschaft - Rückkehr der Biedermeier?“4, „Jugendliche
wollen aufsteigen statt aussteigen“5.
Die Frage drängt sich auf, was will Ihnen der Autor mit dieser Aneinanderreihung von
Schlagzeilen sagen? Welchen gemeinsamen Inhalt haben diese Schlagzeilen? Was verbindet
sie, was unterscheidet sie?
Festzustellen bleibt zunächst, dass diese Reihe von Schlagzeilen großer überregionaler
deutscher Tageszeitungen nahezu beliebig fortgesetzt werden könnte. Doch auch diese
fünf exemplarischen Schlagzeilen machen schon deutlich, wie sehr uns ein gesellschaftliches,
soziologisches Phänomenen alle beeinflusst – der Wandel.
Die einen bemühen sich darum aufgrund von Zeitreihenanalyse das geflügelte Wort der
„Generation Golf“ wissenschaftlich zu beweisen, indem Werte und Einstellungen der
zwischen 1965 und 1975 Geborenen untersucht werden und aufgezeigt wird, dass diese
Geburtskohorte sich mit einem spezifischen Wertprofil klar von anderen Generationseinheiten
abgrenzt (beispielsweise von der „Apo-Generation“, 1946 bis 1953, und der
„Generation der Neuen Sozialen Bewegungen“, 1954 - 1964). Ja, dass es sogar zu einem
Wandel des Wertewandels kommen soll, demgemäß sich die „Generation Golf“ einer
Umkehr des Wertewandels hingibt.6
Die anderen stellen fest, dass die Immobile einen Wertewandel erlebt, da die Maxime
„Einmal im Leben“ vor dem Hintergrund der demographischen Veränderung an Bedeutung
verlöre. Das gar die vormals stark ausgeprägten emotionalen Bindungen an Haus,
Garten, Nachbarn oder soziales Umfeld bei der jüngeren Generation an Bedeutung verlören.
7
Wieder andere beschäftigen sich mit dem Phänomen des Wandels vor dem Hintergrund
der neuen Gestalt der Arbeit im Sinne eines vermeintlich steigenden intellektuellen Gehaltes
der (verbleibenden) Arbeit durch Automatisierung der Routinetätigkeiten. 8 [...]

1 Alfons Kaiser, FAZ.NET, 24.04.2003.
2 Reinhard Wagner, Die WELT, 26.10.2002.
3 Ralf Reichwald, Süddeutsche Zeitung, 10.05.2003.
4 Holger Christmann, FAZ.NET, 06.11.2001.
5 Jowe, FAZ.NET, 19.08.2002.
6 Alfons Kaiser, FAZ.NET, 24.04.2003.
7 Reinhard Wagner, Die WELT, 26.10.2002.
8 Ralf Reichwald, Süddeutsche Zeitung, 10.05.2003.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Grundlegung

2. Gesellschaftlicher Wertewandel

2.1. Theoretische Grundlagen des Gesellschaftlichen Wertewandels

2.1.1. Geschichtliche Entwicklung

2.1.2. Ingleharts Theorie der politischen Konsequenzen von materialistischen und Postmaterialistischen Prioritäten

2.2. Aktuelle empirische Beobachtungen bezüglich des Wertewandels

2.3. Auswirkungen des gesellschaftlichen Wertewandels auf das Bedürfnis nach Organisationsentwicklung

3. „Lean Production“

3.1. Taylor’s Ansatz des „Scientific Management“

3.2. Die Entwicklung der „Lean Production“

3.3. „Lean Production“ – Das Ende der Arbeitsteilung?

4. Gesellschaftlicher Wertewandel als Voraussetzung für „Lean Production“

5. Ausblick auf die Zukunft des gesellschaftlichen Wertewandels

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem gesellschaftlichen Wertewandel und dem Managementansatz „Lean Production“. Ziel ist es, zu analysieren, ob der gesellschaftliche Wandel eine notwendige Voraussetzung für die Entstehung und Umsetzung von „Lean Production“ darstellt oder ob es sich bei diesem Modell lediglich um eine Perfektionierung klassischer tayloristischer Strukturen handelt.

  • Soziologische Theorien des gesellschaftlichen Wertewandels
  • Empirische Analyse aktueller Wertestudien (z.B. Shell Jugendstudie)
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Taylorismus und dem Scientific Management
  • Strukturelle Analyse und Arbeitsorganisation der Lean Production
  • Synthese: Der Einfluss von Wertvorstellungen auf Arbeitswelt und Personalmanagement

Auszug aus dem Buch

3.3. „Lean Production“ – Das Ende der Arbeitsteilung?

Die MIT Studie, die den Begriff der „Lean Production“ prägte fand auf der ganzen Welt breite Resonanz und führte vor allem in Europa dazu, dass man sich mit dem Toyotismus auf breiter Ebene auseinandersetzte. Womack et al. schreiben vollmundig „[...], dass die Übernahme der schlanken Produktion eine tief greifende Wirkung auf die menschliche Gesellschaft haben wird – sie wird wahrhaft die Welt verändern.“ Daher wollten sie auch keinen akademischen Bericht schreiben, sondern vielmehr eine Vision präsentieren, wie die gesamte Welt in ein neues Zeitalter eintreten könne. Der deutsche Titel zeigt gleichsam den Anspruch, den die Autoren an ihr Werk stellen. Sie propagieren „Die zweite Revolution in der Autoindustrie“. Doch was, so fragt sich der interessierte Leser, ist denn nun so revolutionär an diesem Konzept?

Mit Nachdruck weisen Gendo/Konschak daraufhin, dass „Selbst bei genauester Durchsicht der Studie (...) kein Hinweis auffindbar [ist], der darüber Aufschluss gäbe, was an der „Lean Production“ revolutionär ist.“ Vielmehr sind „Alle Techniken, die in der Studie beschrieben werden [...] entweder in der Betriebswirtschaftslehre oder in der Japan-Forschung seit Jahrzehnten bekannt und werden ebenso lange erforscht.“ So war denn der vielleicht einzig sichtbare Unterschied ein neues Materialbereitstellungskonzept, das in Form des Kanban im Verbund mit JIT daherkam. Aber auch dieses Konzept selbst war in den westlichen Industrieländern bekannt, wurde jedoch nicht angewandt.

Gendo/Konschak gehen sogar soweit, zu behaupten, dass „ [...]die MIT-Forscher (sich) gezielt an westlichen Vorstellungen von einem „modernen“, post-tayloristischen Produktionsmanagement orientiert und (...) nach mehr oder weniger starken Ansatzpunkten für ein solches Management gesucht (haben). Geringste Anzeichen für flache Hierarchien (horizontale Versetzungen), Gruppenarbeit (Teamorganisation) oder Entscheidungsdezentralisation (Zusatzaufgaben für Teammitglieder) wurden ohne weitere Überprüfung als post-tayloristische Revolution gefeiert. Das Ergebnis war eine völlige Fehlinterpretation der japanischen Realität.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundlegung: Einleitung in das Thema des gesellschaftlichen Wandels und dessen Bedeutung für die moderne Arbeitswelt.

2. Gesellschaftlicher Wertewandel: Darstellung theoretischer Grundlagen (insbesondere Ingleharts Theorie) und aktuelle empirische Daten zur Wertentwicklung in der Gesellschaft.

2.1. Theoretische Grundlagen des Gesellschaftlichen Wertewandels: Erörterung der geschichtlichen Entwicklung und der zentralen soziologischen Konzepte der Wertewandelforschung.

2.1.1. Geschichtliche Entwicklung: Rückblick auf die Ursprünge der empirischen Wertewandelforschung.

2.1.2. Ingleharts Theorie der politischen Konsequenzen von materialistischen und Postmaterialistischen Prioritäten: Detaillierte Analyse des Modells von Inglehart zur Erklärung von Wertverschiebungen.

2.2. Aktuelle empirische Beobachtungen bezüglich des Wertewandels: Auswertung neuerer Studien, wie der Shell Jugendstudie, zur Veränderung von Arbeitsmotivation und Werten.

2.3. Auswirkungen des gesellschaftlichen Wertewandels auf das Bedürfnis nach Organisationsentwicklung: Untersuchung der Wechselwirkung zwischen veränderten Mitarbeiteransprüchen und den Zielen von Organisationsentwicklung.

3. „Lean Production“: Einführung in das Konzept der schlanken Produktion und deren Ursprung im Toyota-Produktionssystem.

3.1. Taylor’s Ansatz des „Scientific Management“: Analyse der Prinzipien von Frederick W. Taylor als historische Basis der modernen Industriearbeit.

3.2. Die Entwicklung der „Lean Production“: Beschreibung der Entstehungsgeschichte von Lean Production bei Toyota als Reaktion auf spezifische wirtschaftliche Restriktionen.

3.3. „Lean Production“ – Das Ende der Arbeitsteilung?: Kritische Diskussion darüber, ob Lean Production tatsächlich zu einer Überwindung tayloristischer Arbeitsteilung führt.

4. Gesellschaftlicher Wertewandel als Voraussetzung für „Lean Production“: Synthesekapitel, das die Eingangsfrage beantwortet und Lean Production als Neo-Taylorismus einordnet.

5. Ausblick auf die Zukunft des gesellschaftlichen Wertewandels: Diskussion über die zukünftige Tragfähigkeit des Taylorismus angesichts eines stagnierten Wertewandels und neuer Bildungsniveaus.

Schlüsselwörter

Wertewandel, Lean Production, Taylorismus, Organisationsentwicklung, Gesellschaftlicher Wandel, Postmaterialismus, Arbeitsorganisation, Scientific Management, Personalentwicklung, Toyota-Produktionssystem, Arbeitsteilung, Humanisierung der Arbeit, Kaizen, Just-in-Time, Neo-Taylorismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit der gesellschaftliche Wertewandel die Entwicklung und Anwendung des Managementkonzepts „Lean Production“ beeinflusst oder ermöglicht hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind soziologische Wertewandeltheorien, historische Analysen der Industriearbeit (Taylorismus) und die kritische Beleuchtung moderner Lean-Management-Methoden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel besteht darin zu klären, ob Lean Production als Antwort auf neue gesellschaftliche Werte verstanden werden kann oder ob es sich eher um eine effizientere Variante klassischer tayloristischer Kontroll- und Rationalisierungsinstrumente handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Literaturanalyse mit Einbezug empirischer Sekundärdaten (z.B. Shell-Jugendstudien, Wahlergebnisse, historische Produktionsdaten) durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte von Taylor und Inglehart gegenübergestellt, anschließend das Toyota-Produktionssystem detailliert analysiert und schließlich die Frage nach der Humanisierung der Arbeit kritisch hinterfragt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Wertewandel, Lean Production, Taylorismus und Organisationsentwicklung definieren.

Warum kritisiert der Autor das Konzept der „Lean Production“?

Der Autor argumentiert, dass Lean Production keine Abkehr von der klassischen Arbeitsteilung darstellt, sondern durch Techniken wie „Kaizen“ den psychischen Druck auf Mitarbeiter erhöht und somit den Ansprüchen moderner, selbstentfaltungsorientierter Menschen nicht gerecht wird.

Welches Fazit zieht der Verfasser zur Zukunft der Industriearbeit?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Taylorismus zwar überholt wirkt, aber solange in Unternehmen bestehen bleibt, wie der „wirksame Zwang“ zur maximalen Produktivitätssteigerung Vorrang vor menschlichen Bedürfnissen hat.

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Details

Title
Der Gesellschaftliche Wertewandel als Voraussetzung für Lean Production
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Institut für Gesellschaftswissenschaften)
Course
Geplanter Wandel in Organisationen
Grade
1,3
Author
Marc Behring (Author)
Publication Year
2003
Pages
52
Catalog Number
V20323
ISBN (eBook)
9783638242318
Language
German
Tags
Gesellschaftliche Wertewandel Voraussetzung Lean Production Geplanter Wandel Organisationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Behring (Author), 2003, Der Gesellschaftliche Wertewandel als Voraussetzung für Lean Production, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20323
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